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Der Israelit · 1927-06-09 · Heft 23 (9.6.1927) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 23 (9.6.1927)
Date
1927-06-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Der Israelit Nr 23 Seite 3 9. Juni 1927 V'erband angegangen. Es konnte eine beträchtliche Verlängerung des Ausweistermins erreicht werden. Es ist selbstverständlich, daß der Verbaust Niemals einen UntersKikd Wischen Verband sgemeinden und Ni chtMitglied gemeinden gemacht hat. Um Erteilung, eines Staatszuschusses bemühte sich der Verband wiederholt schriftlich und mündlich bei der Regierung. Das Ministerium des Innern unterstützt warm den Antrag und es schweben zur Zeit Verhandlungen zwischen diesem und dem ^snan^rninisterinrn. Cs iji felkstvorftändlitt», daß die Regierung, (wie dies auch in Preußen geschieht) beide hessischen .Verbände gleichwertig erachtet und demgemäß bei der Verkeilung eines eventl. S t a a t s z u s ch u s s e s verfahren wird. Die Mitgliederzahl hat sich durch den B e i - irift Der ©tmcmDen Münzenberg (Oberh.), Reick) enbach im Odw. auf 40 erhöht. Mit dem Anschluß m e hrererort ho doxer Gemeinden in allernächster Zeit nach dem Verbandstage ist zu rechnen. Die finanzielle Lage des Verbandes rvurde im verflossenen Jahre dadurch srschrnert, daß. mangels eines Ue&etfakta? bi? i?ßk Verbandsversammlung einen festen Beitrag noch nicht!estsetzen konnte, und der. Verband so auf freiwillige Leistungen seiner Mitglieder angewiesen war. Um so erfreulicher ist es, daß trotz dieser Lähmung es möglich war, alle eingelaufenen Subventionsgesuche in befriedigender Weise zu bsrücksrchtigon und keines abgewissen werden rnnAle. Aus Beiträgen von Gemeinden erhielt der Verband rund Mk. 1650.—, von. dem Bunde gesetzestreuer jüdischer Gemeinden Halberstadt Mk. 1000.—, weitere Mk. 1000 und auch Hilfe für die Zukunft wurden zugesagt. Mit dem Keren MDora wurde Die MravreUllug mrossew Daß ein drittel ber Eingänge bem Verbände fü^ Uttterrrchtszwecke zur Verfügung stehe. Für Einzelfälle erhielt der Verband Mk. 300.— von anderen Organisationen. Es erhielten 9 Lehrer Subventionen zu Rausch Haschonoh und P e s a ch. Der Unterricht in einer klei- UkU ist von Kammer ab von bem Verbünd lldsrnommön morden, in einer anderen scheiterte es an der Gemeinde. Ein invalider orthodoxer Lehrer, der 70 Jahre alt, völlig hilflos auf der Straße lag, wurde, obwohl er nicht einer Verbandsgemeinde angehört, tritt Rücksicht auf die Schwere des Falls mit vieler Mül^e in einem Altersheim untergsbracht unb seitens des Verbandes die Bürgschaft für die Kosten übernommen. Eine Subvention hierfür wurde gewährt und bei den Behörden Behörden ein monatlicher Zuschuß von Mk. 50.— erwirkt. Diese Subventionen betrugen 19 0 0.— Aus Antrag dreier Gemeinden Zwecks Beitrag zu einem'Synagogenbau und zu einer S y n a g o g e n r e n o v i e r u,n g und zur Versorgung mit einem V o r b e t e r an den hohen Feiertagen wurden Mk. 345.