Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 21 (26.5.1927)
- Date
- 1927-05-26
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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26, Mai 1927 Der Israelit Nr. 21 Seite 5 jfi* Hülfe & Zf Orfhozenfrisdie Kneifep-Qes. ]|| Fpankfupi am Main III ([{ Opepnplafz. II! Unsere Hohtglaser Marke 0. Z klares Sehen In jeder Richtung fQr arbeitende u. für schwache Augen das Beste, Das Paar v. M. 5. — an. überbrücken den Tränenkanal, sind unauffällig, ohne lästig, Druck und fallen nicht herunter Dieser Kneifer vonM.3.— an. IJitssfs 0. 2. Bf 1 löfl Pö p Geschenke Gehe stets zum IsTTdN sien Hasenn |i “ •“ Qpernglaser, : imm und rücken frei von jedem Feldstecher, nicht zum Druck, ein ausserordentlich bequemes Barometer, Schmiedchen. Tragen. Eine solche Marke O. Z. ein altes aber Brille kostet M. 7.— in allen Preislagen wahres WoH. Wir sind Spezialisten, wir beraten und bedienen S e als solche. Pflichten erfüllt, ist vollwertiges Mitglied der jüdischen EMMWU Dmm trstßt W W aaer Bestrebungen, die Stammes-, Volks- oder tt-fltlOUßlß All« geh'örigkeit an die Stelle der Religion zu setzen oder für gleichwertig mit ihr zu erachren. Pflicht jedes Juden ist es, sein religiöses Bekenntnis in seiner Lebensführung, sowie durch Teilnahme an jüdischen und allgemeinen Gemeinschaftsaufgaben zu betätigen und überall da, wo Juden wohnen, für ihre geistige und materielle Hebung und für Wiedererweckung MM Mippföf WW Oä fcmi ::r fl gefestigte, ihrer selbst bewußte Glaubensgemeinschast wird imstande sein, beispielgebend unter den Völkern zu wirken und die ihr von der Vorsehung zugewiesene Sendung in der Menschheit zu erfüllen: das Gebot der Erhebung zu Gott,, der Nächstenliebe, der Gerechtigkeit 1IIID W M8M M T " Delegiertentag des deutschen „ANsrachi". Berlin, 19. Mai. Am 15. und 16. Mai fand in Berlin der diesjährige Delegiertentag des Misrachi statt. An der Tagung nahmen 36 Delegierte, die die Gruppen Berlin, Breslau, Chemnitz, Frankfurt a. M., Hamburg, Köln, Königsberg, ß-erpgtg, QJiüntfjen, 9ßiesE)Ctben Utth biß andsiM MisrachiLrwgruppen veNraten, tell. 8er Vorsitzende des Zentralbüros, Dr ,Oskar Wolfsberg- Berlin, eröffnete die Tagung und erstattete den Bericht des Zentralbüros über die Arbeit des verflossenen Jahres. Im Anschluß an die Antwerpener Tagung des Welt- Misrachi, auf der Deutschland mit fünf Delegierten vertv-et-err mar, mürbe die Arbertsgerrleinschaft NTtSl^achlftlfchsr DerbüMs gegründet, deren Leiter der deutsch? Msrach! ist. Nach Berichterstattung der Kommissionen hielt Dr. Nab in ein Referat über das Erziehungswerk des Misrachi und forderte, die Verwaltung des Palästina-Schulwerks solle auf neuzubildende Schulorganisationen übergehen. Er legte eine Resolution vor, daß h-er deutsche Misrachi beider Zionistischen. Weltorgani- IfltiPTT ww| bitte 35 e rji.a it!» l^g nn g m » I X 4 i*. 81 A ll D ll hinwirken solle unter geTenfettiger Unterstützung und Förderung in Bezug auf das gesetzestveue hebräische .Schulwerk in Palästina. Es wurde eine Resolution gefaßt, in der das neugewählte Zentralbüro ersucht wird, diese Fragen in den Ortsgruppen zur Diskussion zu stellen. llnguvn Das Ungarische AbWMtzetzuhaus bestätigt den Numerus Mmsus. : 95 udapest, 15. Mai. In der gestrigen Sitzung des ungarischen.Abgeordtteteühctuses. in ber der Kultus- Und UntSkrichtsetat bö- MNdklt ward?, der veutotr« tische 31l>Fec>r Allels Benno Fabian den Antrag aus Abänderung des Gesetzes pom Numerus clausus. Er begründete diesen Antrag in einer sehr temperamentvollen Rede, in der er, wie schon mitgeteilt, zunächst daran erinnerte, daß zahlreiche Abgeordnetenkandidaten der Regierungspartei vor den Wahlen gegenüber den jüdischen Wählern fortwährend betont haben, Ministerpräsident Graf Bethlen habe, die " jTTf 3tumerus ctoujns a lt 3 uf> e b e rt , doch könne sr dies nicht tun, weil chm hierzu die uotweuvigs große Mehrheit fehle. Heute, fuhr