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Der Israelit · 1927-06-02 · Heft 22 (2.6.1927) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 22 (2.6.1927)
Date
1927-06-02
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 18 Nr. 22 Der Israelit 2. Juni 192? sie durch euren leidigen Streit an der Arbeit?" Und als der Rabbi auch mit den Büchern der „Schriften" fertig war, erzählte er: «Da (jälle ein großer König aus Reisch und Blut einen gar lieblichen Garten, voll der köstlichsten Blumen und Früchte, mitten in der Wüste. Um diesen Garten vor Räubern und wilden Tieren zu schützen, stellet er mehrere Wächter an, die in bestimmten.Abständen voneinander -entfernt standen, unb sich alle Stnpds HIgLUststiZ ein Zeichen zu geben hatten. Der eine rief, der andere gab den Ruf weiter, der dritte erwiderte das Signal, und so weiter, bis der Nus an den ersten Wächter zurückgelanM. Die Diebe, die es von der Ferne hörten, sagten: „Seht doch, die Wächter sind in Streit miteinander geraten, sie schreien sich an und hadern miteinander, statt den Garten zu hüten, so KVÜIll KU voHMt in den Garten eindringen." Aber ihre Hoffnung war getäuscht, sie fänden die' Wächter einig und geschlossen aus ihrem Posten. — Bei diesen Worten Die Armen- und pilg?rn>shn»ngen auf Zion (Boche Machte). (Mit 4 Bildern). Es war um die Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Wohnungsnot und in ihrem Gefolge das ganze Heer endemischer und epidemischer /KrankhkMlli welHe unter Meten DerhllMWn nimm 3«W lerne (enMe der Stimme: „Wehe dem Garten, wenn einer, der Wächter die Sprache des andern nicht verstände und ins ßeere ^»rneinriefe: tei, wie sieht es nüt der Wacht!?-" Man hatte schon die Schart eile gesagt, als der Rabbi bedeutsam und mit starkem Nachdruck das Gleichnis wieder aufnahm: „Es gibt zweierlei Wächter, einen solchen, der beim Eindringen des Diebes Lärm schlägt und ihn damit verscheucht, womit der Wächter zeigt, daß er die Angst überwunden k>at und aus seine Waffe nicht vertraut. Es gM aber heldenmütige Wächter, die den Dieb erst einlassen, sich dann aber auf ihn stürzen, ihn festnehmen und dem Gerichte ausliefern. Wer ängstlich mit Wehegeschrei den Satan schon vor dem Tore verscheuchen zu müssen glaubt, ist zu loben. Als Melden sind abssfl sM pffffnWn gu i?FStjen, die Satan, nachdem er emgedrungen ist, am Kragen packen und ihn in den Dienst der höheren Gottessache zwingen.-" Diese Worte zielten offensichtlich auf einen bekannten großen Rabbiner hin, der, zu den Gegnern des Chaffidimrabbi gehörend, bei den Chassidim als etwas weltlich verschrieen und verpönt war. nsWkm au® van Müll aun Dem „öefer Iezirah" gelesen und im Beshamedrasch schon ein breiter Silberstreifen des jungen Festmorgens eingedrungen war, schloß der Rabbi seine „große Abrechnung": . *_' ‘... , - „Ihr wißt es alle, daß T a u r ö h uüd I ts > roel eins sind. Heil denen, die zu ihrem Moffg sich Ijinaufarbßitßn mit Um SchMtttZstt „Tauroh aber nicht minder groß find die anderen, die den Weg zu Gott über „Jisroel" finden. -" n Die Synagoge der Armen- und Prlgerwohnungen auf Zion zu Jerusalem. meidlich sind, in Jerusalem einen ungeahnten Höhepunkt erreichten. Die Einwanderung war allmählich mehr und' mehr gestiegen, Baukapital nicht vorhanden — was Wunder, wenn die Mietpreise eine solche Höhe erreichten, daß sie nur von wenigen erschwungen werden konnten. Die ganzen übrigen Massen mujtrn, Mn Mvilvku Der Atmosphäre ausgesetzt, unter fmem Himmel Als die Misnagdim nach dem Feste diese heiligest Worte nach Wilna in das LOrbans. wo düs Ekbe des Wilnaer Gaon gehütet ward, llberbrachten, dachte man über jedes einzelne Wort des Zaddik ernstlich