— ausbezahlt. Was die Stellung unseres Verbandes zum allgemeinen Mainzer Verband betrifft, so beschloß der Vorstand, Unterhandlungen zwecks taltb/cchcn 8tabene!nan!erarb,ÄestL DSÜ Fall zu Fäll unter völliger Gleichberechtigung und Selbständigkeit beider Verbände zu begrüßen. Diese Verhandlungen wurden vom Mainzer. Verband a b g e l e h n t, der auf Verhandlungen nur, wenn sie den völligen Anschluß bezweckten, eingehen wollte. In einer Zahl »an Mm mup sin gsrnlszu feindliches Verhalten des Mainzer Verbandes festgestellt werden. In seiner Zeitung, die in jedes jüdische Haus Hessens getragen wird, wird von ihm Propaganda in l i b e r a l r e l i g i ö - s e m Sinne getrieben. Des Friedens halber sollten weitere EMMvorlvMss nicht 8?^«cht den, dä dök Vsvband noch immer aus friMiche Zusammenarbeit hoffe, wenn auch unser Veri band, wie der Anfang im letzten Jahre zeige, zur! kraftvollen Tätigkeit dessen nicht bedürfe. Ein Anschluß allerdings oder irgendwelche Verwischung der Selbständigkeit und Unabhängigkeit der Orthodoxie käme uns auf (SrimD unforor MMWN Allst gäbe als jüdisches Volk, Träger der unabänderlichen Tauroh zu sein, nicht in Frage. In der Ueberzeugung und in der Erfahrung, daß die Thora das Leben, und das Abweichen von ihr den Tod des Judentums bedeuten, sei jede Abirrung von diesem Wege ein Frevel am Judentum. Im Vertrauen auf Glitt unb cm fein der Reinheit unserer Ziele würden wir langsam und zielbewußt Weiterarbeiten und so mit Gottes Hilfe Ersprießliches leisten können. Einstimmig wurde dem Vorstande Entlastung erteilt. Einstimmigkeit war auch die Grundlage der kurzen Debatte über bas Verhältnis der beiden Verbündeau brr f{4) bk $smn Staffn*??«»«! Veneheim, Kahn, Mainz, Meyer Darmstadt, Dr. Schlesinger Mainz und in ausführlichen markanten Worten Herr Rabbiner Dr. B o n d i, Mainz, sowie der Vorsitzende beteiligten. Die Versammlnug billigte den Standpunkt des Vorstandes, daß ein friedliches, vertrauensvolles Zusammenarbeiien von t?«ll qu i?«lf ffikHI (UÖIH hssstsHöN Gemeindeverbände bei völliger Gleichberechtigung und Selbständigkeit der beiden Verbände und bei strengster Wahrung unseres heiligen, religiösen Standpunktes erstrebenswert sei, und sie bedauerte, baß seitens des Mainzer Verbandes in Wort unb £at bisher bkfsm Ntanfch? «»Hi ätttfpvschsn worden ist. Es wurde betont, daß die Voraussetzung hierzu allerdings eine Aenderung der bisherigen Einstellung des Mainzer Verbandes, die Orthodoxie nicht zu achten und sie zu bekämpfen sei. An der Diskussion über den Vorstandsantrag, 3 Proz. des Steuersolls als Pflichtbeitrag zu erheben, beteiligten sich die Herren Guthorn Bsmhöim, Der Diefon Mittag zu Doch MMM Mainzer, Pfungstadt, Meyer, Darmstadt, David Reichelsheim, die Vermittlungsantrag von 2J4 Proz. machten und Collin Gräfenhaufen, der besonders auf die Opferpflicht einer jeden Gemeinde hinwies. Der Vermittlungsantrag von 2'Ä Proz. fand einstimmige Annahme. Auf fruchtbaren Dosten Ml Die Anregung- NttgNlls fönen z u Jahresbeiträgen für den Verband als Förderer des Verbandes zu gewinnen. Es wurde beschlossen, diese Anregung auszubauen und überall Förderer zu werb e n. Eine große Zahl der Anwesenden trug sick^ bereits in die Lifte ein. Eine Resolution an öle Negierung und eine Resolutcsn an b?n berstädter Bund wurde beschlossen. Aus dem seitherigen Vorstande