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Der Israelit · 1927-05-19 · Heft 20 (19.5.1927) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 20 (19.5.1927)
Date
1927-05-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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19. Mai 1927 Der?: r:»!1 1 Nr. 20 Seite 5 ... Seitdem. hat Dr. Faitlovich wiederholt ihr Land bereist,, die Schwankenden gefestigt, ihnen Belehrung und Bücher gebracht. Jnng^ Fnlaschas wurden -in. Italien, in DßUlschlauD und neuerdings in -älz der jüdischen 'Religion ausgebildet, die, in die Heimat zurückgekehrt, die Lehre der Väter verbreiten und bereits viele Abtrünnige wieder zu ihr, zurückgeführt haben. Um die Lehrtätigkeit'intensiver und weniger kostspielig , gestalten zu können, ist neuerdings in Addis. Abeba unter pu„g iikii gut öorQöfiiMn W«W M seminar errichtet. Cs ist geplant, einen iüchUgen Fachmann aus Deutschland dorthin zu schicken, der. insbesondere den hebräischen Unterricht übernehmen soll. Der deutsche Gesandte in Addis Abeba bringt diesem Plan das wärmste Interesse entgegen und beabsichtigt, dem Herrn auch Unterricht an der dortigen deutschen Schule gg Ü0£TlTfi§in — wodurch di« Kosten für Unter. hast sich oerminder». UebEeS sind RUM MW Falaschas in Deutschland, die eine bessere jüdische und allgemeine Erziehung erhalten und zu Handwerkern ausgebildet werden; alle Stellen, die mit ihnen in Berührung fommen, rühmen ihren Ernst Uttd ihren fyM- MWOen CMalrer. Die Hauptkosten des jüdischen Missionswerks unter den Falaschas werden von Amerika getragen. Für uns im Deutschland ist es. eine Ehrenpflicht, diejenigen Beträge äüfzubringen, die zur Erhaltung der Falaschas m Deutschland und zur Entsendung des deutschen Lehrers erforderlich sind. Sie sind nicht sehr groß und wir muffen unserer WWon gulikkk Ms?? Dpfer bringen. Nichts fordern jene Glaubensgenossen. DOH . UM als religiöse Festigung und Belehrung, wir dürfen ihnen diese nicht versagen! Geldsendungen für das Falaschawerk nimmt die Firma Gebrüder Oppler, Bankkommandite W. 15, Kurfürstendamm 167-168, Postscheckkonto 11038, Berlin, entgegen. Die Mitgliederversammlung des yilfsvcrcms deutschen Juden. Berlin, 3. Mai. Im Anschluß an die imposante Gedenkfeier für Dr. Paul Nathan fand am 25. April abends die ordentliche Mitgliederversammlung des Hilfsvereins der deutschen Juden Mit, Der Generalsekretär. Herr Dr. W is ch n itz er, führte in dem von . ihm erstatteten Geschäftsbericht u. a. aus, daß die Durchwanderung durch Deutschland im Jahre 1926 stärker war als in dem vorangegangenen Jahre. Der Jüdische Bahnhofsdienst am Schlesischen Bahnhof fertigte im Berichtsjahre 33 837 Personen ab, darunter 17 988 Männer, 10 297 Frauen, 5 552 Kinder. Die Aus- MUMßrsffMMtMU M MMsNU? *rmW§ passierten 3 200, Bremen 1050, Stentsch 12160 und Osnabrück 5 2-18 Personen. Herr Dr. Wischnitzer wies darauf hin, daß die jüdische Emigration in den Nachkriegsjahren quantitativ geringer fei im Vergleich zu der Vorkriegszeit, daß aber die Arbeit für die Emigranten -außerordentlich schwierig, komplizlsrl perantrooriungsDoII fei. (Er fß®II0F über den Zusammenschluß der drei