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Der Israelit · 1927-05-12 · Heft 19 (12.5.1927) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 19 (12.5.1927)
Date
1927-05-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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t iS, Ma! 195? und Würzerinnen" unsrer Thora sind. Sie sind alle für unsere Thora nötig, wie ich ausführlich in einem speziellen Werke geschrieben habe.". Rabbi Jonathan gibt dann die Grundlagen jenes Werkes an. ~ m rornmt eine susWilW ^fo^Iuns samt'iicher Drsztplinen der vier Fakultät e n (statt der theologischen meine ich hier die sozialwirtschaftliche) in der Form, wie es die damalige Zeit konnte; alles sei für verschiedene Gebiete der Thora nötig, auch Verständnis für die Künste und ihre Philosophie. Auch die vergleichende Jurisprudenz ist bei ihm vermerkt: Man soll das allgemeine Recht kennen, um zu u n i e r | e t b .e n 3vo i f ch e n göttlichem u nd menschlichem tk z ci> t.JJ ttiti!»as göilliche und menschliche Recht sind beide zu rechts fertigen und das jüdische Gericht soll wissen, was es mit dem König zu vereinbaren hat, der das Land durch Ordnung aufrecht erhält. So sind sämtliche Wissenschaften für die Thora nötig, „aiu sind sitz aber ngßofäöHieO ihr gegenüber." Sämtliche Wissenschaften sind durch sinnliche Wahrnehmungen begründet, daher könnten sie zu Jrrtümern führen und manchmal auf irrtümlichen Grundlagen beruhen, die heilige Thora'dagegen wird durch den heiligen Geist erfaßt, intuitiv, so daß kein Irrtum möglich ist. „9IBer man sagte schon, daß der heilige Geist nicht aus!ikm utfji, Hr npch ßtfflßtbßll, keine grundlegenden, wissenschaftlichen Forschungen .getrieben . . . und seiner Vernunft nicht die natürlichen Grundlagen vorbereitet hat, auf welchen der heilige.Geist ruhen soll. Deswegen sagten sie: Er gibt Weisheit den Weisen, die Schechina ruht nur auf einem Weisen." — In diesem Sinne führt noch der große Rabbi Jonathan manches an. Er spricht auch darüber, daß das lieftfrin.Drrnoin in Die WlssklNSsst ten wieder nur durch das inluitivs E r ßa.f's u N g s v e r m ö g e n, d u r ch T h 0 r ast u d i u m e r w o r b e n, m ö g l i ch i st. Die Hauptsache bleibe immer „Lernen", so fährtRabbiJonathan fort, und er klagt über seine Generation, welche die Thora vernachlässigt. ^Während inan auf bem Gebiete der Wlsssnschaflell ForlschrMe tagtäglich erzielt,!ft die Thora verwahrlost." Er äußert sich mit Verbitterung gegen eine verkehrte unfruchtbare Methode des Lernens, da das Wichtige beim Lernen ist, zu einer richtigen halachischen Dezision zu kommen, was nicht durch einen Sophismus beim Lernen zu erreichen fei. Rabbi Jonathan erstrebte, seinen Ausführungen nach, Klarheit, Vereinfachung der Mthsös, mögliG MPsts Mm Dbs lusönna zielbewußtes Forschen — so wie es die andern Wissenschaften erstreben. Wir sehen, wie falsch die Behauptung gewisser Historiker, selbst eines frommen Biographen des Wilnaer Gaon — Lewin — ist, Rabbi Jonathan sei der eifrigste Anhänger des übertriebenen Pilpuls gewesen. Wir finden hier dieselben Ansichten ö«! die Mv später beim Wilnaer Gaon kennenlernen. Kampf gegen übertriebenen Pilpul, Eintreten für den Erwerb einer vollen, weltlichen Ausbildung. Die Offenbarungen des jüdischen Genius im 18. Jahrhundert waren in Wilna und Metz— Hamburg dieselben. Norresponaenre« * Nsedrichten. Rabbiuer^Seminar zu Berlin. Berlin, 8. Mai. Nach dem Verzeichnis der Vorlesungen des Rabbiner-Seminars liest im Sommerhalbjahr 1927 (5687) Dr. Josef Wohlgemuth über Dezisoren, Pentateuch- CKBtfC SljWMllNM MWvllMr?, K«- jarr, Homrlelrk. Dr. NMl W L t N tz S k g HM tüINMNM 7 r t__ rit ZJ C I '4 > I » t? Ire Woche. Berlin. Glerchsani als Auftäkt zum Etahlhelmtag fand Donnerstag abend eine Mafsen- Versammlüng der Hitlerjaner statt, auf der der nationalsozialistische Hetzer Dr. Goebbels