schieden durch das Los aus die Herren Rabbiner Dr. Hirfchfeld-Gießen, Sewald-Babenhaufen und Mainzer-Pfungstadt. Durch Akklamation wurden sämtliche Herren wiedergewählt. Mch MW m ZkUMichfll Teils vereinte ein gemeinsames Mittagessen die Anwesenden in freudiger Stimmung und persönlicher Freundschaft. Eine größere Zahl von Tischreden seitens der Herren Rabbiner Dr. Bondi-Mainz, Rabbiner Waffermann-Darmstadt, A. Löb-Dieburg, Hugo Kahn-Mainz, Lehrer Sjranß-GrieH^tt^ HllckSvMSM-PfUNgstastt, Isatt Mühlheim, trug zur geistigen Unterhaltung bei. Nach beendigtem Tischgebet hielt Herr Rabb. Dr. M e r z b a ch - Darmstadt das angesagte Referat „Lebt oder stirbt die Jüdischk e i t? " Die eigentliche Frage, ob das Judentum und die Judenheit. lebe oder sterbe, sei von der Fc-zZLstAllllNZ dss Thgwllü Mängig. EöMinsten, die in ihrer Jüdischkeit nachließen, verfielen unmittelbar dem Untergange. Welches feien die Mittel, mit denen innerhalb der einzelnen Gemeinden zur Hebung der Jüdischkeit beigetragen werden könne. Im Anschluß an die drei Sätze des Gebetes Schäumer Jisroel legte Referent die öinplllöll MöglWMen Dar UND Mlllv gum Herzen der Anwesenden, nicht von diesen Grund- Ringsumher das Erdreich zittert, Um die Wette geht das Spiel. Stein um Stein liegt bald zersplittert Aus dem Rasen grün und kühl. iftm MtztW MkgMMM ppn *abe?a~ lasstna.) @lne der für die anttke Gescvichle des Lanocs wichtigsten Entdeckungen ist anläßlich der Ausgrabungen geschehen, die von der Expedition der Pacific School os Religion, unter Leitung v.Prosefior William F. Bade, ungefähr zehn Kilometer nördlich von Jerusalem im judäischen Bergland unternommen werden. Die Entdeckung geschah in Tell en Basbeh, das ungefähr fünf Kilometer nord-nordöstlich von Rebi Sanwil liegt, das nach lokaler Tradition als die Begräbnisstätte des Propheten Semmel gilt, und bisher als das in bst E!bs! in b?t oft erwähnte Mizyah im Lande Benjamin angesehen wurde, wo der Prophet Samuel gelebt hat. Rach den neuen Ausgrabungen in Tell en Rasbeh scheint aber das alte Mizpah an dieser Stelle gewesen zu sein. Die Ruinen, die gesunden wurden, üüf Wie uralte kanaarrittsche Stadt. Die MllVMllllki, von ver ein TM stsigskgt taiita?, etwa acht Meter über die Grundsteine empor und Ist bis sechs Meter dick. Ursprünglich mutz diese Mauer noch sechs Meter höher gewesen sein. Ihre Konstruktion und die vollendete Ausführung der Arbeit find bewundernswert. Sie stammt wahrscheinlich aus dem Jahre 1800 v. Ehr., die gefundenen Töpferwaren deuten aber noch aus eine frühere P-rl^de. ($r!|7o{!ian!|<|e 5utcn Im B JüllnJe IDll ü{j« tung des Berliner Zoologischen Gartens hat die Gepsiygenheit, Gruppen fremder Völkerschaften emzulüden und den Berlinern Gelegenheit zu geben, sie bei ihrem Leben und Treiben zu sehen. Auch jetzt ist ein - Stück echten orientalischen Lebens in Berlin, das nicht nur den Schaulustigen anziehen, sondern darüber hinaus dem Ethnographen, Kunst- und Kulturhistoriker Anregung bieten wird. Gestern trcrs in Berlin ein Transport tripolitonischer Völker ein. &er isktvvragenta Kenner i«s ürisiilZ, Pzitl Spatz, der 30 Jahve Land und Leute in Afrika studierte, hat im