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Der Israelit · 1927-05-05 · Heft 18 (5.5.1927) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 18 (5.5.1927)
Date
1927-05-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Nr. 18 Der Israelit U. VZIUI 800 jüdische Mitglieder der Averescu-Partei an den Premier Averescu telegraphiert, daß sie bei Fortdauer der antijüdischen Exzesse sich gezwungen sehen werden, Ml WMi SlUJUlUM. , Organisierung der jüdischen Gemeinden in Galizien. Warschau, 27. April. Das Kultusrninifteriurn t,at bereits -ein Projekt t iroffenD eine DemDtratiföte Drganifanon Der Mifchkü Gemeinden Galiziens auf Grund demokratischer Wahlen ausgearbeitet. Im Zusammenhang damit wurden die für den 8. Mai festgesetzten Wahlen zur Lemberger jüdischen Gemeinde bis zum Erscheinen des Dekrets verschoben. Ein jüdischer Wahlblock. Warschau. 1. Mai. §{uf die §n!tiflüv? W? W Armeen ^ßoUlU wurde aus Anlaß der bevorstehenden Warschauer Stadtratswahlen ein jüdischer Wahlblock gebildet, in welchem alle jüdischen Parteien vereinigt sind. Es wurde ein gemeinschaftliches Wahlkomitee gegründet, dem die Herren Senator Körner, Stadtrat Trockenheim, Abg. Dr. Feldmann, Senator Trusker, Stadtrat Rasner, Stadtrat v. Min unD Ing. (Booall «Dören. Die voramsiW den Juden gusallenden Mandate wurden nach dem folgenden Schlüssel verteilt: Zionisten 5, Agudah 5, Kaufleute 5, Misrachi 3, Handwerker 4, Kleinhändler 3, Frauenverein 2 Mandate. Palästinafragen im Englischen Unterhaus. öonbon, 26. In der gestrigen Unterhaussitzung fragte Colonel Wedgwood, wie es um die Konzessionen zur Ausbeutung der Salze des Toten Meeres stehe. Minister A m e r y erwiderte, es schweben Verhandlungen wegen Abschluß eines Vertrages betreffend die Salz-Ausbeute des Toten Meeres. Die Verhandlungen stehen vor dem Abschluß: er werde in Kürze hierüber Bericht geben. OSerft S « tt tu o r tl; i) fragte, ob ber SKinifier darauf bedacht sciu wolle, baß öis Ausbeui« fcteisr wichtige chemischen Ablagerungen nicht durch das Bestehen alter und nichtausgenützter türkischer Konzessionen behindert werde. Minister Amery erwiderte, er werde in dieser Angelegenheit sorgfältig zu Werke gehen. Diese und andere Fragen beantwortete Minister ba|jj gw'jdjen ^er tjfaia^llna-lliegierung und gewissen Privatpersonen, die vor dem Kriege eine Konzession zur Ausbeutung der Thermen von Tiberias erworben hatten, Verhandlungen gepflogen werden, nach der Richtung, daß der Vertrag für 40 Jahre bestätigt werde, und zwar unter den folgenden Bedingungen: Die Pächter sind verpflichtet, binnen drei Jahren eine moderne Thermal-Badeeinrichtung zu schaffen und ge- I^pricj ausjjujtatten. Bis gur 23ottenbaing i>er Bauten müssen Die Pächter eine jährliche Rente an Die Negier rung in Höhe von 60 Proz. der Bruttoeinnahmen, mindestens aber LE. 2250, entrichten. Nach Vollendung der Bauten zahlen die Pächter eine jährliche Rente von LE. 3000, sowie einen Prozentsatz der Gewinne, wenn «ein solcher vorhanden ist. Nach Ablauf der Vertragszeit werden Gebäude und Jnnentar Eigentum der Palästina- Personalien. Allona, 4. April. Am 13. Nissan starb Frau Nanny Ratzersdorfer im 65. Lebensjahre. Die Heimgegangene entstammte der berühmten Gelehrtenfamrlie mL» •'-> a".-,*-!.