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Der Israelit · 1927-04-28 · Heft 17 (28.4.1927) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 17 (28.4.1927)
Date
1927-04-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Vf Toten erwachen" eine Reihe Berichte aus ver- ]mmm KM rw *amrf rrn Ui „üderhanönchmenDen Sferifalismus" in Der Mischen Gasse" aufgefordert wird. Es heißt d rin, daß die „Kehilloth" in der alten Form -eder aufleben und eine Art Besteuerung der disch-religiösen Bevölkerung zugunsten der Rabber und der sonstigen religiösen Funktionäre führen. Auch die verschollene „Hefesteuer" wird teber eingeführt. Die Chedarim leben auf. Die! il LtifffifHl ^jStT^,tC,er^eZr ^a^ert 1»ieber git bert Nab- I; nern. In mUn "Ärmel rnerDen alle „Demen- Tm Elemente" zu einem „organisierten Widerstand gegen den voranschreitenden Klerikalismus" ^ufgefordert. Es wird an die Resolution der! tzten allrussischen Konferenz der jüdischen Sekrionen der kommunistischen Partei erinnert, in mirnr Dik MlwkllMgrkit Bes «sFTfönmi .5 gegen den KlerikalisMUs bStSNt wird. Der Zeitung „Emes" schreibt ihr Homeler Korrespondent, daß der „Klerikalismus" in den kleineren Städten seine früheren Positionen allmählich wieder erobert; der Rabbiner und die übrigen religiösen Funktionäre üben ihren Einfluß auf alle Schichten der Bevölkerung, sogar m® auf Die armin jMramrrcr im? aff «M auf den Arbeiter aus. Die Kehrllä, die Chswra Kadifcha, die Ehedarim, Talmud Thoras usw. organisieren sich wieder. Arme Handwerker lassen ihre Kinder in religiösen Dingen und Lehren unterweisen. Der Korrespondent empfiehlt als wirksame Gegenarbeit die Schaffung von Vereinen jiir gegenjetitge Hilfe itrtb fortfiige 90ia%nal)irtetl zur Sefferung Der schlechten äuge Wr rung. Aus den früheren Berichten in der kommunistischen Presse geht hervor, daß der Verbrauch von Mazzoth in den diesjährigen Paffah-Feiertagen gegenüber den früheren Jahren ein gesteigerter war. — Wir wollen hoffen, daß die Darstellung nicht übertrieben ist. Die Wahrheit über Rumänien. Wie bereits mitgeteilt, faßte Iewifh Board of Deputies in London einmütig eine Resolution, in der gegen die barbarische Behandlung der Juden in Rumänien Protest erhoben und das Joint Foreign Committee sr-inSHtigt tmrD. sich im Jntmssö Dir riMMlslUn Juden an den Völkerbund und die drstische Negierung zu wenden. Die Berichte, die der Resolution vorausgingen, ergeben ein klares Bild der Lage. Der Präsident, d'Avigdor Goldsmid, sagte in seiner Begründung: Nur mit großem Bedauern Der Israelit haben wir uns entschlossen, die Protestresolution gsgsn dis rumänische Regierung einzubringen. XLtr haöen, f«gle mi! ruU88i^88 Ißflfj als ganzem keinen Streit, aber mir müssen sehr energisch gegen die organisierte Gewalttat der Antisemiten protestieren, die abzuwehren die rumänische Regierung keinerlei Anstrengungen mache. Die Beziehungen zwischen Joint Foreign Committee und der rumänischen Regierung waren in der Vergangenheit außerordentlich gute, In Der Frage Der ukrainischen «»««■ diese Regierung der Bitte des Board, die Evakuation nicht allzu streng durchzuführen, entgegengekommen, so daß die Herausnahme der Flüchtlinge aus Rumänien allmählich und in guter Form vor sich gehen konnte. Wir anerkenl^rij da^ die rumänische Negierung durch dis Erkrankung König FerDimmDs Durch eine Zeit schwerer Sorgen hindurchgehen müsse. All dieses wurde in Betracht gezogen, als man sich entschloß, trotzdem ungesäumt einen definitiven und ernstesten Protest zu erheben, da man erkannte, daß jede weitere Verschiebung für unsere Glaubensgenossen in Rumänien sehr gefährlich werden ^^^bisruaterial haben roir rncchrltch Mmyi Mangel"' Wir 'besitzen Exemplare' von Pamphleten und Manifesten, in denen die Bevölkerung direkt zu Judenmetzeleien aufgefordert wird. Es besteht kein Zweifel daran, daß den Juden in Rumänien das Recht versagt wird, ebensowenig besteht Zweifel daran, daß jüdische Studenten rnit Gemalt^von den Universitäten s^rcg^aUeu LllA 28ß Msg Pamphlete ihre Wirkung aus