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Der Israelit · 1927-06-16 · Heft 24 (16.6.1927) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 24 (16.6.1927)
Date
1927-06-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
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SftlS9 71b 81 benachbarten Kolonien der Fall war, ohne daß diese sich zu entwickeln ausgehörr haben. Die JCA ermutigte die Kolonisten, indem sie auf alle Zahlungen verzichtete, und größere Summen zur Verfügung stellte. Die Kolonisten habn von den je 75 ha nur 40 bearbeitet, man könne also nidtf [a,ge.n, daß sie Kll menig Qanb traben. Aue Anzahl Kolonisten schenk Mö Anstrengungen des Getreideanbaus und widmet sich der Viehzucht, wozu weit mehr Boden erforderlich ist. Das Ziel der JCA ist aber nicht, jemandem zu Reichtum zu verhelfen, sondern — im Sinne des Vermächtnisses von Baron Hirsch — ihren Schützlingen die Möglichkeit einer Existenz durch MM zu vmAMN. MMß KollmWn, Ma ftllpr ihren Boden verliehen, bitten jetzt die JCA-Verwaltung, ihnen die alten Grundstücke wiederzugeben. In keinerlei Hinsicht sind die Montefiore-Kolonisten ärger gestellt, als die benachbarten Kolonisten, die infolge ihrer Arbeitsamkeit und rationellen Bodenbearbeitung gute Resultate erzielen. In finanzieller Hinsicht ist die Lage der Mant-fiare-Kalonisten pgar sM Wklk: M WM also kein Grund, onzunehmen, daß die Kolonisten, die ernst arbeiten wollen und den von der JCA gestellten landwirtschaftlichen Sachverständigen folgen, nicht zu ebenso guten Resultaten, wie die jüdischen Kolonisten in den anderen Kolonien kommen sollten. Dersi««, Gefährliche Zustände in Persien. Jerusalem, 1. Juni. Aus Persien kommen erschütternde Nachrichten über die Gefahren, denen die jüdischen Bewohner dort ausgesetzt sind. Ein jüdischer Hausierer wurde im Dorfe Kusara Abat von zwei Berufskollegen überfallen, getötet und ausgeraubt. Einer der'Mörder wurde aufgegrif^n und verkam, mi miß) mm M mit B o - Iobiguttg entlassen, als ein Held, der einen „Ungläubigen" getötet hat. Ebenso gut schnitten andere Mörder ab, die in der Stadt Hamadan (im alten Schuschan) am hellichten Tage im Zentrum der Stadt einen jüdischen Kaufmann umbrachten. Eine Witwe mit mehreren Kadern, beren 2Kann und sstis gMU Ml UM'- kamen, traf dieser Tage, bar aller Mittel, tn Jerusalem ein. Die Juden in Persien sind auf diese Weise für vogelfrer erklärt. In Teheran und Hamadan haben die Juden beim Eintreffen der Mordnachrichten zum Zeichen der Trauer einen Tag ihre Läden geschlossen. Die Telegramme an die Regierung und an den jüdischen Abgeordneten im Parlament gu ^lÜll^ll CT* folglos. Prozesse in Jerusalem. Jerusalem, 1. Juni. Bor dem Kreisgericht zu Jerusalem wurde über die Kompetenz des O b e r r a b b i n a t e s in Vormundsfachen verhandelt. Das 06«rra&Wmjt l^atie aus «itj>entr Machtvollkommenheit einen Vormund eingesetzt über die Nachlassenschaft eines buchavischen Mitgliedes, obwohl die Witwe des Verstorbenen seit 12 Jahren Haus und .Geschäft bestens verwaltet. Die Witwe wurde dabei nicht einmal gefragt. Auf Antrag des Advokaten S. mipvad,il vcr die MxsMN m Mau mrMl. hob ölltz Gericht Ns Maßnahme des Oderrabbmates auf und ernannte die Witwe zur Verwalterin des hinterlassenen Vermögens. Der vom Rabbmate ernannte Vormund hat die gesamten Gerichtskosten zu tragen. Ferner hatte das gleiche Gericht sich mit einer Mitgiftsache zu befassen. Herr R. verklagte seinen Schwiegervater, Herrn L„ auf Auszahlung der ihm »erssikflHenell un& nicht ««sg-e^gn Milgisl DDTL Lst. 100.