Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 18 (5.5.1927)
- Date
- 1927-05-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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5 Mai 1927 D 2 i tat :*tU m. 18 Dene d gefunden, was er an sich so schmerzlich vermißt hat. Das Gefühl des Alleinseins, das auf suchende Naturen erdrückend wirkt, war für Geiger unerträglich. Und so war er glücklich, einen Freund WfLlMn m?!"e,[4eren®^> in seinem Herzen barg. ... So ist yirsH für Geiger, geradezu ein Ideal geworden." (A. Gei- Hr,-LOen und Lebenswerk, S. 289 u. f.) O, es ist nicht gut, die Jugend, und wenn sie noch so sehr „gesättigt" wird an den Quellen, unaufgeklärt zu lassen über solche Fragen, auf die sie im Leben auf Schritt und Tritt stoßen wird. Da ist es gar gut, so ein treuer Führer sie begleitet. Da habet ihr Geiger, auch er wurde in -seiner Jugend reichlichst mit Kenntnissen in den Cfuelleri »erfeJjett, bocf) f>ltel> 6t mit sslnon tzaNgöN Fragen über ven Mnn imErkW ihm gewordenen Wissensstoffes und des Judentums überhaupt sich allein überlasten. Und er ging in die Irre und führte auch andere in die 'Irre. Er wurde zu einem om. x'vnvi xvin- Und leider so auch viele, gar viele der an den Quellen gesättigten Jugend des Ostens, die trotz ihrer Ms ZssmgMM OiMMMNMW fflDs rerlös dastehen, wenn die gewaltigen Fragen über den S iftn des Judentums ufw. an sie herantreten und sie dann selber sich die Deutung erteilen müssen.' Hirsch aber hatte einen gottgesandten Führer neben sich, der die in jedem aufgeweckten Geiste schon frühzeitig auftauchenden bangen Fragen mit den weisen Lehren seines Mundes schon im Entstehen in die richtigen Bahnen leiten konnte. Daher wurde aus ihm ein B'3.1 113101 llSH'Mk in m Zrnsi wühlöttdött Zwölfel unö Fragen, Die benselbkü rnnnb fwra führten, mußten bei dem vom Chacham Vernays geleiteten jungen Hirsch zu einem Stärkungsprozeß seiner Gesinnungen werden. Daher Heil derjenigen Jugend, die des Meisters Beispiel befolgend sich heiß und innig an den Meister anschließt, und nicht im hochmütigen EWiMnm mm MtMZ LMNMM 8kisM schredl! Korrespondenzen « ßacbricbten. Veutseh*» Reietz. Die kritische Lage der Juden in Shanghai. Berlin, 27. April. Bekanntlich nahmen in den letzten Jahren zahlreiche iraiÄM aus omgranD AuWMll m mkUkFM Städten Chinas. Die jüdische Kolonre -in Shanghai z. V. zählt 3000 Personen, sie gliedert sich in zwei Gemeinden: eine sephardische, deren Mitglieder schon längere Zeit hier wohnen, eine aschkenasische (russisch-jüdische), deren Mitglieder sich aus neu Eingewanderten rekrutieren. Der Handel in Verbindung mit den ausländischen Konzessionen war die Hauptbeschäftigung dieser Juden, die M M FWkköM M M ÄuU n!tf ^n° lurrleren: lÄHtttl»»' «Bli» MM üNKWllW Zähl ]ÜS bischer Handwerker konnten hier von ihrer Hände Arbeit leben. Wie der Gesellschaft Hias-Jca-Emigdirekt (HJCM) vom Charbiner Informationsbüro in einem 5. April datierten Schreiben mitgeteilt wird, hat sich nun die Lage fe-er jüdischen ®tm»aitber«r in Chin<r. und speziell in Ghooghm. rmisch gestllltel. letzten «NI Th«ngh«i Wochenkalender. vom 7. - 14. Mat 1927. / vom 8. - 12. Jjar 3687 7 -P’R '3 pIS 5m P3W Sznotss MM I ,o Momag 9 |7 •>3v rr»jyn Dienstag 10 8 Mittwoch 11 9 Donnerstag 12 10 n’jyn Freitag 13 11 öamstag 14 12 103 '5 piö Me Berlin. Das Organ des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten »Der Schild" gibt eine Sondernummer unter dem Titel „Sachsen-Anhalt" heraus, die u. a. viel Statistisches über das Judentum