Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 19 (12.5.1927)
- Date
- 1927-05-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 Nr. 19 Der Israelit 12 Mai 1927 Der Sinn der Landesversammlungsbeschlüsse sei nicht. Dem WvMlllMr MbM einen sökWn dnöBuif p Annahme oder Ablehnung vorzulegen, sondern mit ihm in Beratungen e i n z u t r e t e n. Er verlange deshalb, daß Beratungen mit dem Halberstädter Verband stattfinden aind daß das Ergebnis dieser Beratungen erneut dem Rate vorgelegt werde. Dabei sei er sich klar, daß, wenn Aenderungen in dem Entwurf nötig seien, er natürlich aufs neue der Landesversammlung vorgetegt «.crDcn «si^sfsiBrn gffjFfFgfFfFEfEF BES zeichneten den Entwurf, wie er von der Landesversamm lung beschlossen sei, als völlig untragbar. Die Regelung des Austritts aus Gemeinden und der Umstand, daß die Gemeinden keinem Verbände anzugehören brauchten, machen die Existenz hunderter Gemeinden für die Zukunft so unsicher, daß ein Lehrer ohne Risiko für seine Existenz Stellungen in diesen Gemeinden nicht besira mm\ ffi WWn mm »ssWM mm sich aufs schärfste gegen diesen Entwurf wenden, der unter keinen Umständen Gesetz werden dürfe. Herr Moritz A. L o e b bat ebenfalls, zunächst in Verhandlungen mit dem Halberstädter Verband einzutreten. An der sehr eingehenden Debatte beteiligten sich die Herren Rechtsanwalt Herzfeld-Cssen, Dr. Freund-Berlin, Justizrat 32Ä2J NHMlWKW M Nöchttzgnrvült KatzSttstStN-Vreleseld. Es wurde sodann beschlossen, eine Kommission, bestehend aus den Herren Kammergerichtsrat Wolf, Rechtsanwalt Dr. Klee, Justizrat Lilie nt ha l, Bankier Galewski, Justizrat M a k o w er, Dr. Freund und Moritz A. Loeb zu mählsn. dlS dis entsprechenden Dsrhondlungen mit ^er^unb p führen haken werben Ein Antrag, den Artikel 24 wieder in der ursprünglichen Form, wie ihn der Rat der Landesoersammlung vor gelegt hatte, herzustellen, nämlich so, daß jede Syna gogengemeinde verpflichtet sei, einem anerkannten Lau desverbande anzugehören, wurde mit 16 gegen 15 Stirn men abgelehnt. Die übrigen Aenderungen der Landes Versammlung wurden en bloc mit 17 gegen 9 Stimmen genehmigt. Herr Justizrat Makower sprach dann noch flDiir Die UM, OD DßF NniMlMM. sM §88k8MkL Verhandlungen mit der evangelischen und katholischen Kirche geführt würden, seinerseits auch ähnliche Verhand .lungen zu führen beabsichtigt. Er schlug vor, die Frage zu erörtern, ob und welche Anträge gegebenenfalls sei tens des Landesverbandes zu stellen seien. Auf Antrag des Ministerialdirektors Badt kam man überein, von FinfF MWnMslW in Wer AlMlMiMt Mstoas zu nehmen. Aufruf ayrrsc^en §uben SlNSM b-! Mn JJ dis tveranimßriltif)en Führst? der en rguven um Unterstützung seines planes. Die orthodoxen bayrischen Rabbiner haben in einer gemeinsamen Antwort an den R. j. F. ihre Mitwirkung zugesagt unter der Bedingung,' daß die Arbeit der Sied lungsgese'llschaft sich im Einklang mit dem jüdischen Reli gionsgesetz vollzieht. Der Komödie zweiter Teil. Warschau, 28. April. Der zweite Teil der Weltkonferenz für Mi ion unter den Juden, der Anfang April in Bu dapest begonnen hatte, ist in Warschau abgehalten war den. Die Konferenz beschloß, die Arbeit für christliche Mission unter den Juden zu erweitern. Iirxsip 10 Nstlch WUM, & U 5™ Missionswerk unter den Juden widmen, waren vertreten; ein Viertel der Delegierten setzte sich aus ehemaligen Juden zusammen. Die Konferenz drückte ihr Bedauern darüber aus, daß die Juden in verschiedenen christlichen Ländern starken Verfolgungen ausgesetzt sind und rief zur Buße für diese Versündigungen gegen den Wist Um WistMiliM auf. . „Behüte mich, o Gott, vor meinen Freunden! . . Hessischer Landesverband gesehestreuer Synagogengemeinden. Darmstadt, 9. Mai Der Hessische Landesverband gesetzestreuer Synagsgengemsrr-rd-err Hält fe-trte 2. orb^cnttrcf^e Jßerbanbsoer« fammlung am SDimerstag, den zo. Mai 19ZT (Hirnmest fahrt), 10 Uhr vormittags, in Darmstadt, Garfenstr. 