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Der Israelit · 1927-05-26 · Heft 21 (26.5.1927) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 21 (26.5.1927)
Date
1927-05-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sette 4 Nr. 21 i. i dem Verein der Leiter und Leiterinnen jüdischer ErziehmigMstalten Deutschlands erhoben worden, und auch her Äerem tzal sich mit b«r Arog^ ber ||R2| l)sims lies ofiertn {«{tljäjügt Es stehen aber der Schaffung eines Heims in der heutigen Zeit Schwierigkeiten entgegen; einerseits fehlt es an Geld zur Begründung, vor allem fehlt es an geeigneten Erzieher-Persönlichkeiten. Sawady empfahl daher vorläufig die Errichtung von Erziehungsberat ungsstellen, an welche Kinderhorte anzuschließen wären. Solche Beratungsstellen sind mit oder ohne Heim notwendig. Dies beweist am sindringliflDTlcn per Dor rurip MUMM MM M WiWn Kinderhilstz, *) dis in ihrem beilpädagogischen. Ambulatorium in der Zeit von 1923—1925 in 89 Sprechstunden und 287 Konsultationen 116 Kinder beraten und behandelt hat. (Siehe auch Nachrichtendienst der Zentralwohlsahrtsstette August/Oktober 1926, Seite 3), Die Ausgaben dieser Beratungsstellen sind nicht nur die Beratung der Eltern, die Verbindung mit der Schule und die Beobachtung und Beeinflussung der Kinder, sondern auch die gutachtliche Aeustsrung. falls mtsnsivers WM»««, I fi. K lImSÜWEM «. forderlich sind. Die wichtigste Aufgabe der Beratungsstelle aber ist und bleibt die ständige Verbindung mit den Eltern. Neben der psychotherapeutischen Tätigkeit hat die Beratungsstelle auch die Aufgabe der Sammlung wichtigen Materials, das Veratungs- und Wohlfahrtsstellen sich gegenseitig zur Kenntnis bringen foltert. Die Beratung hat nach der Meinung Sawadys auszugehen . , 1. von dem Psychiater, dem ein Kinderarzt Ar Seite stehen muß, 2. von dem Heilpädagogen und 3. von der heilpädagogisch ausgebildeten Fürsorgerin. Alle drei müssen Hand in Hand arbeiten und sich gegenseitig beraten und ergänzen, In der Diskussion über dieses Referat wies vor allem S a fc b f n e r 35 r. ^oropi^j |r«nt j#f t a. M. vmuf hin, öaß Die Dinge aus Dem Gebiete Der Psychopmhenfürsorge besonders schwierig liegen. Er glaubte vor ungefähr 15 Jahren, daß mit einem Psychopathenheim bezw. mit einer jüdischen Abteilung, die einer interkonfessionellen Anstatt angegliedert wird, das wesentliche geschehen sei. Damals hatte er einen recht erheblichen Betrag für ein derartiges Heim gesammelt. Inzwischen hat er sich, je länger er sich mtt der MlM Dtr Ms» für MklMM MlMlllWWM hat. Desto mehr Davon übseMgt, Daß Diast Frage eine der schwierigsten ist, die es zü lösen gibt. Vor allen Dingen weist er darauf hin, daß nach neueren Forschungen auf dem Gebiete der Heilpädagogik 9 verschiedene Gruppen von weiblichen und 5 Gruppen von männlichen Psychopathen unterschieden werden. Fast alle diese Gruppen kommen mehr oder weniger auch bei jüdischen Jugendlichen vor. und fast für jede dieser KMMieu m eine Mve« ManDluna MMNW. Mi Der einen ist Diese, Sei Der anderen jene Art von Anstalten der gegebene Weg; wieder andere Psychopathen gehören überhaupt nicht in die Anstalt .Bei dieser Sachlage können rein jüdische Anstalten allein uns einer Lösung nicht näher bringen. Zu den angegebenen Schwierigkeiten kommt die Frage der Berufsausbildung hinzu, sie ist das wichtigste in *) Heilpädagogisches Ambulatorium (Bericht für 1923-1925) non Pros. Dr. mcb. F. ©<ä»necrfort, Poliklinik M MsÄK kleines Feuilleton. AttftvKxfsl Flieh lähmende Geselligkeit! Ergieb dich der Beschaulichkeit Und der Betrachtung der Natur. Sie zeigen Dir des Schöpfers Spur. Gemüt, sei weich und ehrfurchtsvoll l Der Allmacht spende Dankeszoll Wenn auch die schwache Kraft nicht reicht, Au rühmen Ihn, dem keiner gleicht. Wer Gott nicht liebet, weiß es nicht, Dnh 3Bontte blüht S5anfees^|Itd^t. ’ Gleichviel, ob sich b«? TU« f«hM, Ob Weihgesang die Lippen dehnt. Die schalen Freuden, untergehn, Doch Gottverehrung wird bestehn! Sie führet, wie in goldenem Traum, Zur Ewigkeit im Weltenraum. Laßt wach uns fein, doch traumentrückt! Bis uns das Paradies entzückt, Bis feierlich der Ruf ergebt: „C8 