in der Provinz Sachsen, wie auch interessante geschichtliche Beiträge enthält. — Zu den vielen Friedhossschändungen in letzter Zeit kommt eine neue Schandtat auf dem jüdischen Friedhof zu Ansbach hinzu, wo sieben Leichenfteine von bübischer Hand umgeworsen und zerstört wurden. Frankfurt a. M. Frau Mathilde SÄ a t h « n a u , bie 95Ktii«r »ort SßaÜetf SRaifvö« nauj hat Srsm 'stä^lsch^n furt a. M. die Gemäldesammlung ihres Sohnes gestiftet. Diese ist dort zur öffentlichen Ausstellung gelangt. Bonn. Die jüdische Gemeinde in Bonn - Poppelsdorf feiert Ende Mai das 25jährige Jubiläum ihrer Synagoge und hat aus diesem Anlaß nach Entwürfen des Architekten Herrn Robert Stern crns Kötrr d-crs tm Sttttönröimt öOtt <|Jirunö auj1 renottterert?ct||erx. jährige Peffachaktion der Israelitischen Auitusgemeinde erforderte eine Summe von 500 Millionen 'Kronen, was ein grelles Licht auf die Verarmung der jüdischen Bevölkerung wirf: — Der Vorstand der Wiener Kultusgemeinde protestierte beim Wiener Bürgermeister dagegen, daß die städtische Plakatierungsgesellschaft Pogrom-Plakate zum affichieren übernimmt. Der Bürgermeister antwortete, auch er verurteile die schandbaren Plakate, es fei jedoch in dem mit der Plakatierungsge- -3ertfrtr-t-ecf)± öfF öirminSt —5>Citx vorragenden jüdischen Forscher, Ritter Robert von Lieben, dem Erfinder der Elektronröhren für den Rundfunk, der 1913 hier verstorben ist, wurde von der staatlichen Radio- ^gesellschaft ein Denkmal gesetzt und am 27. April feierlichst enthüllt. Die Familie von Lieben gehört der strengreligiösen Richtung an. Prag. Wie bekannt wird, hat die Pa- MlllSFMFUM mm AMM ™ kkl? f I ’ lisch s lschkchoslvvanschrn H«n° delsvertrag erklärt. Budapest. Großes Aufsehen in der gesamten Presse erregt die verbürgte Tatsache, daß Henry Ford in Amerika einem Führer der antisemitischen „Erwachenden Ungarn" eine Unterstützung von 3000 Dollar überwiesen hat. Czernowiß. Züm ersten Mal seit der Zugehörigkeit, der B u k oiwma m Mntmm tmm 6M m ans?.’ lomina größere Iuvenllusslyrküungen ytatt, und zwar tm Orte Krasna-Putna bei Radautz. Nähere Berichte über, die scheinbar ernsten Vorkommnisse fehlen noch. Wilna. Aus Anlaß der Anwesenheit der rumänischen Professoren in Wilna arrangierte das Kollegium der Wilnaer Universität eine Festsitzung, in der die Gäste über rumänische Verfassung und rumänisches Recht referieren sollten. Senator Rabbiner Rub inst ein äi:g 36 igR WM; gene Einladung zur Teilnahme ab, da es ihm nicht möglich fei, mit Vertretern eines Landes an einem Tische zu sitzen, in welchem die Juden weder Recht noch Schutz finden. War- 'schau. Der agudistische Delegierte W y s ch l t ck i wurde von der Regierung eingeladen, als Sachverständiger die polnische Abordnung nach Genf zur Teilnahme an der Weltwirtschaftskonferenz zu begleiten. Bukarest. In Nafaut in ZlMlMmn mntetc Mk FkllkFIk UM söMühNls IM jiimtme flanier milk samt ber großen Synagoge, und dem Rabbiner- und Gemeindehause, in dem sich eine große jüdische Bibliothek befand, korvno. Im Städtchen Janisschock bei Schauten beschuldigte die christliche Bevölkerung die Juden des Ritualmordes, und eine verhetzte Menge suchte am zweiten Pessachtage in die Synagoge MWMMa. m WlM söllitt LMWW C5 msv ubWhoupk f&ln HNsMchM KiM MIS mißt worden. Buenos Aires. Der Großrabbiner der jüdischen Kolonien der Jca in Argentinien, Dr. Samuel C h a l f o n , wurde von der französischen Regierung zum Offizier der Ehrenlegion ernannt. Jerusalem. Der neugewählte Stadtrat in Jerusalem MM M