—. Der Nechtsvertköter des Beklagten suchte die Zuständigkeit des Gerichtes zu bestreiten und nachzuweisen, daß Mitglftsachen in die Kompetenz des Oberrabbinates fallen, während der Vertreter der Gegenpartei der Meinung war, daß Mitgift eine reine Geldangelegenheit sei und vor die zivilen Gerichte gehöre. Das Gericht erklärte di- ^ustäudlgr^r KxZ ©ErtfÜ11§ für MitgiftssurdsrunZ sn. Das Urteil wird später gefällt werden. Ein Briefwechsel zwilchen den Oberrabbinern und der zionistischen Exekutive. Jerusalem, 1. Juni. . Ern tniereffanter SSniefTued^I grvffchsss Jfjj Ukrn Kuck und OacoD IDletr mm der sittM Seite und der Zionistischen Exekutive von der anderen Seite über _9er tatl\t Fragen der Religiosität in Palästina fand hier statt. Die Oberrabbiner klagten, daß ein Teil der Bewohner der Kwuzoth öffentlich den Sabbat entheiligt, ritualwidrige Speisen genießt und am Pehach Gesäuertes ißt. Die Woche. Berlin. Der deutschvölkifche Schriftsteller Fritz Majewski, unter dem Pseudonym „Lauterer" bekannt, würbe »am Aeniralaerein ffißQMl ßiESI (ÜSMchlss, ln hem?r den jüidl' scheu Gottesbegriff verunglimpfte, auf Gotteslästerung verklagt und vom Schöffengericht Charlottenburg zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Essen. Man bittet uns, zu berichten: Am 22. Mai fand in Esten eine Versammlung der jüdisch-neutralen Turn- und Sportvereine („Vintus"), statt, die den Zusammenschluß der bisher bem „Vintus" ange- HMoniün SiüMiiw mit sämtlichen 2portgrupr pen des R. j. F. in Westdeutschland brachte. In dem Gebiete von Hamm bis Trier sind nunmehr etwa 25 jüdische Turn- und Sportvereine und Gruppen mit etwa 4—5000 aktiv Sporttreibenden in einem Verbände zusammengeschloffen. Wien. Eine von verschiedenen Richtungen besuchte Massenversammlung, auf der als Hauptredner Oberr-aM». Chajos wnb Bf. 8 ß P W fl i t n mtrfleri, ktNc NcsllluHon an, in der gegen die Iudenverfolgungen in Rumänien Protest eingelegt wird. — Studentenunruhen an der Universität, die sich gegen Sozialisten und Juden richteten, führten neuerdings zur Schließung der Universität. Durch Aufhebung der Autonomie wird ermöglicht, gegen die Haupträdelsführer strafrechtlich vorzugehen. Jerusalem. Mit der Ausgabe der neuen Postmarken mürbe am il. Juni teflDIUin. Bia Allsschriften sink m Hebräisch. Arabisch und Englisch gehalten. Eine Ausgabe trägt das Bildnis des Ratz e l g r a b e s. — Vor dem Haifaer Gericht beginnt der Prozeß gegen den arabischen Agitator W a di e - e l - V ust a n i, der die von der P a l est i n >e Iewish Colonisation äf f f ö 3 i o H o n angelegten ]J[jj t^ilfe «nberer Araber auf eigene Faust ausrottete. — Oberrabb. Kuk richtete ein Schreiben cm Oberrabbiner Zirelsohn in Kischinew, in