Dauer ©mm MlMM«. F. M. Rabbinische Geschichten. Bei Gründung des Robbinerseminars in Wilna waren bekanntlich die Führer der Aufklärung, deren Werk das Seminar war, eifrig bemüht, den gofeie^n Tiilsnttr 8ll öfs smm XP*. Der Israelit 26. Mai 1927 der ganzen Heilerziehung. Während aber normale Men- Ichen sich tuinpittfid) für eine größere Reihe von SB«ruf«tt -eignere, fommt für einen - 3}fnibppat6en Oft nur i i •! * i in Ti)) r ) ein einziger, bezw. ganz wenige Berufe in Betracht. Nur eine größere Anstalt mit vielen Handwerkstätten und Ausbildungsmöglichkeiten - kann hier Aussicht auf Erfolg bringen. - " Horovitz glaubt daher, daß zu erstreben sei, jüdische Abteilungen an die besten dazu geeigneten allgemeinen Anstalten anzugliedern, ähnlich, wie es der Hessische' Landesverband für jüdische Wohlfahrtspflege hei der HsllLrzishurrgsarestalt (EaImenf>of Idstein i. Eaunus ge» MHt W- Eilllommilflö« non ffc fen, welche Anstalten in Betracht kommen. Für kleinere Kinder, bei denen eine eigentliche Berufsausbildung noch nicht in Frage kommt, könnte und müßte eventl. eine eigene jüdische Anstalt geschaffen werden, zunächst für diejenigen Kategorien von psychopathischen Kindern, die unter den Juden besonders stark vertreten sind. Vorläufig aber fehlt es an Lehrern. Alles muß geschehen und alle Organisationen müssen zusammen wirken, daß wir endlich dazu kommen, wirklich geeignete Persönlichkeiten für diese große und wichtige Ausgabe pnp®M. um W M» SÄ Sau nicht viele Lehrer findet, die geeignet und gewillt wären, jüdische psychopathische Kinder bei sich aufzunehmen. Ebensowenig, wie wir eine geeignete Anstalt haben, können Familien benannt werden, die solche Kinder bei sich aufnehmen und heranzubilden in der Lage sind. Das größte Gewicht ist daraus zu legen, daß die zukünftigen ■Qefyrer urtb Lehrerinnen auf ^eil^äbagogijcffern <SeE»xet nus das sorgfältigste theoretisch und praktisch ausgMldei werden. Das Letztere ist nur möglich an interkonfessionellen Anstalten. Nach Meinung von Dr., Horovitz könnte viel Unglück verhütet werden, wenn Eltern und Lehrer sich mit allen Errungenschaften der modernen Psychologie des Jugendalters vertraut machen würden. Wie das große Werden der Schöpfung, so beginnt alles Werden der Kindesseele mit einem Chaos. Viele der Edelsten und Besten verkommen und gehen zugrunde, weil ihnen dis liebreiche Hand fehlt, dis sie führt und W MW, zu sis aujfäraiu ümm nur kr HM geigt, daß dieses Chaos die Vorbedingung ist für alles Wachstum und sie ehrfürchtig aufblicken läßt zu dem Geist Gottes, der über den Wassern schwebt." Auch die weitere Diskussion über die Fürsorge für jugendliche Psychopathen brachte mancherlei Anregungen, die zum Schluß in nachstehenm OTBüitiontn gusllMMiMsaU mcrDen, Deren Durchführung sich die Zeniralwohlfahrisstelle bezw. die Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Gesährdetenfürsorge" angelegen sein lassen wird: 1. Durch Sachverständige auf dem Gebiete der Psychopathenfürsorge soll geprüft werden, wo eventl. an interkonfessionellen Anstalten jü- -Wx AftMluiMn angegitcDert werben können mW in welcher Art jüdische Anstalten erfsrderltch sind. 2. In jeder größeren Gemeinde sollen möglichst Kinderhorte zur Beobachtung und Anleitung von psychopathischen und schwer erziehbaren Kindern eingerichtet werden. 3. Für die rechtzeitige Erkenntnis psychopathischer Veranlagung ist die Errichtung von heil- Verälnngssi^üsn 47 Bleidenstraße 47 (früher: Grosse Eschenheimerstrasse 3) SPEZIALHAUS iii Näh- und Stick-Seiden T HandarbeHsiGarn«lif|is(lerAi4 raiungsftellen) erforderlich, welche die Indikation für die m Frage kommenden Maßnahmen zu geben haben. 4. Die heilpädagogische Ausbildung von Erziehern, Lehrern und Wohlfahrtspflegern in Anstalten und durch Kurse soll ideell und materiell gefördert werden. Neuerdings ist erfreulicherweise die Frage der Mslllgv für WWW WWWW W W Kreise des Wohlfahrtsausschusses des Preußischen Landesverbandes behandelt worden. Mit Rücksicht auf die große Bedeutung einer umfassenden Fürsorge für psychopathische Kinder und Jugendliche bittet die Zentralwohlfahrtsftelle m SkukWn öuBtmifjr MMW MMW unD Anregungen zur Lösung der erörterten Fragen entweder mitzuteilen oder sich in der jüdischen Presse darüber zu äußern. Uonezpomlenre» * ßaebriebten. Ve«t§che» Reich. Liberales Judentum und Zionismus. 