Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 25 (23.6.1927)
- Date
- 1927-06-23
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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GSM 10 SU. 85 Der Israelit 23 Juni 1927 Tage außerordentlich viele Ehrungen und freudige Teil nähme seitens der jüdischen und mchtjüdischen Beoölke rung als auch seitens Bekannter aus Nah und Fern ent gegennehmen. Ihre Frömmigkeit und ihr Gottvertrauen haben sie auch die Gnade Gottes sichtbar erfahren lassen. An UM vkskk lommn mcr Söhne unD zwei TWM neDft ©Qttinnen, Gatten unD zahlmiHen CnkÄkindW» teilnehmen, während eine Tochter in Amerika verheiratet ist. Der israelitische Synagogenchor brachte am Vor abend Frau Landauer ein wohlgelungenes Ständchen Möge diese t"n rvrr sich eines lichtvollen Greisenalters er freuen v~r. Borken (Bez. Kassel), 19. Juni. Im 76. Lebensjahr verschied hier der langjährige G-emerndeälteste Moses (Er macljle [itfj UM f F^flH Schulhaus mit Mikwoh sehr verdient. Felsberg, 19. Juni. Seinen 80. Geburtstag beging am 21. Juni Herr Leoiberg m größter Frische, der lange Jahre das Amt eines Chason und Schachet bekleidet hat. Er ist bei Juden und Nichtjuden in höchstem Mähe angesehen uni» Beliebt. Vermischtes. Berichtigung. Im Artikel „Dr. Wolff Feilchenfeld" in Nr. 24 des ..Israelit" muf$ es auf Seite 3. Spalte 2 in ber oier= Aöhßküß IJäÜÄ BAH llHi^H ilr<!^stg ^er^en: % e s Gsmälh s statt „des Malers". Achtung! Aus Versehen ist wider unsere Gepflogenheit im Sidroarlikcl zu -st nbv des Herrn Rabb. Dr. Michalski in der jüngsten Nummer des „Israelit" einvn? uv stehen geblieben, worauf unsre Leser aufmerksam gemacht werden. Ai fflu Sv, Bum, am eonntns den 13. IM flllw in Franlsurl ll. M. ölNö Sitzung des G^antt-OtZLnisationsvorstandes der Agudas Jisroel-Jugendorganisation statt, die aus allen Teilen des Reiches gut besucht war. In der Vormittags-Sitzung erstattete Dr. Willy Hofmann den Bericht über die Lage der Organisation, die gegenüber dem Vorjahre als etwas gebessert anzusehen ist. Die Tendenz der Arbeit der Geschäftsführung: rueiföftfl d fiüert ^ugsn^> sup Idee zu gewinnen, fand allfelttge Zustimmung. Als nächste Aufgaben der Organisation wurden festgestellt 1. Der Jugend den Gedanken der Notwendigkeit einer Organisation der gesetzestreuen Judenheit in Agudas Jisroel näherzubringen. 2. Die Jugend mit den ethischen Forderungen der Agudas Jisroel vertraut zu machen. 3. (TinritfjliMiQ von WWMMn. Nachmittags wurden zunächst aus chrund von Referaten der Herren Schnerb-Franksurt a. M. und Cori- Hamburg, Fragen der Presse und finanzielle Angelegenheiten behandelt, dann wandte man sich der Besprechung des Verhältnisses der Landesorganisation zur Jugendorganisation zu. Im weiteren Verlauf -es ^Wstg fftzfU NW klMM Bericht von Frl. Fauuy TänM, JraMsurl a. M. vst Frage der Erfassung der weiblichen Jugend eingehend erörtert. Max Gutmann-Nürnberg referierte über die Lage der Westeuropäischen Jugendoerbände der Agudas Jisroel. . Die Uebernahme der Leitung des in Köln 1926 gegründeten Verbandes der westeuropäischen Jugendorganisationen der Agudas Jisroel durch die deutsche AJJO. fand Zustimmung. Schließlich wurde die Einberufung «inetz Bundestages auf den 25. Dezember d. I. beschlossen. Mit Schlußansprachen des Herrn Dr. Hofmann, Frankfur und Leo Munk, Köln, fand in vorgerückter Stunde die Tagung ihren Abschluß. Hamburg. 