Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 22 (2.6.1927)
- Date
- 1927-06-02
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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,Vei der der Eröffnung vorangegangenen Be- Uiung der K o mm i sf i o n zu m S chu tz e d e r nationalen Minderheiten lagen Memorandum gegen Memorandum; in der offiziellen Denkschrift des Sekretärs der Internationalen lunion, DtUBfinj 9ix die UeLe^^ri^t trägt: Neue ManlsbflllNvnkn des Anj e m t l i s m u s in Rumänien", wird die Lage der Juden in diesem Lande, unter Aufzählung ur# Anführung all der auch unseren Lesern wohlbekannten Fälle von offiziellen, privaten und studentischen Ausschreitungen und' Ueberfällen, genau gekennzeichnet. ffnll mit Sofumenien eirrmartbfret dslsgt und beglaubigt. Das rumänisch« moronbum bewegt sich in den bekannten antisemitischen Gedankengängen und kommt über die chauvinistischen Gemeinplätze nicht hinaus. Die Juden hätten im Kriege ihre Pflicht nicht getan, hätten sogar mit dem Feinde fraternisiert. Beweise dafür kann das Memorandum nicht erbringen, so wenig wie für die Anschuldigung, gilben |d^miebeiert Ijeitie rt’od> Komplotte gegen I Rumänien. Schlimm ist, daß bis V«rf«ffer I Memorandums Rabbiner Riemerower als Kronzeugen für die Unschuld Rumäniens und seine den Juden erwiesenen Wohltaten anführen. Und damit es gleich zwei sind, wird auch noch ein zionistischer Führer, namens Dr. Jacobson, genannt, der eines Sinnes mit Niemirower in. Qu brmrUm f«l, OIUhummm. mm mir ihm neulich an dieser Stelle anlreidelen, im <8e» gensatze zum Oberrabbiner Zirelsohn in Kischinew, in der Tat geredet hat, wo er lieber hätte schweigen sollen und geschwiegen hat, wo ein mutiges Wort am Platze gewesen wäre, aber daß er etwas gesagt hätte, was die Anklageschrift der Union in irgend etwas abschwächen könnte, t r i f f t n i ch t z u. Dr. Jacobson hat, wie der en^lisl^e ^Voardo^ Dspntiss" offiziell erklärte, überhaupt nichls Der artiges gesagt Vertreter und Verteidiger des rumänischen Memorandums war der Rektor der Vukarester Universität, Professor Pangrati, ein treuer Mitgänger und Mitkämpfer Cuzas für den rumänischen Ultramontanismus und gegen die Ju- Dcri; Lik ihm Dr. M a rgulies und Prof. Wischntak gsworbene Antwort hob sich in ihrer Schärfe von den gemäßigten und sympathischen Ausführungen Dizengoffs ab. Die von Herrn Dizengoff eingebrachte Resolution lautet: „In Anbetracht des Geisteszustandes eines großen Teiles der Mehrheitsnation in Rumänien, der von Agitatoren aufgehetzt eine gefährliche Aa ^ung gegen AttZähsvrZL ßinor Minderheit einnimmt, ersucht die Union der $4 1! S I l fl 81 i I Völkerbundligen den Völkerbundrat, Vorsorge zu treffen, daß der Traktat von Dezember 1919 betreffend den Schutz der Minderheiten, der zwischen den alliierten Mächten und Rumänien geschlossen worden ist, in die Wirklichkeit urngssstzt werde und daß den Minderheiten in Rumänien LZllr ZHutz gowätzit wirb/' Ueber diese Resolution, gegen deren' Annahme sich die rumänischen Vertreter stark einsetzen, wird das Plenum erst in der Oktobersitzung zu» entscheiden haben. Das Vrapbetenwork tW vlchke des Schewuoih^Festcs. Von Willy Wolf in Köln. Einst herrschte in den jüdischen Gemeinden die Sitte, sich in der ersten Nach-Berocho der Haftoroh bei den Worten: p*TXi nax vom Platze zu erheben, um den Satz zu sprechen: •jav ll'pi m ]öx: y»'n‘7 'x n nnx ]öx: j?-»s O’-ISIO nsö») r-blvb 12'^v ^1271 ■{ i yy Mi pi Diese Sitte birgt das wichtige Bekenntnis des Vertrauens zu den Propheten in sich, jenes Vertrauens, dessen Begründung im Herzen des Volkes gemäß 2. B. M., 19, 9 dem Zweckbereich d er sinaitischen Offenbarung an gehörte. Sprach doch Gott zu to» „Und damit sie auch auf dich für W vertrauert W8AU ITO Iw NüMM der xnb'2» bemerkt: „Aus dich und auf die Propheten,welche dir folgenwerden." DasSchewuoth- Fest bietet daher Anlaß, des erwähnten Bekenntnisses „Treu bist Du, Gott, unser Gott, tteu sind Deine Worte, treu Du Lebendiger und Beständiger, Dein Name und Dein Gedächtnis wird ständig über uns walten bis in die sichere, wenngleich uns verhüllte Zukunft" in besonderer Weise jvu gebenden. 