Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1927-06-23 · Heft 25 (23.6.1927) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 25 (23.6.1927)
Date
1927-06-23
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2446951-2450442-2450467--74130-2531582
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Ter Israelit Nr. 25 Seite 7 23 Juni 1927 _■_wurde anerkannt. Für die Frage der Doppelbesteuerung wurde eine gesetzliche Regelung für notwendig ge- IjOlfeiL MUvlgWNslllM fcf Hssatungeri bildet bU von Öen Gemeinden immer wieder dstdtttö NottvkNNWeil bei Erfassung solcher Gemeindemitglieder, die zur Einkommensteuer gar nicht oder in einem Umfang herangezogen sind, der ihrer wirklichen Leistungsfähigkeit nicht entspricht, von Geschäftsführern einer G. m. b. S)., Direktoren einer A.-G. u. a .Cs werden verschiedene Wege und Möglichkeiten zu ^!ner äüMichönNn HMnziWiig Mscr KMfk zur Kultussteuer erörtert. Bevor jedoch den Gemeinden Vorschläge gemacht werden, soll eine Fühlungnahme mit dem Ministerium stattsinden, um festzustellen, welche Statutenänderungen dortseits Aussicht auf Genehmigung Haben. Ei» nettes Altersheim. Berlin, 20. Juni. Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden schreibt uns: In Landsberg (W.) wird noch in diesem Jahre ein neues und nach modernen Grundsätzen eingerichtetes, rituell geführtes jüdisches Slltcrs^eim -eröffnet. Als Inf affen kommen Psrsmm aus öm Provinzen Brnn^nüar^ uni» Er4»z. mark, den abgetretenen Gebieten, aber auch aus Berlin in Frage. Auch aus anderen Bezirken ist der Vorstand bemüht, soweit der Platz reicht, Ausnahmen zu ermöglichen. Es ist aber für Anmeldungen -dringende Eile geboten. da die zunächst zur Verfügung stehenden 42. Einzelzimmer aller VoräüZW WM NW W » den. Hingewiesen sei nur noch darauf, daß die gesamte Unterbringung, Verpflegung und Lebenshaltung allen Ansprüchen gerecht werden will, und daß das Heim eine überaus behagliche Ruhestätte bietet. Anmeldungsgesuche sind sofort zu richten an Herrn Rabbiner Dr. Martin CslsmonLki, Min W 10. MlMkM. LS,?ff «lsdann die näheren Aufnahmebedingungen mitlelll. (Die Oeffentlichkeit sollte zunächst erfahren, welcher rabbinischen Stelle die Verantwortung für die rituelle Führung des Altersheimes obliegen wird. Red.). Ein Konflikt in der Hamburger Gemeinde. H a m 6 u r ß , 17. Juni.. Aus der letzten am 29. Mai slatlg^sundenen des Reprässntantenkollegiums der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg verdient ein Punkt das Interesse der breitesten Oeffenilichkeit, da er die Situation der prinzipientreuen Orthodoxie in Einheitsgemeinden schlaglichtartlg beleuchtet. Es handelt sich um die die Hamburglsche jüdiW Wtt Mi) liööF SIMM Mr NWfii; gende Angelegenheit der orthodoxen Mädchen-Realschule Bieberstraße. Diese Schule besteht schon seit über dreißig Jahren. Sie ist völlig unabhängige und ihren Vorsitz hat laut Statut der jeweilige Oberrabbiner des Synagogenverbandes. Infolge der wirtschaftlichen Krise, die den DrtDDDDItn MllWM ljctrt *?ai' *ann die Schule seit etwa 2 Jahrs» ihren Etat aus ven Schul', geldeinnahmen allem nicht decken. Als sie sich vor etwa 2 Jahren