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Der Israelit · 1927-04-28 · Heft 17 (28.4.1927) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 17 (28.4.1927)
Date
1927-04-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Der Israelit Äeile 2 Nr. 17 28 April 1927 §1 Vochenrundfchau. Juden gegen den Sabbat. LLM88 in m jüngsten Nummer ves „Israelit" müßte in ihrem nackten Wortlaute so deprimierend wirken, daß wir uns veranlaßt sehen, mit einem erklärenden Worte den ersten Eindruck etwas zu mildern. Juden, Vertreter von jüdischen Organisationen, die angeben, jüdischen Interessen zu dienen, spra- Sjkü M in einer mm Mnislven Mmisterium in Warschau einberusenen Konferenz gegen den Sabbataus. Und die anderen jüdischen Vertreter, der Verantwortung ihrer Mission sich voll bewußt, hatten einen schweren Kampf — gegen die eigenen Glaubensbrüder, indeß die Herren vom Ministerium schweigend und gespannt der Auseinandersetzung zuhörten und den Eindruck gewinnen mnmen nag Der mmat m Den Mm selbst doch zumindest eine strickige Sache sei. Ist es so weit schon mit einem Teile des Ostjudentums gekommen? Ist dort das Schicksalswort ycnn» “]»» i'I'invi schon in so erschreckender Weise in Wirkung getreten? So schlimm steht die Sache gottlob nicht, wenn mcn m kie ker MüMlkr Lkrkll 8k° ganisalwnen wem, Die an znslänüiger solchergestalt gegen den Sabbat Sturm laufen und sich somit nicht nur als Feinde der Religion, sondern als Feinde der jüdischen Massen und Zerstörer ihres Wirtschaftslebens offiziell legitimierten. Es ist zunächst ein Vertreter der Poale Zion, Lew, der den von Gott als Denkmal der Weltschöpfung eingesetzten „siebenten Tag" nicht kennt, smMrn nur Mm f oiialan üluöetaa, bdr den Arbeitern frei gewählt, eingeseßt und geheiligt. Als zweiter zeugt gegen den Sabbat der Bundist Alter, aber im Gegensätze zu seinem Kollegen von den Poale Zion hält er den Ruhetag für gegeben und festgelegt (seit Paulus)? Es ist der Sonntag, der dem Sabbat nicht geopfert werden dürfe. Ihm sekundiert ein Mann, der sich B 8 r r k n l nknm UM! für einen Demeter Der jüdischen AnAesi eilten ausqihi. Auch er wünscht keine Aenderungen und erklärt mit einer Sicherheit und Entschiedenheit, wie sie nur der linksradikale Fanatismus einem unreifen Menschen gewähren kann, seine Kollegen seien bereit, am Sabbat zu arbeiten. Daß die mit den Wünschen, Gefühlen und vitalen Sntere^erc öer brettert 90rtctJ'Jen root;lr>ertrariten Depntierlen Hartglatz unv Wischlitz für den Sabbat einstanden und den wirtschaftlichen Ruin, den die absolute Sonntagsruhe für die jüdische Bevölkerung bedeutet, unwiderleglich nachwiesen: daß Herr Trockenheim von der A g u d a für seine sittliche Entrüstung über die jüdischen Judenfeinde und deren irreführende Darstellung der Dinge die richtigen Worte fand, ijr nur ^elbj’iaerjiänblic^'. SWeirt nod^ jc^tDerer ins Gewicht fallen m Worte Des Herrn Nagner vom Handwerkerverband, der, ein Eingeweihter, überzeugend nachwies, daß der jüdische Handwerker in Polen ohne volle freie Sonntagsarbeit nicht existieren kann, aber noch viel weniger ohne den Sabbat, der ihm den Halt in einem kümmnüsirm?sh MlM uns Z8M W, Wir Dürfen Höffen, daß sich die RsgrsrunZskommiffion von der Wahrheit und der Tiefe dieser Worte überzeugen läßt, die aber nicht allein für die Handwerker gelten, sondern für alle Schichten der jüdischen Bevölkerung, nicht zuletzt für die jüdischen H a n d e l s a n g e st e l l t e n , in deren Namen zu sprechen, sich Herr Bokrent summ: Ml m MMM Der WlslUll scnöftc; nmg m