Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1927-05-05 · Heft 18 (5.5.1927) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 18 (5.5.1927)
Date
1927-05-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2446951-2450442-2450460--74016-2531461
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

-i 19 2) e r d^raetit 5. SOTaf 1927 konstante. Die Arbeitslöhne verminderten sich in den letzten 8 Monaten um 25 bis 30 Proz. 1926 kamen 29 Streiks vor, in die 2581 Arbeiter verwickelt waren. In Fragen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer beobachtet die Regierung Un- Parteilichkeit. Man beschränkt sich aus die AusrechtkiglllMg Der NW. lieber den geistigen Nachlaß S. R. Hirschs Vst* Von Rabbiner PH. Fischer in Sarospatak» Ungarn. II. Und S. R. Hirsch V'St war nicht bloß ein svm '221 mi«' „Führer der Verirrten unserer Zeit", SOßenn attrf) manche s-, nietLeictyt fogar vieles in seinem geistigen Nachlasse eine gelindere oder stärkere zeitliche Einstellung hat oder wenigstens zu haben scheint, und die Verirrten zur Erkenntnis der Wahrheit zurückzuführen sich bestrebt, und vielleicht auch gerade solche Stellen und Teile im Hirsch'schen Schristtume eine besondere Anziehungskraft auf manche Leser ausübten. so Miß SsH Mp J&kjus ZH. solche Teile mit zeitlich "bedingtem Kolorite^UNd daher vielleicht von nur vorübergehender und mehr nur historisch bedingter Bedeutung eine verschwindende Minorität sind gegenüber den reichen Forschungsergebnissen, in denen Hirsch die Gedankenwelt und den Jdeenkreis, den geistigen Wesenskern der Thora unabhängig von jeder zeitlichen Einstellung für die Ewigkeit festzulegen sich bestrebt. Wo sein mnm serrreoea Darauf gcrllWl Isst mir MöM Mid gewiMgett Wissen den zweiten „jüdffchwissenschastlichen Kreis" der „Göttlichen Gesetzeslehre", nämlich die g e i st i g e Durchdringung des in vollkommener Ausgestaltung vorliegenden Halachah-Stoffes und die g e i st i g e Erfassung des jüdischen Berufes auf eine solche Weise auszubauen, die bis- Dor unorFßiöif DlMM imD Dafior MSN Ew!gke!fswerf To daß dieser weitaus größere Teil des Hirsch'schen Schrifttums nicht bloß als „lockender Sammelruf an die Weglosen und Irregeleiteten" oder als „Vorbeugungs- und Entgiftungsmittel für Studiosen und Akademiker vom Berufe" zu gelten Dar. saaDmi aackj. oDer Diernieor: in crfrcr Möe \ÜV sölche öittöü durch ttrcht-ö äüderes erseßbärett Wert besitzt, deren Füße nie schwankten und diestets und immer in reichstem Maße aus dem Urborne von Q’poisT 0"i2? schöpften. Nehmen wir z. B. die 19 Briefe. Unter sämtlichen größeren Schriften des Meisters scheinen eben diese „Briefe an die jüdische Nation" am meisten eine zeitliche Einstellung zu haben, von vorübergehend zeitlich-aktuellem Kolorite zu sein. Scheinen sie doch für den Oberflächlichen ohne die Figur des zweifelsüchtigen Benjamin, die allerdings eine Zwitterschöpsung Der Damalig® ssitMtpltnip ju (ein WM. und ohne den Hintergrund der ebenfalls von den damaligen Zeitumständen, der Emanzipationssucht usw. heraufbeschworenen jüdischen Reformbestrebungen gar nicht denkbar. Sind sie doch auch in den Augen eines Artikelschreibers bloß eine „nach einem halben Jahrhundert