Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 21 (26.5.1927)
- Date
- 1927-05-26
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 21 Seite 3 6 Mai 1927 D e r I s r a e l i t Stellen hervortretende Bestreben Hirschs, nachzutuetfen, wie die traditionellen Abteilungen und Mifflitatlonenökk mMUHkn hermeneutrsch beMttdet werden können? Nun, auch dann ginge es mit Wunderdingen zu, wenn unsere vor der Gemoro sitzenden Jungen usw. in einigen gehobenen Augenblicken das begriffen, wozu einS. R. Hirsch nur auf dem Umwege eines ernsten Studiums von vielen Jahrzehnten gelangen konnte! . (Forts, folgt.) P?9$i?nrunbf. Numerus clausus. In Budapest gibt man den Numerus clausus offen zu. Im Abgeordnetenhause erklärte der Kultusminister unter Berufung auf den Ministerpräsidenten, daß eine Abänderung der Bestimmung, welche in der. Praxis auf die Rationierung Üߥ JÜÖtftfjßtl @tilDtanD?n WllUZgW. NW zu erwarten ist, als bis eine Nevisiott dss gssamten Gesetzes durchgesührt ist, woran aber noch nicht zu denken sei. Als jüdische Abgeordnete etwas scharf diese Praxis unter die Lupe nahmen, spielte der Herr Minister den Entrüsteten und meinte, gerade dieser scharfe Ton würde eine Kursänderung zu Gunsten der Juden verzögern öhcr ÜMSM RSchM. lifltl fBimt DQ8. Schweigen die Juden, so akzeptieren und sanktionieren sie den Zustand, und alles ist in bester Ordnung, schreien sie, dann haben sie es sich selber zuzuschreiben, wenn alles beim Alten bleibt. — -- Ungarns Dr-Mn Mm irinfFfl?!* mitSof*wnb patriotischem Empfinden, das das Ansehen des Staatsganzen über eigene Interessen stellt, sich eine Einmischung von außen in Sachen des Numerus clausus verbeten, nicht zuletzt im Vertrauen darauf, daß der Kampf um die Gerechtigkeit und Lernfreiheit im Lande selbst, innerhalb der von der Verfassung gewährleisteten Gleichberechtigung aller Konfessionen, ausgekämpft werden kann. Ms« p DfllMB DififB DOfHUJg MM Bcr.im: garlschsn Juden ans Ausland!n Ungarn wohlwollend registriert, zugleich aber als Dementi, als eine Widerlegung der in dieser Beziehung „im Auslande verbreiteten Märchen" dahingestellt und ausgespielt, Nun aber wird den Juden die Möglichkeit genommen, auch im Lande selbst, M Beim Die für M UnlMlslMiMkn Ungr Leit allen anderen voranzutragen und hochzuhalten, und auf diese Weise ütPn tp-pa zu sein inmitten der Völker, unter denen wir wodnen. II. Aber der Ruf -fon bv w'8 will uns nicht bloß an unsere Pflicht als Bürger unseres Staats erinnern, nein, er will uns auch besonders noch für unsere heiligsten Obliegenheiten als Kinder unseres Glsußms S«SNNM. imö öajfi es MM Das Der vorstehende myanr-Seft, bas üüs älS ptt f»f ermahnen will, das Ziel niemals aus den Augen zu verlieren, das Ziel, das allein schon unser Name nennt und unsere Fahne mm andeutet: Kämpfer für uns zu sein und zwar anm ri'ab unter den Zeichen aus ihren Stammhäusern. Und diese Zeichen heißen Einigkeit und Bereitwilligkeit. Als Israel in den ersten Tagen des dritten Monats nach dem Auszuge aus Mizrajim am Berge Sinai fögSnil die Sc^rip dncc^ die Einzahl- Mung 0V jnu dt« Mnigksst im Kreise an; und die Bereitwilligkeit p rnw entgegenzunehmen und ihre zu befolgen — liegt sie nicht in den charakteristischen Worten ausgedrückt, die da lauten: Es habe, Io sagen die Alten, der Hochheilige vor dem Tage der Gesetzgebung seine Thora den Völkern der Erde angeboten, aber sie haben in ihrer Verblendung die Annahme »ermeigert. und so sei Israel zum alleinigen TrügeüLji GsttsslMs ssrngM.- Dta otnft Die Völker alle, von ihrer Verblendung geholt, sich thv zuwenden und bekennen, daß sie es ist, die wahres Leben uns verleiht. Um diese Zeit herbeizusühren, ergeht an alle, die es ernst mit dem Ausstieg des Judentums meinen, der Ruf: rwiHn •frn bv V'H ärmn rpn1? »Ein jeder stehe fest bei seiner Fahne unter den Zeichen der Stammeshäuser". Die Mahrechtigkeiten verantwortlich sind, zu reden. Man vertraut offenbar auf den feinen Takt der jüdischen Bürger, daß sie auch jetzt nicht die Flucht in die große euröp«!?chs ttsHlMK. Das Vertrauen mag gerechtfertigt sein, aber es verpflichtet erst recht die ungarische Regierung, sich besselben durch gerechte Gesetzgebung würdig zu zeigen. Die religiöse Gemeinde in Litauen gesichert. 