Abg. Fabian fort, da Gras Bethlen über eine Mehrheit verfüge, wie sie ein ungarischer Ministerpräsident noch niemals besessen Hobe, werde.wohl kein Mensch behaupten können, daß es ihm an der Kraft mangele, den Numerus clausus aufzuheben. Zum Schluffs seiner Ausführungen empfahl Abg. ^ys^eudeu Äesolutrausautrab zue ösullähllläl „Das Abgeordnetenhaus erklärt, daß das Gesetz vom Numerus clausus, in dem es sich um Rassen und nicht um Glaubensbekenntnisse handelt, sich auf die israelitische Konfession nicht bezieh e." Unterrichtsminister Graf Klebelsberg erklärte hierzu u. a.t „Ich muß dis Beschuldigung jedes Meinungswcchfrls guriickw?is?n, w?if ich sowohl be! her Ab, stimmung über das Gesetz vom Numerus clausus, wie ich auch bei meinem Amtsantritt aber auch seither bei ' . .. - ■-Jf U'T-- w- £*er-crrti:geri ßö^ung g« fein; linier b-en gegebenen 5ßerhlllMissm Din ich aber Derjevt nicht in der Lag?, di? Berlin. Ende-Mai tagt ün. Berlin die Internationale Ulvan,der Bölkerügen. Wie man hört, wird das Gen-eralfekretariat der Union ■einen Bericht ü l> e r h t fr Lage der 9u * 1 00 j.. Iurolay den in Rumanlen vorlegen. — Infolge einer Sondernummer gegen den „jüdisch-marxistischen Polizeiterror in Preußen" (No. 110a), wird der „Völkische Beobachter" laut einer Verfügung der Polizei in Berlin bis auf weiteres verboten. Die Exemplare dieser Nummer sind beschlagnahmt worden. — Der frühere Mklkl 8811 LMM erhielt weg en B eschimpfung Nachen aus vom Schöffengericht zu Oldenburg drei Monate Gefängnis zudiktieri. — Am 19. Mai wiederholten sich in verschiedenen Straßen des Berliner Westens nationalsozialistische Ueberfälle auf jüdische Passanten in erhöhtem Maße, so daß Ueberfallkommandos, an einer Stelle sogar unter persönlicher Führung des Polizeipräsidenten, einschreiten mußten. Leipzig. Theodor F r k t f ch , der irrt Prozesse SOBar&urg vier 9Jio« Gefängnis guhUUerl befattt, tourte 2Iro[. aufschub gewährt, unter der Bedingung, daß er eine Geldbuße von 1000 Mk. entrichtet und sich für die Zukunft einer besseren Führung beiieißigt. — Zum Danke däfür wird in einer der letzten Nummern des „Hammer" die Ausweisung für den „polnischen Juden" Einstein verlangt. Skuttaart. In der Ausstellung der 'MM für IM!Ti eine fntörefsamo Sonü ergiuppe Der Zentralw o h l s a h r t 5 st e l l e der deutschen Juden eingerichtet. Beukhen. Beiden schweren Ausschreitungen polnischer Nationalisten in R ü b e n i ck lOberschlesien) aus Anlaß der Gsmeinderatswahlen wurden auch jüdische Bürger mißhandelt. Magdeburg. Landgerichtspr^sident Dr. Löwenthal, dessen ruhige MID DDsKlMk SSilHn« kff U^^llfger-^rsoerfianDfiJFqen. gegen Schröder ftuo&ei &?* kanntlich die völlige Unschuld des Fabrikanten Haas an den Tag kam) allgemeine Anerkennung fand, erhielt eine „Mahnung" vom Oberlande-iaerichtsoräsidenten in Naumburg. Diese unerklärliche Mahnung war Gegenstand einer 5intervellation im Preußischen Landtage. Auf Veranlassung des Justizministers wurde die ..Mahnung" zurückgenommen. Weimar. In einer Anklage wegen Landfriediensbruchs ermm Mg Mmror MDffßiiQmffn i'aft her Ausdruck „Judett^publik" nicht als Beschimpfung, sondern als K r i t i k anzusehen lei und sprach den Angeklagten frei. Manndem verstorbenen Landgerichtsnräsidenten a. D. Dr. Stein ist der erste jüdische Landg'erichtspräsident in Deutschland ämtierie als fotcfier bis jL924 ttt 9Üt«rr,ieim. §o Ler SB l[ i 1 e d) a p e f» Kunstga t e r i e wurde eine große Ausstellnna iüdiscker Kunst und jüdischer Antiquitäten burch Sir Herbert Samuel feierlich eröffnet. Die. Ausstellung zeigt in imponierender Zahl revrüsentative Arbeiten berühmter mdischer Künstler. Moskau. Die jetzt in Charkow tagend» Konferenz der jüdischen Kolonisationsgesellschaft ..Ozet" in der Ukraine beschloß, eine dreijährige Steuerfreiheit für alle jüdischen Neujteöfeir in S>er Ufraine birr-cfj^ixfeijjen. Bis dir nur socc^eu Aokoot^eo gewährt, die in Kooperativen organisiert waren. — Zwei Kolonien im Kreise Cherson erhielten die Namen „Felix" und ..Warburg", zu Ehren des Herrn Felix M. Warburg, der dort dieser Tagemit einigen anderen Herren »om .Joint" weilte. InNowoiaSaja legte Warbura einen Gründst-ein zur ersten jüdischen M i t t e l s ch u l e für den Umkreis. Daris. Hinter der.