Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 20 (19.5.1927)
- Date
- 1927-05-19
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Veite 8 Nr. 20 rascherblühten ersten jüdischen Stadt, in deren Straßen fnjffi nlSlZ Bon annut mint WWW«, «m» «Gt AL wirtschaftliche Niedergang auch schwere moralische Schäden nach sich ziehen soll. K tz k Zs r a e t i t 19 Mai 1927 Unuvila. Die amerikanischen Drives. Newyork, 8. Wat. Einem interessanten Nsmyorksr Vrias an die 3. P. In entn^mvn wir folgendes. Ist das Ende aller Drives gekommen? Mehrere große Organisationen erwägen die Möglichkeit, statt des Drives nur regelmäßige Mitgliederbeiträge anzustreben. Die großen Philanthropen, welche an der Spitze der Drives stehen, machen die Erfahrung, daß die große Masse nicht m^r auj lklWll. W die großen Spenden der Driveführer den wichtigsten Eingangsposten darstellen und sich die gewaltigen Kosten des Drives, die auf Propaganda bei den Massen ausgegeben werden, nicht rentieren. - Zudem erwacht mit der zunehmenden Bildung der Einwanderermasfen denn doch das Bewußtsein, daß diese sich immer mehr steigernden f=lIJlöt5ßö.ßH lll^t Ali 3üürA As entsprechen. Das jüdische Leben beginnt sich allmählich doch um einen Mittelpunkt zu krystallisier-en. Die Gesellschaft für soziale Recherchen sendet Personen aus, die bei allen Vereinen und Wohltätigkeitsgesellschaften Nachfragen anstellen, in welcher Weise die Gelder verwaltet werden und inwiefern die Vereinigung einer Notwendigkeit entffsschs, SS «teuren mmt gklMlM. mmrn von Mi che? TSNdöttz zusätvtvenzuiegen und unnötl-ge aufgulöfen. So hat diese Woche Felix M. Marburg allein 100.000 Dollar für die „Doung Men Hebrew Association" gegegeben, eine Vereinigung der jüdischen Jugend nach dem Muster der „Poung Men Christian Association", die ja in Europa wohlbekannt ist. Diese Spende wiegt schon einen Drive auf. Die schlimmste Folge ber Dr!r»e-Me HöAn ifl, lafj man Ke jüdische Gesellschaft Damit zum Individualismus erzieht, indem man ihrer persönlichen Eitelkeit schmeichelt, statt den Gemeinsinn zu fördern. Der Klimax des Drive-Wefewv war der letzte Drive der „Federation", der Vereinigung von 91 philanthropischen Gesellschaften. Dieser Drive waltete in 133 Hotelzimmem unb ^«tte einige tanM Asgsir, Ms. MgMr du hast es besser? Dort kommt der Gemeindebeamte einfach mit der Quittung ms Haus und erhält alles Geld, das man zur Aufrechterhaltung der Institutionen benötigt. Ein hartes Stück Arbeit ist der Drive für die „Jefchirva Jizchok Elchonon", der schon seit Jahren geht und von den veranschlagten 5 Millionen Dollar noch kerne Hälfte besitzt. Der Grundstein ijt am lj Nlsj! wiMlch gelegt worliku. Eine gewalligs Wrade mv geplant, alle orthodoxen Gemeinden des Landes waren eingeladen. Bei orthodoxen Institutionen hat der Drive noch andere Bedenken. Es werden in der Hitze des Drives oft große Konzessionen in Bezug auf altorthodoxes gesellschaftliches Leben gemacht. Man muß hier überhaupt den Begriff „alt-orthodox" konstruieren. Es besteht nämlich bereits eine neue jungorthodoxe Bewegung im Lande, ils «n m WkWW ortdotior WI raffen mag, Ml bem Wort nicht den Inhalt verleihen will, den es in der alten Welt hat. Auf der anderen Seite entwickelt sich die Organisation des Unglaubens innerhalb des jüdischen Lebens selbst, eine Art jüdisch-nationaler Jewsekcia, die einen aktiven Kamps . g«gen das jüdische Religousleberr .be^rnni. .Die Rrserm» selbst Der tmtc Flügel, fleht ttvlh tttttmrhitr aus dem Boden des Glaubens, sie entwickelt kernen Kampf gegen die Orthodoxie. Die jüdisch-sozialistische Partei, welche oft