Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 25 (23.6.1927)
- Date
- 1927-06-23
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Nr. ,25 Her Israeli! i3. Juni 1927 Itttgavn. (iSSItöEäliitüjämmlimg bet Reffet neoiogetl Religionsgemeinde. Budapest, 14. Juni. Die Repräsentanz der Pester neologen Religionsgemeinde hielt gestern unter auherordenttilh starker Beteiligung ihre dissjährigö Gsnsrcllvsrsammluns <zb. Prä- [lllttt Sr. SiefflnErer derer gedachw der im verflossenen Jahve verstorbenen Mitglieder der Repräsentanz und warf einen Rückblick aus die zehnjährige Tätigkeit des Vorstandes. Er schilderte die schweren Kämpfe während des roten und des darauffolgenden weißen Terrors, „der Kämpfe, die wir gleichzeitig für unser Judentum und mm MM imiitsn". unö WH Nit M Worten: „Unsere Rechte, die Lebensadern unserer Existenz, wurden uns genommen, man verspottete unser Judentum, man verhöhnte unser Ungartum, rechtlos und heimatlos wollte man uns machen, aber tief und fest wurzelt unsere Treue in der Muttererde unseres ungarischen 5Baferrant,eS{ unö UNgebeuA M MsM M ffflP Mwußtsöin Unseres Ungartums und unseres. Judentums arbeiten und schaffen wir für Gott und Vaterland." Nun wurde die Tagesordnung erledigt, das Budget für das Jahr 1927 bewilligt, dem Präsidenten und dem Vorstand Decharge erteilt und die Ausnahme eines Amortifationsbarlsyens von einer M illion Dollar Darlehen Dient für folgöndö Jnv-sMsnett: drei neue Tempel, darunter der Heldentempel mit dem Heldendenkmal, das Kulturpalais der Gemeinde, Knaben- und Mädchenschulen, Gymnasium, Ausbau des jüdischen Spitals und der Religionshäuser in den Tempelbezirken. (ITA.) fielen* Stürmische Sitzungen im Warschauer kehillorate. Warschau, 10. Juni. Nach vorangegangenen Sitzungen des Seniorenkonvents und Beratungen der einzelnen Fraktionen wurde am Mittwoch im Plenum über bis bsr R^s-srnng «inzn-?8lk^^8^s Iösn?schrlst tri Satten ^>er S o n n ta J 5f ij | 5 beraten. Obwohl ein fester Mchlutz des Seniovenkonvents vorlag, die Denkschrift ohne Diskussion zu genehmigen, erzwang sich ein Bundist das Wort und verlangte, daß die Denkschrift „keine religiösen Motive anführe" und die Interessen der Arbeiter in keiner Weise berühre. Ihm antwortete S. Fried mann, der bemerkt. in der Denkschrift tn ii f f ctt bie Serben ber frommm fiwUn geschildert werden. Die Durch Die Sonntagsruhe gezwungen werden, in schweren Knsezeiten zwei Tage in der Woche zu ruhen. Ein Redner von den P 0 a le Z i 0 n tadelt zwar die Disziplinslosigkeit des bundistischen Kollegen, der eine Debatte eröffnet gegen den mm§ M gmtQrai ©Dt m llNk iffl Wnzim dätz Hi<th sich „nicht auf den Sabbat versteifen Dürfe." nachdem viele jüdische Arbeiter „lieber den Sonntag feiern wollen." Die Einreichung der Denkschrift wird beschlossen. In der weiteren Beratung des Budget ergreift u. a. Ratmann L e w i n das Wort, um die oppositionelle Stellung -es Agllöll gu tfflUrtn unD zu bwriinm. Mia stch Biß Machthäbz? in her Nemernbe über die Wünsche der großen orthodoxen Minderheit (40 Proz.) hinwegsetzen, zeige u. v. a. das Vorkommnis m der Kinderkolonie, wobei man den von den orthodoxen Ratmännern gewünschten Maschgiach abgelehnt hat und die Kinder in ein Haus, das keine Gewähr für Kaschrus bietet, in Pension gegeben hat. Diese Angaben bestätigt der Vizepräsident Desaia Kofenbaum, Hxjgk Nstmüimcr mm noch aus Bl© Frage drr RäbtzI y erg ehä! ter ein. In der Donnerstagsitzung hält der Wortführer der orthodoxen Fraktion, S. F r i e d m a n n, in einer großen Rede scharfe Abrechnung mit den Liberalen, die die bescheidene Forderung der Orthodoxie, ein religiöses Kura- 3ur Ueberioadpng ber MMll DWUlllkN in Den Lalmuv ThvMEchlllSN zu Wtzsu, bis fttzt noch nicht erfüllt haben. Wenn die orthodoxe Fraktion mit Rücksicht auf die Pehachaktion im April das provisorische Budget genehmigt hat, so muß sie heute, angesichts der Haltung des Gemeinderates in religiösen Fragen diesem ihr Mißtrauen erklären. Er brandmarkt dann die A b l e h n u n g der vorgeschlagenen