Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 23 (9.6.1927)
- Date
- 1927-06-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Sette 4 Str. 23 s°tzkft MstskS AMMW MllMWM: W erste Möglrchkeri sei das Lernen, das Verstehen der Mizwaus, das Eindringen ins Schrifttum notwendig und überall möglich, nur dies würde jüdischere Persönlichkeiten erzeugen. Ob Tenach in Übersetzungen gelesen werde, ob man sich in Raschi oder die Vorschriften des Kizur Schulchon Oruc^ in UeberseHung vertiefe, WxM MM Ml! lleinkn Schriülen mrftmp, so würde auch dieses schon etwas zur Hebung der Jüdifchkeit beizutragen imstande sein. Als zweites sei das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gemeindemitglieder auf dem Boden der Thauroh notwendig. Persönliche Streitigkeiten müßten überwunden werden. Die Größe der Aufgabe als Parnes für die Gemeinde zu sorgen und die Verpflichtung, alle DerfOnriOjen Dingo zuillsszustollon und pW südliche Opfer zu bringen, wo die Gemeinde in Gefahr sei, zu erfassen. Bei der Unterbringung der Jugend in kaufmännischen Stellen dürfe das Opfer einer auswärtigen Unterbringung oder längeren Wartens irn Interesse der §8Wä^iiIigung mcjy gefreut werden. Hbzx auch die jüdischen Firmen müßten die Verpflichtung in sich, fühlen, bei Besetzung ihrer Stellen jungen Leuten die Möglichkeit zur Sabbatheiligung zu geben. Als drittes sei die heilige Lebensführung des Einzelnen bestimmennd für das Leben des Judentums. Schabbos und Mikwoh in dxm smn dks CWklllkn seiem wenn m hallen, für die Gemeinde lebenverbürgend und, wo übertreten, zögen sie die gesamte Gemeinde ins Verderben. Als thauroh verstehendes Israel, als einheitlich auf dem Boden der Thauroh sich zusammenschließendes Volk und als heiliges Volk, würde entsprechend den Sätzen des Gebetes allein der Rest des Judentums erhalten und dem Untergänge niÄ ü!ierlln!wort8t werden. An der Diskussion beteiligten sich die Herren Simon Mainzer-Darmstadt, der die Anregung gab, daß die Jugend der Städte an den Sonntagen Thauroh auf das . Land hinaustrage, Löb- Dieburg, Fulda-Mainz, der eine Stellenvermitt- IWUJ fiel vom WkflsM vor BMÄiz Itintragte, Lehrer Warhaftig-Darmstadt, der das Problem aufrollte, welchen Anreiz den Lehrern gegeben werden könne, damit diese die Landgemeinden mehr als die Stadtgemeinden bevorzögen, Lehrer Lebermann-Darmstadt, der die Anregung gab, junge Leute aus den Gemeinden zu Chasonim auszubilden, damit diese den Gottesdienst ZU versehen imstande mären. In ernster, 88w übersteueren ^Äknfum ^sgk!^kr!kn Aussprache beriet man einheitlich, welche. Mittel zur Hebung der Jüdischkeit auf dem Lande anzuwenden seien. Die Tagung bedeutete eine persönliche Erstarkung der Jiroh jedes Teilnehmers, bot außerordentlich viele Anregungen den Vertretern der Gemeinden und mit Freuds kann ^erzsichnst werden, Sa| nac^ 8een!ngung der Tagung in Stadt und Land allgemeine Befriedigung über die T ä t i g k e i t d e s Verbandes und über den Verlauf der Tagung herrschte und der Verband so wiederum ein großesStück Weg in der Richtung nach oben zurückgelegt hat. Die Sinai-Inschriften. Vor anderthalb Jahren machte nach einem Vortrag, den Prof. Dr. Hubert Grimme von der Universität Münster im Hause des Berliner Rechtsanwalts Dr. Bruno Weil gehalten hatte, m MMikR vum Dir MU m llllllM AM die Runde, daß am Sinai wichtige Anschriften gesunden worden seien, deren Entzifferung nach mühseliger Arbeit gelungen sei. Nachdem zunächst Professor Gardiner-London und Professor Sethe-Berlin festgestellt hatten, daß diese Funde die älteste Buchstabenschrift der Welt enthielten und daß diese Schrift serrritischsn 8^ara?!ers fe!, ging Professor §rimme in der Deutung dieser epochemachenden Denkmäler noch weiter