Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 20 (19.5.1927)
- Date
- 1927-05-19
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 20 Sette 7 I;:i, Mi 1927____ RsiT Konsttkte in Amerika j)ält öf fllt liBßrtöUtt^n Ulli) |j)D]'r:, U| lu ßpfü^iuM m Imorifn HW1 kllüWk: m Ibfr Frage der Iewish Agency sei ein AbkaMtnen 15c-offen. I Dr. M. D. Eder berichtet über die Londoner Exeku- , lieber die Pro Palästina-Komitees in |m reren Ländern und die Arbeit in Genf berichtet Dr. I 'K. vor Jakobson. I Nach Elnfehung öer|(l)iel)ertet* HdBUttljflöttlllt tllUFilü l ^ißffon, Disn lö: Qignijifnf?”gref ~“f*>*« j.. August 1927 na ch B a s el e i n z u b e r u sLN.! Herr Louis Lipsky referiert über das neue Arbeits- ]. .igramm der Exekutive. Die Anleihe von 140 000 Pfd. \v,(t)t nicht aus, die Lage in Palästina wesentlich zu veri ß-rn/Ts sollen zunächst die zeitweiligen Maßnahmen;; rroffen werden, vor den Kongreß wolle man aber mit Aarsn Programm treten, um unmittelbar danach .u i die neue Arbeit Ein trübes Bild von der gegenwärtigen Arbeitslage irt Palästina entwirft Herr Sprlnzak. Durch die r:elen Versager im Wirtschaftsleben sind die Autorität und das Prestige der Zionistischen Organisation stark ins Sinken geraten. 8000 jüdische Arbeitslose, im Lande sind buchstäblich dem Hunger preisgegeben. Von hier geht AWHßkUjW Bi? Irifi M mimt 1???? aus- Das gionistifche Ideal fei die Prüduktmttllt und Nicht die Unterstützung, die man aber nicht unterlassen kann, nachdem die Krise einmal da ist. Im übrigen rühmt der Referent den Geist des jüdischen Arbeiters in Palästina, der Opfer auf sich zu nehmen weiß. Die Anleihe würde eine erwünschte Atempause, aber nur eine solche brini)cn- S)irr Dlg'kngvff t?iu ^«^ien u4 Dal^ll iifi ly Mß städtische Entwicklung in Palästina mit. Die jüdische Stadtbevölkerung macht 75 Proz. der allgemeinen Bevölkerung aus. Außer den Arbeitslosen in der Landwirtschaft sind 1000 Handwerker ohne Arbeit. Ein Uebelstand liegt.darin, daß die jüdischen Stadtbehörden nur Ausgaben und keine Einnahmen haben. Der Export muß gehoben werden, das Privatkapital muß mehr EinflliB stbroirrrrerr. Die Krise irr Palästina ist irr b«r Haupt. sächs sine BertruuenskNse. Die bryolwn «ivtz, 1^-- Vertrauen wiederhergestellt ist. Er wünscht ein besonderes Komitee für städtische Kolonisation. In der Aussprache kommt es zu einer scharfen Kontroverse zwischen «Stricker und Rosenblüth wegen einer Rede des Letzteren auf der österreichischen Zionistennmmi M sich üMn W gW m richtete. Stricher nennt die „Jüdische RullüschllüBklkll Ideen Rosenblüth vertritt, „ein Zentrum der Antrjudenstaatspropaganda". Felix Rosenblüth antwortet mit einer Erklärung, in der er sich gegen die Beschuldigung des Verrates verwahrt. Die Formel „Judenstaat" hält er nach Lage der Dinge für unklug, sie sei auch von keinem Kongreß akzeptiert worden. Auf weitere Fragen Strickers srklsnrt WsiÄnann. daß die Struktur der Je- Ivijh Agsncg im elngelnert rtöij sticht fSjip'ßlßQt