und eingehend nach. Damals war der Friede zwischen Chassidim und Misnagdim in die ersten Wege geleitet. I Qtaftie ftUS isu 91 Bitten* uttb $t!gern>(>|mfKgnt «wf Ztou zu Jerusalem kampieren, oder, was fast noch ärger, in Erdhöhlen und Löchern, wohin nie ein Strahl der Sonne dringt, ein Heim für sich und ihre Kinder suchen. Da erweckte Gott den Geist Israel HildsShzilttA^ unter dessen mieten Ruhmestaten im Heiligen Lande diese sicher nicht die kleinste war, und er erließ im Verein mit Rabbi Akiba Lehren in Amsterdam und Kommerzienrat Joseph Hirsch in Halberstadt und mit Unterstützung der Pekidim und Armakalim in Amsterdam einen Mahnruf ö”* Errichtung von ArmemWlchMlngen ans Zsdn, damit wenigstens der dringendsten/ Rot gesteuert werden könne. Dieser Ruf verhallte nicht ungehört. Namentlich aus Deutschland strömten reiche Gaben herbei, und so konnte noch in demselben Jahr (1859) zur Ausführung des Planes geschvittM töeVbeif. - Jn > d-er Nähe>deF südlichen StaMmanör, mit Der AusW auf „OÄerg" wurde ein Grundstück von 13 000 Quadratellen erworben und sofort mit dem Bau begonnen. Nach kaum einem Jahr waren Mehr «ts zwanzig Wohnungen hergerichtet und mit bis dahin obdachlosen Arm besetzt.. Dank den unermüdlichen Energien Israel Hlidesheimers und seiner beiden großen Genossen hatten die Sarnrnlun^en bereits wenige Jahre darauf die Mittel zur Errichtung von y 34. Häusern mit zahlreichen Wohnungen geliefert. Dazu kamen die von Privaten auf dem Terrain Der DllM MllW erriet)! teten Häuser, so die großen Bauten des Barons Wllly von Rothschild, die Stiftungen der Familie Hirsch in Halberstadt unter dem Namen „Neweh Scholülllst , i^ttstnngshäustr zum Andenken von Rabbi Jacob Ettlinger, Simon Mosbacher in Karlsruhe, Jakob Levy in Kopenhagen, Benjamin Feuchtwanger und Frau in Fürth u. a. m. Heute befindensich etwa 130 Wohnungen im . Besitze des Vereins. Die Wohnungen bestehen aus je 2 Zimmern und Küche und werden, abgesehen von einer geringmim MöMnilMWMp MsMzMH geben. Bis zum Kriege fand alle drei Jahre ein Wohnungswechsel auf Grund einer Verlosung statt, während seitdem angesichts der wirtschaftlichen Lage und der Wohnungsgesetzgebung ein Wohnungswechsel nicht mehr möglich war. In writschaftlicher urid hygiemschsr Hinsicht erwies stH vlä lörünöllng als ein relrher §egcn für tue jüdische Bevölkerung und von ärztlichen Autoritäten wurde wiederholt anerkannt, daß die Insassen dieser Häuser weniger als die anderen Stadtteile von Krankheiten heimgesücht seien. In den letzten Jahrzehnten! ist es der Verwaltung gelungen, die Bothe Machst allmählich auch zu einem Mittelpunkt des geistigen Jerusalem zu machen. (Eine Nöchs der hervorragendsten Nabdiner und?doragelehrten wohnen'in dem Häuserkomplex. Der Deutsche Platz, wie dieser Komplex heißt, hat seine eigene Synagoge in unmittelbarer Nähe der Tempelstätte, in der auch Rabbi Joseph. Chajim Sonnenseld, der Oberrabbiner der Aschkenasischen Gemeinde, der seit 40 Jahren in den Ettlrnger's^en dttstMMhMsxxp wohnst Mgk MH sein GövA vorrichtöt. DaZ Gsttsshaus gestiftet ' von Rabbi Jizchak F r ä n k e l - E i s e - mann in Witzenhausen, mit seinen Fenstern gerade gegenüber der heiligen Stätte des mp# ist der Sammelplatz hervorragender Thoragelehrter Jerusalems und birgt in seiner Geschickte wie in feiner inneren Ausstattung Dia maniDoEftan Criunsrung^tt ün die Beziehungen der Gala, insbesondere Deutschlands zum heiligen Lande in sich. Auf einem großen Marmorstein in der Mitte der Ostwand ist folgende Widmung eingemeißelt: ■ nimn ns?? 'fionn;su p’S in ‘jjr vvv ttnpJO , wipo vipv N21I i.-niX nVsnrnm Vwv mm rnn .1)

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