Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 23 (9.6.1927)
- Date
- 1927-06-09
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2446951-2450442-2450465--74096-2531546- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
0. FUN IffiO Der B s r a e 1 t -i Skr. 23 Seite 5 Ein neues oldenburgifches Iudengefeh. Oldenburg, 30. Mur. Für den Freistaat Oldenburg, ist Anfang April eine neue Verfassung der jüdischen L a n d e s g e - rnein de in Kraft getreten, die den zentralistischen Tra- U* allen MMtMksGn IllkrMWsiötzeß NWr nung trägt, aber manche interessante Weiterbildungen -res alten Landesrechtes zeigt. Das Gesetz schreibt einen Zwangsverband aller jüdischen Gemeinden des Landes vor und faßt auch die einzelnen Individuen im Landesverband zusammen. Gestattet ist der Anschluß der oldenburgischen Landesgemeinde an andere jüdische Verbände und Religionsgesellschasten im deutschen Reiche. Auch bürgert bSe ©emetnbe« frvanziells Mittel für allgemeine Maßnahmen zur Förderung des Judentums au^cr!)«!!? der eigenen Gemeinden aufbringen. - Auf Grund des Gesetzes hat der Landesgemeinderat eine innere Gemeindeordnung erlassen, die u. a. besagt, daß Personen, die „durch Religi-onsverachtung oder unehrbaren Lebens- MMkl MUMM be5 ®thnwre'^ verlustig erklärt werben könnert. Att döt Spitze döS Süll* desgemeinderates.. steht der L a n d e s r a b b i n e r, der als Staatsbeamter gilt. DieReligionslehrer' sind verpflichtet, das Amt des Vorbeters und Schächters auszuüben,. D.a die Stellung des Landesrabbiners durch das Gesetz Mcher^und nach jeder Mchtunghin seich Cinflstß gestärkt wird, so. darf man sich von dem neuen Gesetz, sölKU'M rin? orihoba^ ssjer sansichlerl ülMÄöR?lltztzlll!lls versieht, einen MsÄnen Einfluß aus die religiöse Verhältnisse der Gemeinden versprechen. Heim des Jüdischen Frauenbundes. i \; ‘ w . B erlin, 3. Juni. 3lrn Sonrrtclg den 29. Mai trat in Berlin das Kura- .. » J.>•'* tor'ium für das „HÄM des Jüdischen Frauenbundes m Wyk a. Föhr" (Heilstätte für tuberkulosgefährdete Kinder und weibliche Jugendliche) zur ersten Sitzung zusammen. Die Beteiligung war aus allen Teilen des Reiches erfreulich zahlreich. Berichte wurden erstattet i. über die Gründe, dis zur.Entstehung des Heimes führten, von Frau Bettina Brenner, ü?ipgM &U ist HM 'EMllMllst Qf§ Vorsitzende des /Jüdischen Frauenbundes gleichzeitig Kuratoriumsvorsitz^ende für dieses neue Heim ist; 2. über Ausbau und Einrichtung des Heims sowie über die geplante Führung von Frau Charlotte Landau, Lübeck, Vorsitzende des - Arbeitsausschusses für Wyk. Die Bundesschatzmeisterin, Frau Helene Meyer-Stargard, Berlin, gab den Finanzbericht, der Vertrauensarzt des Heims, Dr. 5ÄufcoIf Neumnnn. Berlin, erteilte über die mevizimMe Deiw der Mürn SLJuüp. Um für diejenigen FM, für die keim OrgaMsatton herangezogen werden kann» die Möglichkeit verbilligter Kuren zu schaffen (der Normalpflegesatz beträgt inkl. Arzt und allen Kurmitteln Mk. 4.— pro Tag bei sechswöchiger Kurperiode), wurde beschlossen: 1. „Freunde für Wyk" zu gewinnen, die durch jährliche Mitgliedsbeiträge rhr Interesse att hen Ltufgobsn des - Heims beweisen. 