Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 26 (30.6.1927)
- Date
- 1927-06-30
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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OTSÖ 300 Du äinai 56. Sunt 1827 ruth unserer Institutionen das absolute Vertrauen aller glaubenstreuen Juden in der ganzen Welt genießt. Sehr bedeutend sind, die Leistungen in Bezug aus Gemiluth Chesed aus unseren Kreisen, welche von verschiedenen Vereinen besorgt wird. Dankbar rühmt er die Tätigkeit des SBeretrtes (Ein^-eit, her forooljl hurc^ dis all gömeine Küche, als auch besonders durch die Mittelstands küche eine lebensrehaltende Wohltat der Wiener Juden schaft ist. Der Verein Tomech Ewjonim verwendet 4000 Lst. jährlich sür die unentgeltliche Verköstigung von Armen an Sabbat und Festtagen; der Krankenhausverein verausgabt 18.000 Lst. für die Verköstigung von Kranken in 8kn ggiffim Ak MMMM doi fln BuDaet» 38.000 Lst. zur Unterstützung der notleidenden Familien, Wöchnerinnen und Kranken. Allen diesen Vereinen gebührt der herzlichste Dank. Die Adaß Jisroel selbst hat an Subventionen sür Vereine mehr als 20.000 Sch. verausgabt, ferner verwendete sie etwa 4500 Sch. zur Pehach- W im M m M ZMWWMNi WZ den Vethausspenden kamen ferner 4200 Sch. an verschiedene Vereine zur Auszahlung. Alle diese Beträge und noch viel mehr wurden aus unserem engsten Zirkel aufgebracht und kamen den weitesten Kreisen zugute. Es bedurfte der größten Anstrengung, um das eigene Budget der Adaß Jisroel von 220.000 Sch. aufzubringen. Es fteixte M MlWM Sif 8kWM Anfordsrungsn und nur dis Vsgsisterung und Anhänglichkeit unserer Mitglieder konnten in dieser krisenhaften Zeit diesen Aufgaben gewachsen sein. Herr Kassenverwalter Stern bespricht die einzelnen Posten des Rechnungsabschlusses und verweist, daß die Adaß Jisroel eine große Anzahl von Institutionen nicht nur für die eigenen Mitglieder, sondern für olle Zuden itt 88i!err, &ie rncrhrhcrsi religiös leben xopüerj, zu?sholt?N hat. Es ist darum Pflicht eines jeden, darauf hinzuwirken, daß der Betrag für Mitgliedsbeiträge reichlicher bedacht wird. Herr Figdor beantragt namens der Revisoren die Er teilung des Absolutoriums. Der Vertreter der Kultus- WNWNÜL, Mk Dk. TrHg, &Ä ill den Dank und die Anerkennung des Kultusvorstandes für die hervorragenden Leistungen der Adaß Jisroel aus. Der Antrag des Vorstandes, vertreten durch Herrn Leitner, bezüglich des Mitgliedsbeitrages den Beschluß vom vorigen Jahre zu bestätigen, wird angenommen Bei der vorgenommenen Ergänzungswahl wurden 83 Stinirnsn ct£>-g-&ge£>e-rt. (QezDafyti crf<f>eint tye rr Sar Adler. Zu Revisoren werden gewählt die Herren Bernhard Hofbauer, Siegmund Figdor, Artur Sputz. Herr Isidor Frommer dankt dem Vorsitzenden für die musterhafte Leitung der Versammlung. Derselbe hebt hervor, daß dis Adaß Stsroel stets darauf bedacht fein mufjf im epg?n Anschluß und in inniger BerbinDung Ml den anderen gleichgesinnten VethausvereiNen für die. Gesamtheit der glaubenstreuen Judenschaft zu arbeiten. Wir folgen dabei der Führung unseres ehrwürdigen