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Der Israelit · 1927-06-30 · Heft 26 (30.6.1927) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 26 (30.6.1927)
Date
1927-06-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
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3Ö. Juni 1927 es? ^ff«e Hl M 88 8K8 8 Recht auf eine minimale Subvention zu verwirken! Wir fragen: Dürfen der Oberrabbiner des Synagogenverbandes und die gesetzestreue Judenun mm&mm Dom Tlloragei e ß.mfflt romr dcstens ble Ehrfurcht zollen BU Bte HMren Repräsentanten den durch die Gemeindesatzung geheiligten Rechten des Tempelverbandes? Ist es sittlich zu rechtfertigen, ja entspricht es der elementarsten gemeindepolitischen Klugheit, die Gesetzestreuen Hamburgs für ihren pflichtge- 2^orage£j>or|cm-t baburc^ gu Befirafen, düß man ihnen Dsn mmerkorb höher hangt? Wir fürchten sehr, daß von der endgültigen Stellungnahme der Hamburger Gemeindeverwaltung zu dieser Gewissensfrage mehr abhängen wird als das Schicksal der Töchterschule an der Bieberstraße. EZ K8?k Nicht $8???*aI iTt ber daß L're tUNMö Unmöglichkm emes VerfaMngSi syftems durch den Eigensinn derer, die es schützen wollen, nachdrücklicher und unter katastrophaleren Folgen erwiesen wird als alle prinzipiellen Argumente seiner Gegner es je vermocht hätten. Yiflefflll 86888188! wöchenrundschau. Nicht wir haben es gesagt... , Trotz der großen Mißstimmung, die die Sache im vorigen Jahre in Palästina und in der Diaspora, auch in rvsnigsr religiösen Kreisen, hervorgerufen hat, geschah es hoch hkn? r wieZör. Die jüdische Kolonie En-Charod in Emek Jsreel feierte auch dieses Jahr ihr Schowuausfest nach dem Programm vom vorigen Jahre, unter öffentlicher Religionsentweihung, im Beisein aller Bewohner der Kolonie und vieler Gäste aus den Nachbarkolonien. Nutzlos DtteD Die Bitte Des DöerraDfriners in Jerusalem, das Volksfest auf den zweiten Festttag, — der in Palästina als „Jsru Chag" gilt, — zu verlegen und nicht in Erez Israel den Brauch platzgreifen zu lassen, daß religiöse und nalionals Feste durch Verletzung der religiösen uuD nationalen (Sefufjfe gefeiert weröen, rvölttst das religiöse Judentum gekränkt und Zwist unter Brüdern gesäet wird; all diese Appelle, die rechtzeitig und auch in öffentlichen Zeitungen ergingen, halfen nichts? Somit liegt hier eine mit Willen und Vorbedacht begangene Kränkung des religiösen Judentums vor. Am Ende auch das nicht mehr. Man ist vielleicht dem Volke bereits so entfremdet, daß man seine Reliimö Tradition ^ar nicht inehr in Nechnung Zieh!, Da man stly llüMlll, öcn asten mmu Gestalt zu geben. Wie dem auch sei, so vergessen diese Helden eines: nämlich, daß, was sie hier tun, sich nicht in ihrem Hause innerhalb ihrer vier Wände abspielt, sondern im Hause des jüdischen Volkes, und daß dieses in seinem Hause doch so wio Hör^ttvzHt hm. Sie scheinen schon ganz zu vergessen,, daß Der Boden, Der ihnen zur Basis für diese Attentate gilt, nicht ihnen gehört, sondern Eigentum des jüdischen Volkes ist, Nationalfondsboden, an dessen Ankauf sich das ganze Volk mit seiner Liebestmittge beteiligt hat und daß auch all ihre Einrichtung nicht «N§ jöNZs"« SUI Den (Sßb dern des K er e n-H aj e sso d bestritten wird. Das Volk aber darf es unter keinen Umständen dulden, daß auf seinem Boden und mit seinen Geldern seine heiligen Feste auf diese Weise entroecht roerden und neue unjüdische Vräuche das alle Gesetz aölosen. Auch unsere nallvnafen 8onö§ können es nicht dulden, werden es nicht dulden, da es anders um ihr eigenes Leben geht. Auch M i s r a ch i kann nicht stillschweigend daran vorübergehen. Ist es doch vornehme Aufgabe des Misrachi, über die nationalen Heiligtümer ^u