an den Synagogenverband als den orthodoxen Kultusverband um Subvention wandte und diese erhielt, haben die Gemeindebehörden hiergegen Protest erhoben mit dem Hinweis darauf, daß das Schulwesen nach den Statuten der Gemeinde zu deren Fürs * r g«0 4 & i i I a a l ö? .0, mid W tBomtinBt autfrotrm gewesen wäre, unter vollster Wahrung des orthodoxen Charakters der Schule, diese lebensfähig zu erhalten. Als daraufhin das Kuratorium der Realschule sich für das Schuljahr 1926 an die Gemeinde um Subvention wandte, verlangte die Gemeinde, bevor sie der Subventionsfrage nähertrete. Verhandlungen darüber, ob eine Verfchrnel- Wug tar»ii U üiu iiii Mmsinvö rnilQii haltenen Mädchenschule, die eine gehobene Volksschule ist, möglich sei. Die Gemeinde wollte zusichern, daß d i e zu vereinigenden Schulen orthodox gesührtw erdensollten, und daß die L e h r k r ä f t e verpflichtet werden sollten, in Lehre urtö. fi e 6 e n auf bem Boden d e s Schulchan Aruch SU st^h?n. luraiorlum Ur VllNWgßL HöklMl den Standpunkt, daß diese Zusagen nicht genügten, vielmehr eine Instanz geschaffen werden müßte, der die Entscheidung darüber zustehe, was als o r t h o d o x anzusehen sei, und schlug als diese Instanz den jeweiligen Oberrabbiner des Synagogenverbandes vor. Auch über diese Frage war man bereits in unverbindlichen Besprechungen ünsAlNMv Zll mr MUMM mimi als Die MMiiMbehörden plötzlich an das Kuratorium der Schule das Verlangen stellten, auch Kinder solcher Mütter, die nicht nach den. Vorschriften des Schulchan Aruch in das Judentum ausgenommen worden sind, in die zu vereinigenden Schuten aufzunehmen, und diese Kinder an dem jüdischen ä^?iltz!>?nsunterrk«hl, BlH, igilllöhnlkn zu lassen. Das Kuratorium dev Bieberstratzenschllle hat dieses Ansinnen abgelehnt, darauf hat der Gemeindevorstand die Verhandlungen als gescheitert abgebrochen und hat erklärt, da die Verfassung der Hamburger Gemeinde derartige Kinder als Gemeindeangehörige betrachte, s o m ü | | e . b e i c i p» m W t b -e r ft r e t t zwischen Ge - tiisindevsrfckssung und Schul^vn die Gemeinde der erste ren den Vorzug geben. Die Woche- Berlin. Ein Juristen tag des Zentral v e r e i n s ist hier zusammengetreten, der sich insbesondere mit aktuellem Material aus Breslau und Oberschlesien befaßte und über die Wege der Abwehr beriet. Näheres wird noch berichtet. — Die Deutsche Stgo für Menschen - *e4U häl litt) MlUWMWlTiMlM eine Denkschrift überreicht, die den Titel „Acht Jahre politische Justiz" führt und in welcher auch die Fälle antisemitischer Justiz behandelt werden. Eingehend geschildert werden die Fälle Haas- Kölking in Magdeburg, L o e b in Thüringen, Fechenbach in München u. a. m. ©orfmutib. 