8!e!!!au!^e Negierung 27. 3UIJL die Wahlen für d i e Verwaltungen der Synagogengemeinden ausgeschrieben, und zwar nach einem bestehenden älteren Gesetze aus der russischen Zeit. Damit sind die Organe wie N a t i o n a l r a t ^iibi|d^er M t n t e r aufgehoben und die letzten Spuren der Nlllivnalen Autonomie verwischt. Die Fürsorge für Synagoge, Friedhof, Ritualbad, Schechita usw. obliegt den Synagogenkomitees, die in ihrer Verwaltung den zuständigen Regierungschefs verantwortlich sind. Daß der national gesinnte Teil der litauischen I'. denheit mit dieser Lösung höchlichst unzufrieden isst nik^t evjt gejagi Zu »werben. All ihre Traums MN sinsr nevön Venen Der andren Ra tionalitäten bestehenden jüdisch nationalen Autonomie sind damit verflogen und für unabsehbare Zeit abgetan. Wir,könnten im Grunde mit dieser Entwicklung der Dinge zufrieden sein. Wir haben der Autonomie in Litauen, wie sie sich in ihren OrgrnM äuicrtc; reine Mne nagp^infHf wohl es zugegeben ist, daß diese Abschaffung nicht aus purer Liebe zu den Juden entsprungM und nicht aus purer Liebe zu den Juden des Thoragesetzes aufzufassen ist. Eine Autonomie in einem jungen, kleinen Staate, wo es nationalen und kon- ^ej|toneßen 3Jitnortiäien fein leichtes ist. sich gegen Die zu Höhe und Einheit streöenbc ZenIralmaD zu behaupten, könnte an sich eine gute, nützliche Sache sein, ein Instrument des wirtschaftlichen Gedeihens und geistigen Aufschwunges. Was aber die Herren an der Krippe im litauischen Judentum aus der Autonomie gemacht haben, ließ in den Herzen aller treuen, braven Juden den ehrlichen, sehnlichen Wunsch nach ihrem baldigen ent^ie^en. Statt einer Autonomie, die mit den Geldern der frommen Massen un- und antijüdische Kulturinstitutionen gründet und unterstützt, lieber g a r k e i n e. Dann belasse man schon lieber jeder Synagogengemeinde wie bisher das Recht, nach ihrem eigenen Willen sich ihr Haus zu bauen und einzurichten. In istdie Thora als Zentralge danke des jüdischen Gesamtlebens weit besser gewahrt, als in der Zentralisierungswut der von einer jüdischen Dingen verständnislos MgWnslMiMn megiernng Autonomisten. Das alte russische Gemeindegesetz, nach dem die Regierung die Wahlen nun ausschreibt, ist unbestreitbar verbesserungsbedürftig, nach demokratischer wie nach vielen anderen Seiten hin. Darauf werden jetzt die Gemeinden und der hoffentlich wieder ins Leben tretende freie Zsntralrat der orthodoxen Gemeinen SiHmf&t&R fflÜp- M WIMIM behalte ihren religiösen Eharakter, aber ihre Machtsphäre erstrecke sich auf alle jüdischen Belange, die die Kriterien eines jüdischen Gemeinschaftslebens ausmachen. für jugendliche Psychopathen. Seit der Tagung der „Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden" im vorigen Jahre in Düsseldorf macht sich der Mangel an geeigneten Einrichtungen für psychopathische Kinder und Jugendliche immer empfindlicher geltend, und immer töieirer wiv£ «vf (feöBiwltfjfaä Dar -Schaffung solcher Einrichtungen hmgewiesen. Es scheint daher im jetzigen Zeitpunkt zweckmäßig, einen ausführlicheren Bericht über die Beratungen dieser schwierigen Fragen, die schon bei der Düsseldorfer Tagung einen breiten Raum eingenommen haben, in die Oeffentlichkeit gelangen zu jeberj ber an ber Erziehung unserer Jugettd Äntöil Nimmt, sich an vor Lösung Vieser, für den Gesamtbestand des Judentums bedeutungsvollen Aufgabe beteiligen kann. In Düsseldorf führte der Heilpädagoge, Lehrer S a w a d y , in seinem Referat über jugendliche Psychopathen eim/t folgendes aus: „Wst vermissen schmsttliH die Fürsorge für Nest Kinder mit krankhafter Psyche, die