Mendelsohn'scher Aufklärung, in einer Zeit, in der „kritische Philosophie und Romantik dominierten", notwendig gewordene Verteidigung und Apologie, die aber unsere heutige Jugend, „gesättigt lrn krr LrilLk in 2sn AWMD 8118 ZMMlN Nicht Möhr benötigt. Und doch stehe ich nicht an, aufs allerschärfste zu betonen, und jeder Klarblickende wird mir volles Recht widerfahren lasen, daß bloß der äußere Rahmen, bloß die äußere Darstellungsform der in den 19 Briefen entwickelten Gedankengänge von zeitlicher Bedingtheit ist. aber her tnefertiltcfye Qbeetigefyali darin, der g eitlich bedingten Darstellungsform 'entkleidet,- einen Ewigkeitswerk besitzt.« Allerdings mußte der Meister damals auf die fein Zeitalter beschäftigenden Zweifel und Bestrebungen eingehen, um auf die Zeitgenossen um so kräftiger mit seiner Darstellung der Wahrheit einwirken zu können, und bekanntermaßen öffnete eben jenes Eingehen auf die Zweifel und Bestrebungen der Zeitgenossenschaft die Geister unb Gemüter weitester Kreise den in den 19 Briefs« DgxgsstsllfM MWK. Wss MM MssMKden ist es offenbar, daß der Meister auch ohne jene zeitlich bedingte Apologetik, bloß mit der Zugrundelegung der einzigen, auch von dem gläubigsten, ja, eben von dem gläubigsten Juden, dem doch das Judentum sein alles in allem ist, zu stellenden Frage: W a s i st d a s Judentum? Was hat sszubsdsuten? - dis mefcnlfiien Irr {len 18 Briefen hätte entwickeln können. Ja, daß in einem solchen Falle der Ewigkeitswert derselben viel bedeutender hervorgetreten wäre. Sind denn nicht die 19 Briefe von Anfang bis zu Ende ein tiefinnerster Schrei nach dem Sinne des Lebens, dem Sinne des Judeseins, dem Sinne der Welt- Mschichtt? Und M ßsißSL UN8 Z58i8lzs RiuZW nach der Deutung dieses Sinnes? Und hat denn dieser Sinn und seine Deutung bloß für den zweifelsüchtigen Benjamin und seine Zeitgenossen einen Wert gehabt, nicht aber für „unsere Jugend, die gesättigt an der Quelle in den Jeschiwoth und Vereinen", selbsttätig imstande ist, sich den Sinn von all diesem zu deuten?! So höre man doch? nicht aus mich, der ich vielleicht auch gesättigt stand , an den Quellen in den Jeschiwoth und dem dennoch die Deutungsart von Ben-Usiel zu einem seiner größten Erlebnisse wurde, mich könnte man noch zur Rot zu den von des modernen M]]mn Mffß aiWMiWM AkMMWk mm fen; sondern man höre auf jpie Worte eines .Vrrc/ von dem sein eigenst Meisters der große QnnD ausgesagt hat, daß er unter günstigeren Berufsverhältnissen ein zweiter geworden wäre, *) eines bmder im ttman rpnöesp'w onna toraunb des isiv an? toa. aufgewachsen, zeitlebens kein anderes Studienobjekt kannte als trpoisi tiöV' man höre auf die Worte des Rabbiners Salomon Spitzer b"XT in Wien, der in seinem novn über S. R. Hirsche nnZritti rar nsr mm r’ Ms mm 's ftr WWW W3J> 1»3 M V3» f»M «P wp» bsipw-! nvnn N'222 vnn (Fol. 111, 6 ]ipn) Also ein wie R. Salomon Spitzer >'2» schöpfte die Erkenntnis des Judentums aus den PSL rmi^die in den Vereinen und Jeschiboth usw- „gesättigte" Jugertb fanrt aber salches gar (eicfyi entbehren P! Ahsr dis Furcht vor -sn vörMgltchsn FrägeN des 'Benjamin? O, wollet ihr denn, k ö ii i t ihr denn unsere Jugend so künstlich von der- Außenwelt absperren, daß ihnen