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Der Israelit · 1927-06-30 · Heft 26 (30.6.1927) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 26 (30.6.1927)
Date
1927-06-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
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30. 3imi 1927 bis sich mit den Fragm der dentschen IusiLz, f&me'tt sie Juden und Judentum betreffen, in eingehender Beratung beschäftigte. In seiner Eröffnungsrede betonte der Vorsitzende, Justizrat Dr. Brodnitz, daß der Zweck der Zusammenkunft nicht eine von politischen Tagesgesichtspunkten DMMstMttM UJltßf vM MWN .MWW MöS SchWworles seilt, sondern daß das Material des Bereins in ernster Arbeit geprüft und zur Förderung der deutschen Rechtspflege ausgewertet werden solle. Selbstverständlich bedeute die Tagung keine Absonderung der jüdischen Juristen von ihren nichtjüdischen Kollegen. Landgerichtsrat Dr. Jacques S t e r n - Berlin zeichnete in ODJtmofttF ÖMfS öss M m «kMistUll Fif^r Staatsphilosophie" unter besonderer Würdigung ihrer führenden Köpfe. Er kam zu dem Ergebnis: eine völkische Weltanschauung als Grundlage von Recht und Staat mit dem Ziele der Entrechtung der deutschen Juden sei weder nccf) gefdjidjtlr-U, ,ju begriinben. Ihre Durchführung würfe DöMslhiMd um JaMunderte zurüll, isoliere es im Kreise der übrigen Nationen und.mache so seinen Wiederaufstieg für alle Zeiten unmöglich. Justizrat Dr. Siegfried Löwen st e i n - Berlin beleuchtete den „Entwurf eines Allgemeinen Deutschen Strafgesetzbuches" und wies auf die Notwendigkeit hin, 88lSW BSsiMMM, m g, ttMsVny gum Klaffen-. kcMpf" so zu. fökmnl'isttn, wis dis GösamMkörsssM des deutschen Volkes und damit auch der jüdischen Deutschen es auf Grund unserer Erfahrungen verlangen. Rechtsanwalt Dr. Erich Eyck- Berlin beleuchtete in seinem Referat „Die Stellung der Rechtspflege zu Juden und Judentum" an Hand einer sehr großen Zahl von (ginget jütterti, bie einer einbringenben juristischen Sßiirbi» gung unterjofen irmröen. Er l'öhnw södö unzulässige Vers allgemeinerung bewußt ab, suchte aber die Gründe zu ermitteln, die zu den festgestellten Fehlgriffen geführt haben. Der Vortrag gipfelte in der Forderung unparteiischer Gerechtigkeit, nicht nur um der deutschen Juden, sond-srn um des gefamien großen deutschen 93aierlattbes willen. Rechtsanwalt Dr. Bruno Weil- Berlin schilderte aus breiter geschichtlicher Grundlage Wesen und Bedeutung des „Politischen Prozesses". Eine vielstündige Aussprache, an der Juristen aus allen Teilen des Reiches, darunter -auch Universitätsprofessoren und zahlreiche Richter, teil- NSkWM kfgM fiTjf fjüHf HOT öu öen 6ehandelten Fragen. Aus dem Gemeindeparlament. B r e s lau, 17. Juni. In der Mai-Sitzung der Repräsentanten wurde eine MWlk MM kW M- ^?8«len angenommen. Die angeregte ürgünisatürischö ALüderung in der Verwaltung der S tif tu ng s k ap i ta li en , nachdem die meisten dieser alten Stiftungen ihr Vermögen durch die Inflation verloren haben, ist nunmehr durchgeführt. Da diese Reform zu einer wesentlichen Vereinfachung der Buchhaltung geführt hat, also auch für oon Interesse sein bür|te^ |o jeien die GruuMtze mitgsHilt, »ach denen hier vorgeganAu wurde. Man