Ausfälle gegen den jüdischen Glauben riskiert, ist bei weitem ungefährlicher, als die Radikalen im jüdisch-nationalen Lager, die in stetem Kontakte mit der religiösen jüdischen Masse sind. Von dieser Richtung wird NM unter RMktirm MlaHA rim ausgeg^An, hie von den Freunden Dr. Wises unterstützt wird. Wie bereits mitgeteilt, baut Dr. Wise eine neue große Synagoge, für die nicht bloß Geld, sondern auch Seelen gesucht werden. Der „Tog", der dem Dr. Wise nahe steht, debütiert auch mit der Ansicht, daß sich die breite ostjüdische Masse in Newyork, die stets eine feindselige Haltung , gegenüber . der , Reform eingenommen habe, sich mit der Free Synagoge jawohl befreunden MW MM Wk W MlM MsllM Ghetto in die Sonntags-Synagoge ' madj-en roe-rbe. Ec>- riolanws SSlfe verrät überhaupt Die Absicht, Die ofljüdlfchen Massen gegen die deutschen Juden zu mobilisieren. — Amerika ist auch religiös, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. „United Shnagogue", die Halbreform, protestiert gegen die Samstag-Spiele der „Hakoah".' Gedaljah Büblik, der bedeutendste konservative Schriftsteller Amerikas, das Orakel der Orthodoxiebezeichnet wieder die „United Synagogue" als die größte Gssahiifür dis «»eil sie eien in ihrM Ncformr bestrebungsn ist. — So erbraust das jüdisch« Leben hier von tausend verschiedenen Stimmen, kein einheitlicher Chor, ein Wirrwarr von Flöten, Saxophonen, Klarinetten, Pfeiffen und Trommeln ohne Akkord, doch vielleicht nur das Stimmen der Instrumente, bevor endlichdie große Ouvertüre zu einem »irflicken «inljeifrUfjejJ ' jßHjschen Leben ertönt. kvnne^ beim die he? MchMLtiMSlL» deutschen Juden serngehalien. Hs ist nicht zu gewärtigen, daß di« jüdische.Mafse dieser freundlichen Einladung folgend, den mächtigen Sprung vom Personalien. Dr. Wenn wir Max Vurchhardt b"W- BsrnBuia. IS- MLt dem Gedächtnis des in diesen Tagen ganz plötzlich verstorbenen Dr. Max Vurchhardt einige Worte innigen Dankes und treuer Liebe widmen, dann wissen wir, wissen alle, die ihn gekannt, ihn, den. Segen jener Leistung, den Zauber seiner Persönlichkeit, daß er war B'Ksmv an?» ein guter Arzt, als Arzt gut, aber vor allem als Mensch, gut und gütig. Er war anwnnv aiv, aber weil er es in diesem doppelten Sinne war M Mil öF dazu Ai? u«t?öMtch srvmme nni ksligiöss Iehüdl war, darum wissen wir: Sein Anteil ist die Welt der Ewigkeit: py p- Niemals unterließ er es, den Kranken hinzuweisen aus Den, der allein die Heilung bringen kann. Immer und immer wies er hin auf von seiner ungewöhnlichen Frömmigkeit, von seinem tiefen Gottvertrauen lieh er seinen Kranken und wurde so auch der Arzt ihrer Seele. Sr mar "MMMW ihm nuferer »MM Aerzte; Hamburgs Arme bezeugen, daß sie niemals vergeblich zu ihm kamen. Sie suchten seinen Rat und er gab ihn und schaffte ihnen die Mittel, daß sie ihn ausführen konnten. Er war sicherlich eine Autorität, die ihre Diagnose treffsicher stellte. Und doch in seiner Bescheidenheit regte er stets an, daß man noch Größere hinzuziehe und mit ifyn&n Rats pfleg«; ünt er war ein tr-nrr> W' Ein großer Jude, Der in seiner Jugend in Halberstadt bei Rabbiner Dr. Auerbach und dessen Schülern gelernt hatte. Die Lehren seines großen Lehrers zu leben, das war die Aufgabe seines Lebens. Er, der buchstäblich Tags und Nachts keine Ruhe hatte, hat wohl niemals ein wo»' minv versäumt. Er, der immer mit Arbeit überlastet war, fand doch Zeit zu lernen, dem Synagogenverband in Gvtteshaus and SJerroattung Jeine Dienjtf w«r?f Taa' Breit Lllhrt ÄrlkgtkNkr. Sein Tod reißt in unserer Gemeinde eine ungeheure Lücke. Jede jüdische Familie, in der er Arzt