solche und ähnliche Fragen nicht früher oder später zu Gehör kommen sollen? Ist es aber dann nicht besser, daß sie mit den Fragen zugleich die Antwort des Meisters zu hören bekommen? nsa- -,2iwi ibet Oder aber glaubet ihr, daß diese „gesättigte" 2ugenb fe^on felfefiiäirtg, mit eigener (Qeijtestra^ir solcher an sie heraillrekenDen' Magen 'Meister werden wird? Täuschet euch nicht! '121 “paK bm Fraget einmal eure Vorfahren und sie werden euch erzählen, wie es auch, zu Zeiten des Auftretens von S. R. Hirsch Hunderte ja Tausende an den Quellen „gesättigte" Jünglinge und reife Männer gab, die aber' keine Antwort auf jene ^fragen junben urtb ^ii^rerlos irr bie £}rre gingen. Oöret einmal von Dem ergikisenDkn DeihäiMM des jugendlichen Geigers zu dem jugendlichen Hirsch: „In seiner frühesten Jugend schon hat sich Hirsch der Leitung des von allen bewunderten Chacham Bernays anvertraut. Fragen und Zweifel, die den jungen Geiger gequält, konnten ber ihm f’aum auf f ommen., Ihm stand eine QCutar!tat gar Tritr, an dir st glaubte, an Die er sich anlehnte, aus deren Mund er Weisheit hörte. Und dieser Mann wußte Bescheid in allen Wissenschaften, in Philosophie und Kabbala. Das war die Luft, in der er lebte . . . Geiger hat an Hirsch *) S nmpn zu ppn nsoein und eine Viertel Millionen Juden Dienst taten. — MollM I. Wsk fflHftatigpts, öai M Hute« u«s l 3. 1812 hervorragend treu waren und sogar unter Lebensgefahr beistanden". Aus der Statistik Dr. Theilhabers geht hervor, daß sich die Juden zu jeder Zeit und in jedem Lande als Soldaten überaus bewährt haben. (Eine Ausstellung aller hebräischer Drucke in Amsterdam zum Andenken an Atanasse ben Israel.) In diesen Tagen sind es 300 Jahre geworden, seitdem in Amsterdam das erste hebräische Buch von der Druckerei 8k? mannten mmm ffilffltm mutitm uno maüs Dimri mi sWylliMMn WMMve. Manüsso ven hergestellt worden ist. Aus diesem Anlaß wurde eine Ausstellung alter hebräischer Drucke arrangiert. Prof. Palache von der Amsterdamer Universität, der Sohn des verstorbenen Chacham von Amsterdam, eröffnete die Ausstellung mit einer feierlichen Ansprache, woraufhin der Bibliothekar des Rabbiner-Seminars, Herr I. S. de Silva Rosen, über Manasse ben Israel als Buchfr mm if wm mm m mm Mleyrken sprechsn. auch nicht von mm Poimver. mr sich bei Cromwell dafür verwendete, daß man die vertriebenen Juden wieder nach England >einläßt. Er wolle nur von dem Drucker Menasse ben Israel sprechen, der von 1626 bis 1656 die erste hebräische Druckerei in Amsterdam leitete, und sich ein unvergängliches Verdienst um das jüdische Schrifttum erwarb. W-eiter roirb uns geschrieben: Die im Gebäude??r AmMtSmmr ttni?sriUät unKFpßratfjti Ausstellung hebräischer Drucke gibt eine Uebersicht über die letzten drei Jahrhunderte hebräischer Vuchdruckerkunst, seit 1. Januar 1627, da in Amsterdam das erste von Menasse ben Israel gedruckte Werk die Presse verließ. Besonders wertvoll ist die vom verstorbenen Baron Rosenthal der Universitätsbibliothek vermachte sogen. Bibliottzeca Rosentbaliana. Es sind Arbsitsn von mehr all 100 WMA8 sas&ftell! Es zu sehen: 1S8B bis 1Ö5Ö bei Arancker und Äeiden gedruckte Bücher, Pseudo-Amsterdamer Drucke aus