-, llllmattn im& war llsti Max Ratzersdorfer in Antwerpen verheiratet. An der Seite ihres unvergeßlichen, frommen Gatten, der in Anwerpen der Gründer der ungarischen orthodoxen Gemeinde und der Mittelpunkt der thoratreuen Kreise war, wirkte die Heimgegangene als ein wahres nvrr, die bestrebt war, ihren Gatten in der Erziehung der Kinder zur mm zu unterstützen. Ihr gastliches Haus war für Bedürftige und Fremde stets geöffnet. Beim Ausbruch des Krieges mußten sie Antwerpen uerlusieu und nad^ nnMtichcu Leiden kamen sic nach Altana, wv ihr Schmie? gersohn Dr. Julius Möller wohnte. Als sie nach dem Kriege nach Antwerpen zurückkehrten, starb bald ihr Mann, und da sie auch eine zweite Tochter in Hamburg verheiratete, siedelte sie ganz nach Altona über, wo sie von der Liebe ihrer Kinder und Enkel betreut' wurde. Vor einem halben Jahre genas sie von einer schweren'als solche auch während der mehrmonatlichen Erkran- Operation. Als aber vor wenigen Monaten ihre blühende, jung verheiratete Tochter, Frau Feiöer, durch den Tod entrissen wurde, verschlimmerte sich ihr früheres Leiden trieber. Brr ttjrem tiejen ©otto er trauen ertrug fie die körperlichen und seelischen Leiden wie eine wahre bis sie kurz vor Pessach von ihrem schweren Leiden erlöst wurde. rraxm- Karlsruhe, 4. April. Ein vorbildliches Frauenleben, das in seltener Verschmelzung Gottestreue und Lebensfreude harmonisch vereinte, das Frauen und Mädchen in unserer Gemeinde die Wege wies, ward durch den Heimgang der Frau Professor Dr. Else Breuer, geb. grräntel, der Erde entrütft MMs WM MM sic UND bcfüyiglc sic. ein weil Uber Das gewlchnllchL Mutz hinausgehendes jüdisches Wissen in rastlosem Streben sich anzueignen und Andere lehrend es ahnen zu lasten. Dieser jüdische Wille führte sie dem Beruf einer Religionslehrerin zu, ließ sie in Berlin und München Wissen und Wollen, in Mädchenherzen säen und herrliche Früchte zeitigen. Höchste Wonne war es ihr, mit gewissenhafter Treue die Traditionen ihrer Eltern und Schwiegereltern im edlen Wetteifer mit ihrem gleichgesinnten Mitten in ihrem Heim im Herzen ihrer Kinder zu verankern und ihnen ein echt jüdisches Leben in jedem Wort und jeder Tltt zu gim. 9JKi der Spannkraft ihres regen Geistes wurde ste Allen, die um sie sich scharten, in bescheidener Pflichttreue Vorbild und Führerin. Im Anschluß an einen Midrasch zum Wochenabschnitt ließ Herr Rabbiner Dr. Michalski die Gluten ihres Wirkens nachstrahlen. Ein Dozent der technischen Hochschule sprach dem Gatten das Beileid der Kollegen aus. Herr Disiriktsrabbiner Dr. Breuer, Aschaffen- Durgj slMMkr um Dic OTorDene Der MINM U* Deutete. Herr Justizrak Dr. E Frankel. München, nannte ein Wort des Propheten Jesaja, das ihr Leben umschloß und wiederspiegelte. Zum Schluß rief mit tränenerstickter Stimme der Gatte ihr den Dank nach für all das, was sie ihm gewesen. masm- Schweinfurt, 22. April. Ein großer, unersetzlicher Verlust hat eine echtjüdische Familie, unsrer Gemeinde betroffen. Am '20 rra '■> verschied nach langem, mit echter nI.nrr getragenem Kranksein Sigfried Sonnenbfrgsr im 51. Lebensjahre. Einem bekannten, gutjüdischon Hause entstammend. in ium.wm wa sich allezeit in vollendeter Harmonie einten, hat der Verstorbene es fein Leben lang als vornehmste Ausgabe betrachtet, die hl. Traditionen seiner Familie in gewissenhaftester Weise aufrecht zu erhalten, fortzupflanzen und seinen eigenen Angehörigen einzuschärfen 02^2 nrr crnin onivbi. Als ein echter v-rnn r-w pnx j-vis übte er alle nrnrnni msn mit gleicher Liebe und Sorgfalt,nn»v2, selbst dann noch, als er auf ’vnmy. auf ein schweres Krankenlager geworden ward. Gerade hierin zeigte er sich als ein' großer imx, dem kein Laut der Klage und des Unwillens sich entrann. Der nielmeDr alle Mün feiner Krankheit Ql§ hiah.