Gehaltserhöhung der Rabbiner, bie audf MlWklllö iiirtr aufmfit Wrtr autorttat unD ihrem MSönsbö-srs entsprachen!) desollict werden. Empörend sei es, daß die Ablehnung zugegebenermaßen aus parteipolitischen Gründen geschehen ist, nämlich um den Einfluß der Rabbiner zu schwächen. Es sei gewissermaßen ein Racheakt, weit dis »Mi » » zur «Münz W sUtmÄ-n Hebt im Kaschruswesen gebildete Kaschruskommission emgetreten sind. Schlimm., sei es, daß auch die Misrachisten unter Führung Farbsteins^ an der Seite der Bundisten an diesem Feldzuge gegen die Rabbiner teMohtflütt. $5 l^i ÖOtt ZlvlllstMer Söits den Ortho, DDIEn nappllgl man iretcii fei, für die Rabbinergehälter zu stimmen, wenn die Orthodoxie als Gegenleistung für die Keren Hajessod-Beiträge eintrete. (Große Unruhe.) Der Redner erklärt, daß aus all diesen Erwägungen die Orthodoxie ihre oppositionelle Stellung nicht aufgeben kann und gegen das provisorrsche Budget stimmen milfi, o I "'"U! Dis schürft Rede Frredmanns rief die Herrn Farbstein, F e l d st e i n und Micha l e rw-i t s ch 'auf den Plan, die ihren Standpunkt zu verteidigen suchen und sich in Beschimpfungen der Agudasraktion und deren Wortführer im Rate ergehen. ilnetfceufi^eg aus Dam Arbeiterviertel. Warf ch a u, 21. Juni. Es ist tief, betrüblich, aber leider nicht zu unterdrücken, daß hier im jüdischen Arbeiterviertel so -etwas wie P o - grome, ausgeführt von Juden gegen Juden, norgefomme-n find. Schuld an den 23orfom:mni|jen tragen gu keilcu LmMMn und Kommunisten, dis die Träger und Tl unepo: rnrbeiter gegeneinander aufhetzten. So kam es am 13. Jun zu blutigen Schlägereien in verschiedenen Stadtteilen, in der Hauptsache in der W o l i n s k i g a s s e, bei denen es Schwerverletzte gab. Marc spricht sogar von einem oder zwei TM- M Wlm UM glM MM. 0?ÖHU«a zu sch^f. sen. Cs fielen auch mehrere Schüsse. Eine Straßenbahn, in die sich einige Beteiligte flüchteten, wurde zum Halten gezwungen. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen, zumeist sind es Kohlenträger und Fleischergehilfen, alle Juden.. Wie. deprimierend diese Vorkommnisse auf dis besserst! Tsi-ls derjübifcfjert aSennlfe» "uns iüirLn, IrauJft rtrrfft erp gff^§£ M OJCtDtTl. SM* leiöjt gehen Den Massen endlich darüber die Augen auf, wohin die destruktive Erziehungsarbeit der Linksparteien führt. griffs gegsrr dis jübifche Scyälytmet^obe kmkien. Angesichts der Wirtschüftsnot der Juden in Pol e n wurde ein Komitee gebildet, das die Aufgabe übernahm, an die jüdischen Gemeinden zur Hilfeleistung für die polnischen Juden zu appellieren. Der Bericht bespricht di« der Juden in Rumänien, Ungorn, Palästina und' Psrsrstr. Der Weinberg'sche Niedertegungsapparat. i London, 17. Juni. Der Herausgeber des englischen „Beterinary Journal",. Prof. Frederick Hobday, veröffentlicht im „Jewish Chronicle" ein Schreiben, in dem sich in märmfier SfnerlMUMst ÜDZ? STteDerfegungs'cipparat ausspricht und es für unbegreiflich erklärt, daß irgend eine verantwortungsbewußte Körperschaft die Einführung der" Weinberg'schen Maschine verhindern oder erschweren könne. Die Vorteile dieses Apparates feien nicht nur dem. Tierarzt, sondern auch dem Physiologen, ja. jedem eini- MMSkkN erfaömit 2qior 8D &;;; dn^&nü, Die Einführung des Apparates fei geeignet, jeden Vorwurf gegen die Methode .des Niederlegen-- vor dem Schächten zu beseitigen. Ein Work der Versöhnung. Warschau, 16. Juni. Hsnts farrb bis feierliche Grundsteinlegung |ÖT -gs mjchc Nat'ional und MilltärMuseum statt. Das in riesigen Ausmaßen geplante Gebäude wird erst nach drei Jahren beendet fein. Die erste Ansprache hielt Kardinal Dr. Kakofskr, die zweite der Stadtpräsident Ing. Jablonski, die dritte Rabbiner Perlmutter, der an kM MMMtM tßiRM Mlun, Ui ästigen War, schauer Rabbiners M e t f e l s, erinnerte, der ihm — als er, Perlmutter, noch ein Jüngling war — sagte, er werde noch einmal die Unabhängigkeit Polens und das Aufblühen dieses Landes als mächtiges Reich erleben. Diese Prophezeiung, sagte Rabbiner Perlmutter, ist nun in Erfüllung