8,r!Uf 19.!DU Der Vorstand Der „Bereinigung für Das liberale Judentum e. V." hat sich in seiner Sitzung vom 8. Mai„ an der Vertreter aus den verschiedenen Teilen des Reiches teilnahmen, mit dem Verhältnis des liberalen Judentums zum Zionismus befaßt. Nach eingehenden Beratungen wurde, gegen eine Stimme, von allen An- MscMu li. ll. mit Zustimmung Dor ßorron NllDDMM Di*. lßdd<f, Seltgmamt unb Bogelstein — sotgenbe Resolution angenommen: „Der Vorstand der „Vereinigung für das liberale Judentum" erblickt in der Religion die Grundlage und das Wesen des Judentums. Entscheidend für die Zugehörigkeit zum Judentum ist das Bekenntnis zur jüdischen Religion und die Erfüllung ihrer Pflichten. Wer seinen Glauhsn rvschsslt, scheidet aus b-er jüb-if4>en ©ereietref4>af£ aas-j wer pH fjWf fN-ffsysN SskNglvN SkleNNl UND töftT zu stellen, um mit diesem populären Namen der Institution die nötige Autorität zu sichern. Da Rabbi Israel ablehnte, brachte man es an höherer Stelle fertig, den Rabbi zur Annahme des Amtes zu zwingen. Damals llüchtete Rabbi Israel bei ktgst Hilft Mftkl 8H3 ffiiüia IHM aimi mi m Grenze nach Memel nnd Königsberg. Einem russischen Freunde, der ihm darob Vorwürfe machte und zu bedenken gab, ob nicht das Rabbinerseminar unter seiner Führung eine andere Entwicklung genommen hätte, erwiderte er folgendermaßen : „Ihr habt vielleicht den Unterschied gemerkt zwischen einem Raw und einem ..Doktor- (Arzt) in Rußland. Kommt eine arme Frau mit einer Schaaloh zum Raw. so steht er mitten im Essen auf. forscht und grübelt nach, wie man ohne DMM otani Maffia unD Tein ©rannen mq öimon Beute vor Schaden bewahre. Einer reichen FamMe gegenüber läßt er sich mehr Zeit und ist weniger ängstlich nach der erschwerenden Seile. Wie macht es aber der ^Doktor?" (Trifft natürlich nur für dort und damals zu. Die Red.) Er beeilt sich gar sehr, wenn er von einem Reichen bestellt wird, geht wieder und wieder hin und läßt sich die sache sehr angelegen sein. Wird er von einem Armen gerufen, so läßt er sich Zeit und istehrmals bitten. Der Bringt tfjrrx nie^t eiflj?^«i fssin? Ml«, Woran liegt das 7 Der Navvtner hat in feiner Jugend zunächst gelernt und wieder gelernt, ohne an den Rabbinerberuf zu denken. Er lernte aus Liebe zum Lernen, zu Gott und seiner Lehre. Erst später, nachdem er Talmud, Dezisoren und Mussar in Fülle in sich ausgenommen hat. wird er von alten, erfahrenen Rabbinern, die den gleichen Weg zurückgelegt haben, für würdig befunden, als Nllvöiller zu iDtrKen. DA „Doktor- DlMllra begann sein Studium, um „Doktor" zu werden, auf gut gebahntem Wege, an dessen ^Ende Ehre und Reichtum winken. Er strebt von Anfang an diesem Ziele zu.. Kein Wunder, daß seine Wirksamkeit auf diesen Lohn anaetegt ist. Jcb gebe midj unb meinen Namen man Dam Der. Das kbdbihoi auf bis. MM QBstu eine Berufsbildung erhallen, daß sie dann für die Reichen und Vornehmen wirken." - a m Rabbi Naftali aus Robfchütz hielt auf seiner Durchreise in einem kleinen polnischen Städtchen bei Miliz. Die jüdische Gemeinde zählte nur zehn Männer, besaß eine Synagoge und einen Friedhof. Gut gelaunt, ftagte er den etwas einfältigen Schames: „Es ist bodj nicht verständlich, roozn Ihr SynagügL!!«B WMHzf NLllcht. Bleikt Zhr alle «rn Leben, so braucht Ihr keinen Friedhof. Stirbt aber, was Gott verhüten mag, einer, dann habt Ihr ja kein Minjam mehr und braucht keine Synagoge*. „DenFriedhof", antwortete der Biedere, „brauchenwir für die Fremden . . ." | i PalästinensifcherLHumor._ @tüDirötgiDöQltn in 3nmairai Ml? tm iüMTffiei Wähler Muter Den chm wenig fernpatifchen Namen des arabischen Kandidaten, für den nach der Wahlparole gestimmt werden mutzte, noch die in ihrer Bedeutung wohlbekannten Buchstaben Was soll das?" ftagte der arabische Stimmenzähler. ^Soll heißen", antwortete der jüdische Wahlbeamte schlagfertig: nw naa w «WK, (Äsrnorvoth im „Docrr Hajorn" )

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