Aufträge des Zoologischen Gartens 49 Araber und 24 nordafrikanische Juden so aus ihrem Lebenskreise gelöst und nach Berlin verpflanzt, daß ein Abbild tripolitamfcher Kultur sich dem Beschauer bietet! Der „Star" der Truppe ist unbestritten Camilla, eine 22jährige bildschöne Jüdin mit edekgeformten Gestchtszügen. Ueber sie hat die Berliner Presse schon bewundernde Notizen veröffentlicht. Die tripolltaniischen Juden der Gruppe sind meist HmtKUUM!" ZHUstW. KSlMSk. MMk, ÄLN stricker und drei Elsenbeinarbeiter; bas letztere Handwerk ist zum ersten Mal in Deutschland zu sehen. Man hat Gelegenheit, die Handwerker bei -ihrer Arbeit zu beobachten. Gerade in Tripolis entwickelte sich die Kunst der Elfenbeinarbeit, die von Juden betrieben wird, zu ganz besovdersr Blüte, rv-oil hier der Umlegevlatz des ElfeNiJas ÖSttt 6PÜÖ)tßll. während sich heute der Handel direkt per Dchtff nach London vollzieht. (Martin Bubers Jerusalemer Rede.) Herr Dr. Martin Buber schreibt uns: „Von meiner Palästinareise zurückgekehrt. erhalte ich Kenntnis von dem „Jerusalemer Brief" Ihrer Nummer vom 19. Mai, in dem Ihr Korrespondent sich den gegen mich gerichteten Angriff einer chauvinistischen Erur.pe zu eigen'macht, ohne — was doch wohl &£i nM ln MIMlWr MslkllUW gk!k vlkMliSskk S8W lillll geboten hätte — ftU Tstsschs M4iNök, HD® D D k dem Datum Ihres „Jerusalemer Briefs" in der Tageszeitung „Haarez" erschienenen Entgegnung irgendwie zu berücksichtigen. So muß ich denn Ihren Lesern mitteilen, daß ich keinerlei Versprechen gegeben, also auch keinkn „kleinen Wortbruch" begangen habe, 2. daß ich nicht deshalb meine Vorlesung in deutscher Sprache ge halten habe, weil ich „kein Hebräisch könne" (sollte wirklich Ihr Korrespondent so unzulänglich über mein üMü u;iD meine Arbeit iWrmMt fein?!), TonDtrn Mil kch nicht in hebräischer, sondern in döbischKr l^pvüchü denke und es mir, zumal ich stets frei spreche, wldersirebi, durch Abfassung und Verlesung eines hebräischen Elaborats, wie es mir die „Schutztruppe" vorgeschlagen hatre, eine selbständige hebräische Gedanklichkeit und Produktivität vorzutäuschen. Ueber den Inhalt meiner Vorlesung, um deren jüdischen Charakrer Ihr Korrespondent sich besorgt zeigt, bedarf es keiner Vermutungen, da Dr. Bergmanns auslllbrlilbt' M ksiktSM im sm *r: 30/31 de-. „Häpüö! Hazaik") UND ich über Den Gegenfwnd --- „Die Gottesoffenbarung im Pentateuch" — auch in Deutschland, in einer Montagsvorlesung der Berliner „Hochschule für die Wissenschaft des Judentums", öffentlich gesprochen habe. (Unb es bauen die Fremden Deine Mauern . . .). All8 MMIkM MlDkl Dtk I.L.A.i MlMM ExseutiSe unB onöeie psmcne OTimmonm tmocn bet der Regierung dagegen Protest erhoben, daß Araber mit der Reparierung der Ktagemauer beschäftigt werden. Es wird darauf hingewiesen, daß die Mauer den Juden gehört und daß nur Juden berechtigt seien, für ihre Instandhaltung zu sorgen. Die Regierung hat in Berücksichtigung des Protestes den Abbruch der Ar- D8Ü michtsdestvrveniger fahr en die Aillver in'd'cr RkstaursNsnsstfrrb Vielleicht soll nun das ^rophetenwort 13m T»mmn 122 in Erfüllung gehen?!

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