2. lebenslängliche Mitglieder durch einmalige Zahlung von S-h«»«iZ. Tagung des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes. Zürich, 1. Juni. Am 29. Mai wurde in Zürich unter dem Vorsitz von Dtm jö. mmr-mmirmw ö’e or&wttil,e des Schweizerischen JZLLöMMN GMÄNbtzVllMW ützMs halten. Es wohnten ihr 40 Delegierte bet, die die 17 dem Bunde angeschlossenen Gemeinden vertraten. Der Jahresbericht für 1926 und das Budget für 1927 wurden genehmigt. Das Subkomitee für Schächtfragen erstattete Bericht, aus welchem zu entnehmen ist, daß die Einfuhr von Koscherfleisch infolge der Preisschwankungen immer noch Schwierigkeiten begegnet. Genehmigt wurde ein 8ntr»g d-- tzMmiwi jiis Mn MWm M« IN Davos auf Eröffnung einer Sammlung für diesen Friedhof, wobei sich der Gemeindebund mit einem Beitrag von Fr. 5000 beteiligen wird. Cm Antrag auf Bewilligung von Fr. 1000 für den Keren Hajessod wurde ab- Die Woche. Hamburg. Der hekannte Fiyaazmann Max W a r b u r g begeht, mn 5> Jum ^seinen- 60. Geburtstag. Cassel. Am 24. und 25. Mai tagte g'JJ Q entratau 5 jcf^ bes 2ttt^eTn«meri SRa&bi- ’ new^llllMcZ: Mn »wisstnschnstti^r ------;em Andenken des Maharil zu seinem 600. Todesjahre gewidmet, wozu Dr. L ev y - Mainz und Dr. R o s e n t h a l - Köln sprachen. Dr. Dienemann -Offenbach erstattete Geschäftsbericht. Wilde-Magdeburg sprach über die Stellung des Rabbiners zur Friedensbewegung. Weitere Gegenstände: Normalanstellungsvertrag und Beteiligung an der Kölner Inter- . nationalen Presse-Ausstellüng. Budapest. Am liSSföS 88MsWtt m »ßW MMNW/ auf dem Friedhofe und in der Synagoge eine ^'- Gedenkfeier für ihre mehr als 4000 im Weltkriege gefallenen Helden. — Zum ersten Male ist jetzt ein Jude in Ungarn zum Honved- General befördert worden. Kischinew. Neun junge Juden wurden wegen Notwehr gegen m 15 wurde von ihrer Pflegerin entführt und wird in. einem Kloster, festgehalten. / Jerusalem. Wegen des Abbruchs der Beziehungen zwischen Rußland und England erhaltest Russen keine Visa nach Palästina mehr. — Symes beabsichtigt, die Verhandlungen mit den Arabern wogen Bildung einer gesetzgebenden Körperschaft wieder zu beginnen. - In Haifa siegte bei den Stadtratswahlen die gemäßigte arabische Liste uttb bis jüdische E k n be i t s l i ste. Am CzWkW rnonö WM wieder schwere stu dentisch - a ntif eml ilf che Ausschreitungen in den Hauptstraßen, statt. Die Gendarmerie intervenierte kräftig. London. Im englischen Unterhaus hat der frühere Landwirtschaftsminister Noel Buxton eine Bill erngebracht. die den Betä übungszwang bei allen Schlachtungen fordert und keine Aus-' nähme für die rituelle Schechiita zulasten will. jüdischen Ritual nicht entsprechende Ware als „koscher" ausgibt, der Strafe verfällt .Solche Gesetze bestehen bekanntlich berits in Newyork und Penfyloanien. Personalien. Rimpar bei Würzburg, 31. Mai. Die in weiten Kreisen bekannte unb beliebte ^rnau 23-abette S ct) to a b feierte am g. 6um ihren 60» Geöürtstug' no^l ein froher Lebensabend beschieden sein. Cassel, 29. Mai. Kurz vor Vollendung seines 80. Lebensjahres'starb hier Tobias Heuser, Kriegsveteran von 1870/71, Ehrenmitglied des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten. Marburg, 29. Mai. Dem zum Oberbürgermeister gewählten Herrn Müller wurde zu seinem Amtsantritt von dem Bankgeschäft Baruch Strauß in Marburg und Frankfurt a. M. zum Besten von erholungsbedürftim ffttm IM Mi Ü^TOflfH! Zimmersrode. 