Berlin, Breslau, Köthen, Dessau, Frankfurt a. M., Frankfurt a. d. Oder, Fürth, Hamburg, Homburg, Johannisburg, Leghorn, Offenbach, Salzbach und Zolkiew, ferner Porträts von Buchdruckern, Herausgebern und Autoren, sowie einige sehr seltene Radierungen von Rembrandt und anderen. (m KMining eines IflöDtOcn imneums in lwM In Da? „IuNWan WDlyanMMng fu? Tnssai. H-sssan uns Waldeck" schildert Nechtsanwalt Alexander Lewins o h n, der sich neben Rechtsanwalt Dalberg um das Zustandekommen des Museums sehr bemüht hat, den Werdegang dieser Institution. Vor etwa einem Jahr bildete sich ein Arbeitsausschuß zur Sammlung und Erhaltung jüdischer historischer und Kulturdenkmäler mit dem Ziele, ein jüdisches Museum zu errichten. Die Getmtnm m NkgilM WW in BmmonmoM Milk pta DDjQttö mmwählM UND stßlllßll «MD Wßktvollß aus ihren Beständen zur Verfügung. Durch die Sammlung Dalbergs konnte auch der graphische Teil der Ausstellung eine geschlossene Rundung erfahren. Die Landesbehörden förderten das Unternehmen. Zur Eröffnungsfeier fand sich eine ansehnliche ^estversammlunck zusammen. Man bemerkte den Oberpräsidenten der iprmünjjj 2^)r. ©djroanberj ajijjepräjT&enten eri BvlkMN UM SBcrrteraiifcrrat Dl: ütmoni Pm lizeipräsidenten Freiherr von Korfs, den staatlichen Kommissar für die Angelegenheiten der Israelitischen Gemeinden Regierungsrat v. Liebermann u. a. m. Eine Ansprache hielt der Direktor der Staatlichen Kunstsammlung Geh. Regierungsrat Dr. B o e h l a u, der die hohe Bedeutung des jüdischen Museums würdigte und dis Mitdilfs der staatlichen QJiufemwsöiermalttmQ »er- Ifjrixcy; «& jj^raeyen perrzer a; e n? rn | o r- «tut für die Casfeler SynagogenFemeinde Dr. K a tz e n st e i n. Die Ausstellung, die in den Räumen des Hessischen Landesmuseums untergebracht ist, wird mehrere Monate' geöffnet sein. Der Besuch ist ein sehr reger. („Die „Judeninsel" an der Schweizer Grenze.) Die „Neue Aaargauer Zeitung" schreibt: „Ende des 17. Jahrhunderts. zu. einer Zeit, wo in der Schweiz nach ein Mot Mr irantifüjß tßoßröiniinnon MtaniM fiat: mu?Da auf sim? NMnistssi kLi Ksblzuz, Zzliäurck „Jurstt- - äule" ^oder im Voltsmund „Budeninfel" ein jüdischer Friedhof angelegt. Im Verlaufe der vielen Jahre und nicht zuletzt durch die Hochwasser ist dieser Friedhof sozusagen fast gänzlich verschwunden. Es finden sich heute daselbst nur noch fünf Grabdenkmäler vor, die größtenteils versandet sind. Da nun die Insel mehr auf deutschem als auf Schweizerboden liegt, befaßt man sich DkMk mmmtits «enMlM mir Ul maitum ms FMDhosss. Hißvbsi hanösll ts sich nicht nuv. um dir Erhaltung der geschichtlich bemerkenswerten Grabsteine, von denen der Großteil leider bereits verschwunden ist, sondern um die Erhaltung der ganzen Anlage. Der Konservator der kirchlichen Denkmäler der Kunst und des Altertums in Freiburg (Baden) hat sich nun an das Ministerium des Kultus und Unterrichts in Karls- FiiU gmmim »08 8NM MMMj 8»8 öik iip sir TllllUs mit affin «rTUQöarm Ulitiem TillMk'ilkN Mr schont werde. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die noch vorhandenen Grabsteine später einem anderen israelitischen Friedhofe, vielleicht in Gailingen, einverleibt werden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.