hat sämtliche Stiftungen in drei Gruppen eingeteilt: Gruppe I umfaßt diejenigen Stiftungen, deren Vermögen durch die Inflation ganz verlorengegangen ist und die bezwecken: Abhaltung von Jahrzeiten, Namensver- [ßfima unü (SrafiufiQo und MUMM. Di llo foimn dieser Stiftungen sind in den Kassenbüchern ganz gelöscht worden. Gruppe II enthält alle Stiftungen, deren Kapital nach der Aufwertung weniger als 300 Mark beträgt. Die erste Untergruppe dieser Gruppe umfaßt die Stifiimsen IM Den ameffen m MllM I, m K«xiM ist ^rrr Fonds zur Erfüllung öoü AllflägM WSMlSst» wskdon. Die Erfüllung ihrer Zwecke erfolgt aus diesem Fonds. Dadurch sind besondere Konten für 220 Stiflungen in den Kassenbüchern fortgefallen, — die zweite Untergruppe umfaßt die Stiftungen unter 300 Mark Kapital, welche wohltätige Zwecke verfolgen. Da diese Zwecke jetzt vom Wohlfahrtsamt erfüllt werden, so ist Der leinmtDetmQ MU WsMUn m ttn UMMMfst l'ches Kapital dem Wohlfahrtsamt überwiesen worben, wodurch 84 Stiftungskonten fortgefallen sind.— Diese Regelung der Stiftungen der Gruppe I und II betrifft abier nur die kassenmäßige Verwaltung. Die Stiftungsakten selbst bleiben erhalten und werden fortgeführt, so daß jederzeit die Möglichkeit besteht, durch Auffüllung Der Israelit Nr. 26 Seite 8 diese. Stiftungen auch nach außen hin wieder selbständig zu machen. Zur Gruppe III gehören Stiftungen aller Art mit M Woche. ' Berlin. Zu Ehren von Max Liebermann, der,am 20. Juni seinen 8 0. Geburt s t a g feierte, wurde eine Ausstellung der Lieb ermannschen Bilder veranstaltet. Bei der Eröffnungsfeier geleiteten Reichskanzler Marx und Kultusminister 2r.!ö % $ s ir fMttfiUl! itt SflF R e ich s p rä side n t Hindenburg besuchte die Ausstellung am Eröffnungstage. — Bei der Beratung des Strafgefetzentwurfes im Reichstage zog der Nationalsozialist Dr. Frick gegen „die Richter jüdischer tüllsik {Hi? fsfly. ^in [ SMsgssetzbuch" zum besoudkreu Schutze der Nasienremheit. Er erging sich dann in Beschimpfungen des Talmuds und des Schächtgesetzes. — Justizrat Markower legte all seine Aemter im Vorstande der Jüdischen Gemeinde wie im Rate des Preußischen Landesverbandes nieder. — Die feit langem zwischen der Jüdischen Gemeinde Berlin und der Stadt- Eörudr bsstchsndL DWr>önz in dsr Frags oer Erweiterung des Friedhofs der Jüdischen Gemeinde aus dem Gelände in Weißensee ist einer Lösung nahe. Die Jüdische Gemeinde übereignet dem Magistrat etwa 100 Morgen Land der Bötzow'fchen Erben, während die Stadt Berlin rund 41 Morgen zur Erweiterung des Friedhofes hergibt und 778.500 Mark an die Jüdische Gemeinde zahlt. — Am JDiöntig Lm m. Qu».! M ÄUs Dom ElWNsMö des Friedhofs der Berliner Jüdischen Gemeinde in Weißensee die feierliche Enthüllung eines Denkmals für die im Weltkriege gefallenen Söhne der Jüdischen G e m «i n d e statt. Reden hielten Herr Rabb. Dr. Baeck und der Vorsitzende des R. j. F., Dr. London. München. Siabtrate Benagte sich Qiaütrat Fiichlcr über Vergebung von städtischen Aufträgen an jüdische Firmen. Der zweite Bürgermeister, Hr. K ü f n e r, schnitt die Diskussion über dieses Thema mit den Worten ab: „Der Jude zahlt so gut seine Steuern, wie jeder andere." Bürgermeister