seine Freunde zu Gewalttätigkeiten gegen die Juden aufforderte. Ein evangelischer Pfarrer namens Stucke, der gegen eine unflätige Beschimpfung Rathenaus mit einem Zwischenruf protestierte, wurde schwer mißhandelt, ebenso ein Redakteur des Berliner Lokaland&tgevs. — Dis (Stahlhslrntags am (Samstag uni ^vnniag im Gängen o|iU Ernstliche Ausschreitungen. Der Antisemitismus machte sich im Absingen des bekannten Ehrhardliedes Luft, wogegen die Polizei überall einfchritt. Die nationalsozialistische Arbeiterpartei wurde inzwischen von der Polizei aufgelöst. — Der amerikanische Botschaftsr empfing in Stnmefenfyeit des arnerikanrjchen Äen^ralkonjuls 8!rlrsler des llenirÄvereins, die ihm ihre Bedenken und Wünsche in Sachen der Eintragung aus dem Einwanderungsformular („Hebräer" oder „Deutsche") vortrugen. — Der Geschäftsführende Ausschuß des „Hilftyereins der deutschen Juden" beschloß, die Arbeit des HiflsvereiNs nach der Richtung hin zu erweitern, daß er sich nunmehr auch am Aufbauwerk in Rußland wie ^ilfsrv^rk für die nusti^-^üdi^en ^lü-^tllnge ln Deutschland beMllgrn und das HilsS' werk im Orient wieder aufnehmen soll. Königsberg. In unserer Gemeinde tobt ein heftiger Wahlkampf für die Ergänzungswahl zur Repräsentantenversammlung. Die neu belebte Mittelpartei unter Führung von Rechtsanwalt Fraenkel und Apotheker Rajorowitz sucht dem Block der Liberalen und Zionisten Mandate abzugewinnen. Kiel. Im Kieler Tierschutz« erein berichtete der 2. Vorsitzende auf Grund der Veröffentlichungen von Prof. Ostertag über die .JBprTiKpo. QiiiB rituell Mmm MuDurio Duröj Ernsprißung von Ehloralhydral zu eirnöglichött. An der Sitzung nahm auch Herr Rabbiner Dr. Posner teil. Kassel. Der von der Regierung vorbereitete Entwurf eines einheitlichen Preußischen Judengesetzes beschäftigt die hiesigen Kreise lebhaft. Der Entwurf würde zu einschneidenden Aenderungen der kurhessischen Judengesetzgebung führen, so daß UebergangsbestiMMMM Jip} MMM Een, Rücksprachöll mit Dettiölern des Preußischen Lau; desverbandes über die Angelegenheit bereits stattgefunden. Die Vorsteherämter werden demnächst in Marburg Stellung nehmen. Magdeburg. Der Magdeburger Disziplinarfenat hat heute das Urteil gegen den Kriminalkommissar Tenholt wegen seines Verhaltens in der Mordaffäre Haas-Schröder gesprochen: es lautet auf Versetzung in ein anderes Amt mit gleichem Rang und Erstattung l}mgugs?o[ien. iBej ijäujiip IWlf 2TUftage, daß Tenholt sich von antisemitischen Notiven habe leiten lassen, wurde fallen gelassen. Die liberale Presse kritisiert dieses milde Urteil scharf. Königsberg in Pr. Boris Lech e l, der vor kurzem den russischen Generalkonsul überfiel und mißhandelte und sich dann bei der Polizei damit entschuldigte, daß er glaubte, einen russischen Juden vor sich zu haj?8Flj iSHFSt Qu örei 9Äonoten und mu Wuchs Gefängnis verurleM» Worms a. Rh. Auf dem alten kleinen Friedhof der jüdischen Gemeinde zu Hillesheim in Rheinhessen wurden von unbekannter verbrecherischer Hand acht Grabsteine aus dem Boden gerissen und umgeworfen. Rördlingen. Auf dem jüdischen Friedhof zu Bopfingen, an dem auch die Gemeinden Lauchheim und Aufhausen u. a. teilhaben, wurden 16 Grabsteine ümgeworfen. Der Fall liegt hier um so krasser, als sich die Täterinnen als junge SMi dM » im AM von 18 In fioraiisi stellten, die aus Anlaß ihrer Kommumdtt einen Ausflug machten und sich dabei die „Belustigung" auf dem jüdischen Friedhöfe leisteten. Köwno. Entgegen den Erklärungen vom Ministerium besteht in jüdischen Kreisen die Gewißheit, daß der bisherige litauische GesSlM8 IN MWNglLNi 6?ss T:?.f’l.noxoit\dl( nur weil »r.Duö« ist, seines Amtes cnv hoben wurde. — Herr Hirfchowitfch- Benusch, früher Generalsekretär der litau-. ischen Gesandtschaft in Berlin, später litauischer Konsul in Oesterreich, wurde von der litauischen Regierung zum H o n o r a r k o n f u l in Holland ernannt. _l m 18 man Vorlesungen 12 Stunden in der Woche. Dr. Samuel Grünberg liest über Bibelexegefe, Historische Bücher, Hebräische Grammatik, Literaturgeschichte und hält auch hebräische Referate. Dr. Moses Auerbach leitet die Talmudvorträge' Abt. B, trägt aus Dezisoren vor und liest u. a. über Geschichte der Saboräer und Geonim. Dir AllfßsMWKsUW unö W lMsMW M SC« mesters fanden am Montag. 