EMkn wtkvkk zum DUkMIMklWl, Lkk jüdischk TMöl' verordnete Haym Salomon und der christliche Araber V a r r a j sind zu Vizebürgermeistern ernannt. Seidenu. Garn-Handelsges. in. b. H. 47 Bleidenstraße 47 (früher: Grosse Eschenheimerstrasse 3) SPEZIALHAUS in Näh- und Slick-Seiden Handarbeits-Garnen jeder Art eingetroffenen Nachrichten", schreibt das Charbiner Büro, „sprechen davon, daß im Zusammenhang mit der Bewegung gegen die Ausländer sich eine starke Abwanderung der ausländischen Konzessionsvertreter bemerkbar macht, was einen vollständigen Ruin der jüdischen Kaufleute und Handwerker im Gefolge hat. Durch die Abreise der. Äon^cffionsü-ertreiei: I>ct£> en fie nidr)t allein it)£ Gellt*» tommin eingßtmBt, sondcrn lene sind iymn nnsdynliche Summen schuldig geblieben; die zurückgebliebenen Vertreter sind ebenfalls nicht zahlungsfähig. Infolge der nervösen Stimmung ruht jeder Handel. Das Resultat ist, ■ daß ein großer Teil der ruinierten jüdischen Kaufleute in Hankau und in den Jangtse-Provinzen nach Shanghai gskommen sind, wo sich die Lage ebenfalls hcrt un& lägliil) zahll?li^2 2IllSländer die Stadt verlassen und sich aus die Schisse begeben." , j Die Paul Ttalhan-Gedenkfeier im Hilfsverein der deutschen Juden. Berlin, 26. April. Der Hilfsverein der deutschen Juden lieh am Montag den -25. April abends, im Brüdervereinshaus seiner diesjährigen ordentlichen Mitgliederversammlung eme EMnkWk W Dk. Wul otatfmn Dorairan; m der sich neben den Mitglicbern bes Hsifsvereins bis Vertreter der vielen jüdischen Organisationen eingesunden hatten. Ansprachen hielten die Herren Dr. James Simon als Präsident des Hilfsoereins, Dr. Bernhard Kahn, der einen Ueberblick warf über 25 Jahre Hilfsverein mit Paul Nathan und Dr. Mark Wifchnitzer, ber speziell die Leistungen Nathans für das jüdische nahm einen imposanten Verlaus. Meftevveieh. Die Wahlen in Wien. Wien, 27. April. ^ür di« „Düdi^c^e jQiJ’te'" a>uri>ert na cf) jcljigcn Fsst- Ttßilnnö'ßn 9344 stimmen, unn zwar 40oi roetDitaje unv 4740 männliche, abgegeben. Diese Stimmenzahl reichte nicht hin, um den Jüdischnationalen das bei den vorangegangenen Wahlen verlorene Parlamentsmandat wieder zu gewinnen oder das bis zuletzt innegehabte Gemeinderatsmandat zu erhalten. Bezeichnend für die Stellungnahme des Poale Zion ist, daß Bert Locker vom Weltverband Poale Zion der österreichischen Sozialdemo- „üsinisi m klzssMmuWn WischM iFßoitsr; schast der ganzen Welt" zu dem glänzenden Wahlausgang — auch gegen die Zionisten — gratuliert hat. liumantcn. Rabbi Zirelfon gemaßregell. Bukarest, 22. April. Das onnenmininmum crcetite mm eüFpFmgifiiFaiTU irt bl« 9tna>eijung, bas S c m t n b 4 1? 5 11 Mandat des ehemaligen Senators, Oberrabbiners Zirelfon zu a n n u l l i >e r e n. Man erklärt sich diese Maßregelung des in der Judenschaft Rumäniens populären Oberrabbiners Zirelfon damit, daß dieser dem amerikanischen Oberst Ament die Beantwortung seiner j^rracj,en in öj^entlid^er (Sem-einö-ertiisfiijung und jagte, üBe* me wlrklilye Loge Der ßmm in'am? mänien kann man hier nur unter vier Augen sprechen. Auch die regierungstreuen rumänischen Juden protestieren. Bukarest, 25. April. Mr WMtzrr smr Ms HuMmtfoIßimasn mn hielten sich bis jetzt die rumänischen Juden selbst am ruhigsten. Nun hat in Jassy eine Konferenz prominenter jüdischer Persönlichkeiten beschlossen, einen Appell an die Regierung zu richten und diese zu ersuchen, wirklich durchgreifende Maßnahmen zum Schutze der jüdischen Bevölkerung zu unternehmen. Gleichzeitig haben