3n Dortmund wurde Bei der Einweichung der ( «41 ö iöl! 8) h L1 ein Vortrag über die Bibliothek in Ierufalem von Prof. Dr. Heinrich Löwe, Berlin, gehalten. Danzig. Zum Rabbiner in Danzig wurde der jetzige Rabbiner von Frankfurt a. O., Dr. Iwan Grün, gewählt. Wien. Gemäß einer Meinungskundgebung der israe- IMWll KNW^gemeinde unterließ die österreichische JnDrnhm jede Huldigung für L e v i n s. Einzig die H a k o a h beschloß, Levine eine Ehrenflagge und eine Begrüßungsadreffe zu überreichen. — Der Deutschösterreichische Turnbund erließ einen Aufruf an die Bundesmitglieder, sich an dem Empfang d"r amerikanischen Flieger in keinerlei Weise zu beteiligen, da 1. Amerika gegen die Mittelmächte Krieg geführt bat und 2, -einer lil? ^-lilMV. fl ß D I H ß, Jude ii st. — Die Ausschreitungen an der Universität wiederholten sich auch in den letzten Tagen. Der Universitätssenat behält sich weitere Maßnahmen vor. — Das Wiener Landesaericht verurteilte einen Mann wegen eines Einbruchdiebstahls in einer Wiener Synagpcje?p einem 3al)r fchrneren Kerkers. VÜavichou. Der üliestc Mann in flarfc dieser Tage in P e t r i k a u mit Salomon Blatt, der ein Alter von 113 Jahren erreicht hat. Vrag. Aus dem jüdischen Friedhof zu S t r a s ch n i tz bei Prag wurde ein Denkmal für die im Kriege gefallenen Juden enthüllt. Lemberg. Auch hier fanden studentische ^£mPTT|traüonen patt, bie tn. schroere Ausjlhremmmn gegen jüdisch? ^affanlen ausarletsn. Kairo. Der frühere Finanz- und Berkehrsminiister Aegyptens. Joseph Eattani Pascha. Präsident der Jüdischen Gemeinde von Kairo, wurde zum Vertreter Aegyptens auf dem im September in Rio de Janeiro tagenden Handelskongreß der Parlamentarier bestimmt. Jaffa. Der jüdische Fuhrmann Ehuna Votner aus Tecuci erbte von seinem in Ame- »to oMomiM BriiDrr ein Strmogcn «bh 25 Mll'iottött Dsllsv (5 MiMarMn M). In der Repräsentantensitzung, die zu diesem Fragenkomplex Stellung zu nehmen hatte, erklärte überraschender Weise Dr. Lanzkron, ein sonst im Privatleben streng ge- MMlMr NMMMM .m DtC MlliWMlM memdevorstandes gu öilligen fei, da diese duvch 1U Wkfassung der Gemeinde längst in diesem Sinne entschieden sei. Auch der Zionist, Dr. Kalmus, der sich mit Vorliebe als konservativ bezeichnet, erklärte, daß die diesbezüglichenVorschriftendesSchulchanAruch für ganz andere Verhältnisse zugeschnitron fciion unö für Deute nUDfmf Dr ynßien- Er zog die Verhältnisfe an der Talmud Thovä Kttabs«- Realschule heran und meinte, daß, wenn diese Schule den Prinzipien des Kuratoriums der Bieberstraße folgen würde, die Gemeinde die namhafte jährliche Subvention auch dieser Schule entziehen müßte. Demgegenüber legten die Repräsentanten Dr. Spitzer und Schloß dar, daß if? ftt?? S’ff sdtzltzb Söerfatp b-er Verhandlungen gezeigt wir vrcht ivas SuratDrium Der MeBersiratzenschul? gehandelt habe, indem es auf Einsetzung einer festen In- Seidenu. Garn-Handelsges. m. b. H. 47 BleidenstraOe «7 (früher; Grosse Eäefienheimersirasse 4) SPEZIALHAUS in Näh- und Stick-Seiden Handarbeits-Garnen jeder Art slanz gali^pstalion m WulAn 2lrutD gsfirun^^ habe. Mit ihrem jetzigen Derlangen verleugne die Gemeinde ihr eigenes Angebot. Kinderaus derartigen Mischehen werden von derHamburgischen Orthodoxie schon seit jeher nicht als Juden anerkannt, was daraus schlagend ßrD'ßl'lt,.DQi Der ©Dn«8»s?uT€r&wnb fei nen Mohelim auf das alleestvengsts vsr« biete, an Knaben aus derartigen Mischehen dieMilozu vollziehen, obgleich dies einen religiösen Verstoß bedeuten würde, wenn die Kinder auch nur im mindesten als Juden zu betrachten wären. Andererseits stehe fest, daß es