-i Vlb von hinnahm. Was Wunder, als die Kunde vom Ableben Sonnenbergers sich verbreitete, daß unsre Gemeinde, in der er wegen seiner Verdienste um dieselbe hochgeschätzt und verehrt' ward, in tiefste Trauer versetzt wurde. Dieser großen Trauer und allgemeinen Teilnahme verlieh bei der — die sich au einer imposanten Srauerfunbgcbung für den DeriorDenen gehaftete — rm{ roarm empfundenen ffijorien Herr Distriktsrabbiner Dr. Stein, dem der Verstorbene ein treuer war, beredten Ausdruck. Der zweite Redner am Grabe, Herr Justizrat Dr. H 0 m m e l, hob die Verdienste des Heimgegangenen als Vorstandsmitglied in der Gemeinde mit trefflichen Worten hervor. Herr Max O e t t i n g e r , Frankfurt a. M., schilderte unter Tränen den unersetzlichen Verlust durch den frühen Heimgang Sonnenbergers. Schmerzbewegt und stillklagend schied eine große Trauerversammlung vom frischen Grabe eines ectjten unb treuen ^JeJjuiüj eine^ allseits geadjie=' itn unD gclieDien guten Menschen, Dessen AnDcntcn in dsr Gsmsindö und bei Allen, dis ihn kannten, fortleben wird. Möge '"v.1 die Witwe und die Waisen aufrichten und stärken. masm* Reumarkk, 1. Mai. Herr Distrikts-Rabbiner Dr. Weinberg, Neumarkt (Oberpfalz), feiert am 13. Mai seinen 60. Geburtstag. (Auch wir wünschen unserem Freund und verehrten Mitarbeiter weitere Jahre des jirof^cn 6^fa||en5 T3->sm bb>=>rt Die Dclteibnch (^Snn?rn), S, Mm, Am wnvö? dahier Frau Hauptlehrer Mannheimer unter selten starker Anteilnahme der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung ebenso der näheren und weiteren Umgebung zu Grabe getragen. Sie erreichte ein Alter von 62 Jahren, von denen sie fast 29 am hiesigen Orte verlebte. Einer Familie entstammend, in der seit je ns-m mm zu Hanse ist und deren Glieder meii und breit im Lehrberufe t>er als ^uliusbeamle unl> »chm» g-etmrli urti> ro!rien( wahrte sie die schönen Traditionen ihrer Ahnen und stand ihrem Gatten in seinem Wirken für rr:n miay min kräftig zur Seite. Namentlich lehrte sie ihre Kinder wie man im jüdischen Heime die strengen Vorschriften des niiV2 zu wahren hat. Bei der ''i*> mußte sich Herr Distriktsrabbiner Dr. Hanover-Würzburg des rrx wegen nur auf wenige Worte beschränken, die aber trotzdem tiefsten Eindruck auf alle Trauerteilnehmer Müchttn, gnsMch fxrach rr im MMN $?r mciiM Deiteiv nnD Dank ans füi Das Male Schaffen der Verblichenen und den Wunsch einer b'»»'' 1» mns* Groß war auch die Beteiligung aus dem altehrwürdigen c>"n v'2 in Rödelsee; während der Trauerwoche trafen -ast stündlich D’nnM ein und Hunderte sandten schriftliche Beileidsbekundungen. Den Hingang der m?a, die sich kung bewährte, empfindet' mit der Familie die ganze Gemeinde. Die Wand ihres Sterbegemachs bildet zugleich die Wand der Synagoge bezw. Frauensynagogc und jo tonnte pe die mVsn H^r or ffffi anhären. Äm 7. Tage des Pefsachsefles hauchte ste ihr^ N->1NV NVV2 aus. Möge ihr N127 der schwer betroffener Familie, der Gemeinde und allen, die sie gekannt, beistehen. Frankenberg. 