Rabbi, der in diesem Jahre das dritte Jahrzehnt seiner hiesigen Tätigkeit beendet. Unter seiner Führung und durch seine llliiun^sätz« lst &ie 91*4 Sisroef im §nnern erstarkt txtxit nach außen an Ansehen gewachsen. Untsr seiner Führung wollen wir noch weiter von Erfolg zu Erfolg schreiten. nische Kundgebung gegen den Munkaczer Rabbiner vorliegt; doch haben wir.das Schriftstück bsiher nicht, im Original gesehen. Red.) Jtad)mef)en des Bannspruches van Muncacevo. MuniaLLvo,2li mm. 62 hervorragende Gelehrte und Rabbiner aus Polen und Ungarn, unter ihnen die Rabbiner von Lemberg, Brody, Tarnopol usw. sprachen gegen den Rabbi von Muncacevo, Chai mClieser Schapiro, das Verbot aus, in religiösen Fragen zu entscheiden (Jssur Horaah). Gleichzeitig gaben sie der Dlehrhert der jüdischen Benölkernng??n Munmnöv Dir ErlllllbniI, aus Dkl Gkillklnde, Mi Rabbi Schapiro vorsteht, anzutreten und eine neue Gemeinde mit einem anderen Rabbiner an der Spitze, zu bilden. In Muncacevo werden im Zusammenhang mit der Entscheidung der Rabbiner neue, schwere Kämpfe zwischen den beiden Parteien erwartet. (Sie r>c>rstehen1»e §82t»Äac^rtc^t ist 8 F f l dj t auszunehmen, da sie offenbar aus dem in schwerem Kampfe mit dem Munkaczer Rabbiner stehenden lokalen zionistischen Blatte stammt. Richtig ist, daß eine rabbi¬ Pülästina vor dem Völkerbund. — Beginn der Tagung der Mandatskommission. Gens, 21. Juni. Am 20. Juni trat die S t ä n d i g e M a n d a t s k o mmission des Völkerbundes in Genf zu ihrer 11. Session zusammen. Zum Präsidenten rourhe Marquis wi^ergkwahlt. In dem der Mandalsr kommistion seitens der Zionistischen Organisation unterbreiteten Memorandum über die Arbeit in Palästina im Jahre 1926 wird u. a. darauf hingewiesen, daß in dem Juni 1926 unterbreiteten zionistischen Memorandum die Zahl der jüdischen Bevölkerung in Palästina nach dem vom 3^. tBegem&er 18§§ mit lls.000 angegeben worden ist. Wie sich jetzt herausstellt, war die Zahl zu niedrig angesetzt. Eine später von der Palästina-Regierung aufgestellte genaue Berechnung zeigt, daß am 1. September 1926 rund 158.000 Juden in Palästina wohnten, die 17,6 Proz. der 887.000 Seelen betreffenden Gesamtbevölkerung ausmachten. Bei der Volkszählung im Dftß&a? 1000 Ul Zahl Ur 68.W1, sind 11,1 Proz. der damaligen Gesamtbevölkerung von 757.182 Seelen. Im Jahre 1926 wie im vorangegangenen Jahre war die Zunahme der jüdischen Bevölkerung hauptsächlich auf den Ueberschuß der Einwanderung über die Auswanderung zurückzuführen, obwohl dieser Ueberschuß geringer mar als 1924 unö roett geringer als 1925. 1926 jregi die Regierung 13.056 Juden als Einwanderer, 1925 waren es 33.801, 1924: 12.856, 1923 : 7420. Im Jahre 1926 zählte man 7340 jüdische Auswanderer. Die Netto-Jmmigration betrug demnach im Jahre 1926: 5716, gegen 31.650 i. I. 1925, 10.898 i. I. 1924 und 3955 i. I. 1923. Die gesamte jüdische Nstto-Emmandemng seil dem Kriege be traf Lmnm^ 72.000?perse>nen^!pie rü^l?un^?rnv?n kriegseinwohner nicht eingerechnet. Im Finanzjahr 1926 gab die Zionistische Organisation Lst. 64.961 an