die Bevölkerung die aufs schwerste verhetzt worden ist, nicht verfehlt haben; es können Ereignisse eintreten, deren Schwere man sich gar nicht ausdenken kann. Es müssen unter diesen Umständen Schritte unternommen werden, um diese Tatsachen der britischen Öffentlichkeit zur Kenntnis zu bringen. Es sollen Kopien der heute gefaßten Resolution nebst MüulernDer Literatur an Den Ministerpräsidenten, den Außenminister, die anderen Kabinettsmitglieder, an die Parteiführer, an die Mitglieder beider Parlamente, sowie endlich an den Generalsekretär des Völkerbundes und an die Presse gegeben werden. Das Joint Foreign Committee, schloß d'Avigbor ©oIb|mib| übte eine au^erorbentliche <As- DiilD um mar Darauf DeDactjt* Der rumänischen Regierung Spielraum zu lassen, um aus eigener Initiative auf Abhilfe zu sinnen und Abhilfe zu schaffen. Es war alles vergebens. Noch eingehender war der Bericht, den Herr Lucien Wolf über die bisherigen Verhandlun- Nr. Seite 3 gen mit den maßgebenden rumänischen Stellen und über den Lauf der Ereignisse in Rumänien m jMMMlM MM8ML8 von Prof. Euga geführten sogenannten Christlichen Liga werde immer hemmungsloser. Täglich werden Pamphlete mit der skandalösesten Aufreizung zu Pogromen und zum Judenmord verbreitet. Nichts unternehme die Regierung, um dieses finstere Werk, wie es in keinem zivilisierten Lande erlaubt sein würde, zu unterbinden. Die Juden leben in ständiger furchtbarer Panik, ihre mmumm MM sillü MkW m mu Ziich' stabe. Bei den Gerichten gibt H für Juden keine Gerechtigkeit. Die Freisprechung des Mörders des jüdischen Studenten Falik, wobei der Mörder von Begeisterung umtobt worden ist, ist nur ein Symptom für vieles. Die Universitäten bleiben infolge der Brutalitäten der Cuza-Studenten $28 ZutzW MW mMlüssM. Das vom Komitee am 11. Januar der rumänischen Regierung überreichte Schreiben erbrachte keinerlei Resultat. Der Außenminister versprach, bis zum 15. Februar Bescheid zu geben, es seien auch für später gewisse Versprechungen gemacht worden, alles aber blieb unerfüllt. Angesichts be||eri fam bas Kooütss zu bem Schluß, daß SS Die Pflicht gegenüber Den verfolgten Gianhensgenossen vernachlässigen hieße, wollte man noch länger mit jenen Maßnahmen zögern, die dazu führen sollten, Rumänien zur Erfüllung des Minderheitsvertrages, der allen Einwohnern Leben, Freiheit und Gleichberechtigung garantiert, anzuhalten. Mil Trauer mutz festZestettt werWu, fcU eingewurzelte Politik der Geduld, Die das Joint Foreign Committee übt, in diesem Falle zu nichts geführt hat. Sieben Jahre lang hat das Komitee nichts anderes getan, als die rumänischen Regierungen in freundschaftlichster Form auf die Versäumnisse aufmerksam zu machen. Keine einzige Beschwerde wurde übereilt oder unbedachtsam kkljöDkll, WkMKl? M d«s Komitee bi* ^ilse bes DölkörbrmDss migenifen, bevor es nitpi Die Angelegenheit mit der betreffenden Negierung erörtert hat. In diesem Zusammenhang möchte er, Lueien Wolf, auf die beträchtliche Verbesserung der Lage der jüdischen Bevölkerung in Polen Hinweisen, an welcher das Joint Foreign Committee ja Anteil hat. Rur in einem Lande blieb bie ßage ber iSxtben «wirklich unerträglich; bisfes LanD ist Rumänien. Ms jetzt rannte mau noch eine gute Beziehung zu der rumänischen Regierung unterhalten. Allein vor kurzem wurde der Charakter der Verhandlungen — niemanb versteht den Grund — völlig getrübt. Vor etwa drei Monaten erhob das Komitee Vorstellungen b e | r i J | c n « n unb doch r>srpflichisnben ©efeijies, dss furz DMkiUinn fv <§UUttl,jajpS Daß das Kind feine Geschwister und Kameraden nicht schlagen darf, seinen Eltern nicht den Gehorsam verweigern darf, leuchtet selbst seinem Verstand ein, aber einer unsichtbaren Macht zuliebe fein Haupt nicht entblößen, das ist das erzieherische?in,- nur wenn es frühzeitig daran gewöhnt wird, nur dann wird dieser Begriff ihm in Fleisch und Blut übergehen, und £3 ist kein Zufall, wenn religiöser Jndifferentismus in vielen Kreisen seinen ersten Ausdruck und seine erste Cniette in b-er Nichtbeachtung des »»-> ■»ios findet. ^4(4 fokü Kleines Feuilleton. Zur Ehrenrettung oi» Rabbi Zöäälhöü MSNMtz. Zu dem Artikel über R. Eibenschütz m Nr. 3 des „Jsmelit" sei noch folgendes mitgeteilt: Das vortreffliche Werk wynb ms führt die überzeugendsten Beweise für die unantastbare Heiligkeit des Mvn' "i an. Den schönsten und erhabensten Beweis hat jedoch Vt p»? npr 'i selbst geliefert mit einem Ausspruch, den er einige Stunden vor seinem Dahinscheiim Jahre 1776 getan hat, und auf Grund dieser s-tzten Aeußerung des Rabbi Jakob Emden hat sich das damalige h v'a für verpflichtet gefühlt, Rabbi Emden - crrt neben dern 12 jirii^er ^in^^l^iedenen Nccbbi vonatöän zur rnutJ zu bringen. , Als N. Jakob Cttllnger 1836 nach Stltono kam, ^bte noch dort ein Nachkomme Emdens und bisssr brachte ihm die Begründung des Beschlusses des?ri«p mmim. Wx AliiWll unD Draiiia Jahren weilte ich einige Wochen zusammen mit Herrn E t t l i n g e r, Kaufmann in Karlsruhe, einem seltenen vvvra pijrrn Enkel des Rabb. Jakob Ettlinger ^>"*7 und von ihm hörte ich die folgende höchst interessante Geschichte: Als Rabbi Jakob Emden ^>"*7 seine Scheidestunde herannahen sah, kündigte er dieses seiner verwitweten Tochter mit folgenden Worten an: „Rabbi Jonathan", er sprach den Namen mit dem gebührenden Titel aus — „läßt mich zum bv jn m rufen, bitte daher 7»2->->sr> und alles andere vorbereiten." Kurz darauf hatte er MlliKs zzftzml Sie. W lofötor. fißrifDMi Mm dem pT »4 nachdem Räbßi llUidAÜ RZöß! Z8K3than mit dem ov bezeichnet hatte, war damit der Beweis erbracht, daß er ausgehört hatte, in ihm einen Kais? zu sehen. So war denn kein Hindernis mehr, daß diese großen Koryphäen nebeneinander ruhen sollten. Salomon Ullmann, Debrecen. (Mualimlü ößr jafif tm loirn MM- Wtt Vß?!8stir,ä°RäziLMttS tft jcht im Sooriffe, tm dtuDers nehmen mit dem Londoner Kolonialamt eine Konzession zur Ausbeulung der Salze im Toten Meere zu erteilen. Noch vor anderthalb Jahren wurde die Konzession ausgeschrieben. Es fand kein eifriger Wettbewerb statt. Im ganzen wurden von den Angeboten drei ausgewählt. Diese Meistbieter vereinigen sich zu einer Gruppe zwecks Ausnutzung der Konzession, die für 2 t oder für 25 Jahre erteilt werden wird. Es wurden bereits eingehende geologische, chemische, mineralogische und sanitäre Untsrsu-hungstt burdjgefilbrt- Man ermattet, aus beit W? Eofen efw>ö 100.000 5:88888 Kali jährlich zu gewinnen. An gewöhnlichen Salzen und an Magnesium können praktisch unbegrenzte Quantitäten gewonnen werden, aber auch kleinere maiam kllMslM MllsM, fmis msnu (Bestattungen in Krez Iseaetz. Achad Haam. der hervorragendste geistige Führer des neuen Jischuw. der Ehrenbürger von Tel-Aoiv, hatte eine eindrucksvolle Bestattun zu erwarten; Jedoch dieser Charakter zeigte sich nur in dem absoluten Ruhen jeder Tätigkeit der Tel-Aviver Bevölkerung während vier Stunden, in dem gewaltigen Gefolge und in den Reden. Die Bestattung selbst vollzog sich in den einfachen traditionellen rrrnmkll. Wik llk in %m M6k! 88N iMk LkllS flnö, msrm auch AwaD Oaam Dem TöarasIuvemum verständnislos gegenüberstand und feine Gefolgschaft des neuen Jischuw abseits den Gesetzen des Thora- Judentums lebt. Einen Sarg kennt man hier nicht. Der Körper liegt, in ein Tuch gehüllt, auf einer Bahre, wird so vom Aaus zum Friedhof getragen und der Erde, mm ökt kr skswlM, TrcH Krisen SM MMM DenmeiDea UND Dellarmug, Darf m% letztere natürlich nicht ohne Den Erlaubnisschein Des amtlichen Arztes stattfinden. In Tel-Aviv sitzt ein schwarzer, Kastenartiger Rahmen während desZuges durch die Stadt auf der Bahre, in Jerusalem aber nicht. Das Publikum folgt in seiner Alltagskleidung. Der schwarze Anzug ist für Festlichkeiten bestimmt, doch nicht für Bestattungen. Einen Zylinder kennt man hier überhaupt nicht. Bei Achad ^>aam fand eine Abweichung vom Brauche statt. Er lag nämlich von 7—1 Uhr zur AgWünmrn m Msmoimm tn mnn WlMiM: — und dann erst wwrfcr die trädillättslls WüschUttg und Einkleidung vorgenommen. S. G.

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