3£m Erinnerungstage der Offenbarung am Swlli drängt $4) uns bev auf, daß es bedeutungsvoll ist, nach der Vorlesung aus der Tauroh aufs neue der Wahrheit inne zu werden, daß der gleiche Gott, der uns die Tauroh gegeben, aus dem Prophetenworte zu uns spricht. In dieser- Beziehung reden die N11VSN der bei- Wn Schewuoth-Tagc eine embrmglichö SpVflHo. Schicken wir zum leichten Verständnis voraus, daß die Gesetze der Tauroh in zwei Hauptteile zerfallen, von welchen der eine die Mischpotim, die Vorschriften betrifft, die auch vom menschlichen Standpunkte begreiflich sind und der andere sich auf die Chukkim, die Gesetze erstreckt, borm Mssken OrunD mit nimmer gu erfaffett vermögen. So hallett uns aus dem Munbg der Seite s Propheten Reden entgegen, die jedes reine Menschenherz unwillkürlich mitempfindet, Reden, wie die unvergleichliche nivs.i die von unseren Weisen für ffniKjn cm mnw ausgewählt worden, weil darin die werktätige, liebreiche Fürsorge für die Armen und Bedrückten als Vorbedingung für DtC Dur® Dkll fFiffl tTfryf6*6 art rennenden B/tjpjsIsn gefchMöN wirb. Ullv so sprechen in den Prophetenbüchern andererseits gar viele Kapitel von Dingen, die der Mensch ausschließlich otzr göttlichen Mitteilung verdankt, die ihm hier durch die Vermittlung des Propheten zuteil wird. Daß wir auch diesem Teile, obwohl wir seine tiefwurzelnden Gedankengänge nicht zu erschöpskli ftN^tande ^rnd^ mit demselben ANaße des Bertrauöns unv Der treuen Liebe begegnen, bes!?g^n wir am Schewuoth-Feste in seinen Prophetenabschnitten. Da lesen wir am ersten Tage, wie sich vor dem geistigen Auge des Propheten die Himmel öffneten, wie er Engel schaute, die am Gottesthroue den heiligen Dienst verrichteten und wie er den Flügelfchläg ihrer Schwingen vernahm, mir sklbst bei der W«hrnehmutig dtösöl' HkMMölsorsryöinung seiner weihevollen Sprache nicht mehr mächtig blieb und sich stummberedt aufs Antlitz warf, um damil gleichsam zu bekunden, daß vor der göttlichen Herrlichkeit alles Irdische in den Staub sinkt, wie er dann aber Gottes Stimme hörte, die zu ihm von den SSelengen feines Volkes rehete Ultb wie er Datmrö) wohl folgerichtig b«ß W Hm gewährte Einblick in die Regionen des Himmels Einleitung, Vorbereitung und Ertüchttgung für seine göttliche Sendung an Israel und die Menschheit bedeutete. Die überirdische Welt, die Gott dem Auge des Propheten erschloß, bleibt uns, so lange wir auf Erden weilen, verhüllt, aber ihre Schilderung ist uns nicht minder wahrhaftig, als hätte sie Dinge zum Gegenstände, deren Vorhan- Drnfqn wir 8M?ig?nfyf*Tild?cmUttg besagen vermögen. Und den ProphetenabschNitt des zweiten Tages möchten wir im Prinzip mit den Mischpotim vergleichen, weil er Momente betrifft, die dem menschlichen Verstände näherliegen, indem er den Siegeszug der Tauroh bezeichnet und auf Das Schmal Des MenschkMWs hrnrneifts der sich diesem Zuge hindernd in den Weg stellt. Daß auch solch eine Rede nicht der Phantasie des Propheten entstammt, sondern auf einer göttlichen Eingebung beruht, wird uns im Hinblick auf die n-ivon des ersten Tages besonders klar, und als wollte der Prophet selbst den göttlichen Ursprung seiner geisterfüllten Worte verbriefen, deutet er ihn am in Söli[8 an. (Sr auf jedes und jedes Wesen besonders sich richte, was uns leider im Lause der hastenden Woche so manchmal aus dem Bewußtsein entschwindet, aber an jedem neukommenden r\zw zu erneutem Aufleuchten in unserem Innern gebracht werden soll. Wir betrachten nun das rmixas des Sabbat- Klbbns4 Zllitt Vsrstflntznis iniln mir einen Blick werfen auf den H t r f ch'scheu Kommentar zu »Mini mipn M12» (Genesis. Kap. XXVI. V. 5). Nim braucht nicht, was natürlich möglich ist. von ni' abgeleitet zu werden, sondern viel näher liegt, bei gleich-grammatikalischer Richtigkeit, die schöne Auffassung der Ableitung von mn. gleichwie Y>Vn von *jVn* Da mn im Kal „einen Keim in sich a ufnehmen* beißt, fo heißt es im Hiphil Köim tn iemannen isgim den Keim des Wahren und ©Uten, Des ©affigen und Sittlichen, also lehren, mithin irrrm die von Gott geoffenbarten Lehren, mpn sind die unsere Sinnlichkeit beschränkenden Normen, (Zeichen der Milah, Speisegesetze), welche nicht dem Menschen e i n e n g e n sollen, sondern ihm das gebest wollen, was ihm eigens koinnrt. ihm gemäß ist. ihm frommt: f v n e s ä i xi m ützAtzpZh p», (von ppn). tm bekannten.