gegangen. Die Unabhängigkeit und die Blüte PofiTtöfn lytkii ausDrutf in Der höllMM Fsise. U üiä« BllfßH tuzltonaUs Museum auszubauen. Er wünsche dem Werke Erfolg und gebe ihm seinen Segen. Die Rede des greisen Rabbiners machte auf alle Anwesenden starken Eindruck. Wiederherstellung der Autonomie der jüdischen Gemeinden in Voten. « *■ f 4 15 H ) SO; SUM: In Der letzten Sitzung des Ministerrates wurde dem Gesetzprojekt wegen Ausdehnung des bekannten Dekrets des Marschalls Pilsudski bezüglich der Wiederherstellung der Selbstverwaltung der jüdischen Gemeinden auf alle Teile der polnischen Republik mit Ausnahme der Wojmod^ Mittn vßüföTl, (SjflCftfiitü un^ iJJomereßen Laut bi'efem Dekret muffen sich die Selbstverwaltungen der jüdischen Gemeinden bis zu einem Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes konstituieren. Cngland. Vom Jewish Board of Dsputies. «8© D O TI , IT. Suni Der Jewish Board of Deputies hat soeben seinen Bericht für das Jahr 1926 herausgegeben. Es wird in dem Bericht zunächst festgestellt, daß die Kundgebungen des Antisemitismus in der Presse und die An- Keine Gefahr eines Schächtverbots in England. ts, Hum, Herr Samuel Finburgh, Mitglied des Unterhauses, teilte heute der Jüdischen Telegraphen-Agentur mit, daß für England keinerlei Aussicht besteht, daß ein Gesetz angenommen wird, das das betäubungslofe Schächten nach jüdischem Ritual verbietet. Bekanntlich hat der fr-ühsr« Mirristsr für ßctnbtuirtjci^a aSuglPH) IMß Bill wonach in allen chMMchs» Schftchthällftrn das Schlachten ohne vorausgegangene Betäubung verboten fein soll. Buxton weigerte sich, eine Klausel in die Bill aufzun-ehmen, daß für Angehörige der jüdischen Religion eine Ausnahme bestehen soll. Herr Finburgh hat nun mit Vertretern aller drei lln- UsUllAff. unö Msz l\m, Mjg sffö Pärtscsn b'e Vuxton°Bill abtehnen wMen, wenn für die Anhänger der jüdischen' Religion keine Ausnahme gemacht werden sollte. Diegleiche Versicherung gaben auch diejenigen Unterhausmitglieder ab, die bisher die Buxton-Bill direkt unterstützten. Die SchSchlftage in* Norwegen O slo, 20. Juni. Der englische Board of Deputies und die Anglo-Jewifh- Affociation haben an die landwirtschaftliche Commission des norwegischen Sto-rthing im Hinbkick auf bsn tyieroor* KEQßnDßS SInt"*s ÄUIfÜWWkS Schreiben gerichtet, worin namens der englischen- Judenheit um Berücksichtigung der jüdischen Schlachtmethode gebeten wird. Das Schreiben weist einleitend darauf hin, daß stch die Unterzeichneten Organisationen der Verpflichtung wohl bewußt seien, sich der Einmischung m innere Angelegenheiten eines fremden Staates za <mi, Dflltcn, Dflü Diß jiiDiffDö ä ch im usrmüge ifyYfft reUgröfen Charakters jedoch keine Angelegenheit Mes einzelnen Landes fei, sondern die religiöse Ehre der Judenheit berühre. Gegenüber der in Norwegen immer wieder auftauchenden Behauptung, die Schechita habe keine religiöse Bedeutung und trage für die heutigen Juden keinen verbindlichen Charakter mehr, überreicht das- Schreiben eine vom Chief Rabbi und dem gesamten ^k?riff HUMitfÄ Mönmfl UmrMk W^rLui.-.. »Dre Schechrt« ist eine Vorschrift des göttlicherr Gesetzes. Sie ist durch alle Jahrhunderte hindurch von den Juden beobachtet und wird bis auf den heutigen Tag von der überwältigenden Mehrheit der Judender ganzen Welt als religiöses Gebot beobachtet. Die Ve- [tiTnn™ngfn Bieres Mimen MMm finö um üü. DlMönkljchSll Zeiten ubeclxe^evt und sie haben neben anderen Zwecken die Sicherung eines schnellen und" schmerzlosen Todes für das Tier im Auge. Jede andere Methode außer der vorgeschriebenen Schechita macht das Fleisch für den jüdischen Verbrauch unbrauchbar. Staatliche Vorschriften, die in diese Verstimmungen eingreifen, würden daher den jüdischen Bffsgxsff öik srüllfamstm StfmnßFigfÄH „u fföllöll, illdölli sie rhrie Tewlsftnsfreiheit verletzen. Men Akt religiöser Verfolgung, dar." Das Schreiben führt aus, wie sehr ein Schächtverbot den demokratischen Traditionen des norwegischen Volkes widerspreche und wie sehr es auch im Widerspruch