und vermutete, daß sie im Zusammen- Der Israelit 9. Juni 1927 Mg mit tim AllMtyalt mtofoa unD Dag MM Israel auf der Halbinsel Sinai ständen. Der Streit um die Richtigkeit der Grrmmeschen Deutungen erfüllte die Welt der Gelehrten und der Laien. Um diese die gesamte gebildete Welt außerordentlich interessierende Frage zu lösen, beschloß m qu diesem Zweck geviwem , Komitee, Dos unter der Leitung Dr. Vrunv Weils stand', und dem vom Auswärtigen Amt Herr Legätionsrat Professor Dr. M. Sobernheim, der Äiter des Aegyptischen Museums Prof. Dr. Schaefer, der Palästina-Forscher Geh.-Rat Prof. Sellin u. a. angehörten, eine Expedition auszurüsten, die die Steine vom Sinai nach einem Orte bringen sollte, an dem ihre Deutung auf Grund der Steine stlüst — MW WAÜ Hitr äitf Sßljoiograpljten beschränkt — vorgenommen werden konnte. Es stellte sich aber die Beschaffung der hierzu notwendigen Geldmittel infolge der allgemeinen Verarmung gerade der für wissenschaftliche Dinge in Deutschland interessierten Kreils als f«^»rvieri^ . heraus, trotzdem konnte die Finanzierung, an der sich u. a. der Verlag Ullstein in hervorragender Weise beteiligt hatte, soeben als geglückt angesehen werden, als — von der Jüdischen Telegraphen-Agentur verbreitet — die Nachricht eintraf, daß die unter der Leitung der Professoren Lake und Blake stehende Härvard-Michigan- MiaiMMitiM küß UMrfübrung Dar Wgmschrrftfragmente vom Sinai in bas Museum von Kairo vollzogen hat. Wie die I. T. A. weiter mitgeteilt hat, ist es dieser Expedition gelungen, zwei neue Inschriften zu entdecken, die die Deutung des vorhandenen Materials naturgemäß erleichtern werden. So hat auch auf diesem Gebiete Amerika infolge seiner überreichen Mittel einen Vorsprung erzielen können. Darnit i^t die deutsche öxpedMon'hinfällig geworden. * Das Ullstein-Blatt „B. Z. am Mittag" schreibt nun, es fei die Ehrenpflicht der deutschen Oeffentlichkeit, dafür zu sorgen, daß diejenigen deutschen Gelehrten, die die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf die Funde von Sinai gelenkt haben, 88V 8Üew ader Aöf. 2r. pudert 8r!mme in Münster, wenigstens die Möglichkeit erhalten, bei der Deutung und Entzifferung der geheimnisvollen Steine an erster Stelle mit tätig zu sein. Wir wir hören, beschäftigt sich das Komitee jetzt mit der Frage, ob und wie Prof. Grimme die Möglichkeit zur Bearbeitung der Steine im Museum von Kairo eröffnet rverden kann. $?"?fP?üas!!iSn - kiMMkN: EMS Preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden. Berlin, 1. Juni. In der vorigen Woche traten drei Ausschüsse des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden zu Sitzungen zusammen, der liberale und der konservative HntßFFr^iE=SfUSf^U^, [orote &er {W|erDaliDe Kultus- Ausschuß. Der liberale Unterrichts-Ausschuß tagte unter dem Vorsitz des Herrn Rabb. Dr. Vogelstein-Breslau. Es wurde dabei auf die Notwendigkeit hingewiesen, eine eigene jüdische Lehrerbildungsanstalt ins Leben zu rufen, da tu kurzer Zeit ein Mangel an jüdischen Lehrern xouvbv erft Antrag ÄNArNvMmen, der den Rat des Landesverbandes ersucht, spätestens bis zum 1. Oktober ds. Js. in Berlin eine Religionslehrer-Bildungsanstalt zu errichten. Herr Studiendirektor Dr. Driesen-Frankfurt a. M. erstattete Bericht über die Dozentur bei der jüdischen Sektion der Frankfurter Akademie, über ihre Einrichtung und T'ett ^Xlan- Uftk AüWll m fördern, für den Ausbau des Lehrplans Sorge zu tragen und auf die Heranziehung auch von Lehrkräften liberaler Richtung hinzuwirken. Seidenu. Garn-Handeisges. m. ü. H. 47 Bleidenstraße 47 (früher: Grosse Eschenheimersfrasse 3) SPEZIALHAUS i jRNill-UHri Palt-Seiäen Handarbeits-Garnen jeder Ari Dem Ersuchen des Allgemeinen deutschem Kantoven- Derbandes