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Der Israelit · 1927-06-02 · Heft 22 (2.6.1927) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 22 (2.6.1927)
Date
1927-06-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 22 Seite 7 2 Juni 1927 Der Israelit IMMUN tnteriRMBÄn ^?TFi“iturT" hat. Die Liga gelobt, hie öört kompetenten Öffent* lichen Körperschaften unternommene Aktion, die Frage des Schutzes der rumänischen Juden vor den Völkerbund zu bringen, zu unterstützen. Lionel de Rothschild sagte zum Schluß, der Protest Der britischen Juden werde den rumänischen Glaubensgenossen zeigen, daß ihre in glücklicheren Ländern lebenden Brüder ihrer nicht vergessen. Staatenlosigkeit und Mädchenhandel. London, 22. Mai. In einem Schreiben an die „Times" weist Herr LM ftolf auf einen ta miH'iort zur Bekämpfung des Mädchenhandels vorliegenden Bericht hin, in welchem dar- Cjietegt rorrb, baß dis Nich teinhni tu.ng der Nttnderbeitsvertröge seitens der osteuropäischen Staaten unb Ine ^>aourch hervorgerufene Rechtlosigkeit und Unsicherheit weiterer Bevölkerungskreise es dazu gebracht haben, daß zahlreiche Frauen und Mädchen aus eben dem Gefühl der Unsicherheit und aus beleidigtem Stolz sich der Unsittlichkeit in die Arme werfen. Das Joint Foreign Committee prüfte die in diesem Bericht enthaltenen Angaben auf ihre Richtigkeit hin und stellte fest, sie ööüalls MW. lk!M WW Ml M WM Mi Mädchen, die in ihrer Heimat als Fremde behandelt werden und rechtlos sind, fällt, im Drange, aus der schlechten Lage herauszukommen und in andere Länder auszuwandern, leicht Menschenhändlern zum Opfer. Mehrere öffentliche Körperschaften wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz und das Joint Foreign Committee, hatten sich an den, Völkerbund mit l^jT 5©flie gemcmfct, bem Sfanbat Jber- „<St<taienlof.t'g{-eti", der Menschen in Verderben und UnsMichiM treibt, rin Ende zu bereiten. Leider sind die Mitglieder des Völkerbundesrats, die selbst Einzelstaaten vertreten, allzu zaghaft in ihren Maßnahmen, die Publikationen ourch die „Tlmrs" sollen den Völkerbund zu einer kräftigeren Aktion anregen. (I. T. A.) Die Juden und der Militärdienst in Palästina. So n b o it , 23. ÜJlat. Colonel Wedgwood Nchieie rw Unrcryaus an den Staatssekretär für die Kolonien die Frage, ob Juden zum Militärdienst in Palästina und Transjordanien und bei der Gendarmerie, dem Grenzkorps, der Luftmacht und der Panzerwagen-Truppe zugelaffen werben, Kawnienininlster A m e r rj erwiderte: Im 1926 bUW §9 gnBen Bei Ur tiiLULjz^ZNffGn Wehrmacht. Bei der Lusttruppe und der Panzerwagen- Truppe wurden Juden nicht rekrutiert, aber als Zivilisten verwendet. Colonel Widgwood fragte weiter, wie lange dieser beschämende Ausschluß von Juden noch andauern werde. Amery erwiderte, ein solcher Ausschluß bestehe nicht; die Juden dienen in der lokalen Schutzmacht und leisten MiMMz M üök üüiiflßn BritiTUen MBlMlvl: Setzrveiz. Generalversammlung der Jüdischen Gemeinde. Zürich, 20. Mai. Aus der Generalversammlung der Israelitischen -KultllSZsrnsrrrbs ftnnd bas Vcrnprojskt für d-iis Synagoge im MtMlpunN dsr Brrhan-lang, sinb sösstrsbutt^ll im Gange, nicht zuletzt durch den herrlichen Synagogenbau der Israelitischen Religionsgesellschaft angeregt, eine neue große Synagoge zu errichten. Zur Beschasfung der Geldmittel ist die Einführung meiner Bausteuer geplant, wozu aber eine Statutenänderung notmmblll ist, m etomtenremnoMflmmiiTien Vorschläge vor, unS> es wurde mtt ei Mi1 bSkh Mfctt ILMll ß l g kleinen Mehrheit beschlossen, in eine Diskussion über diese Vorschläge emzutreten. Scharfe Kritik an den Vorschlägen der Statutenkommission übte Nationalrat Dr. Farbstein. Er verlangt größere Steuergerechtigkeit unter Abänderung des bisherigen Steuersystems. Die anhängigen Fragen, insbesondere die des Synajßllßfi iit qm im Duni iimuBurufcnBcn Generalversammlung noch einmal zur Erörterung gelangen. Lürkkit Schächlverbok in Türkisch-Thrazien. K o n st a n t i n o p e l, 20. Mai. Seit fast einem Jahre besteht in der türkischen Provinz T h r a z i e n ein vom Gouverneur erlassenes Schächtverbot, dessen Ueberschreitung von den- Behörden sehr scharf geahndet wird. Die jüdische Gemeinde Konstantinopels hat in der letzten Zeit wieder einmal bei der Regierung gegen dieses in den türkischen KK 5!