18 (Fürstensaal), ab. Auf der Tagesordnung steht nach der Begrüßung: Tätigkeitsbericht des Vorstandes über das verflossene Arbeitsjahr und die Besprechung geschäftlicher Fragen und ein Vortrag von Herrn Rabb. Dr. Merzbach-Darmstadt über: „Lebt oder stirbt die Jüdischkeit?" mit Diskussion. i: MM um tigyng bis Lökk ftanöeß Deß BökbondöS statt, in dök dsv BsMöNds den Tätigkeitsbericht über die abgelausene Berichtsperiode erstattete. Subventionen wurden in Höhe von Mk. 1970.— ausbezahlt. In der Angelegenheit der Enteignung eines Friedhofes einer Verbandsgemeinde hat der Vorstand bei den zuständigen Behörden interventioniert. Verhandlungen zwecks Erteilung eines Staatszuschusses sind eingeleilet, für flebreroeteranen wurde geforgl und verschieben es mehr. Rach §rkeb!^un^ einer größeren Reihe von Arbeitsbeschlüssen, die zum größten Teil der sachlichen Vorbereitung des Verbandstages dienten, wurde die Sitzung geschlossen. Eine jüdische Siedlungsgesellschaft. München, 26. April. m NWMliki WiMr UonWUM. Bantimm banb Bauern benöstchiigi, buvd) Schaffung jüdischer Bauern in Deutschland eine Berufsumschichtung der deutschen Juden zu bewirken. Zu diesem Zwecke will der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten eine jüdische Siedlungsgesellschaft ins Leben rufen. Er wandte sich in Wahlen in Warschau. Warschau, 5. Mai. Die Vorbereitungen für die Warschauer StadtküiKökjFkn iins im 88llkn WM, Wk WW8W der Parleieu häl begonnen, ^ehr bemerkbar macheU sich auch die Antisemiten, die unter.der Losung „Warschau den Polen" eine rege Tätigkeit entfalten. In öffentlichen Versammlungen wird losgezogen gegen „Kommunisten und Juden", eine Synthese, die nirgends so lächerlich wirkt, als in Warschau, wo sich hunv . tausend Juden mit den schwersten Arbeiten befassen und die Kommunisten in der Hauptsache ihren Kampf gegen dsrr SSiirger fort^ertirterert. £Dit£ -etQ&rt-ert OTten, treten Dann noch auf neben bürgerlichen Parteien Sozialisten und Kommunisten. Am Jüdischen W a h l b l o ck sind fast alle jüdischen politischen und wirtschaftlichen Organisationen, einschließlich der A g u d a, beteiligt. Ein Verband unparteiischer religiöser Juden tritt dem Jüdischen Wahlblock ent- Zegen uttb stellt eigens Knndidntsn nuf. ^nt?r?ss«nt?ste iss,?iiß Sie P? « te Israel (Orthodoxe Arbeiter-Organisation) beschlossen hat, selbständig zu den Wahlen zu gehen. Ihrem Wahlkomitee hat sich eine ganze Reihe von religiösen Arbeitern angeschlossen, die die Blockpolitik, für die ganz besonders die Orthodoxen geworben werden, nicht mitmachen wollen. gsgsn bte urtb bi-e i5nlere||en Wähler, indem sie gegen Ne Absichtder Regierung das demokratische Wahlsystem mit allen Mitteln zu sabotieren suchte. Die organisierte Orthodoxie lehnte es aber von vornherein ab, sich an solchen Wahlen zu beteiligen und begrüßt jetzt die Verordnung der Regierung, statt dagegen zu protestieren. Einige zionistische Ratmänner stürzen sich mit geballten Fäusten auf den Redner, der sich aber nicht im geringsten stören läßt und in «lief D?tl|$ &te 13« n!« treffe Ler ÜlguLa an den Minister verliest. Er bittet, so rasch wie möglich die neuen Wahlen auf der neuen Grundlage anzusetzen. Die jüdische Gemeinde muß sich auf den Grundlagen der Religion und des gleichen Rechtes aufbauen. Einige zionistische Redner konnten stch kein Gehör mehr verschaffen und wurden von der Galerie, die gegen die geplante RechtsvergewaltlgllNg laut protestierte. iifvertefjrte-än. ®Mu^n fw»- ..,ti i vr an I rettete bte Menge dem aguviflischen Vertreter Me rauschende Ovation. Ungeachtet der klaren Willenskundgebung der Regierung und /der jüdischen Bevölkerung wird im anderen Lager noch fieberhaft gegen die neue Verordnung gearbeitet: Hoffentlich mit wenig Erfolg. litauische Regierung zur Zwangssonntags- Die K o w n o, 21. April. Die Zeitung „Lietuva", das Organ der Partei, der Präsident <3metana uni) SD'lini|’tey^rä|li>en.t angeboren, erklärt im MtartiM, das Ersetz über dir Zwangssonntagsruhe werde nicht abgeändert werden, da