war, betrauert mit feiner Gattin und seinen Kindern seinen Heimgang als das Scheiden eines^nahen Verwandten, eines geliebten Freundes. Gewaltige Liede und Treue konzentrierte sich auf ihn. Das kam zum Ausdruck bei der niiap — man begrub ihn und den wenige Stunden nach ihm gestorbenen greisen Vater, dessen Frömmigkeit und Jüdischkeit ihm Voebilv mar. Die Beteilig Mk JE M MW bürg ungewöhnliche, und dem Schmerze aller wußte der Raw '•>"! Der selber in ihm einen seiner vertrautesten Freunde verloren hatte, erschütternden Ausdruck zu geben. Und für den Synagogenverband dankte dessen Vorsitzender, für die Familie einer der Angehörigen. Und so bewahrt Liebe und Treue für alle Zeiten das Gedächtnis dieses Mannes, der nur Liebe und Treu^-der ganjj FMNN8 M8 AWMMg mi sein äitütnrcn"DtctDt em Mist geftgMteSt --Das'bMdKIN an einen wahren p'i«. ' Budapest, 15. Mai. Dir. Dr. Adolf Deutsch, der Leiter des Schulwerkes der orthodoxen israelitischen Kultusgemeinde in Budapest, war vorige Woche Gegenständ einer ebenso herzlichen wie erhebenden Feier. Der Stadt- 'chulrat von Budapest hat sich veranlaßt gefühlt, Herrn Dir, Dr, Adolf Deutsch. Dank - und Anerkennung auszuspr«c!-en. üßas e^remioile Schreiben WHT5? köM TGüft nspettor persönlich Dem Ausgezeichneten überreicht. Dir. Dr. Adolf Deutsch übernahm vor 7 Jahren die Leitung des Schulwerkes der orthodoxen israelitischen Kultusgemeinde in Budapest. Während dieser Zeit gelang es einer Tüchtigkeit und Energie, nicht nur die bereits bestehenden Schulen in ihrem Niveau und Leistungen zu heben, sondern auch noch eine Reihe von Schultypen zu schaffen, die die vollste Zufriedenheit sowohl der Schulbehörde wie der israelitischen Gemeinde und nicht zuletzt der vielen tausenden Eltern erwarb, die diese Schulen?rll AA m DM in MDskMlll MU in AnsMiL MMSN. Berlin, 17. Mai. Wie wir hören, hat die Gemeinde, R e g e n s b u r g am Montag den Rabbiner H a r r y^ L e v y, der zur Zeit akademischer Religionslehrer und Prebiger' bei b^ MjMkg iSciNMU .MM ist, M DisMUsrabDiner' gewählt. Rabbiner Harry Levy ist im Jahre 1893 m Posen geboren und hat seine Studien an der Berliner Universität und am Berliner Rabbinerseminar absolviert. Hamburg. 15. Mai. Am 1. Juni begeht der Rabbiner unserer Nachbargemeinde Wandsbek, Herr Dr. S. Bamberger, sein 26jähriges Amtsjubiläum. Er entstammt der Würzburger Linie der bekannten Rabbinerfamilie Bamberger und hat in den. Jahren, ferner Wirksamkeit sich fltrs «18 M IDÜPDi8S? WLZß M«tu*- Tätigkeit beschränkt sich nicht auf feine -eigene Gemeinde;, viele Institutionen unserer großen Hamburger. Gemeinde verehren ihn als den stets hilfsbereiten, sachkundigen Mitarbeiter. In der hiesigen Henry Jones- Loge bekleidete er mehrere Jahxe das Amt des Präsidenten. In vielen Familien ist er der Lehrer der Alten und der Jugend und arbeitet mit seltenem Fleiß-für die f\ur ber!^!sAll Döklllk: wm >?8 IW mmmi sein, noch Diele Jahre zum Wühle seiner Gemeinde unddes deutschen Judentums zu. wirken. rny.. Heidingsfeld bei Würzburg. 15. Mai. Am 6. Nissan beendete nach kurzem Krankenlager Lehrer Sal. Guttm an n im Alter von 78 Jahren ein segensreiches Leben^ Er wurde unter großer Beteiligung auf dem ma zu Heidingsfeld am 8. Nissan zur letzten Ruhe gebettete Mit ihm nertieran miy YktögllllUNÜc« LkUßl und großen Nlllvlößtwilligör Dsvsednung mußte jede Trauerkundgebung unterlassen werden. Vom Vater bn, dem langjährigen Rabbinats-Assessor in Heidingsfeld,' gründlich im Talmudstudium vorbereitet, bekleidete der teure Verblichene nach vollendeter Lehrerausbildung in 'Würzburg einige Religions-Lehrerstellen in