29. Mai. Bst dem hier stattgehabten Kreiskviegerverbandsfest erhielt auch Herr Moses Höxter, Veteran von 1866 und 1870/71, der älteste hiesige Einwohner, für seine langjährige Zugehörigkeit zum Preußischen Landeskriegerverband einen Orden und wurde mit den zwei anderen Veteranen in einem Wagen zum en- Frankfurter Berichte. Eli Michael >'3: Golden hob sich die Sonne, als eine reichbegnadete, aus Leid und Freud zur inneren Harmonie durchgebrurttjäite- Sssls ins swig« Licht übsr-flog. Es war •ein ira9'[«4er, ungeheurer Hartipf. ili Mit flUßll menschlichen Machtmitteln führten, um biese reine, eMe Seele noch im irdischen Bezirk zu halten. Umsonst: Die oentführten sie auf Gottes Geheiß jubelnd in himmlische Gefilde, um lauterste und unverlierbare Glückseligkeit dem zu. spenden, dessen ganzes Trachten und Sinnen, dessen ganzes Hangen und Bangen immerdar darauf gerichtet war, anderen Glückfeligkeii zu spenden . . Ein bis zum Dach gefüllter Speicher von Liebe war es, den Eli Michael 4n sich barg und aus dem er im W M isiR!M??rbu~bene" Gnst'in zunächst seine Kinder betreute und böteiltö. Wie reich müssen die Gaben aus diesem Speicher gewesen sein, daß seine Kinder bis zu seinem letzten Augenblick und darüber hinaus sich nicht genug tun konnten, um Garbenbündel von verehrender, erschütternder, dankbarer und rührender Liebe um ihn aufzuschichten! — Aber sein Herz weitete sich, sein und seiner Gattin Blick flog hinaus uto mrnmn \mu AM imö MM m mmt sicher Hingebung alle Bedrückten und Bedrohten, alle Verarmten und Verelendeten. Lstd in jeglicher Gestalt trat an ihn heran, unendlich an Mannigfaltigkeit, unmeßbar an Umfang. Mitempfindenden Gemüts und doch voll weisen Bedachtes suchte er es zu bannen — ganz still, ganz verschwiegen, ganz tröstlich. Da war kein Stockwerk zu hoch — er erkletterte es. Da war keine Dachkammer zu trüb — er betrat sie. So war er dem Leben Freund, dem Leben Förderer. /Aber auch der letzten Stunde des hieniedigen Lebens mW kl. »kl ul« Bojrt su Ben MBk» Bercnr n-xn bW&n h&m zählts. m hstjjgst'. woktkakgLf Wurde Krafl und Andacht. Er hatte schon früh gespürt, was der Tod bedeutet, weiche Mütterhand hatte ihn nur wenige Jahre geleitet, ernste Vaterführung ihm nur bis kurz nach erlangter jüdifcher Großjährigkeit zur Seite gestanden. Im Hause seines Großvaters, des unvergeßlichen R e b M a u s ch e M a i n z in Frankfurt, wuchs zu beschattendem und Früchte tragendem Baum, was Natur und Eltern in ihn gesät hatten. DBS W« Ö6F 01 MID M MWIM Mk Mk.'500.— zu werben, 3, die dauernde Mitgliedschaft bei einmaliger Zahlung von Mk. 3000.