roachen. Er nrird sich ohne Zweifel seiner Aufgabe Dewutzi sein. Sollten aber die Fonds sich scheuen, ihren Schützlingen zu nahe zu treten, und sollte sich Misrachi in dieser- Stunde schlaff zeigen, dann muß das Volk, müssen die Massen selbst erwachen, um ihr Recht und ihre heiligen Güter zu verteidigen." —— — ..Cs finb Dies nicht unfer? Worte. AüH ifl es nicht die Wiedergabe eines Artikels Des „Kol- Jisroel". Was hier gesagt ist, ist in hebräischer Sprache wortwörtlich im nationalz i o n i st i s ch e n „Doar-Hajom" in Jerusalem zu lesen, und zwar in seiner Nummer 232 von Dienstag, 14. Silvan. Wir selbst haben dem gewiß inchis yinzuzusügen. Ein Wahlabkommen und seine Nachmehen. Bei den Warschauer Stadtratwahlen kam es, &ie üysm Ü8s8? am Dom KlMWüMMMil erfahren konnten, zur Bildung eines alle jüdischen Parteien, einschließlich der Orthodoxie, umschließenden Wahlblocks. Dieses temporäre Zusammengehen nach außen war, wie wir uns von Eingeweihten erzählen ließen, zur Zeit und infolge der kommunalpolitischen Verhältnisse in Warschau eine unabweisliche Notwendigkeit. Jetzt, nachdem die Wahlen, nicht zur vollen Zufriedenheit der Linksparteien, vorüber find, wird L SHstet; WlM Do? in Dar AguDa organisierten Orthodoxie Wortbruch» Verrat und dergl. mehr an den Kopf geworfen. Den äußeren Anlaß zu diesen heftigen Entladungen gibt eine Disziplinlosigkeit der orthodoxen Arbeiterorganisation „Poale Agudas Jisroel", für die die Aguda um so weniger die Schuld tragen rann; als stk stk rrn Anfang .schärfste mißbilligt hät. Nach döN neuöstsn uns von kompetenter Seite gewordenen Informationen ist das eigenmächtige Vorgehen der Poale Agudas Jisroel, wenn auch nicht entschuldbar, doch sehr erklärlich, zum, Teile sogar von der Gegenseite direkt verschuldet. M mwum ms miWZ.-nMnslkst haben die Zionisten die VerpstichtUttZ ÜbSMöMmen, all ihre Zweigorganisationen zu veranlassen, daß sie keine separaten Kandidaten l i st e n aufstellen. Insbesondere war dabei an die zionistische Arbeiterorganisation „Hitrnpnffl" WM. Deren ertreme MliW «8° bekannt waren. Es wurde von orthodoxer' Serts den Zionisten von vorneherein erklärt. Daß für Den Fall, daß „Hitachduth" selbständig zu den Wahlen gehen sollte, es nicht zu vermeiden sein werde, daß die orthodoxe Arbeiterorganisation ein ähnliches tut. Das leuchtete den Zionisten, vollkllMMn ein. Mn gef» was man kkfUMte. „S)itad}butt)J1 etabsterie sich mit einer eigsnsu Wahlliste. Die Antwort kam mit der. Aufstellung der eigenen Kandidaten der „Poale Agudas Jisröel", ohne daß sich diese erst bei der Leitung der Aguda befragt hätten oder von ihr halten ließen. Der Erfolg der jungen orthodoxen Arbeiterorganifatwn mar llllch für Slk KrchLö?§ik Überaus überraschend. Sie Mil 8000 Glimmen zwei Mandate, während „Hitachduth" mit kaum 1000 Stimmen geschlagen den Kampfplatz verließ. Wäre die Sache umgekehrt ausgegangen, man hätte über dem Jubel ob der erfolgreichen Stürmer das „blamable Auftreten" der ortho- Duxen Metier miüeiDig llllMkllkn- Dktzl 85er sollen sie, und nicht sie, die von den AntipödsN provozierten orthodoxen Arbeiter allein, sondern die Aguda als solche, die ganze Orthodoxie, ihr Wort gebrochen, Verrat begangen haben. Wir Wst lsskn im ber p**™^*« Aguda, dem „Jud", vor den Wahlen Mahnungen und Aufrufe, die die Jugend und die Arbeiter geradezu beschworen, nicht eigene Wege zu gehen und in Würdigung des Abkommens für welchen Vertrauens die Gendarmen sich überall er-- steUeN. ©U Schutts BISS iut& Setriigor. öto DM um Dein Vermögen brachten, bedienten sich dök Masüs der Gendarmen, um aus diese Weise bei Dir kein Mißtrauen auskommen zu lassen — Beweis genug, daß diese einer solch' gemeinen Handlungsweise nicht fähig