Dr. Küfner benutzte die Gelegenheit, sestzustellen. daß die Stellungnahme gegen 9U&in MS UIliffflffUnQ einer bestimmten Gruppe ist, mit der die übrigen Fraktionen nicht einverstanden sind. Kassel. Der antisemitische Antiquitätenhändler v. D o l s b e r g erhielt eine Geldstrafe von 5Ü0 Mark, weil er ein Ritualmord darstellendes Bild in seinem Schaufenster zur Ausstellung brachte. Danzig. Bei einem Einbruch in die S> a n g t g e r tii däl? llÜlsi 18. Juni fielen den Dieben wertvolle Gegenstände in die Hände. Kowno. Im litauischen Grenzstädtchen I u r b u r g entstanden im Laufe eines Fußballmatch zwischen M a c c a b i und dem litauischen Sportverein Differenzen, wobei der 19jährige Mosche Heselk o w i t s ch, Mitglied des Maccabi, von seinem litarrischen Partner ermo r b ■et tmirbe. E2 ist grrichtlikh? e!ngele!leh doch öesiudet sich der Mörder aus freiem Fuß. — Der jüdische Soldat'Henach S e g a l ow i c z wurde vom Feldgericht in Poniewesch wegen angeblicher kommunistischer Umtriebe zum Tode verurteilt, aber vom Präsidenten der Republik zu zwanzigjähriger Gefängnisstrafe begnadigt. Jerusalem. Eine aratpn MsLllWst 3um SmofliQ Dior lusoiui : u n g der isatzminen im Westen des Toten Meeres ist hier gebildet worden. Die Arbeit wird demnächst in Angriff genommen. — Die Palästina-Regierung wird im Juli versuchsweise 12 Tonnen Tafeltrauben jüdischer und arabischer Produktion nach England. senden, um bte Möglichkeit und feie eines 3rauLene^j>ories nail) England zu erproben. Sollte der' Versus gelingen, so ist mit einem regelmäßigen Traubenexport zu rechnen. Budapest. Bei den Empfängen für die Ozeanslieger fiel es auf, daß der Name L e v i n e kaum genannt wurde. Auch in den Ansprachen wurde nur Chamber l i n gefeiert. Der Reichsverweser H o r t h y und der Ministerpräsident B e t h - ien beteiligten ~sich "an. bcfi (Empfängen nicht. einem Kapital über 300 Mark. Für diese werden die beonderen Konten beibehalten. Insgesamt sind von 593 Konten 414 fortgefallen, so daß der von der Revisionskommission angestrebto Zweck einer Entlastung der Buchführung erreicht ist. ^me gange Änz«!)! vor SnfUtlpn R3inerer Stiftungen sind von den Angehörigen der Stifter inzwischen aus den früheren Nominalbetrag aufgefüllt worden. Eine längere Aussprache galt dem noch immer zwischen Leben und Stebben schwebenden Re i chs v e r b a nd, auf her 3fteprä|«ntantenE>er|'a'mnTXunj ba^tegen Dörwahi-ung sittgslögt wurde, daß der AorsiWnds des Vorstandes ohne ausdrückliche Instruktionen in dieser Angelegenheit die Gemeinde vertreten habe. Die Etat-Kommission hat durch Abstrich von Ausgaben und Erhöhung von Einnahmen das . Zuschuß-Soll von rund einer Million Mark aus Mk. 890.000 herab- ^ebrückt^ ^iir bte SJeratunej bes fo nerbefferien Etats folt Ende Juni eine Sondersitzung anberaumt werden. Der Bericht des Wohlfahrtsamtes der Gemeinde für den Zeitraum vom April 1926 bis dahin 1927 weist insgesamt Leistungen von Mk. 163.000 auf, wovon Mk. 42.000 auf feste monatliche Unterstützungen entfallen. Die Gesamtzahl der Betreuten ist ««f fwnfkvi{?nü gn veranschlagen, eine im Hinblick auf die Ziffer der Gemeindemitglieder erschreckend hohe Zahl. <Seneva(t>^ir|aiTim(ung bev Iisroel. SStien, 23. Juni. Am 16. d. M. fand im Turnsaale der Talmud-Thoraschule die Generalversammlung der Adaß Jisroel unter zahlreicher Beteiligung statt. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Zur festgesetzten Stunde eröffnete der Vorsitzende, Obmannstellvertreter Herr Dr. Reiniger, die SJerfammfung. Er bemfie ben Erschienenen bafür, baß sie trotz dsr vorgorülltön Jahreszeit tu der gratzeu Hitze sich eingesunden haben, um ihr Interesse an den Arbeiten der Adaß Jisroel zu bekunden. - Er gedachte der Heimgegangenen Mitglieder; zunächst würdigte er die Verdienste des verstorbenen Ehrenpräsidenten und Ehrenmitgliedes Herrn Marcus Bonbi unb bes Borstanbsmitgliedes Bernhard Klein forvle ,aller verstordcuen Mttglicdcr, die in ihrem Kreise ihre Anhänglichkeit an die Adaß Jisroel bewiesen haben. Die Versammlung hört den Nachruf stehend an. Der Vorsitzende führte dann aus, daß die Adaß Jisroel ihre Aufgabe stets so auffaßte, daß sie alle ihre Arbeiten und Einrichtungen nicht nur für die kigmksi MiigittSss, s?Mssi 8r°B,en Allgemeinst gur Verfügung stellte, wüs aus dem Böt-ichl zu ersehen ist. Er widmet warme Worte der Begrüßung den verschiedenen Vertretern der Bethäuser und Vereine, welche das gleichgerichtete Ziel als treue Mitarbeiter der Adaß Jisroel verfolgen. Ferner begrüßte er den Vertreter der Kultusgsmeinbe. Herrn Dr. Joses Ticho. Als BöNchwrflllMr über die Xätigteit nahm Herr Pappenheim das Wort. Er dankte zunächst den Vertretern der Kultusgemeinde und den ihm gleichgesinnten Mitarbeitern im Kultusoorstande für die Förderung der religiösen Interessen der glaubenstreuen Judenschaft, wodurch ein besseres Verhältnis zu dem Vorstande der Kultusgemeinbe sich entmitfelX. Er besprach barauf bte Tätigten der Mutz Jtsruel nach den oerschledcnen Qmv gen. Zur Thoraförderung gehört zunächst die reichhaltige Tätigkeit auf dem Gebiete der Horaah seitens des Rabbinates, die von der gesamten glaubenstreuen Judenschaft Wiens ständig in allen Fragen des jüdischen Lebens in Anspruch genommen wird. Er verweist auf die zahlimrn MMim UNS mifassm mM sn ssifUssfsi örien und zu verschiedenen Stunden des Tages fotvüh! von den Mitgliedern des Rabbinates, als auch von anderen Mitgliedern der Adaß- Jisroel an den verschiedenen Orten gehalten und zahlreich besucht werden.. Die Jesode Thora, eine blühende Unterrichtsanstalt, die von 400 Kindern b-e^udjt roir-b, bringt es ^wftanbe, baß lMMlllch ClIDO 40 KMvöt zum Dksüchk riMi MMwuhä reif herangebildet werden. Das Gesamterforderms derselben ist fast 401 Millionen Kronen. Bloß 25 Kinder bezahlen das volle Schulgeld. Die Entwicklung der Talmud-Thorafchule, eine vollständige Knaben- und Mädchen-Volks- und Bürgerschule ist eine befriedigende. Zur Thoraförderung gehört auch die Tätigkeit des Vereins Tieres Bac^urnn^ der 26 .Wiener Kindern di-e Möglic^- U\i bi Mt, an Jsschiwohs sich auszubiMn. Bezüglich der Awodah glaubt der Referent nicht sprechen zu müssen, da das Wesen und die Art unseres Gottesdiensteshinlänglich bekannt ist. Daß die Schechitah in jeder Beziehung an Umfang zunimmt, liegt daran, daß die rituelle Aufsicht und Kasch-

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