— zu verleihen. Anmeldungen zur'Mitgliedschaft oder Spenden nimmt entgegen die zur Kassenführerin ernannte Frau Käthe Sternberg, Breslau 18, Lindenallee 6, die gemeinsam mit 'der . BundesschatzmÄsterin d^'^Iistanzest zü betreuen Wkii Miro. 3ii äfHitfnpiimi! ziitz “* Herren Otto Eskstes und Dr. Richard Wolfes, Berlin. In den Händen von Frau Käthe Sternberg wird später auch die Bearbeitung der „Rachglehenden Fürsorge" der aus dem Heim entlassenen Pfleglinge liegen. Die Eröffnung des Heims, das unter Aufsicht des -f^rnt Oberrabb. Dr. C a rlebach in Altona stehen wird, -fl für Zsisi! & mmt saRßmman. m iDirö iui erst eiM Kurperiode [ür Knaben eingerichtet, die zweite Kolonie ist für Mädchen bestimmt. Eine kleine Station für weibliche Jugendliche (von 14 bis 18 Jahren) in einer besonderen Etage bleibt durchgehend geöffnet. Dankbar wurde der Frau gedacht, die im Jüdischen Frauenbund die erste Anregung zur Bekämpfung der Tuberfufo|e unb |ür bie CerricJxturtg btefes Teints gab. Auch mit diesem Heim des Bundes isirö der Name der Vundesgründerin Bertha Pappenheim unlöslich verknüpft fein. ' gelehnt mit der Begründung, daß der Gemeindebund nicht über die erforderlichen Mittel verfüge, um für jüdffchnatiionale Zwecke Subventionen bewilligen zu können. Für den Verband jüdischer Emigrationsgesellschaften Emlgdirekt wurden - Fr. 1000 bewilligt. Zum nächsten Tagungsort wurde Basel gewählt. : 7lur 30 Proz. der jüdischen Kinder in Amerika werden in Religion unterrichtet. Atlantic City, 27. Mai. Der Nationalrat für jüdisches Erziehungswesen hielt hier unter bem Barsch non Dr., Isaak (B. Berkfon seine MNE Vayeksvrrsammlung?rb. Lern Bericht n»r zu entnehmen, daß es in den Bereinigten Staaten runö 800.000 jüdische Kinder im schulpflichtigen Alter gibt, von denen aber nur 30 Proz. jüdischen religiösen Unterricht erhalten. Die Juden der Vereinigten Staaten bringen gegenwärtig 7 Millionen Dollar jährlich (im Durchschnitt 30 Doll, pro Kind) für jüdischen Unterricht aus. (J.T.A.) Auch der Staat Mchigan hak sein Kaschtttkh-Gesetz. Detroit, 27. Mai. Der Gouverneur des Staates Michigan, Fred Green, Unterzeichnete heute ein Gesetz, wonach jeder, der dem benachbart muh eine Ziselierwerkstätte feinster Erziehungskunst gewesen sein, aus der Prunkgefähe jüdischer wk und nur jüdischer Weltanschauung und Lebensbetätkgung hervorgingen, die auf den Höhen sozialer Stellung und Geltung schlicht und demütig ihres Gottes nicht vergaßen. jüdischen Edelmenschen war. In heiliger Erde hat er siä betten lassen, hie er vor vier Zahrzehnten. da er die CK!*! Silini ' [m.nMj weihten Statten unserer Bergangenyeltsermnerung un! Zukunftshoffnung betrat, mit heimführte und als Kostbar keit aufbewahrte. Sein inniges Sehnen, jene noch einma zu sehen, wurde nicht gestillt. Aber er, der nun vor Fesseln befreit ist, hat seines Teils tapfer und redlich dazr bergetragen, um die glorreiche Zeit/ der Mirrz herbeizu führen, npisa n’awi man tsscaa vs bis Serien dsr tzsitnbleibenden. iJU SemeLtetUüe Li“ WSUsgtzkkL^ und Jugendamt folgenden Aufruf; Mit dem Herannahen des Sommers regt sich öle Reife- und Wanderlust. Wer es ermöglichen kann, sucht dem heißen Boden der Großstadt zu entfliehen, sich im Wald, im Gebiirge, an der See zu erfrischen, seine Kräfte für Arbeit und Beruf zu erneuern. ' Die meisten aber müssen zurückbleiben. An die Heimgebliebenen soll jeder denken., der im Sommer hinauszteht, kein Mitglied unsSM EMMA sllM tilir UMiilMMft Ms TtfTffT Kurausenihall atttr'ötö«, ohne der Wohlsahrtseinrichtungen der Jüdischen Gemeinde mit einer Spende gedacht zu haben! Die Zahl der Gemeindeemrichtungen, die der Wohlfahrtspflege dienen, sind so mannigfach, daß jeder auch