$ MN« M«, BBS Bit »IM J\( Pche. Stuttgart. Ein Akt völkischer Sinnesverwirrung spielte sich hier ab: Bon dem Kranze, Pen Per ^9\eidjsbi.ini> jübifcfyer Frontfolbatsn" bei der Einweihung eines ^eg!men!s^en?ma! u. v. y. niederlegde, wurde nächtlicherweise die . Schleife mit.der Inschrift abgeschnitten. Mit diesem Regirnente zogen 39 jüdische Soldaten an die Front, von denen 11 gefallen sind. Danzig. Der „Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" veranstaltete gemeinsam mit dem Danziger Zentralvereine am 25. und 26. Mal eine große Kundgebung unter her Devise: -Unser Kampf für Glaube' und «ml ill mDfimnir. MM ip »iS; Dr. Bruno Weil, Dr. Alfred Wiener, Rabbiner Dr. Braunschweiger, Oppeln. Budapest. Aus Nagiwarad in Neurumänien werden neue Ausschreitungen gegen die Juden gemeldet. Anlaß gab eine Gastvorstellung der Wilnaer jüdische nTruppe im Städtischen Theater. Die Demonstranten, zumeist Studenten, schlugen auch im Tempel und Rabbinerhause der Reformgemeinde die Fenster ein. ü*>ezr <SHrb-ert£ Öe|pef}önil, Der, wir schon m!tg?t?!si, ln l>e^ llnlsrsü^üll^Lhast die Annahme von Nahrung verweigerte, wurde, nachdem er drei Monate unschuldig gesessen und zehn Tage gehungert hatte, aus der Haft entlassen. Sofia. Herr Angel Kouy o u m d j i s k i, . ein verdientes Mitglied der jüdischen Gemeinden, ist zum öfterer e i ch i s ch e n Generalkonsul in Sofia ernannt worden, kowno. Der Redakteur der „Jüdischen Stimme" wurde mit einer Strafe von 300 Lit belegt, weil er in einem Artikel non etrre.r „anii s errt tH f cfjert - rcurten ttn Wachne u. m. a. auch eine j ü d i s ch e Frau namens Greifenberg und der minderjährige jüdische Arbeiter Chaim Ku rk lisch wegen angeblicher Teilnahme an der kommunistischen Bewegung zum Tode verurteilt. Bier andere jüdische Personen wurden unter 8 StlTCjeffacj'ten Iancj.jäl)ri-gen iSerterftrofen Tjcrurteitt. Lvn-vn, f«rfm oer^rbene Biscountetz Bearsted, Gattin des einstigen Lord Mayors von London, hat in ihrem heute veröffentlichten Testament den innigen Wunsch ausgesprochen, daß alle ihre Kinder im jüdischen Glauben erzogen werden und keine Mischehen eingehen sollen. London. In der Sitzung 8rr Vertreter der Kolonien und Mandatsländer wurde die baldige Einrichtung eines b r a t> t ( o I e tt G e it S> 4 r i) i s‘n ft 4 s sowie ■ei«« jn Palästina beschlossen. Paris . Präsident Der französischen Liga für Menschenrechte, Prof. Victor Basch, veröffentlicht in „Velonte" einen Aufsatz, in welchem er ausführt, die Liga billige nicht Schwarzbarts Tat, allein da man weiß, daß Petljura der Verantwortliche für die Pogrome ist, wird man ihn verstehen und freisprechen müssen. Moskau. Das Hom e t e r Gericht tverur teilte dsn shsmaligSN P°lizPe« LLmägsm. Bsr> vor 22 3flB? ren zwei jüdische Arbeiter erschossen und ändere verletzt hat, zum Tode. Die Todesstrafe wurde bald darauf in zehnjährige Gefängnisstrafe umgewandelt. Jerusalem. Der neuernannte Oberrichter für Palästina, Michael Francis Joseph Mc. Donnell, ist vor kurzem in Palästina singstroffen und bat sein Amt arrgefteftll. Thraziens zwingt, entweder die Glaubensvorschriften zu überschreiten oder sich des Fleischgenusses ganz zu enthalten, interveniert. Die Intervention blieb jedoch ohne jeden Erfolg. (I. T. A.) „Bleibe auf der Scholle". Jerusalem, 18. Mai. Der Oberkommissar von Palästina, Feldmarschall Lord P l u m e r, besuchte von Antritt der Ferienreise die Kolonien Petach Tikwah. In einer Ansprache appeliiitts s? an Bio MM», lllls Dir MM p MM, die jüngere Generation möge