jüdischen Organisationen Hms, Joint und Emigdirekt zur Bereinheitlichung der Arbeit in den Ein- und.Auswanderungsländern. Drr^i iss verein sei zwar nicht Miglied dieser neuen Organisation, und „arbeite,gach, rpie vor - selbständig, .in. takt mir ihr. k* ßjlfiHiMmi umsM öiß meieren die Fürsorge für 2 5 ucrainewaisen, die seit 1922 unter der Obhut des.Hilfsvereins ' stehen. Die meisten der Waisen sind der. Schule bereits entwachsen und in Lehrstellen oder Fortbildungsinstituten untergebracht. Die Ausgaben des Hilfsvereins für die Waisenkinder betrugen in den letzten drei Jahren Mk. 83.265.—. SW Joint hat für die Fortführung des Werkes 5000 Tvsiar hat ker HHfsrr4r4rn 4(94 großzügige Aktion eingeleitet, um den.ostjüdischen.Studierenden in Deutschland,, die knapp vor Abschluß ihrer Studien stehen, die Möglichkeit zur Beendigung derselben zu geben. Der 'stellvertretende Schatzmeister, Herr Direktor Joachimssohn, erstattete den Geschäftsbericht und Herr Rabbiner Dr. Sänger, Breslau, sprach dem MMiW MM8N Ml M äu-t. : ' ’■ ■ V". '.ff TI .r<~' r - - Die statutenmäßig ausscheidenden Mitglieder des Zentralkomitees und des Geschäftsführenden Ausschusses werden einstimmig wiedergewählt. In den Geschäftsführenden Ausschuß werden neu gewählt die Herren: Mmß 3grob Mn, Ulis. Dr. CURU Mills t Skttirn Lik SkttWittttikusisM im ... Dr-ßutzMßn BanDtüßß mißDßrum -ßinß Anfmge über die oft jüdische Einwanderung ein. — Die Generalsynode der evangelischen Kirche in Deutschland, die soeben in Berlin ihre lTagung abgehalten hat, nahm u. a. eine Entschließung an, in der die Beibehaltung des wahlfreien hebräischen Unterrichts an Gymnasien gefordert wird, — Hakenkreu^ler^area überfielen in ber Nacht zum 13. Mal im Westen Berlins, hauptsächlich auf dem Kurfürstendamm, jüdische oder jüdisch aussehende Passanten und mißhandelten sie, zum Teile erheblich schwer. — Im Preußischen Landtage wies am 10. Mai der preußische Iustizminister. Dr. Schmidt, die uölkiWn Ang-risss ans f n ü i f cff s N i M le r c« längerer Rede scharf zuruck. Tr für seine Person würde nach wie vor bei Anstellung von Richtern keine konfession-ale Rücksichten gelten -■ lassen. Danziy. Dr. Kr onh e im in Bielefeld wurde zum Rabbiner von Danzig an Stelle des verstorbenen Dr. Kassier gewählt. Regensburg. . In Regensburg wurden in der Nacht vom 7. zum 8. Mai auf dem israelitischen MMos vier Stüksikink s ß n. Dßr Frlßvhoftzmärm nahm Die Beschädigungen wahr und gab einige Schreckschüsse ab. Die Täter flüchteten über die Friedhofsmauer. Die Kriminalpolizei hat Fingerabdrücke genommen, und man hofft, die Täter, die, wie sicher cnzunehmen ist, aus gewissen politischen Kreisen stammen, bald feststellen zu können. Wien. In der dieser Tage hier eröffneten Ausstellung „Wien und Wiener" ist in der Gruppe der sozialen Fürsorge die Wiener Judenheit mit Do- - rm iMöern. snsziöff auf Dem Gebiete der Jugendfürsorge, gut veel^elen. Paris. Im Saale Wagram wurde am 12.' Mai in Anwesenheit von mehr als 2000 Personen [ eine Gedenkfeier für die gefallenen jüdi- I schen Soldaten der französischen Armee, deren I Zahl sich auf rund 9000 beläuft, abgehalten. Es hielten Reden General