sßi. j0)Dl tonet K i s ch teilt mit, daß der Entwurf der G e me i n d eordnung wohl fertig sei, aber die Ratifikation und Veröffentlichung aus vielfachen Gründen noch nicht erfolgen konnte. Italisn. Bürgerrechte für die Juden in Libyen. Rom, 4. Mai. In der heutigen Kammersitzung wurden unter den Deputierten Abschriften des geplanten Verwaltungsgefetzes für Lydien, die italienische Kolonie in Nordafrika, O^rteilt Dürm ' ^ol^ammeb<r.nern mie Wn Juden, Mi m ö i ö ife tl in grvUr Zahl wvhmu, das Recht verliehen, die italienische Staatsbürgerschaft zu erwerben. Alle in Libyen geborenen Juden und Mohammedaner sind nach, dem neuen Gesetzentwurf i ta li en ks ch - ly b i sch e Bürger. Ein Libyer, der den Militärdienst absolviert hat, hat Anspruch auf die volle italienische Bürgerschaft. Die religiösen Sitten und Gebräuche der Juden müssen nach te «« GM mmllim MMN, M f«bbinisc^n Gerichte werden wie örsHer!n Angei^enheiksn llökElßr schaft, der häuslichen und religiösen Einrichtungen der jüdischen Bürger Libyens autoritativ zu entscheiden haben. Der 8 s r a e I \ t Ein „Schomer" der Avlvme ermordet. Jerusalem, 8. Mai. Der Wächter auf der Aguda-Kolonie „Machne Jisroel", Jizchok Zindler, ein alter Chaluz, wurde erschossen aufgesunden, als er Wache gestanden hatte. Ein luter, Uh ffiifjer Ms Kr »mutt fflp «>>»* unter t>er Llnschulbigung. ben Mord begangen zu baben, verhaftet. Lomschaer Jeschiwah in Palästina. Jerusalems. Mai. Dem Beispiele Slobotkos folgend, verlegte auch Lomscha, bisher das größte Thorazentrum in Polen, einen Teil semer Jeschiwah nach Palästina, und zwar na® WMTME ZU nin«nsi?yung ber UeSerf{c^ lung des großen Unternehmens weilte der Jeschlwahleiter, der bekannte Gaon Rabbi Jechiel Mordechai G 0 r d 0 n, über ein Jahr in Amerika, in welcher Zeit es ihm gelungen ist, die Existenz der Jeschiwah in der Mutterkolonie des heiligen Landes zu sichern. Nun kehrte er in sein neu geschaffenes Heim in Erez Jisroel jjurücT unb mürbe hier mit ■Qrofeßr RsgLlftsrUNg empfangen. Der MMheunn ^Deutung Wv 144^4 Kolonie und das Thoraleb SN in Palästina überhaupt sollte durch den Empfang in Petach Tikwah auch äußerer Ausdruck verliehen werden. Unter der Losung iw mmV tod ergingen die Einladungen des Festkomitees an alle Bewohner, und der Tag des Einzuges des Rabbi mar ein herrlicher Festtag für die ganze Kolonie. In eineüi i!UMs«»tsn WUiW. Btr sich bditi öMsr sez Chajim" bis gu dem der Bollendutttz >SNtg4gSNsöhMr den neuen Ieschiwabau bewegte, sah man die angesehenen Männer der Kolonie hinter den vorausschreitenden Schülern mit Fahnen und Wimpeln. Flankiert wurde der Zug von beiden Seiten von der jüdischen Reiterpolizei der Kolonie in ihrer schmucken bunten Uniform. Bon den Dächern wehten Fahnen und die Straßen waren attgsfüllt mit Menschen. Im Hofe der Jeschiwah wurde hehr $4 AWVUsM WWMN, Begrüßungsreden hielten dann der Bürgermeister der Kolonie (Rofch-hawaad), der Ortsrabbiner, Rabbi Z i - tron, und ein Schüler der Jeschiwah im Namen der Talmrdim. Dann hielt Rabbi Gordon eine längere Rede, die großen Eindruck hinterließ. Am Abend fand im 88üs???? ein Sßrmfeti statt, bttS mit ThürllwllNM UND Mslliigkn m? die sr-üle Nachtstunde beisammenhrelt. Die Feste und Empfänge sind verklungen, das Fest aller Feste, das Fest des Thoralernens, bleibt mit der Jeschiwah der Kolonie und dem heiligen Lande für alle Zeiten. Die neue Stadtverwaltung. 