21. Juni. Es besteht die Absicht, in Arosa (Schweiz) ein rituelles Restaurant zu eröffnen, falls MWM AvnmmÄvunMN kiogchcn- MMkMten möi gen sich Beim Bereut zur Förderung rituelle? Speisshäuser e. V., Hamburg 1, melden. Warschau, 19. Juni. Am^isa touren 10 Jahre seit dem Gründungstage des Waisenhauses des Kriegswaisenfondö der Agudas Jisroel vergangen. Aus diesem Anlaß hatten sich mit den Mitgliedern ver Verwaltung viele Freunhs HMstS gu xstm fchtichlcn SuöWumsfciei versummett. Die hellen und freundlichen Räume waren von den Kindern liebevoll geschmückt; Ansprachen, welche die Bedeutung des Tages würdigten, wechselten mit reizvollen Darbietungen der Kinder, welche ungeteilten Beifall fanden. Besonderes Interesse erweckte eine kleine Ausstellung von Handarbeiten der Kinder (Stickereien und Malereien), die von dem Fleiß und der künstlerischen Begabung der Insassen des Hauses Kunde gaben. AMMNiMtigk man m, Laß m 10ÄsM» schwäch. illhe und kranke Kinder aus zerstörten Häusern und trostlosen Verhältnissen im Waisenhaus Ausnahme gefunden haben, und sieht man jetzt diese Schar blühender junger Mädchen, die durch verständnisroiche und liebevolle Pflege und Erziehung bewußte Jüdinnen und arbeitsame Menschen geworden sind, so darf man dem Kriegswaisenfonds zu diesem Jubiläum herzlichst Glück wünschen. Kassel. 17. Juni. Anläßlich der Wiederkehr des Jahrestages der Kattowitzer Konferenz, wird am 3. Juli ds. Js. in Guxhagen bei Kassel eine Bezirkstagung der Agudas Jisroel stattfinden. Näheres wird noch bekannt gegeben. Min. 17. 3uni. Auf ffiiRla&tms Mt» tUdhlfährtsstelle i» er deutschen H u dem fand im Hause der Jüdischen Gemeinde in Berlin unter Vorsitz von Herrn Rabbiner Dr. Horovitz, Frankfurt a. M., eine Vorbesprechung für die am 22. bis 24. Juni in London stattfindende Internationale Konferenz über Fragen des Kinder- und Frauenschutzes statt. Die Konferenz wird von der „Jewish Association kor the Protec- £1011 of Girls an <1 Women. 45 Greai Prescott Street Loniön E I. BUtfKfUU ötf« Wf ^f{fFf4jHTis nahmen tin großer Teil der von jüdischen Organisationen in Deutschland zu entsendenden Vertreter und Vertreterinnen teil. Zu den einzelnen Fragen der Tagesordnung wurde eingehend Slellung genommen. Sprechfaul. Eine Anregung für die Lhewros Mainz, 20. Juni. Nach jüdischem Brauch werden Dahingeschiedene vom Sterbelager auf ein Strohlager abgehoben. Die Beschaffung des dazu benötigten Strohes wurde in den letzten Jahren sehr schwierig. Sie ist.in Städten, sowie nachts und -an jüdischen und <f^riplicf,en Feiertages, oft Mag unmöglich. Es werden als Behelf meistens gebrauchte Strohhülsen, Holzwolle oder anderes unansehnliches Material genommen. Die Pietät und das ästhetische Gefühl von Hinterbliebenen fühlten sich häufig dadurch verletzt; außerdem aber auch bei Verwendung von losem Stroh, da Treppen und sonstige Zugänge zum Sterbezimmer und auch dieses selbst mit Strohabfällen betreut werden. Das Abheben wird deshalb oft verboten und ist an manchen Orten vollständig abgeschafft worden. Zgs öisfsr MWMve meinen in MMnz eil einiger Jett zweaviMliche Strohmatten m passenden Dimensionen verwendet. Diese kann man auf ein kleines, handliches Format zusammenrollen und bequem und ganz unauffällig zur Gebrauchsstelle bringen. Der billige Preis dieser Strohmatten ermöglicht es, daß bei jedesmaligem Bedarf neue Matten benutzt werden. Es ist sehr zu empfehlen, daß diese Strohmatten allgemein und allermärts zur Verwendung gelangen, und öaß auch aus kriskiW hygiönischän (Mhta Lichtiwditconelle jüdische Brauch des Abhebens auf Stroh beibehalten wird. N. N. *'nb rvwyV r& Man muß sich geradezu wundern, daß man in der Anstellung von Religionslehrern so stramm vorgeht, während man bei der Anstellung des »m» über alles hinrnegichi iinL üsuie als »n'iti» onflsllj, Lie rns-rl enifernl oon der Eignung zu