eine Kommission einzusetzen, die von den anzustellenden Kantoren ein besonderes'Examen abnehmen soll, wurde stattgegeben. . Zur Frage der Hilfsbücher für den jüdischen Religionsunterricht wurde die Schaffung ein&r pädagogischen ZöÜfHüift für jiiMfäse Üeljrer, ferner Me Verbreitung der Werke Baeck, „Wesen des Judentums", Spanier, „Psalmen", Elbogen, „Geschichte des Judentums", in Aussicht genommen. Die Schaffung, von Pflegschaftsbezirken für den jüdischen Religiorrsurrterricht rotrrbe ben lotete rt ön^tengen überloiesen. Zum Vorsitzenden des konservativen Unterrichts-Ausschusses wurde Herr Rabb. Dr. Rofenthal-Köln, zu seinem Stellvertreter Herr Bruno. Galewski-Berkin'gtzMhlt. ' Als Hauptpunkt dieser Sitzung wurde die Errichtung der pädagogischen Simultan-Akademie.Frankfurt tun Siiiin unö im ZusMiMMbMg Damifc Uz DszMtup bes Herrn Naöbiner Dr. Horooitz, Frankfurt Q\ M. erörtert. Namentlich aus Lehrerkreisen wurde gefordert daß bei der Ausbildung der jüdischen Religionslehrer in Zukunft die gleichen Voraussetzungen innegehalten werden müßten wie bei derjenigen der preußischen Volksschullehrer, also Abiturientenexamen und Akademiebesuch. Es wurde ein Beschluß des Inhalts gefaßt, die jüdische Geftion her treu errichteten ftmuffcrrt'ert Stfabemie^ ^ranjfurt q. M. mit allen Mitteln zu fördern und den auf diesen Lehrstuhl berufenen Dozenten, Herrn Rabb. Dr. Horooitz, weitgehendst bei seinen Bemühungen bezüglich der Ausbildung jüdischer Religionslehrer zu unterstützen. Ferner wurde auch von diesem Gremium eine Kommission <jur Prüfung geeigneter Literatur für den Unterricht in juUfcher Wiigjpn uni) Geschichte bestellt. Aus me Eingabe des Allgemeinen deutschen Kantoren-Verbandes hin wurde beschlossen, in die beantragte -Prüfungskommission für Kantoren hinsichtlich ihrer fachlichen und anderen Eignung einen für diese Aufgabe besonders interessierten Gelehrten zu delegieren. Der Landesverband soll ersucht werden, die direkte Subventionierung von jüdischen Schulen durch den Staat anzuveg-en und zu fördern, Schließ litt) einigte matt sieh ha hin, haß hie bei beri lirtfc tkrrichis-Ausschüsst (liberaler Mb kmMvaLwerX in allen! Nichtreligiösen Fragen in Zukunft gemeinschaftlich beraten sollen. Eine ganze Reihe von wichtigen Schulsvagen: wurden eingehend erörtert. Der konservative Kultus-Ausschuß, dem. verschiedene der bekanntesten jüdischen Theologen angeboren,, wählte zu feinem Wo-rfißenben Sy&rrtm R«bb. Dr. « «•: f* :! : . .. > . Hossmann-Breslau. Die Versammlung wurde zuerst von: dem Abgesandten des Großen Rates, Herrn Bruno Galewski, begrüßt und auf die Größe ^sowie auf die Wichtigkeit ihrer Aufgaben hingewiesen. Es wurde daranerinnert, daß sowohl der Kultus-, als auch der Unterrichts-Ausschuß bedeutende Fragen, die zurzeit die preu-- ßische Judenheit beschäftigen, zu lösen habe. Sn ber kWBK m öiA MüiüiWii mit religiösen Forderungen bei Abhaltung von Traüun-- gen, bei Ehescheidungen und Uebertritten zum Judentum.. Es wurde lebhaft darüber Klage geführt, daß (meistens aus Unkenntnis) oft die wichtigsten religionsgesetzlichen Bestimmungen über die Ehegesetze nicht beachtet würden. Nach längerer Debatte wurden verschiedene Ent"^ m\m Km fflroin ML m WM: schön Landenvördandss zur tosrleven Bearbeitung über»' geben werden sollen. Verschiedene aus dem Nachtvage zur Tagesordnung stehende Referate wie z. B. Verkaufvon Synagogengrundstücken, Tätigkeitsbereich der Ritualkommissionen der Großgemeinden usw. konnten nicht erledigt-werden, da ein Teil der Mitglieder auf eine Erörterung über diese Angelegenheiten nicht vorbereitet mor. ößii Bezug auf M<?. öeftehenden Einrichtungen wurden Verbesserungsvorschläge nach verschiedenen Richtungen hin gemacht.