religionsgesetzlich für die Lehrer ein Issur sei, jüdischen Religionsunterricht an Personen, M als Richijndsn «»erL-n^ 4ri4il4H. Wenn daher die Gemeinde konzediert habe, daß die Schule, entgegen dem fonsttgen religiös-neutralen Charakter der Hamburger Gemeinde, im orthodoxen Sinne geführt werden solle, so schloß dies ohne Weiteres die Konsequenz in sich, daß Kinder aus derartigen Mischehen yyn relißiisz» Uistöi-kichi ausgösWW seien. Mly mehr sei es ein Unding. Lehrkräfte auf den Schulchan Aruch zu verpflichten und andererseits ihnen zuzumuten, in diesem Punkte gegen den Schulchan Aruch zu handeln. Uebrigens feien aus der Gemeindeverfassung Bedenken irgendwelcher Art nicht herzuleiten. Da Die Domfiuroir ©emeinDe nach chm DflVnm™ <stirwEtur feine Kultusgemeinde, sondern eine r L l i g i ö S -» e u -i träte Wo hlfahrtsgem ei nde fei, so sei die Regelung der Gemeindeangehör-^eit in der Gememdeoerfassung vom religiösen Standpunkt völlig gleichgültig. Wenn jedoch die Gemeinde daran gehe, ein anzuerkennendes orthodoxes Schulwerk mit orthodoxen Lehrkräften zu schaffen und an dieser Schule Religionsunterricht in streng gesstzeskreuem Sinne erteilen zn lassen, so sei riiäji llMJlL sehen, wieso zu diesem streng orthodoxen Religionsunterricht auch Kinder zugelassen werden sollten, deren Teilnahme eben dieses orthodoxe Religionsgesetz verbiete. Beharre die Gemeindebehörde aus ihrer Forderung, so bedeute das das Eingeständnis, daß die Hamburger ^TO^lnUnii)! fßi. 0in in je Der Beziehung orthodoxes Schulw>erk zu unterhalten, das von den Lehrkräften keinerlei Gesinnungsopfer fordert. Zumindest habe dann jedoch die Bieberstraßenschule einen Anspruch darauf, ebenso wie die sonstigen in Hamburg bestehenden, m Cer MmeiM aaaWWM ent. sprechend ihrer Bedeutung U»d ihvöv SchÜlökZllW, ßUlß Subvention zu erhalten. Die liberale Mehrheit des Repräsentantenkollegiums, die sich befchämenderweise auch durch gesetzestreue Stimmen verstärkte, — ein Mitglied des Achduth und ein Mitglied des Misrachi stimmten, im Gegensatz zu den übrigen Herren dieser Richtungen, mit den Liberalen — lehnte jedoch auch eine Subvenl> L ix ort erb. Gestenreich. Me man internationale Erziehungsarbeit leistet. Wien, 17. Juni. Die „3icuc Freie Presse" meist aus einen Artikel der HllNMr ZöllllNg „BllNrNnD"' hin. Dir Nr BxrNnitznns „Niederland-Oesterreich" stark angreifi, weil diese Werbeschriften des „Oesterreichischen Touristenklubs" weitergegeben habe. Der OesterrÄchische Touristenklub, schreibt das Blatt, wendet sich mit seiner Werbung an alle niederländischen Freunde der Bergwelt Deutschösterreichs. Auf bemplben ©cprpipücf forme man ober lesen, daß für den Beitritt Der NachwM Der nriWen ADswmnmng nvW sti, Die Verbreitung einer solchen Schrift wird auf das nachdrücklichste verurteilt und als eine Beleidigung weiter Kreise des niederländischen Volkes bezeichnet. Die Vereinigung „Niederland-Oesterreich" beeilte sich, in einer Zuschrift an das Blatt festzustellen, daß sie in Unkenntnis des Textes die Aussendung durchgeführt habe, und daß str das Ä?sch?h?n^ «»f? Iressls belauere.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.