sind". Wem sind noch nicht solche begegnet» die, wie unsere Weisen sie treffend bezeichnen, 'wix oniSD *iDtP ,»iöt . die da handeln wie Simri und Sohn fordern wie Pinchas?" Wer kennt denn nicht jene, Ue sich LllßMch ZSll AllWeill ÖQF FkUMs migkeit geben, um daraus persönliche Vorteile zu ziehen! Selbstredend ist eine solche Handlungsweise verwerflich und kann nicht genug verurteilt werden. Aber ebenso verwerflich und verdammenswert ist der Schluß, den gar manche bei solchen Gelegenheiten ziehen und das Urteil, das sie leicht fällen: Tll Md u flUö. Die Frommen I Dieses irrten m ebenso ungerecht rvlS UttlSglsch. Nicht Biß GMdarMM sind die Bettüger, sondern die Schwindler, die sich fälschlich als Gendarmen vorstelllen. Wer nicht virta 121N ist. wer sich den Anschein der Frömmigkeit gibt, ohne es zu fein und ohne darnach seinen Lebenswandel einzurichten, beweist zur Genüge, wie hoch in sittlicher und moralischer Hinsicht Diejenigen stellen. Die wllvrvsst srsmm und gottssfürchtig sind, weil fle einerllmllrenhaften Handlung einfach nicht fähig sind. kleines ^eittüotüii. Rabbimsche Geschichten. JnWilna wohnte ein Mann namens RabbiSchlomo Pomeranz. In dem Maße, wie sein Reichtum, die Ausdehnung seiner Weltgeschäste und seine Bezu de« Behörden stieuen. stieg aud) sein Ansehen in öec ^emejn^e, um sö mehks Llä SV 888 seinem Ueberfluß gern auch Andern zukommen ließ und Wohltätigkeit im Großen und Kleinen übte. Da ergab es sich, daß Rabbi Schlomo Pomeranz nach dem türkischen Krieg über Nacht sein ganzes Vermögen verlor. Noch und nach blieben die Freunde fort, fein Ansehen sank, sein Laus stand verlassen da. schön rrrch «srrtgsn Zallreu arbeitete stlll der tüchtige, kenntnisreiche Mann wiödSk hökSUf. Die Kurve ging wieder in die Höhe und das alte Ansehen stellte sich wieder mählich ein. Als er einmal durch das Fenster sah, wie frühere Freunde, die sich in der Zwischenzeit nicht mehr blicken ließen, aus sein Haus zukamen, zog er sich in seine Gemächer zurück. Auf den Tisch im Empfangszimmer stellte ie sßsr sirre große GeillbMie Bin. null Darauf umr auf einem Zette! jtt .Atz» SvMMt ja Nicht, UM Mich zu ehren, sondern mein Geld, hier ist es!" Den Schriftvers vrr Hin dsni '»d übersetzte R. : glMeu,(üöKi kann Man braucht, um Auskunft gefragt, nur die Nase zu rümpfen, und man hat ohne ein Wort zu rederr^ einen Wtenschen zn Grunde gerichtet. Ein Chasstdimrabbi deutete witzig das Perek- Wort ^vn mznsn Man „geht" effen. man „geht" dawnen (beten), einen Schnaps ..macht" man. (Schnaos .machen" im ostjüdischen Idiom soviel wie Schnaps trinken). Der Misnaged ..geht" in die Schul. NV1V1 "iViri „wer aber geht und „macht" (nach dem Gebete sein Schnäpschen trinkt), der ist ÄN Vom ostjüdischen MH. Ein Dorfjude kehrt vom adeligen Gutsbesitzer heim mit einem riesengroßen Hund an der Leine. ..Was willst Du mit dem Hund", fragte die Frau srstsullt und oricBrnden Darum eMM Dkr MlWk, was ihm herilö tzögSZUSt stt r „Der Hund gehört natürlich dem Poritz (Gutsbesitzer). Ich Kam heule zu ihm, um das Pachtverhältnis für die ..Kretfchme" (Schankwirtschaft) zu erneuern. Da fällt mich der Poritz. — Du weißt ja, daß er zu Zeiten, so gut wie verrückt ist — an und verlangt von mir, ich mllcllie feinem Duuue DUZ suresm tzMriugrar 3$ wachs erstaunte Augen. UND will illn fragen, wie fo was möglich fei. Er aber läßt mich garnicht weiter reden, schreit mich an, er würde mich auf der Stelle erschießen, wenn ich mich weigere. Tue ich es aber, dann bekomme ich die Kretfchme ohne einen Groschen PoMgeld. Annföglich,.meistte. .er,..sei füx einestJpden ZMSöSaE E empkAMM Mflom-Ze Gefahr erfaßte, kam ich aus den Gedanken, ihm

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