25. April. Im 87. Lebensjahre v.erfchied im nahen Böhl der Rentner E. Katzen st e i n, der 49 Jahre Vorsteher der jüdischen Gemeinde und 40 Jahre Gern sinder aismitglied mar. Ein großes Dsich^enge|oige geleiieie te, -Qeic^ou^ntj gum Beßrer Kätzeüstein aus Wvlfhageu hielt eine warme Grabrede. Karlsruhe, 26. April. Am 10. April (8. Nissan) ist plötzlich Frau P 0 r i tz k y im Alter von 71 Jahren von uns gegangen. Frau Auguste Poritzky geb. Wertheimer. Schwester des vor einem halben Jahre verstorbenen Lehrer Wertheimer in Hardheim, war eine Frau und Mutter von seltenen Eigenschaften. Ihr Andenken gereiche uns zum Segen. masn- Vermischtes. Telfchi. 26. April.. In Telsch, dem bekannten Thorazentrum in Litauen, .wo neben der großen Jeschiwa auch andere jüdische Lehranstalten in echt jüdischem Geiste geleitet werden, unterhält die orthodoxe Jugendorganisation „Zeire Jisroel" eine Bibliothek, die von der im fl«kk Ski-rr fttzkn m Mitm für Ncuunfchaffung'kn. Freunye Dcr MgenD unD im Wissenschaft werden gebeten, entbehrliche Bücher, jüdischen Geistes — in allen Sprachen — der Bibliothek zu überweisen, und zwar an die Adresse des Herrn Schuldirektor Smulowic in Telsiai, Litauen. Bad Kissingen, 26. April. Einem oft geäußerten Wunsche Rechnung tragend, wird Anfang Mai in Bad Kissingen im Hause Ehrenreich (dem früheren Dr. v. Sohlern'fchen Sanatorium) eine Sanatoriumsabteilung eröffnet rverden. Die Küchenfüyrung unterftet/i b-er 0a> trn({? ihr faÜffnniW ^vtel^Rrftnnrnnt Ehrrnreich unverändert weiiersührt); die ärztliche Leitung übernimmt der bekannte Badearzt und Facharzt für innere Medizin Dr. M. Ehrenreich. Die Behandlung durch ändere Kissinger Aerzte ist aber auch gestattet. Unsere Glaubensgenossen werden gerne vernehmen, daß ihnen hierdurch Gelegenheit geboten ist, die berühmten Kissinger Kurmittel in einem Sanatorium genießen zu können, in welchem auch den strengsten religiösen Ansprüchen Genüge geleistet wird. Briefkasten. Maurice Klein, Straßburg. Abonnement erhalten. Frs.. 60 für Familiennachnchken. Barmizwo: Norbert. Sohn des Herrn Her-- mann Adler, Hettstedt. 14. Mai.in2 —Gerhard, Sohn des Herrn Norbert Gutmann, Philippsburg (Baden), ivrr nuna mtp. — Walter,;Sohn des Herrn Direktor Dally Bacharach, Frankfurt a. M., Schumannstr. 48. 7. Mai. Synagoge Unterlindau. frankfurter Berichte. Jubiläum im Synagogenchore. Herr Alfons K l i b a n s k y , der, wie bereits mitgeteilt, 40 Jahre im Synagogenchore mitwirkt, erhielt aus diesem Anlasse vom Vorstande der Synagogengemcmfce jQsrcielxitfÄ« D^eltgioixsqc'f'clIfAaft -ein ch reihen r 11 i % » » i ' « T fl* \\ * tn bem ^ubiXav in ^r^nb^n SC^PV^n erfennung ausgesprochen und die Glückwunsch« von Bor-- stand und Gemeinde übermittelt werden. Vereinskalender. Verein Meksr Lhasim. DlNINlllll (Svöllfo MilMoW M0MM8 Nlllv SkDM der Synssoss, Herr Rsd. Schächttöwitz. — vorm. SV« Uhr (ebenso Samstag 1 Stunde vor Nacht), v'nvs D» 'm, Herr I. So ff er. — vorm. Uhr (ebenso Dienstag 1 Stunde vor Mincho) rrnvA, Herr Rabb.-Aff.G.Posen. Montag und Donnerstag morgens nach Schluß der Synagoge, ,w», Mitgliederlernen. — abends 7 Uhr (ebenso Dlittwoch) j-ntP k*im, Herr Rabb. — mm T(i W; ME Donnerstag), ädd K33 rraa, Den Di. Cltesei Posen. Dienstag und Freitag morgens nach Schluß der Synagoge, ruff», Herr Dr. Elieser Posen. Samstag vorm, nach Schluß der Synagoge. Herr Dr. Elieser Posen. — nachmitt. 4lU Uhr, mp», Herr Dr. Willy Hosmann. — 1 Std. vor

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