miv sind; fei es, daß dieser Mangel zum Schochetberuf auf den Lebenswandel des Kandidaten, lei es auf die mangelhafte Ausbildung desselben zurückzuführen. Es ist ein wahrer vvn daß Leute als r-niv angestellt werden, die 6 Wochen und noch weniger Ausbildung Nachweisen. Wie da noch von nnvj gesprochen NIMM ttnmj ist rälMNM Es müßte Aufgabe alle? Nabbiuer seiu, zu sütbetu, daß zum onwohne Unterschied ob »mt» im Hauptamte oder Lehrerschoch et nur derjenige zugelassen werden darf, der in allererster Linie einen einwandfreien Lebenswandel und dann auch eine praktische Ausbildung von mindestens einem Jahre Nachweisen kann. Man kann nicht beim Religionslehrer fordern, was man bei der Anstellung des oniv übersieht, im Gegenteil, nr die Anstellurr^ Wtz rnssytigere Fragsn. Für die Anstellung der vmv auch im Neb enamte müßte die gleiche Anforderung gestellt werden wie für die Berufung eines Religionslehrers: der vmv sollte die gleichen Rechte in finanzieller und rechtlicher Hinsicht haben wie der Lehrer. Das Amt der vniv ist in seiner Art ebenso heilig wie das des Jugenderziehers: er muß deshcclb ebenso beroertet und geachtet zoerben. Sind sich die er^en!>ef •nam vniv ’T bv 12 nvv D’am xvn '2 Ben Jakob frankfurter Berichte. Trauerfeier um Rabbiner Dr. Breuer Am 6. Tamus enden die zwölf Trauermonate um den Frankfurter Raw Vst- Aus diesem Anlaß veran- 'taltet die Synagogengemeinde „Israelitische Religionsgesellschaft" am Dienstag nächster Woche, abends 7 Uhr, in der Synagoge eine T rauer feie r, bei der das von Verehrern des Heimgegangenen gestiftete "u entzündet und ein H e s p e d durch Herrn Rabbinatsssessoo Posen gehalten roerden roicd. 2lnc folgenden Leopold A. Epstein Am 1. Juni d. I. verschied unerwartet in Baden- Bade n Leopold A. Epstein, in seinem 83. Lebensjahre. Im Jahre 1872 kam er aus seiner badischen Heimat als strebsamer Kaufmann nach Straßburg t E. und gründete die bis zum Kriegsende weithin bekannte und angesehene Eisen- und Metall-Großhandlung L. A. E p - st e i n. Jnr Lause der Jahrzehnte brachte er diese Firma im Verein mit seinem Sohne, Max Epstein, zu ansehnlicher Blüte und zu der Bedeutung einer der führenden Firmen der Branche in Elsaß-Lothringen. In. rastloser und h lN-g ebung so oll er Arb eit r»e-rbr<l«hte er f<xfi fünf. Dez>ännien tn Lern tl»in llekgeroorEenen ggch dem religiösen Leben lebhaft teilnehmend. Mit 70 Jahren zog er sich von einem reichen, arbeitsvollen Leben zurück, nicht ohne seinen klugen Rat und feine reichen Erfahrungen der Firma weiter zur Verfügung zu halten. Den fast 75-jährigen traf 1919, kurz nachdem er die tteue Gattin verloren hatte, auch die Ausweisung- und er verlegte seinen Wohnsitz nach Frankfurt a. M., roohin sich schon oor bem Kriege die jiirtcjj'te Dtrrtjciratct ik’ö frm ältester Sühn daun auch Wvhu" genommen hatte. Hier fand er gleich, die geistige Heimat, schloß sich liebenden Herzens der Hirsch-Gemeittde an und fehlte fast bei keinem Lernen und keinem Vortrage. Ein aufrechter Mann von altem Schrot und Korn, mit einem goldenen Humor und schlagfertigem Witz, von tiefem Missen und großer Allgemeinbildung, ist er, ein edler en\&l uüL fJ{enfe{ier {f{nf V«hMg^ schritten, um immer wieder dem Leben die besten Seiten abzugewinnen. Daß er es auch in Frankfurt a, M. verstanden hat, sich neue Freunde zu werben, bewies die große Zahl der Leidtragenden an seinem Leichenbegängnis am 3. Juni in Frankfurt a. M. rraxan Die „Jüdische Musikwoche" der Frankfurter 3tife?naft<mafoti 1ltuftfatts|te((ung. Im NaymM des „Sommers der Musik" in Frankfurt a. M. finden kommende Woche verschiedene jüdische Musikveranstaltungen