Unterstützung für neue Einwanderer aus Dies war nötig, um sie im Lande festen Fuß fassen zu lassen. Lst. 15.200 wurden ausgegeben, um neue Einwanderer in die bereits begründeten Kolonien zu bringen' tt>o ft-e <rls ÖctrtbroxirffcfT-ci jtr^cir freite r tätig jrnt>. Der Ueberschuß der Einwanderung über die Auswanderung im Jahre 1926 war schon in den ersten sieben Monaten des Jahres erreicht; in den letzten fünf Monaten zählte man mehr Auswanderer als Einwanderer. Die Auswanderung stieg in dieser Zeit zu einer ungewöhnlichen Höhe. Dieses Phänomen stand in sngsrn Zufarnillellhang rnii der herrschenden 8srb^is^s?sigs^ist Vit EVIIP Kennzeichnung des jüdischen Wirtschaftslebens in Palästina i. I. 1926 war. Oktober 1925 zählte man rund 1000 Arbeitslose, November 1925 schon 3000. April 1926 betrug die Zahl der Arbeitslosen rund 5000 und im Juli 1926 6000. In den folgenden zwei Monaten sank diese Zllhs Sllf -£{&& 1000, lim dann nrleder angufieigen nnd gegen Ende des Jahres die Zister 6900 zu erreichen und eine weitere ansteigende Tendenz zu zeigen. Besonders chars machte sich die Arbeitslosigkeit im Baufach und m den Handelsbetrieben bemerkbar, während auf den anderen Gebieten sie nicht größer als im vorangegangenen Jahr gewesen ist. Etwa die Hälfte der Arbeitslosen betrag allein das Bau^ac^ in Dök bsr lehien Volkszählung ln Palästina wurden 31.821 jüdische Arbeiter gezählt, von denen 23.447 in Städten wohnten. 1058 von ihnen (4, 4 Proz.) hatten Mittelschulen, 7217 (30 Proz.) Elementarschulen, 5257 (21, 8 Proz.) religiöse Schulen, 204 (1, I Proz.) Vorberertungsfachschulen absolviert; 545 (2, 25 Proz.) hatten ttim mtlma%rn febuMürnng mnBffm. 30.000 u^rr hnen konnten hebräisch sprechen, lesen und schreiben. erste Referat hielt Rabbi Merr Berlin. Die Delegation hatte eine doppelte Aufgabe, nämlich überall die religiöse Lage sestzustellen und zu b e s s e r n, wo eine Besserung notwendig erschien. Drei Städte und über dreißig Niederlassungen wurden besucht. Allerorts wurde die Delegation mti: i&egcrflerung uufgcnommert. ^auptrebner n>arüberall Oberrabbiner Kuck und fein lebendiges Wort hat nirgends den Eindruck verfehlt. Beteiligt an der Delegation waren neben dem Oberrabbiner Rabbiner A, B. Boro ch 0 w und Rabbi Mir Berlin. Unterwegs schlossen sich der Delegation noch einige Rabbiner aus den besuchten Städten an. Darauf srotiff Mkm«M ins p[i m rossi. Er knüpfte an die Studienreise vor dem Kriege an, erzählte, daß er damals schon irgendwo auf eine unrituelle Küche gestoßen war und daß damals gütliches Zureden von seiner Seile genügt hätte, den rituellen Charakter der Küche wieder herzustellen. Diese Begebenheit hatte Ist W IMmi WM, W üM MM iS religiöser Beziehung mit Güte Und brüderlicher Liebe abzustellen seien. Danach sei er auch jetzt verfahren. Er geißelt das Bestreben, die Dinge schwärzer zu malen, als sie sind. Man bemühe sich, die Lichtpunkte zu zeigen und gegen die Finsternis mit mildem Lichte anzukämpfen. Auch bei den Abgekehrten erkenne man??n MMmuZ un& m epfcrrreuK an Damit a^minne man sie eher, als durch