^ri nw» ffiiSö endlich von mx kommend, in seiner Verwandtschaft „mit hüS: aus einen Poften stellen, wodurch derWille des Befehlenden inweitesten Kreisen gleichsam durch seineStell Vertreter verwirklich t wirdunddadurch gleichsam dessen Persönlichkeit den meitesten Umfang 2 n) 8 * ** ** — sind, m fl 11 o enonfeoon. ffillsi die Roachiden, zur H e e r e s f o! g e Göttss ver-- pflichtende Gebote als: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Menschenliebe rc. Im Zusammenhang mit unserem Sabbat-Kiddusch. der zumal den Einzelnen, wie oben ausgesührt, zur Heiligkeit heranführen soll, will das besagen, daß jeder Einzelne des jüdischen Volkes ausgenommen zu werden fähig ist, jeder Jude mit den sittlichsten Gebrechen, wenn er sie nur ablegt» jeder Nichtjude, UUCD Der MMM^WuMener. auch der Arnalekittersprotz. wenn ei nur mit ansrichtiqn Gesinnung RU Pflichten der Thora zu übernehmen in ehrlicher Ueberzeuguug bereit ist. Anders steht es hierin mit Ausnahme von ganzen Völkern ins Judentum, was niemals geschehen wird in dem Sinne, daß es überhaupt nur und ausschließlich Juden aus Erden geben könnte. Wenn der Erlöser kommt, wird das Efauvrinzip der Unmoral und Gewalt und das ®ßttIeuflnßnDe„ ©oßenDtencrnnn M«s gufhöreris nicht äUfhorsn avsi weiDrn uuD ntffit affi' hören sollen die anderen'verschiedenen Völkerschaften, sofern sie nur die sieben noachidifchen Gebote halten. Alsdann werden (stehe die mit dichterischem, ja prophetischem Hochflug geschriebenen Stellen S. R. Hirsch's zur Neumond-Haft o r a h '»rvv I e s a i a S, Kap. 66) die Söhne gjMm oiia m JtDDaninr güsksiMst urtb die übrigen DölÜSk. -re ^Siflvls DWemnng erkannt habend, es selbst in ihr Land zurückführten, zu Gottesstreitern „Israeliten" werden und sogar ..Leviten" aus ihren Reihen zum Dienste des „Priestervolkes" stellen. Und die Völker werden, so wenig sie auch dann mit uns die Sabbatseier werden begehen können, dennoch an Diesem sjlkl Sw SMSkst gfs^r^tliche» Etttwicke. lunq Der MmscMMl rnggeTamt paH Jerusalem hinauswallen, um am Laubhüttenfeste zusammen mit den Juden Gott zu dienen, dem Gotte der ganzen Welt, wie er uns stets vorgeschwebt hat — niemals hatten die Juden einen nationalen Gott, stets stand ihr Altar Allen und Jedem offen —, der als Gott..Zebaoth" (nnx) in allen Menschen seine ihm gleich lieben, nur aus verschiedenen Posten stehenden, (siehe oben,mx »ms «nx) Kinder erblickt Mir Dieser in K«lsr. XIV. iensest-Hastarah. geschilderten welthiftorrschen Bedeutung des Sukkuth-Festes. wo Israel weiter als auserwähltes „Menschheit-priefterliches Volk" auftritt —. obwohl zusammen mit der Gesamtmenschheit jedoch in vorder sie Reihe gestellt, vestehen wir. warum wir, heute und immer, am Feiertags-Kiddufch zwar »121 122 -,m "WK. aber nicht 'im ump nffX zu sagen die Einrichtung &A&«. ßiniDieDerum an QaDDai m~\p iM, aber nicht hdi 142 nro nrn* D^ttst, um es zum Schluß noch einmal kurz herauszupräzisieren, nach Ankunft des Mofchiach wird von den Feiertagen einer weniger gefeiert werden, nämlich das Paff a- F e st, also keine Unwandelbarkeit hier am Jomtow, wie beim Sabbat; ferner wird ein Fest. Sukkot, g enteittfam ntt£ den fremden Völkern be- 8ffn8?n roertert. alsfl flW 8üinkllM BOlllÖ QUf Die Juden begrenzte Ausichlleßüchbeit wie tzsittl lssßSflt, andererseits wird trotz Versöhnung der Gesamtmenschheit mit sich und mit Gott die Au s e r wä h l theit des ..erstgeborenen Sohnes" sortbestehen, indem die Juden trotz der gemeinsamen Hüttensestseier in priesterlicker Bevorzugung dastehen, während bei der Sabbat-Feier der Nichthebräer 4üiiams üDoiDannt Mit) ffisll ln mm eir gteichenbe ..Aschek-bSchS2-b5NU-!BWeWng" gMklll wird, oder — aber, wie gesagt, nur als Einzelner L fi