Bayern, bis em Leiden in mittleren Jahren seinem öffentlichen Lehrerdienste ein Ende setzte. Mit desto größsrsr Enorgi^setzte er j«in T^oraJW-ftsNtz ftt« MM lüeirtebe bar W^t, NNgestvN fOUt* DE Dlkr CÜSN Ml Halacha waren sein weites Reich im engen Raum der irdischen Welt. Sein-Schmerz ob der Entbehrung von Nachkommen milderte sich in dem Bewußtsein intensivster Verbreitung von nun- Kenntnis und v'vv nrru in die Herzen zahlreicher ihm in dankbarer Treue ergebener und jetzt trauernder Schüler und Freunde. Möge es '"vn geben, daß die durch den Heimgang des teuren Verblichenen tief empfunbsns Qü-ks M« ÖÜlt iij - n-«m- Breslau, 8. Mai. Am 4. Nissan haben wir Frau Betty Sichel zu ->ax> geleitet: Noch jung an Jahren, ist sie durch m'-rarp uns genommen worden. -Die ungewöhnlich große Beteiligungbei Ueberführung und Kewuroh bewiesen die Liebe und Verehrung, die sie genoß Ein iso.i fand des fo’a wegen nicht statt, besondere Gründe, haben auch dis Deröffsntlichnng »an ttn sillllr WMkWüktM mvzrzrvt. - Uweigen entsprach gewiß ganz dem schlichten Wesen einer Frau, deren crp^R aywb vorbildlich war/ Als echte Tochter von Direktor Dr. Königshöfer Fürth, hat sie mit ihrem gleichstrebenden Gatten ein wahrhaft jüdisches Haus hier aufg'ebaut: Arme waren Hausgenossen und upa nirvhat sie wie wenige geübt. In dankbarer Erinnerung an so viel Gutes, das sie getan, und alsewiges Liebesandsnken hat die hiesige «-»aii««« Bstty (§fÖ}ö[ 3 StiftllttS iöl üetzen gerir^cnf Sie ieJjtlrJtigfn Miifyrierlnnen zugute kommen wird. Wir sind -gebeten worder, für Freunde und Bekannte der Familie Sichel darauf hinzuweNen. daß Beiträge auf Postscheckkonto I. Königshcfer, Breslau 58 175 eingezahlt werden können. So wirkt die w>i»a weiter zum Besten derer/die ihr immer , so sehr am Herzen lagen rrann* Gießen, 15. Mai. Herr Provinzial-Rübbtner Dr. Hirsch seid feiert am 24. Jjar (26. Mai) seinen 60. Geburtstag. Wir wünschen dem verdienten Jubilar, der neben einer roetioergroeigterr rabbinijcfjeri jjj unendlichem jahrelangem Fleiß soeben ein großes encyklopädisches Werk im Manuskript vollendet hat, alles Gute. .v'vp. Meerholz, 16. Mai. Seinen 80. Geburtstag beging heute in größter Frische und Rüstigkeit der Nestor der -Kurhessischen Lehrerschaft, Lehrer i. R. Samuel Birk, dahier. —;Sß-ai. 91afang-erem- -SfapW?Ntsch!fts tjlSF Moritz--'M-V-i l v4r rg, ^in -'-akkftttS - bKieMs' und' geachtetes Mitglied unserer Gemeinde. Der Dahingegangene entstammte einer der angesehensten Familien unserer Stadt und war lange Jahre hindurch ein treuesuni, eifriges Mitglied der Chewra Kadifcha. Durch seinliebenswürdiges, Wesen, durch einen sonnigen Humor, der ihn-auch in den schweren Tagen seines Leidens nicht verließ, durch feine aufrichtige Frömmigkeit und vornshms- StfmMWit war sr attan, M itzkk iamim. i t» Fköllndi'llöb und wsfk. Mit großer Aufsasiungsgaöe unir eltenem. Wisiensdurste begabt, -eignete -er sich betracht-- liche Kenntnisse.,.an und bewahrte stets -ein waches Interesse für MoWe und profane Fragen: so war er stetsbereit, überall zu lernen und Belehrung zu suchen, wo er sie immer finden konnte. Dennoch lag es ihm nicht, sich hervorzutun; das Haus, die Familie und der Kreisder Freunde waren ihm genug und hier fand er höchstes Glück und stille Befriedigung. Der Gattin, die dem Dahmgegangenen in den ban- Sagen bss fietbens eine roahr-e -itstmar unb jngenUl^en MVM ’ ~TU LlDfl geMÜhrcit! und das M2l Des Heimgegangenen stehe ihnen bei, auf \ sie in fernem Sinne weiter wirken mögen! An de^BMeentwarf Herr Prov.-Rabb. Dr. C a h n vor dem überaus zahlreichen Trauergeleite eintreffendes