- Bahre des verstorbenen Ehren- »üTOh&H M ..DököMM iWMVnFlvMs [olbaiert In s?i-ankr-erch", Tärlü 6 k l r g . glngen 60 000 Menschen her. Trauerreden hielten der Oberrabbiner und der Advokat Henri T o rr e s, der Verteidiger Schwarzbarts x..j Abänderung des Gesetzes zu beantragen. Das Kabinett Dellen hui wi^chzlt svkläük. dütz M Die IDänOeiung, bezw. Revision dieses Gesetzes gegebenenfalls für wünschenswert halte. Hinsichtlich des Zeitpunktes wurde keine feste Erklärung abgegeben, sondern bloß bemerkt, ua& dis materielle Lage der breiten Schichten der Mittel- {lei, erst ftuieil lUsse^ MsiU DlösL W\Ml klasse ihre eigene Zukunst und die ihrer Kinder durch oie Abschaffung des Numerus clausus nicht mehr bedroht sehen soll." Abg. Dr. Fabinn: „Dieses falsche Spiel ist uns bekannt!" (Der Vorsitzende ruft den Abg. Dr. Fabian zur Ordnung.) Der Beschluhantrag Fabians wurde hieraus abgel/b n t. (Siehe Wochenrundschau.) Itolcn. Rabbi Abraham Siebenberg Vsn. Warschau, 16. Mai. Rabbi Abraham S i e b e n b e r g, eines der ältesten Des S25ar|c^azieir 9tabbinaisr ist, t)ötrstarben. 40 Jahre lang bekleidete er die Nabmnerstelle in Warschau und genoß wegen seiner hohen Gesehrsamkeit großes Ansehen. Die Nachricht von seinem Ableben hat unter der Warschauer jüdischen Bevölkerung tiefe Trauer geweckt. y"'T. Die Gemeinderalswahlen in Warschau. 8V o r f a u , 20. SDlrl. Dis Gemeindsratswahlön finden Eonniag den 22. Mai statt. Nebst dem vereinten jüdischen Block, der die Aguda, Zionisten, Klein- und Groß-Kausleute und Handwerker umfaßt, bewerben sich noch elf jüdische Listen um Mandate. Diese große Zersplitterung gefährdet selbstverständlich den Erfolg des jüdischen Blocks. Unzufriedenijill ffbtzbu die ^ioui^teu, die roofjl »sftzrell tn den Black singsirotM sind, aber es nicht verhtnvrrn konnten, daß die zionistische Intelligenz der „Hithachduth" Gefolgschaft leistet, wie die Zionisten m Praga (einer Vorstadt Warschaus) gemeinsam mit den Assimilanten selbständig vorgehen. ®os (Etgebms bev <s>tabivnittfai)ten in Warschau. SJf 23. ÜSIai. Das Ergebnis der gestern durchgesührten Stadtratswahlen in Warschau liegt nun vor. Es wurden 329.000 Stimmen abgegeben, davon entfielen auf den Bereinigten jüdischen Block 39.000, auf den jüdischen sozialistischen „Bund" 20.000 Stimmen. Bon den 120 Mandaten erhielt derjüdischeBlock15, der „Bund" 7. Im allgemeinen hat sich das Ergebnis zu Uno u n rt b n Dgr mm unn Dir MWMAMNM nr schoben. Die Agunoth-Frage. Warschau, 15. Mai. Dienstag und Mittwoch den 8. und 9. Jjar fand in MssMll Siffö wlMlgg ZlWllll M CMllllM DCS binerverbandes statt. An her Sitzung haben fast alls Mitglieder der Exekutive teilgenommen. Hauptgegenstand der Tagung bildete das Problem der Agunoth, das noch immer einer befriedigenden Lösung harrt. Auch Schmiroth Schabbos und Erziehungsfragen standen zur Beratung. Es wurde beschlossen, ein ständiges Aguna- Amt einzusetzen. &ttntamcn» Die rumänische Unabhängigkeit und die Juden. Bukarest, 13. Mai. In der Festsitzung des rumänischen Parlaments zur Feier der 50jährigen Unabhängigkeit Rumäniens verlas auch der Antisemit Cuza im Namen der „Christlichen Liga" eine Deklaration, in der es heißt: Wir müssen M LWNg WsWtzisij be" Rutuüueo' Na. Ilonalistöj-ung bcU« EtSSkö unv tzinausbrünsiung \m pas rasitären Elemente ist die Ausgabe des heutigen Rumänentums. — Von jüdischer Seite wurde entgegnet, daß einer der Helden der Schlacht bei Grivitza, die die Unabhängigkeit Rumäniens entschied, der Jude M. Brociner war, der noch heute lebt und den Obersten-Rang Mm. Broancr mar kttMfflW &fr «rid Vertraute ber verstorbenen Kött'tgitt Elijübzfh (CükMM Sylva).