Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 22 (2.6.1927)
- Date
- 1927-06-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Der Israelit , 2. Juni 1927_'__ der Reform ber F ü r f o r g e e r z r e hu n gkonnte über das Fortschreiten der Arbeiten sowohl bezüglich der Anftalten für männti<4)e, tute für Hietbltcfye 3ug endlich e I i . o« k l> berichtet werden. Schließlich bieschäsligte sich die Arbeitsgemeinschaft noch mit der Delegation zur Kon f e r e n z über Fragen des Mädchenschutzes und Mädchenhandels in London im Juni d. I. Die zu entsendenden Vertreter werden mit den beteiligten Organisationen voraussichtlich noch kurz vor der Londoner Konferenz zn einer Borbsratung in Berlin AUsummcimmn. Von der Tätigkeit der Jüdischen Tuberkulosenfürsorge. Berlin, 22. Mai. Der erste Bericht über die im Januar 1925 begründete Arbeitsgemeinschaft >,Jüdische Tuberkulosefürsorge" wurde gelegentlich der Tagung der Zentralwohlsahrtsstelle der deutschen Juden im Mai 1926 in Düsseldorf burd^ prl. Frieda Weinreich erftaiiei unb tHurle im Heft btt Kommission vom August 1326 zum Abdruck gebracht. Ueber die stetig wachsende Tätigkeit dieser Einrichtung.im Jahr 1926 sei folgendes berichtet: Die Arbeit, -erstreckte sich in der Hauptsache darauf, Tuberkulosekranken durch Bereitstellung der erforderlichen Mittel den notwendigen Aufenthalt in einer Heilftätie ober; einer Krankenanstalt zu ermöglichen. Der fvgenannle „Offene Fonds", der von der Ärbkrtsgem?!nfchaft 1925 zu diesem Zweck geschaffen worden ist, erwies sich auch weiterhin als eine überaus segensreiche Einrichtung: 1926 wurden der Jüdischen Tuberkulosefürsorge 187 Fälle gemeldet, von denen in 111 Fällen Beihilfen zu Heilstättenkuren gewährt wurden. Für diese 111 Patienten wurden Mk. 20.296,50 ausgegeben, so daß durch- MiMilsi aus einen WttkMkß %im VkjMs??n Dtt. Istz.— entfiel. D« Wte KurdaU^ dUPHschNtMH ÜUf l Monate vorgesehen ist, und die Kosten für einen Monat ungefähr Mk. 200,— betragen, so hat die Tuberkulosefürsorge, so wie sie es auch in ihren Richtlinien vorgesehenhat, ca. ein Drittel der entstehenden Kurkosten gedeckt. Die Jüdische Tuberkulosefürsorge hat einen Bestand von Mk. 9710,66 in das Jahr 1927 hsriibergsnonnnsn. Dis gewährten Zuschüße sind also restlos verbraucht und darüber hinaus Mk. 400.— ausgegeben worden. Wären die Zuschüsse größer gewesen, so hätte noch eine ganze .Anzahl verschickungsbedürftiger Personen bedacht werden können. Für Heilverfahren für tuberkulös erkrankte &<f>meftern sind auch 1926 wiederum Mittel vom Reichsarbettsministerium zur Verfügung gestellt worden und zwar standen 1926 Mk. 21.761,38 für diese Zwecke zur Verfügung. Hiervon wurden nur Mk. 6650,73 für.9 Schwestern verausgabt, fo daß ein Bestand von Mk. 15.110,65 in das Jahr 1927 herübergenommen wurde. Dieses Geld darf lediglich für Heilstättenkuren »cm tuberkulosekranken Schrvestern. Pflegepersonal, evtl. auch Anstllltspersonnl m»enö«t wevWn. ' Das schon seit langer Zeit bestehende Vorhaben, eine -Heilstätte für tuberkulosekranke Kinder zu errichten, wurde im Laufe des Jahres 1926 verwirklicht. Der Jüdische Frauenbund erwarb in Wyk (Föhr) ein passendes Grundstück, das zweckentsprechend umgebaut wird. Das i?eim soll im Juni ds. Js. eröffnet rrerben. Die ZentralwöhlsühMsisW konms den Erwerb des Hauses durch BevertsMung größerer- Reichsmittel, teils in Darlehnsteils in Zuschußform, erfreulich fördern. Aus dem Königsberger Gemeindeleben. K ö n i g s b e r g, 20. Mai. Mannmä) Jaimn tite ligtin Ut t >urSf tu tüu^m rva hl tn auf Grund einer Blo<fbrldung von Mittslparieilern, Orthodoxen,. Chafsidim, Zionisten und Liberalen zustande. Gegen die Wahlen hat nun die „Jüdisch- Religiöse Mittelpartei" Protest beim Regierungspräsidenten -erhoben. Die Lifte der jüdischen Mittelpartei war als ungültig erklärt worden, weil sie die Vor- MW» vrr WsWMwns MA ksM M?, ZstMsHr» M sich m «6U8 RSWllMsMMWIfaMMr lung. konstituiert. Die neugewählten Repräsentanten, zum. Teil auf die Dauer von drei, zum andern Teil auf die . von sechs Jahren gewählt, wurden vom Vorsitzenden des . Vorstandes, Justizrat Holz, in ihr Amt eimgeführt. Zum Vorsitzenden der Repräfentantenversammlung mürbe Unioersitäts),ros>effor Dr. Nubolf Co hu (Hionist). gewühlt.. ' ' Rituelle Verköstigung bet der Reichsversicherungsanftalt für Angestellte. Hamburg. 