Wheyler und MkMMMkl AlNkl LkKsi besonderer Bßgßlsißrung wuwß Der SchwurzhaN-VeNeldlger, T o r r e s, begrüßt, der ausführte, durch die Vertiefung in den Fall Schwarzbart fei er dem Judentum näher gebracht worden, er begreife jetzt die Größe der Leiden der Juden im Osten. Bukarest. Der Direktor der „Jüdischen Telegraphen-Agentur" in Amerika, Herr Jakob L.a n d a u , der sich zurzeit auf einer Reise durch Rumänien befindet, wurde in Konstanza verhaftet und mehrere Tags in schwerem Arrest ' flfWW Erst fcurij LiiGM» rn ZMüiküffischen Botschaft wurde er wieder in Freiheit gesetzt, Ierusalem. In Gegenwart von Feldmarschall Allenby, dem Eroberer Palästinas und dem Oberkommissar Lord Plumer wurde das Kriegerdenkmal auf dem Oelberg -enthüllt. — Amerikanische Juden begründeten in Tel-Awiro -eine neue Handelsmit einem Kllvitül von 1 Mlllllin Dollar. Budapest. Im Gegensätze ZU ftuhst'en Zsitßn, da man auf eine Magyarifierung ber jüdischen Namen von Seiten der Regierung mit Hochdruck hinarbeitete, erklärte der Innenminister .dieser Tage im Abgeordnetenhause, man würde .von heute ab die Namensänderungen .nur in 'X.AusitühmsfälleU -und bet Aüsroeisung -von Vsrdiensten für das Vaterland gestätten. Warschau. Der jüdische Abgeordnete Bernhard Hausner murDe jum nofnifUen Konsul!N Lest 91 B i (ü m&ml. Mssttu. Eimr Dm WWiusten Pogromführer im Heere Denikins, C h e ml i u k, wurde vom Charkower Gericht zum Tode verurteilt. — Die.Gesellschaft Ozet hat eine Lotterie eingerichtet, deren Reinertrag der jüdischen Kolonisation gewidmet ist. Sie soll einen Ertrag von 500.000 Rubel (eine Million Lose' zu 50/-Kopeken) bringen. — Felix M. Marburg .befindet sich mit anderen promi- 949*4» DLesMWsjjen AmsAkus in IuWnü und hatte eine Aussprache tü!t üiiÄtstSb Ulld anderen, führenden Männern der Regierung. Die Moskauer Judenheit bereitete den amerika- nischen Gästen einen ehrenvollen Empfang. w o ch - Berlin, Rechtsanwalt Paul S a l i n g e r, Vor- . i^en-ber i>er jtibififyett ©emefnive trt Sresiten* ' Simte^e. riöjtsTOt Dr. Stern - Berlin. Die Mviforen» Georg Tietz und Benas Levy, werden wiedergewählt. Zum Vorsitzenden des Hilfsvereins wird Herr Dr. James Simon wieder-, zum ersten Vorsitzenden-Stellvertreter Herr Generalkonsul Eugen Landau gewählt. Dik MU erfolgte kWimmigi Die russisch-jüdischen Lmgiranlen -in Deutschland. .Berlin, 4. Mai. . Der V-e rb-and .der russischen Juden in Deutschland hatte für den 3. Mai die Vertreter der "}? f? [ f? (]M einem 5 U^r-Tee ins Hotel (Eben gefaben, um ihuzu Bß^mßifßltß Baße Dßr ruMchrjüDlsGen Flüchtlinge zu schildern und sie zu bitten, den Verband bei seiner bevorstehenden Aktion zu unterstützen. Neben zahlreichen Vertretern der Presse hatten sich — um dem Appell Nachdruck zu verleihen — die führenden Personen der großen Hilfsorganisattonen eingefunden. Der greise Borsitzenbe des Verbandes russischer Juven. Der frühere russische LandcsWrichtsrat uni? wirfsicher Staatsrat Exeellenz Dr. Jakob Teitel, der nun sein Leben ganz der Fürsorge der russisch-jüdischen Flüchtlinge widmet, schilderte die wachsende Not unter den russisch-jüdischen Flüchtlingen. Rechtsanwalt Dr. A. E 4 l 14 9 b 4 i