religiöser und volkstümlicher Natur statt. Als Gefangsinterpreten sind u. a. Rahel Ermvlnikow (Berlin) und Oberkantor Alter (Hannover) gewonnen. In den zwei Chorkonzerten am Montag und Dienstag abend im Großen Saalbau werden der jüdische Gesangverein aus München und drei Frankfurter Synagogenchäre auftreten. Cs werden alte GeWge von Rosst mm 1600) lö iueM von mim. ÜSUltatidViVSki, Naumburgöf, BrrUbaum, Dunajewskr unb Scharr vorgetragen. Hort für jüdische TNädchen. In weite Kreise ist bereits der Ruf des von der Jüdischen Frauenvereinigung gegründeten und erhaltenen M ä d ch e n h o r t e s als einer überaus segensreichen sozialen Einrichtung gedrungen; soll er -aber seinen großen Aufgabsn rnsitekhin Wüchk uwta so ist es nötig, daß alle Menschenfreunde tätiges Jnteireffe an ihm nehmen. In schwerster Kriegszeit auf Anregung des Magistrats mit 40 Kindern begründet, betteut er jetzt 100 Mädchen, die unter liebevoller Leitung dreier bewährter Kräftt im Hort ihre Schulausgaben erledigen, kräftige Nahrung erhalten und bei frohem Spiel ihre Zeit verbringen. .. 0inD für Dia laufonöan Mim schon qfdp MM UöliH, so stellen die großen Ferien noch besondere Anforderungen an unsere Kasse. Da es unmöglich ist, alle erholungsbedürftigen Kinder in Heimen unterzubringen, aber gerade diese untere>rnährten Kinder einer Ferienfürsorge aufs dringendste bedürfen, so haben wir seit vielen Jahren für unsere Hortkinder einen Garten gemietet, in dem sie Jidj» den gangen Tag au^aTtenj ^jn kräftiges Mittagessen kommt ans vem „Mölfchm HÄM" und zum Vesper gibt es Kakao und Brötchen. Im Turnanzug werden Luftbäder genommen und allerhand Gesellschaftsspiele stärken den Frohsinn und das Gemeinschaftsgefühl. Bei Regenwetter können sich die Kinder in einer gedeckten Halle aufhalten. Trotz der Schwierigkeit, die Geldmittel hierfür in diesem Jahre aufzubringen, konnten wir uns nicht entschließen, den Kinbern biese Erholung zu entziehen. Wir Mfeit uns ater genötigt, trotchem unfeie jüngster Brief, den wir einer Anzahl unserer Gönner geschickt haben, bereits schöne Erfolge gezeitigt hat, wofür wir ihnen an dieser Stelle unseren innigsten Dank sagen, die breite Oeffentlichkeit aufzurufen, um unser Liebeswerk aufs Eifrigste durch Geldzuwendungen zu fördern. Mit besonderer Freude würden wir es begrüßen, wenn wir durch diesen Appell recht viele neue Mitglt-eber mit s'OöN 3ttl)f,üßiteii»äafi» MMMM mvlm, sillb auch für Eingelbeträge von Herzen banlbar. Gefl. Zuwendungen auf das Postscheckkonto von Frau H. Bestho-- Frankfurt a. M., Nr. 51113 erbeten. Wer sich von dem hohen sozialen Wert unserer Veranstaltung überzeugen und sich eine frohe Stunde bereiten will, besuche unsere Kinderschar im Tivoligarten, LmrnstllSM LüllMOk 291, m stk W von MlstMZ 8 vis ttllchmittllgtz 6 Uhr in vm grostm Mrisn auf-- halten. Er wird dann die Befriedigung mit nach Hause nehmen, durch die Förderung unseres Werks eine überaus wertvolle und segensreiche Aufgabe erfüllt zu haben. Ausflug der Agudas Jisroel - Jugendgruppe. Am kommenden Sonntag den 26. Juni findet ein Nachmittags-Ausflug der Agudas Jisroel-Jugendgruppe nach Seckbach, Lohrberg, Bergen statt. Treffpunkt 2 Uhr am Ostbahnhof. Zahlreiches Erscheinen ist ermünscht. i Agudas Jlsroel-AlädHengrupps. Wir machen hierdurch wiederholt auf unsere gemütlichen Handarbeitsabende aufmerksam, die allwöchentlich M'ttwoch ab 8.30 Uhr abends im Bereinslokal stattfinden. Es ist dort Mitgliedern und Gästen Gelegenheit geboten, sich in zwangloferUnterhaltung über zeitgemäße Fragen und Probleme auszusprechen sowie über Sidro, Haftoro und andere jeweils der Zeit ent-