26. Mai. Der Verein zur Förderung rr^rcökr ö. Iß. Hamburg, schreibt: Die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte gewährt bekanntlich den erholungsbedürftigen Versicherten Unterkunft und Verpflegung in Kurorten, Heilanstalten ufw. Wie sich herausgestellt hat, verzichten viele Versicherte jüdischen Glaubens auf diese Vergünstigung in der An- Nbhm?> VXroter l->rorog rrt -etrtiem rituell g^fühes!^ll Hause nicht möglich sei. Diese Annahme ist völlig uuzutreffend; vielmehr können die Versicherten, die rituelle Verpflegung wünschen und dieses dem Vertrauensarzt ausdrücklich Mitteilen, in den meisten Fällen auf die Gewährung ihres Wunsches rechnen. Dabei hat sich -allerdings herausgestellt, daß Erholungsbedürftige solchen Gaststätten zu gewiesen werden, die nach ihrer eigenen Angabe und nach Ansicht der betreffenden! Kurv-erwalssill'8 silllssi rituell tnerbeny in Wirklichkeit aber absolut hlm Gewähr für» rituelle Führung VMM. Diöstr Umstand hat den Berein zur Förderung ritueller Speisehäufer -e. V., Hamburg 1, veranlaßt, sich im Interesse der -Erholungsbedürftigen mit dem Direktorium der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte in Verbindung zu fetzen. Das Direktorium hat sich daraufhin bereit erklärt, b-ei den im -Stegifter bes genannten Vereins vermerkten KurverwalMugeu, soweit sie llberhaupl in Betracht kommen, anzuregen, daß diese die Erholungsbedürftigen jüdischen Glaubens nur solchen- Speisehäusern zuweisen, die unter Aufsicht des -genannten Vereins stehen. Es ist also damit zu -rechnen, daß der Wunsch der rituell lebenden Versicherten nach geeigneter Unterbringung ln den weitaus meisten Fällen berücksichtigt werden wird. In Fällen, wo sich, in dieser Beziehung Schwierigkeiten er- Mon. .ist Der MlM M WMIIM NtuMkl SMMM gkrn bereit, di^ epsorderiicJ^en vor^uü>ehmeu. Versammlung des Hessischen Landesverbandes gefehestreueir Gemeinden. Darmstadt, 30. Mal. Die V-erbandsversammlung am 25. Mai nahm einen glänzenden Verlauf und kann als voller Erfolg der ge- WMlM 8llA m M\rn WMW MMN: NW M Begrüßungen erstattete der Vorsitzende den Tättgteitsberrcht über die Zeit seit der letzten Verbandsversammlung, der ein Bild steten Aufschwunges entrollt. Eine kurze Debatte über das Verhältnis der beiden Verbände zueinander war von Einmütigkeit getragen . Das ge- MilUM MMUMU Ml gkllMt BMI WllWll LW° reden. Im Mittelpunkt der Tagung stand nachmittags das großangelegte Referat des Herrn Rabbiner Dr. Merzbach über das Thmea: „Lebt oder fttrbt die Jüdifchkert? Ueber das Referat wie über den Gang der Versammlung folgt genauer " Bericht in nächster Nummer. laaiiiio Oes conöjsorroanöfs rar lusim NWsahrlspflege m Hessen und Hessen-Nassau. M a r b u r g a. d. L a h n , 15. Mai. Am 1. Mai fand in Marburg -die Jahresversammlung des Landesverbandes für jüdische Wohlfahrtspflege .in Hessen und Hessen-Nassäu statt, die überaus zahlreich sowohl von Vertretern der angeschlossenen Gemeinden als buch Ipä|ien aus Marburg uiii Ufflgebung besucht war Aus Berlin waren zur Tagung -erschienen: Herr Obermagistratsrat Dr. Ollendorf, Leiterder Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, und Herr Adler-Rudel, Leiter der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge. . Nach den Begrüßungsansprachen des BorMknsikki m Srntämmmsi rt?m N«bbiner Dr. I. H o r o r,; tz -Frankfurt ä. M. und dss HkttN Wll-! o-inzialräbbiner Dr. Cohn -Marburg, sprach Herr Dr. Ollendorf über „Die grundlegenden Reformen in der jüdischen Wohlfahrtspflege". Er führte aus, daß dem Inhalt nach sich, das Arbeitsgebiet der nächsten Jahre auf die gesundheitliche Fürsorge, für die bereits heute schon rrchi gut gesorgt ist, ans bie