Verdammung. Sodann erhebt aber der Oberrabbiner Anklage gegen .die zionistischen Leiter, die das. nicht verstanden, was Baron Rothschild und sogar Baron Hirsch als eine Selbstverständlichkeit erfaßten, nämlich, daß zu einer jüdischen Gemeinschaft, ob groß oder klein, religiöse Institut i o n e n gehören, wie die Seele zum Körper gehört. Dis Diazz fitpm sich, knl Msmchi, Ur U? religiöse Budget durchgesetzt hat, wenn auch die religiösen Gründungen noch in sehr bescheidenem Maße vor sich gehen müssen. Die Religionsverletzungen, besonders die Sabbatentweihungen in Palästina, seien mit denen, in Europa und Amerika nicht zu vergleichen. Dort, in der st?h! 6ss LMtt M Maioit UND Dim eaDDat TBinDIirf) gepHii&M. (Ein Kämpf für den SatW ist dort soviel, wie ein Kampf gegen das Leben. In Erez Jisroel ist keiner durch die wirtschaftlichen Verhältnisse gezwungen, den Sabbat zu entweihen. Wer es tut, tut es ohne Not, spielerisch, aus Leichtfertigkeit. Darum fei hier eine Einwirkung und ein Wandel zum Guten viel leichter als dort. Der Herr Oberrabbiner legte den mt Nk MMIMIM WMW flüir NöltgtüttSseiNdsichkeiien in den Kolonien zu widerlegen und ihr Bestes zu tun, daß Liebe für Palästina geweckt wird, die zur Mitarbeit des ganzen Volkes am großen Aufbau führt. Das Delegationsmitglied Rabbi B o r a ch o w lobt den guten Geist in den Kolonien. Ger möchte auch dis üinkssiehenden nicht svl«Ng8 sik Nvlh DTE leisesten Fäden mit dem Judentum verbinden. Auf die Bitte einiger Journalisten, ihnen über die allgemeinen schönen Reden hinaus auch einige konkrete Angaben zu machen, berichtet Rabbi Meir Berlin: In den Kolonien stehen die Dinge überall gut bis teilwüifä Dtfü!tn&. Qagegen rsi es in den mit der Religion sehr schlecht bestellt, mit Ausnahme der Kwuzoh der Misrachi-Arbeiter. Immerhin, wo ein Schochet am Platze ist, lasten auch die Kwuzoth schachten. Das ist alles. Trotz allem sei das Verhältnis zur Religion kein unfreundliches, so daß bei zielbewußter Arbeit eine Besserung nicht ausgeschlossen erscheint. In xienf mo FnnnjM JJJj ÜiikkW MWk Dft mm, suchöll Ä!tsK Alls )ii Jüllhsren errrzuwirken. Are Schochtim suchen die kleinen benachbarten Niederlastungen auf und können zuweilen gute Erfolge verzeichnen. Rabbiner Beermann verzeichnet eine Besserung in den Beziehungen der Jugend und der Arbeiter zur Religion. Das Schulwerk muß mehr ausgebaut werden. tu ff WM nofti auf MlWM MW ASllßSMllSen über die UmnerfUai wnb bie von ihr gelehrte Bibelkrittk (die offizielle Bekanntmachung gibt diese Aeußerungen auch nicht dem Sinne nach wieder, was recht auffallend ist). Damit schließt die Journalistenkonferenz. Lin Journalistenkee beim Oberrabbiner. CSerujalemj 20. Alls Dem NM MM ungsmgMllHM WSW einer Journalistentees erstattete die von der Studienreise durch das Land zurückgekehrte rabbinifche Delegation der Oeflentlichkeit Bericht über ihre Eindrücke und Erfolge. Das Di? psssftkstk VttsnnlmsWng Wer die AMöM Jerusalem, 20. Juni. „Officio! Gazette" veröffentlicht die folgende Aufstellung über -die Verteilung des Ertrages der Palästina-