2. Mai, 5 Uhr, statt; letztere mit einem Vortrag von Dr. S. G r ü n b e r g über „Jsak Abrabanel als Exeget". Der halachifche Eröffnungsvortrag von Dr. Jechiel Weinberg fand am Dienstag, 3. Mai, 9 Uhr statt. Am Rabbiner-Seminar Richtimmatrikulierte find berechtigt, an den Vorlesungen der Dozenten teilzunehmen. Die Erlaubnis wird im allgemeinen allen Akademikern uitö LMMiMiMiMll THfRV-seunf4 &{6i auf langen Herr Dr. Josef Wohlgewuth, B^kliN N.24, Linienstr. 147 (Tel. Amt Norden 6041). Von den im Sommerhalbjahr 1927 neben den Vorlesungen der Dozenten einzurkchtenden Sonderoorträgen seien genannt: Univ.-Prof. Jsak M a r c o n (aus Leningrad): ..Die bedeutendsten, jüdischen Reisenden des Mittelalters: Eldad «US Pethachia aus Regensburg". 6 Vorträge in noch zu bestimmenden Stunden. Zugleich fei auf die Lehrkurse in Bibel und Talmud (wöchentlich 10 Stunden) für fortgeschrittene Studenten und junge Kaufleute hingewiesen: Exegese der Psalmen: Sonntag 8.30—10 Uhr, Talmud (Traktat nach Verabredung: Subbcrt 10—1 Uhr, (Sonntag und Donnerstag 8—10 Uhr abends. Vom Reichsverbande. Berlin , 8. Mai. Vom Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden wird uns geschrieben: Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden hat zusammen mit dem D e u t f ch - I s r a el i t i s ch e n G e - m.einbebunb an sämtliche deutschen Landesverbands jüdijchrr Einladungen zu 1ÜUS Besprechung ü&öiibte Gründung eines jüdischen Reichsverbandes ergehen lassen, die am Sonntag den 22. Mat ds. Js. in D res de n stattfinden wird. Nachdem der erste Verfassungsentwurf in der Tagung des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden vllM 81. ItDDfllÄ 1986 8WlkW MMll Isst WM es sich in der bevorstehenden Zusammenkunft der Vertreter sämtlicher Landesverbände in erster Linie darum handeln, einen Weg zu finden, der alle Beteiligten für die Schaffung der Reichsorganisation gewinnt. Einwanderungs-Sichtvermerk für die Vereinigten Staaten Amerikas. ^rauf jurt o. SDl., 3. S0i<xt. Vom Vureau der Hümburg-Amerika-Lmie in Framr surt a. M. wird uns geschrieben: Die amerikanischen Konsulate in Deutschland haben bekanntlich seit dem 15. Oktober 1926 Anträge auf Erteilung des Einwanderungs-Sichtvermerks bis auf weiteres nicht mehr entgegengenommen. Von zuverlässiger Seite haben wir nunmehr er- ° sMM. m non iqIm Mitte Mai an Die Sontutatt Mu? anträge für das Eimvanderungvsium nach Nordamerika von in Deutschland geborenen Personen wieder annehmen werden. Wer die Absicht hat, nach den Vereinigten Staaten aüszuwandern und leinen Antrag bisher noch nicht gestellt hat, wird daher gut tun, sich unverzüglich mit der Generalvertretung der Hamburg- Amerika-Linie, in Frankfurt a. M., am Kaiserplatz, in Verbindung zu setzen, die . kostenlos und gewissenhaft die komplizierten Einmand-erun^sbestimmuttgött uud VisumsberhSMiffe berettivillM mm. Preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden. Berlin, 9. Mai. Einen breiten Raum in den Beratungen nahm die 5» m 3uöenaetefiE5 ein. Htm Ml m Entwurf in der durch die üandesoersammiung adg^ällderten Form vor. Justizrat Makower referierte. Er bat um unveränderte.Annahme, des Entwurfs und schlug vor, dem Halberstädter Verband den Entwurf mit der Aufforderung und zur Mitunterzeichnung zwecks Einreichung a n i>t e Regierung o o r z u l e g e n. Gegen diesen ^?rschl«z n»cmbie sich scharf Rachtsanmali Dr. 1® I k e_

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