Jngendroohlfahrt unb GöMkMöMMM. öls Tioö3 skU MSMvüllcn Tein rocte den und in deren Kreis auch die Jugendbewegung ernzubeziehen ist, und auf die wirtschaftliche Fürsorge, zu deren Durchführung auch für die jüdische Wohlfahrtspflege ein Eingehen auf die staatliche Fürsorgegesetzgebung unbedingt notwendig ist, zu erstrecken habe. Er regte noch bie Einrichtung jüdlfcher Nechtsauskunftftellen UM Mischer Larleyenskassen für Mittelstand als ._Nr. 22 Seite 5 besonders erstrebenswertes Ziel an. Bezüglich der Organisation der jüdischen Wohlfahrt trat er für ein intensives Zusammenarbeiten der jüdischen Verbände ein um IMM MF MM Ul m MssM 2115 Reform im Geiste der Wohlfahrtspflege sah er weiterhin die gründliche Schulung der in der Wohlfahrtspflege Arbeitenden an, verbunden mit der Zusammenarbeit mit den Organisationen der Freien Wohlfahrt und der öffentlichen Fürsorge. Nach dem Vortrag, der sehr beifällig ausgenommen iDirrDe, ersmllklk m San&esoecbanbes, Herr D?. B i l* 3 i I, SM AösHgMSrMl llVSk das abgolaufene Jahr. In einer sehr lebhaften Aussprache wurden Anregungen und Wünsche besonders zur Durchführung einer guten Propaganda für den Landesverband oorgebracht. Es folgte ein Referat des Herrn Alex Benjamin-Frankfurt a. M. über „Die Entwicklung der. Wanderfürsorge im Bezirke des Landesverbandes". An diesen Vortrag schloß sich eine fo ausgedehnte Diskussion. daß es nicht möglich war, die übrigen Punkte U Sapesorteg zu MMM. M MWlUtzl fassung über, die neuen Satzungen des Landesverbandes mußten einer neuen außerordentlichen Mitgliederversammlung überlassen werden. Bis zu diesem Zeitpunkt führt ein geschäftssührender Vorstand unter dem Vorsitz des Herrn Rabbiners Dr. I. Horovitz die Geschäfte des Landesverbandes weiter. Mit oinom TlMWM. in Um kr Die MMW m Tagung zusammenfaßte und einige neue Anregungen gab, sowie mit herzlichen Worten des Dankes, vor allem an die Marbnrger Gemeinde, die die Versammlung aufs liebenswürdigste und gastfreundschaftlichste ausgenommen und bewirtet hatte, schloß Herr Rabbiner Dr. Horovitz die Tagung. Jim önmiDiinöra um ütn fisitftsmtranh - $res den f 9S. 9ßat. Nachdem bekanntlich der Preußische Landesverband das Züstandekommen eines Reichsverbandes jüdischer Gemeinden und Verbände durch - Ablehnung des vorgelegten bayerischen Entwurfes vereitelt hat, ist a>ls neuer Faktor der D e u t f ch - I s r a e ln tische Gemeindebund wieder auf den Plan getreten, um in seinem Nahmen vle des Reic^soerbanbes qu oerroirklichen. Am 22. Mai waren Vertreter des D. I. G. B., sowie der Landesverbände von Preußen, Sachsen, Anhalt, nebst Delegierten aus Hamburg, Berlin und Braunschweig zusammengekommen, um unter Vorsitz von Rechtsanwalt Salmger die Frage des Reichsverbandes zu beraten. Reic^soerband soll ber D. I. ©. SB. «»erben mit ber ÜJiaj}- gabs, daß der D.J.G.B. sich dann zusammmsetzt aus den Landesverbänden und denjenigen Gemeinden, die keinem Landesverband angehören. Nach Referaten von Justizrat Lilienthal und Jsmar Freund entspann sich eine Aussprache, die im wesentlichen zur Annahme folgenden Antrags Stern-Berlin führte: „1. Der Reichsverband ist ein Verband der Landesper ©emeinben^ bie {einem San« des perband äbgchörs». 2. Organe des Reichsverbandes sind: Der Rat und die Reichstagung, an deren Stelle für die Zeit zwischen den Tagungen der ständige Reichsausfchuß der Reichstagung tritt. 3. Mitglieder der Reichstagung werden in den Lanm Imm M tUIgsmsinüü (demokratisches) Wahlrecht zur Landestagung herrscht, von den Landestagungen nach dem Verhältniswahlrecht gewählt. In denjenigen Landesverbänden, in denen das nicht der Fall ist, bleibt die Art der Entsendung der betreffenden LandeskklsMMttttH überlassen." Der Antrag würbe mit errtero Amenbemsnl ®l^s mit 17 gegen 1 Stimme angenommen, worauf eine Kom- Wochenkalender. vom 4. — N. Juni 1937.1 vom 4. — 11. Siwan 5887 ZUMSlLg 4 1 l ÜX'TY sonntag 5 li'v 5 'w nmiv 21s Montag 6 6 vienstag er? 7 7 " '2 7111 Mittwoch 8 8 Donnerstag 9 9 n Freitag 10 10 5 Ssmsrng ll n f '=■r'is