allein die Juden hiervon Nutzen haben würden. In jüdischen Kreisen hat diese Aeußerung des Regierungsorgans einen niederdrückenden Eindruck gemacht. Man erinnert sich, daß sowohl Smetona als auch Woldemaras unter der früheren Regierung sich für eine Aenderung der Zwangssonntagsruhe zugunsten des religiösen jüdischen Elements ausgesprochen hatten^ 31£>er nuch noch & asoJien ertfärte ffrfj in einer Unter“ redung mit einem Mitarbeiter der „Jidischen Stime" mit einer Linderung der Zwangssonntagsruhe zugunsten der Juden einverstanden. Die juridische üleror^nu; tu 1 m Äcmcln^cltwbe. Lemberg, 5. Mai. Wie bereits mitgeteilt, waren die Wahlen für die jüdische Gemeinde ausgesrchieben, und zwar nach einem alten Wahlsystem, das längst jede Berechtigung verloren hat. Bezeichnend ist, daß die Zionisten, die angeblich die Demokratisierung der Gemeinde erstreben, an der veralteten Methode festhalten wollten, während die ..rsclktrorlcirs" 2£guba eitle Siebet in 2>eroegung jegte, ben alten Zoos aOzasHafsen unö äas sogenannte Pilsnookl: Dekret, das allgemeines, geheimes Wahlrecht vorsteht, auch auf Ostgalizien auszudehnen. Diesem Bemühen ist es gelungen, die Wahlen zu vertagen und sie von neuem auf Grund des neuen Gesetzes auszuschreiben. In ihrer Erregung über diesen Strich durch ihre Wahlrechnung, veranlaßte die zionistische Fraktion eine Sitzung des Kehillorates, um zu dieser Verordnung Mllung zu Nötzms». Ds? Msaag M Lsv war so groß, datz Polizei zur Ausrechterhaltung der Ordnung herangezogen werden mußte. In seiner Eröffnungsrede ließ der Vorsitzende des Kehillorates, Herr Allerhand, keinen Zweifel über die Nutzlosigkeit der Demonstration, da das Ministerium nicht zu bewegen fein würde, die Verordnung zurückzuziehen. Nichtsdestoweniger erhebt der Vorsitzende der zionistischen Fraktion, i U M ttt U U , im Slömett f erner Pro lest gegen die Maßnahme der Negierung. Seine- Rede wird von Zwischenrufen wiederholt unterbrochen. Darauf ergreift im Namen der Aguda-Fraktion Ratmann Moscheh Hirschprung das Wort und zeichnet das Verhalten der zionistisch assimilatorischen K o w n o., 30. Aprvl. Kommission beim Jnnenmmistsrtum b erlaffen, oportac^ jei>c jübije^e LjIJCl ' zöge oder Betstube gemäß dem alten russischen Gesetz eine Einheit für sich bedeutet und selbständig verwaltet werden muh. Vor Annullierung der jüdischnationalen Autonomie waren die Synagogen und Bethäuser der jüdischen autonomen Gemeinde und die einzelnen Gemeinden dem Jüdischen Nationalrat unterstellt, was zu den bekannten Unzuträglichkeiten geführt hatte. m MlniUmnWM Wo I m m a i a ß srnBiins sihbh prominenten jüdischen Kaufmann in Audienz, der ihm berichtete, in der jüdischen Kaufmannschaft habe die Aeußerung des Organs des Ministerpräsidenten, daß die Zwangssonntagsruhe nicht gemildert werden sollte, weil von einer Abänderung einzig und allein die Juden. Nutzen ziehen würden, Beunruhigung hervorgerusen. Der Ministerpräsident erwiderte, es fehle ihm die Zeit, fein Orga .nzu überwachen, er persönlich stehe zu seinen frül^r^lanirtgen, Lis S-cfe^ xitcr L!« sonntagsruhe aögeänöert werden muffe. Empörender Gewissenszwang K o w n o, 6. Mai. Auf Grund einer alten Verordnung, die in den letzten ' Jahren nicht angewendet worden ist, hat das^ Steuerdepartement des Finanzministeriums alle Inhaber jüdi^ck,er Ge^l^ä^tslok«l^ in denen S^nrituo^^ JlHflUff ioeröen, strikte aujgeforöert, die EeMstsloküls s» Säbbattagen und an allen jüdischen Feiertagen offen zu^ halten. Die Verordnung mit damit begründet, daß durch die Geschäftsschließung an Sabbattagen der Steuerfiskus, geschädigt wird. In der jüdischen Oeffentlichkeit hat diese Verordnung, die einem Befehl, den Sabbat zu entweihen, gleichkommt, Aufregung MB stkk8BWkllskn.' Mnn desntHtei, dsß diese BeerMnnH, durch die zunächst mehrere Hundert jüdische Familien - schwer betroffen werden, auf andere Handelsgebiete, an Lenen der Fiskus interessiert ist, ausgedehnt werdenwird. (Fortsetzung des Textessiehe Seite 13).