3BruTüicm; löi Mi: Die hebräische Presse zeigt einige UngusrredenhsU mit der neuen Stadtverwaltung, der in erster Reihe zu Vorwurf gemacht wird, daß sie es nicht versteht, ihre Würde und Selbständigkeit der Regierung gegenüber zu wahren. So nahm sie es ruhig hin, daß das Budget für das laufende Jahr nicht von ihr, sondern von der ®ermatiung ausgestellt mürbe und sie Mi Arbeit ihrer Vorgängerin nur gu gknehmig^t Der Etat ist, so klagt „Doar Hajom", keine Zusammenstellung von Zahlen, er enthält Punkte und Posten von programmatischer Bedeutung, zu denen die neue Verwaltung, um ihren Kurs bekanntzugeben, unbedingt hätte Stellung nehmen müssen. Der Vorwand der Re- QieninQ. Die MUkü feien mii bcr ^chmschß» Seite b*r Zache nöch Nicht gönügMll venmm, laßt sich um so weniger aufrecht erhalten, als vier Mitglieder aus der alten Verwaltung in die neue hinübergegangen sind, und außerdem die technische Ausarbeitung Sache der Kanzlei ist, deren Veamtenstand keine Aenderung erfahren hat. Als' unwürdig wird auch empfunden, daß der gesamte Stadtrat zur Eröffnung in das Haus des Gouverneurs, wie zu einer Thronrede, befohlen wurde, statt ^4 M SouosrmuL Mt ms msm Tiin das Stadtparlament bemuhl hatte. Zte j ll L i s ch s N W» geordneten werden auch hier, in der Verwaltung der heiligen Stadt der Juden, eine doppelte Aufgabe haben: die Interessen der Stadt zu wahren und -insbesondere auch die der Juden zu schützen. Jerusalemek Brief. 4>e6rSifjd& _ rr.rs .ei, Mcttzcba — Üludfl die ssfinoenoaimnsi Jerusalem, 10. Mai. Wie alle „Größen der Erde", — Tagore aus Indien, Einstein aus Berlin — mußte natürlich auch Martin Bub er nach Jerusalem kommen, um in der Universität eine Borlesung zu halten. Tagore sprach englisch, Einstein sprach deutsch (es ist schließlich kein Unter- »t>, m 6i)M^ 111(111 i|ll Hilft veiMkll ijültf) MHB M?«niü a3uber - e&errfalts b e u i f cfe. Darüber gerät der „Düäi' Hajom", das Organ JMmars, des Sohnes des bekannten Regenerators der hebräischen Sprache, Ben Jehuda, in eine gelinde Wut. „Seit 30 Jahren," so klagt das Blatt, „predigt Dr. Martin Buber jüdische Ideen, pnpularisiekl den Chassidismns, lehrt de» Zionismus, und hat bis dato keine Zeit gefunden, Hebräisch zu lernen, entweiht die heiligen 5)allen der Wis- WW «uf Um NSMM Dur® tim m\m *~e. ~ Ein kleiner Wortbruch wird ihm außerdem im Zusammenhang damit an den Kopf geworfen. Buber hätte der „Schutztruppe für die hebräische Sprache" (es gibt eine solche in Jerusalem unter dem Titel novn 'i'»n “rm nnasn) versprochen, seine Vorlesungen zu unterlassen, für den Fall, daß sie ein Veto dagegen emlegt. Sie hat?