nicht in die Städte wandern. Lord Plumer rühmte die musterhafte Arbeit in der Kolonie und stellte fest, daß die Gemeinde Petach Tikwah es niemals nötig hatte, von der Regierung potizeiliche Hilfe zu fordern. Es wurde Lord Plumer ein Memorandum überreicht, in welchem mitgeteilt wird, daß die Kolonie zusammen mit den Nachbarsiedlungen Ain Gamm, Machne Jehuda, Hatechija und Kfarganim runD IO OOO ©inmoh tttttö io ooo m . j tigert sich mit Landwirtschaft. Die Kolonie verfügt über 30 000 Dunam Boden, von dem 8500 Dunam Orangen- .Plantagen sind. (I. T. A.) rrer 2000 ^amtlten Amevtka. Konferenz jüdischer Gemeinden Amerikas.?lf12- Im Penfylvania-Hotel zu Newyork wurde die Konferenz der Synagogen mit orthodoxem Ritual ganz Amerikas und Kanadas eröffnet. Es erschienen mehr als 1000 Delegierte aus 29 Staaten. Der Vorsitzende der Konferenz, der Chefredakteur des „Jiddischen Togblatts", Gedalja Bublik, hielt ein Referat über die Pofitton des Judentums in Der Rem Welt und führte iros ber cLxistsrTA DOtt me{)r äIs 1000 orttioborsn Synagogen repräsentiere das orthodoxe Amerikas feine Macht, weil es nicht in einer Körperschaft vereinigt ist. Es müsse ein fester Verband aller orthodoxen Synagogen geschaffen werden, damit ein Organ vorhanden ist, welches im Namen aller orthodoxen Juden sprechen könne. Herr H. L. S e e.l r g, der Leiter der Kampagne für die Jeschiwah, skizzierte den Nahmen einer Organisation Uv D?ti)ß&B£on. Dio Qii8 Drei iiitücrn BkMM Mi einem Rabbinerverband (Agudath Harabanim) zur Entscheidung über religiöse jüdische Vorschriften; einer Zentral-Jeschiwah zur Erhaltung des Gelehrtennachwuchfes; einer.Organisation der orthodoxen Synagogenmitglieder. — In der Eröffnungssitzung sprachen noch Dr. Herbert G o l d st c i n , Rabbiner M. A. Kaplan u. a. m. * öber|f ätments cumäncnftcutlDfiffjo 'PfOpagflnhtl in itvueti{a» Newyork, 15. Mai. Der amerikanische Oberst Ament, der durch seine sonderbaren Methoden, die Lage der Juden in Rumänien zu erforschen, zu so vielen öffentlichen Erörterungen Arrlaß gsgebsn t>at. hat NUN seine erwartete rumänensr^un^sich^ Begönnert. (TrgoB llllhltEliEll Zeitungen Interviews, in denen er erklärt, die rumänische Regierung trüge keinercei Verantwortung für antijüdische Ausschreitungen. Die Judenschaft in Beharabien und in der Bukowina fühle sich „glücklich". Er habe mit 50 bis 60 jüdischen Einwohnern gesprochen, und zwar in Anwesenheit rumänischer Regierungsbeamter, und keiner der Juden brachte Klagen vor. Eine Ausnahme Röchle, ZOW M8O AMNl ZU. BN LBorruBBiUkl von KiWnew und gewesene Senator Z-relson. Die Vorgänge an den rumänischen Universitäten, erklärt Ament, seien auf gegenseitigen Antagonismus jüdischer und rumänischer Studenten zurückzuführen. Oberst Ament hat die Aufforderung der Jüdischen Telegraphen-Agentur in Newyork, ein Interview über seine Eindrücke in Rumänien zu geben, ausweichend beantwortet und erklärt, ~ uui-zi »stk Hilft oinoF nouon fliMdraniftBcn Mulur seine Eindrücke der Presse übermitteln. Herr Leo Wolfsohn, der Präsident der Union rumänischer Juden in Amerika, veröffentlicht eine Erklärung, in der er in scharfen Worten die irreführende Propaganda Aments geißelt. Personalien. Heidelberg. 25. Mai. Im Alter von 60 Jahren starb hier gestern nach kurzer Krankheit Zigarrenfabrikant Samuel Wo l f. Er stammte aus Oestringen in Baden, war aber seit langen Jahren in Heidelberg ansässig und Inhaber der Heidelberger Zigarrenfabrik Gebr. Wolf, die er aus bescheidenen Anfängen heraus mit rastlosem |jlei|| in ja^rge^ntelcmg-er Strbett zu -einem weithin- <jeadjtctcn SL LuW Tho. rakker und Sin schlicht bescheidenes Wesen zeichneten ihn dus. Das Vertrauen seiner Gemeindemikglieder berief ihn in den S y n a g o g e n r a t. Ebenso war er Vorsitzender des Bikur Cholim-Vereins und in der Verwaltung vieler Wohlfahrtsinstitutionen. In steter Hilfs-

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