sich in Willensschwäche. in heftigem unvermitteltem Stimmungswechsel, in starken unbeherrschten Affekten äußert. Zweifellos sind die Grenzen zwischen erziehbarem Schwachsinn, Debilität, Imbezillität und Psychopathie und nicht oder schwer erziehbarem Schwachsinn, höheren Graden der Imbezillität und Idiotie sehr fließend. Um so mehr aber müssen wir uns bemühen, alle Kategorien psychopathischer Kinder und Jugendlicher zu erfassen und ihnen die nots«iip WWW MM mmn m MkN' m mi rechtzeitiges Eingreifen die Gefahr der Bsrwahrlvfung und des gesellschaftsfeindlichen Verhaltens drohend ist. Sawady sagte weiterhin, daß die beste Fürsorge ein besonderes Heim für Psychopathen wäre, denn es sei unrichtig, psychopathische Kinder in Anstalten für Schwachsinnige oder in Irrenanstalten unterzubringen. Die Forderung nach Schaffung eines besonderen Syexmee, ist übrigens schon vor längerer Zeit auch von nung gilt vor allem für die Nim mnm- Gerade an sie richten die Weisen ihre. eindringlichen Worte: firm# rvrma wsm brr »Spaltet euch nicht in Sonderverbände \u Ueberall. wo sich die Bereitwilligkeit zeigt, rückhaltlos tjwn p mm anzuerkennen und die 'n mxö zu befolgen, da soll es auch in der Gegenwart heißen: bkiV' vV 7N'i »Israel bildet kill kü tköt ja EMiaNeit in Brüderlichkeit Jakobs, die nach dem Midrasch aus die stumme Frage des sterbenden Vaters einstimmig ausgerufen und bekannt haben: bmV' »Höre Israel, der Ewige unser Gott, der Ewige ist einzig!" Und dies führt uns zum Dritten. IH. bv V'k »Mn jeder zu seiner Fahne!" Dieses ist ein weiterer Mahnruf an uns. an die Zukunft zu denken, an unser Lebensende. Gar bald kann anch an uns her 31uf ergehen: „Jeder zu feiner Fahne, gn Uä Alchm LUS ÄßfR VatsMuss!§ Der Gedanke, rnan nva poVicr p« »Keine Göwält kSttSt vom Tage des Todes", wir alle gehen mit Sicherheit dem Tode, unserer körperlichen Auflösung entgegen, — dieser Gedanke übt nicht bei allen Menschen die gleiche Wirkung aus: die einen beläßt er in Gleichgiltigkeit, die anderen aber erfüllt er mit froher Hoffnung. Der Gleichgiltige verneint mit Bestimmtheit ein Leben nach dem Tode, der Gläubige bejaht |g UH! ^rs^lben Sicherheit. QEBer mag Recht habend lim öte Brags richtig g» Können, müssen wir unfern Blick vninrr wib mmxa auf die Zeichen der Stammhäuser richten! Denn seht: Esau verneint, Jakob bejaht. Esau spricht : vjiK mn kiivb ..Siehe, ich sterbe, mit dem Tode hört alles auf.".. Jakob dagegen versichert:, bx »10S3 ’üh ’ar »Ich werde versammelt zu meinem Volke, werde wieder vereinigt mit allen meinen Lieden, die mir im Tode sind vorangegangen!" Wer mag also in diesem Streite Recht haben? Wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir die Behauptung ausstellen: Betde haben Recht, aber jeder nur für sein eigenes Ich. Denn es läßt sich nicht verkennen, daß durch die Seele eines jeden Menschen ein Hoffen, ein Sehnen, ein Ahnen geht, das an Sicherheit grenzt. mmn mm imatii) mit mmmtt f/smm, mn dem irdische Tsdö sei alles aus, ein iMsrmges Leben gäbe es nicht, nun so mag das, soweit es fein eigenes Sein betrifft, feine volle Richtigkeit haben, und die Mischna lehrt sa auch ausdrücklich dementsprechend: pbn ib pH D’nan n^nnn -mwn bi N3n „Wer die Auflebung der Toten leugnet, der hat eben keinen Teil an der künftigen Welt!' —" Wer aber im Gegensatz zu dieser Behauptung mit voller Ueberzeugung der stohen Hoffnung lebt, II jnrrbe beim Scheiden tion dieser 28eit nur ..ein-- getaii TDSIDSH nu fsintn ^"iern, versammelt ÄLvdM zu seinem Volke"-warum, ja warum denn sollte der weniger Recht haben? Ec ahnt, er fühlt, er glaubt, er ist ja auch überzeugt wie Vater Jakob, ’ötf i?H *]DH3 '3H »Ich werde versammelt zu meinen Vätern"; er betet wie der Psalmist mit Inbrunst und Vertrauen;. 'tih '2 nush h*? „Ich werde nicht sterben, sondern leben" und weil ich als treuer Sohn meines Volkes mich zu den alten, ehrwürdigen mn# Mftttx Dcßannm Ws mv ^ule ent- W