§ BH8n1 8MJ urtfa irr aller Qefserrtlichkett. und Herr Dr. Vuber Mt seine Domsungrn vcnnpch — auf deutsch. Und das schlimmste: Die ziomstischtz Intelligenz hörte stillschweigend, ohne den leisesten Protest, den Vortrag an, der Exodus setzte erst ein, als Dr. Bergmann anfing, eine kurze hebräische Zusammenfassung des Referates zu geben.- <Es ist schade, daß man bei aU diesen Tiraden nichts Msr Pfn H"hall kr MMlltWN ßFTÖDrt MtltOt wäre auch da etwas zu kritisieren — nicht für den „Doar Hajom", aber für uns, die wir der Meinung sind, daß man in europäischen Sprachen viel Schönes, Gutes und auch Jüdisches, dagegen in hebräischer Sprache recht viel U n j ü d i s ch e s und A n t i j ü d i s ch e s sagen kann. Die Universität in Jerusalem hat dieses in der kurzen Zeit ihres Bestehens schon reichlich bewiesen. Immerhin Versteht rncrn ble Enttäuschung uttb den Schmerz der JeiuflllMkr Zluulsisu dri ^rsa^run^. ih? Mai? UN Buber kein Hebräisch kann. Weit ernster finden wir die Beschwerden der hebräischen Zeitungen über die K r e i s p 0 st ve r w a l t u n g in Haifa, die die jüdischen Beamte n unter Androhung der fristlosen Entlassung ge- NVUsillksi g8k: SM P7s°^s°s^ Eh--u Dienst zu tu». EeMszu ompörenD ist M Dr'gnmvuug' Juden mußten ihre Arbeit verrichten, damit die ch r i st lichen Beamten ihr Osterfest, das mit dem Pesiachtage zufammenfiel, u n g e st ö r t feiern konnten. So etwas sollte man in unserem Nationalheime, wo doch die Rechte der Juden immerhin durch so etwas wie ein Mandat gesichert sind, nicht für möglich halten. Auch das hätte nicht Vorkommen dürfen: Mit dem ersten Afril MM SÜß ® I I t J Q fl T t 3 B 1 Ui 1?? auf den Eisenbahnstationen in Palästina, dis bis jetzt durchwegs in jüdischen Händen waren, in Besitz und Regie einer ägyptischen Gesellschaft über. Nicht allein, daß einer Anzahl jüdischer Familien damit das Brot genommen wird, bedeutet dieser Wandel auch ene erhebliche Reiseerschwerung für die Juden, die sich lllls 5?}1 ^t«tionen niefjt mehr oerjrftegen uttb VSrproviaNlieesn können. Armut im heiligen Lande. Jaffa, 9. Mai. In Jaffa—Tel-Awiw haben 22 000 Juden die äffentlichs Unterstüßungskasse für das Pessachfest in Anspruch g-emmen. 3Q ooo MMHs» in LlNßl MMliwc van 48 000 Seelen', also 50 Proz. ber Einwvi-ner stuL Lee Bettelarmut verfallen. Und dieses in Tel-Awiw,, dessen vier Lichtspieltheater allabendlich überfüllt sind, in Tel-Awiw mit seinen Theatern, Bällen und Konzerten, in dieser Lichtstadt eine Bettelpolonaise von Menschen, die mit hungrigen Augen nach dem ihnen gereichten Stückchen Brot ausschauen. Mit Recht fragt ..Doar Hajom": Was machen diese Tausellve Don MMsllM 3-4-- aller, mzflki llilßU verterli wird? Das Elend ist zum Teil m der zeitlichen Krise begründet, sitzt aber tiefer, als daß man ihm mit einfacher Philantropie, mit Almosenverteilung zu Leibe gehen könnte. Es muß etwas zur Hebung der Industrie, zur Behebung der Arbeitslosigkeit in dieser modernen,