j 4 „ im Mim M jnMschen lötei* lung des Verbundes russischer Juden, hielt sodann ein eingehendes Referat über die materielle, fozüale und juridische Lage der Flüchtlinge. Das Flüchtlingsproblem, sagte er,'ist ein soziales Problem, das mit den Mitteln der Philantropie allein nicht zu lösen ist. Rach den Angaben des Internationalen Arbeitsamtes beträgt die ber rujjijd^en ^rlücfjttinge in (Europa (ou^cr Deutschland und MIWN) minDßsißNtz 755.000. Eine SlullsNk für Deutschland fehlt. Insgesamt kann man die Zahl der Flüchtlinge auf ca. 800.000 -einschätzen. Diese große Menschenmasse lebt unter höchst unnormalen rechtsichen, wirtschaftlichen und kulturellen Bedingungen. Die Flüchtlinge haben kein ständiges Aufenthaltsrecht und kein Recht auf Arbeit. Sie genießen nur teilweise die Vorteile der staatlichen Sozialfürsorge. Wegen Sichtverrn'&L lM QMMMMMn MM sffx sitz fgffijf keine AuswanDerungsmögllchkeit in Ändere Länder. Ihre Repatriierung nach Rußland wird von der Sowjetregierung nur in den seltensten Fällen gestattet. Die Lösung der Flüchtlrngsfrage kann in allen Ländern nur auf der Basis ihrer wirtschaftlichen Assimilation erfolgen. Dazu müßten in erster Linie die Deschrünluugen dcZ Ausinthattsrechls, des der sozialen Rechte und der Bewegungsfreiheit für die Staatenlosen gemildert und zum Teil ganz beseitigt werden. Ein Schaden für die deutsche Wirtschaft und eine Vergrößerung der Arbeitslosigkeit ist davon bei der geringen Zahl der Staatenlosen in Deutschland nicht.zu befürchten. PrlNWMftllWM »K IWschm Holfsprtä Berlin, 6. Mai. Am 5. Mai abends fanden in Berlin zwei von der Jüdischen Volkspart-ei einberufene, stark besuchte Volksversammlungen, die -eine im Westen (Tiergartenhof), die andere in der Stadthalle Klosterstrahe, sillUl 8ll Sil ^er|a(nTnrung im Berliner Werten Spruch äU eksißk Rö-ttSk Pköf. Heinrich Böws, Dßr einen historischen Ueberblick über die Entwicklung des deutschen Liberalismus und des deutschen R-eformjudentums gab und innerhalb des liberalen Rabbin-ertums in Deutschland eine .Schwenkung zu_-Gunsten des .Ziontsmms' ^dnstakieren' zu - können glaubte^ Der zweite Redner, Rechtsanwalt Dr. Klee, wies die Angriffe der unb Liberalen gegen bas Pro-Palssiins-Ksmitßß und Dos wßrDßnDß MMsiMü schürf zu, rück und skizzierte die Ausgaben, die die neue Majorität in der Berliner Gemeindeverwaltung zu erfüllen haben werde. Rechtsanwalt K o l l e n scher beschäftigte sich eingehend mit der letzten Tagung des Preußischen Landesverbandes. In der Versammlung in der Stadthalle sprach Re- Dartur MllscZ JBaiDmnnn, m öir Pstittk m M" dl schon Gemeinde hlneiüßLftßlli wsisöU WSlltz in Dis Gß-! samtpolltik der Judenheit in der ganzen Welt. Wahrer Llberasismus sei Toleranz gegenüber jeder anderen Richtung. Dr. Sandler behandelte ausführlich den von derletzten Oandesversammlung angenommenen Entwurf eines Judengesetzes und setzte die Gründe auseinander, warum die Fraktion der Volkspartei gegen den Entmurf hatte stimmen.müssen. -Er sprach von einer und?mvkralisch?n «Nh tellmelse reaktionären bnstnnd dieses Gesetzes. Als letzter Redner mandte sich Dr.

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