dem er ihm für sein mutiges Verhalten im Kampfe um das jüdische Recht in Rumänien den Dank der heiligen Stadt ausfprach. — Die litauische Regierung Hai den früheren Minister für jüdische Angelegenheiten, De. S. Rasen bäum, sxff MWll Wh.' r*n tu ^el-Arotto icQt, zum Göverulkons u l in Palästina ernannt. — Zaki Hadeff, ein sesardischer Jude, wurde zum Bürgermeister der Stadt Tiberias ernannt und an die Spitze des neugewählten Gemeinderates gestellt. Triest. Wie auf einer Studentenversammlung in Florenz bekanntgegeben wurde, studieren zur Zeit auf italienischen Universitäten, einschließlich der neuen Provinzen Italiens, über lOOO Juden. Conbon. M 11. verftarö. §§ Safjre alt, Lord Louis Samuel Montagu Swaythl i n g. Er war bis vor kurzem Präsident der Föderation der englischen Synagogen und zählte sich zu den konservativen religiösen Führekn. Moskau. Unter den 20 Hingerichteten Personen befindet sich «in Jude namens MlMM ® u r iß m i H 4 Es an AttMaisversuchen gegen Volkskommissare beteiligt gewesen zu sein. Sofia. Vor kurzem hieß es, die jüdische Gemeinde von Varna sei aus dem bulgarischen Gemeindeverbande ausge-chlosten worden, weil sie gegen den Beschluß des Gemeindeverbandes den Beitrag zum Keren Hajestod verweigert hätte. Die Zionistische Organisation in Bulgarien in Gemeinschaft mit der Leitung des ZMMMUMZ ttflQTt MM gspnüöcr, lmA die GöMöMN Durna Übsi4ies auch ablehnte, die Autorität des Konsistoriums anzuerkennen. Immerhin bleibt die Tatsache bestehen, daß das Konsistorium den Gemeinden die Keren Hajestodbeiträge zur Pflicht macht und so manche Gemeinde in Gewissenszwang bringt. Budapest. Nachdem vor einiger Zeit die rassenschützlerischen Blätter „A Nep" und „Szozat" unter Zurücklassung nort Schulden einga^en fflllltSn, hat ftsstsn atxAj LlgÜN des rmgarffchen Anttsemittsmus, „Magyar Ujsag", sein Erscheinen eingestellt. Die Zionistische Exekutive als die Verwalterin von Ksren BaMfflö UÄ Jten pik Me Wauf zu sehen, bah diejenigen, dir aus dem Dolksboden des Keren Kajemeth leben und vom Volksfonds Keren 1b. Juni 1927 Hajestod gestützt werden, die Gefühle des Volkes achtem sollen. Die Zionistische Exekutive erwiderte, sie stimme „prinzipiell" den Forderungen der Rabbiner, besonders hinsichtlich der öffentlichen Sabbcit-EntHsilrgung, KU, jeboc^ HlÜfli ütan moral Mittel zu wirken versuchen. So hätte der Zionistische Kongreß auf Vorschlag des Misrachi ein spezielles Budget für religiöse Bedürfnisse in den neuen Kolonien geschaffen. (I. T. A.) Vor dem Inkrafttreten des neuen patäftinenfiföen Jerusalem, 6. Mai. Das neue palästinensische Gemeindegesetz ist, dank der Wachsamkeit der Orthodoxie, bei der Vertretung ihrer Forderungen noch immer nicht in Kraft getreten. Aber es scheint, daß der Termin seiner Verkündung doch nun nahegerückt ist. Soweit man den allmählich durchntrcrnoin MUHlm ijtaito wf, f^y Uf b« Gesetzenttours völlige Freiheit d e r G « m«i n hebt ldung bringen wird, so daß neben der öffentlichrechtlich anerkannten Gemeinschaft des Waad Leumi so viel unabhängige, von jeder Steuerleistung befreite Kehilloth sich bilden können, wie sich Persönlichkeiten finden, die an der Bildung solcher Kehilloth mit der genügenden Enssgik istMksslM linü. llno'Qfirötß MösW Pai-Mken, die für die zionistischeu und nationalistischen Politiker noch viel weniger erfreulich sind als für dre Orthodoxie, begreift man den Sinn des Appells, den „K o l I i s r o e l " , das Organ der palästinensischen Orthodoxie, in letzter Stunde an die Einsicht der zionistischen Politiker richtet. Es heißt in einem Artikel, der unter der Ueberschrift „D i e Lehren der S t a d t r a t - magren" im „Kos WMl" MUMl. u. ü. M slltzl! „Unsere zionisttschen und nationalisttschen Brüder o>erlangen unausgesetzt die Einheit nach außen und beschweren sich über das in Agudas Jisroel organisierte orthodoxe Judentum, weil es sich angeblich die Zerstörung der einheitlichen jüdischen Plattform nach fllljpn ^um Programm pmaÄjt trat. Run Huk Ne Luge bei Gelegenheit der Stadtratswahlen erwiesen, daß die Aguda in äußeren, realen Dingen die Einheit zu schätzen weiß und bereit ist, für sie alle prinzipiell möglichen Opfer zu bringen. Möchten doch unsere zionistischen Brüder daraus lernen, daß die Absicht der Agudas Jisroel und der orthodoxen Gem.einds in 3ßrilfU£0!M HUü ist. ÜÄ aller Qßcidji farnyhl das QUÖCH» tum als Den Frieden in Jisroel aufrecht zu erhalten. Wenn es sich für die Zionisten und Nationalisten wirklich nur um die politischen und wirtschaftlichen Interessen der Juden nach außen handelte, so würden sie den Sinn des Programms der Aguda begreifen. So wie ihr die jüdische Einheit teuer ist, so ist ihr vor allem die Einheit und Unversehrtheit des Juden- '»s?!® ffirai ttir. m mim siH W mit einem Gemeindegesetz einverstanden erklären, das den zerbrochenen anarchischen Zustand des gegenwärtigen Judentums zur Grundlage dauernder Einrichtungen und zur Grundlage des jüdischen Lebens für die Dauer macht. So wie eine Einheit nach außen nc»r- IMiliMlJ ift [D ist ߣ llkttttagliH, im Inn erg oiü'? OlTgU' mfation gutzuheißen, Die das Judentum von innen heraus zerstört. Wenn unsere zionistischen Brüder wirklich das Wohl des Volkes wollen, dann sollen sie ihre Hartnäckigkeit aufgeben, mit der sie sich bisher bemüht haben, das Judentum auch im Innern zu beherrschen und durch äußere gesetzliche Gemalt bie ^eifi^en ®ü*er jWMll DlMtz ihrkl Muchk zu MMMNfön' 9UU£Un, Srgl^Hng. NabbiNat, religiöse Lebensführung. Unsere zionistischen Brüder sollten auf alles Streben nach Hegemonie in diesen inneren Angelegenheiten verzichten und dem jüdischen Volke seine Thora lassen, ohne ihm ein areligiöses und rein nationales Gepräge.mifenhrmfen- HÜßlllt Itlffll flllfpflin aStrt, Las Im Fnurrn zu töten, Wird auch nach außen keine Klage und kein- Seufzer dringen. Möchten die Zionisten aus den Stadtratswahlen lernen und auch beim Gemeindegesetz zur Erhaltung des Friedens beitragen." Man weiß natürlich nicht, ob die in dieser Hinsicht Übmebenben V-eryanbluugen^ tri« jufj gjjg gg|] AMWZ Äisrvrl bcrms VN p?i JuMn in Wien gemachten Norfchläge gründen, noch zu einem Erfolge führen. Sicherlich jedoch sind am einem: Erfolge, alle? diejenigem

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