Püien üben Handwerk aus, und sie alle werden in Raßner den berufenen Dolmetsch ihrer Wünsche und Gefühle sehen. Eine Rundfrage bei den Handelsangestellten würde aber bald ergeben, daß Bokrent nicht im Sinne seiner Kollegen sprach, sondern sein, der Himmel rveiß, auf metcfyent Wege erlangtes SQßanbai "^h^r«»chte, Hw j! f \ n f Ansicht, f?m SnnSisiifchkS oder poalezionistisches Glaubensbekenntnis zum Ausdruck zu bringen. Die Handelsangestellten sollten sich in ihrem eigenen Interesse und zur Ehrenrettung ihres Standes beeilen, diesen Herren je eher je besser abzusägen. Wir wollen hoffen, daß es den einsichtigen jüdischen Deputierten und den Vertrauensmännern der A^uda nicket schwer sMxjj 9M durch die Anmaßung unreifer Jünglinge etwas verschobene Bild im Ministerium, in dem ja schließlich Männer vom Verstand und Einsicht sitzen, wieder richtigzustellen, so daß die Gefahr behoben wird. Eine Frage möchten wir dennoch nicht unterdrücken: Was sagt die Zionistische Organisation zu dem Verhalten der Poaleziongrupps, dieses uttgegogenen^ aber |tarf x>erroöljnten Müdes Der nationalen Musen, in Euchen des Sabbats? Zionistischer Terror. Daß es dem Zionismus gegenwärtig besonders gut geht, wird auch der eifrigste Anhänger der Bewegung nicht behaupten wollen. Trotz aller r-alittschen Qprfolae uud einem unaeheure? f >' ..... prapagandistischen Aufwand, will es nicht gölingen, der gewaltigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten Herr zu werden, die sich der praktischen Arbeit entgegenstellen; Grund genug zur Selbstbesinnung und zur Bescheidenheit wäre also schon vorhanden. In den Niederungen der zionistischen Lan desgruppen merkt man davon aber wenig. Unsre ße|er traben ans bem Na^rr«^ienteil bie honen Vorgänge erfMen,'die'sich'in der bulgari scheu Zionistenorganisation gegenüber der j ü d ischen Gemein.de Varna abfpielten,^. die man — Macht zum „Recht" erhebend — in aller Form in einen zionistischen Ehe rem gelegt hat, weil sie, vermutlich aus Gewissensbedentm m Wammen yllllW MW rriDutnfiüBtto werden wöllte! Die Räbbinate werden zu Vollstreckern Zionistischer Terror-Akte erniedrigt und das Recht des jüdischen Religionsgesetzes in den Dienst der schnödesten Willkür gestellt. Dieselben Leute, die den Munkaczer Cherem durch die ganze europäische Presse schleiften, um damit die „unzivilisierte" Orthodoxie an den Vrsnger m Men (neuen m MW, Das WlW JnsilUMenj aus dem Arsenal des religiösen Rechtes zu ihren eigenen Machtzwecken zu mißbrauchen. Fast ebenso schlimm ist der Cherem, den man von gleicher Seite, wie an andrer Stelle berichtet, gegen den Ponjewescher Raw in Südafrika in (Sßerte gefegt l>ai, unb der stark art das gtorttj’i:t|c^e Rdm§iösn gigsn öw Äguöa in ämcrtta erm* nert. Wenn es eines Beweises bedürfte, welch ungeheure Gefahr jedes Erstarken zionistischen Einflusses in Gemeinde und öffentlichem Leben für die Gewissensfreiheit des Einzelnen und den Frieden der Gemeinschaft bedeutet, so müßte der Hinweis auf diese neuesten Beispiele zionistischer Unduldsamkeit Mch Sxn MtnMWkn W lehren. Wir wollen es hoffen! Zum erstenmale sind wir mit Kundgebungen der jüdischen kommunistisch - bolschewistischen Partei in Moskau recht zufrieden. Es sind die Auslassungen und Erlasse der jiddischen komrnunWschsn Wzsft znm KZMsjs gegen die religiöse Bewegung, in denen daraus hingewiesen wird, daß in den von Juden bewohnten kleineren Städten die jüdisch-religiöse Bewegung immer mehr an Boden und der „Klerikalismus" an Einfluß gewinnt. Die Charkower Zeitung „Stern" vom 13. April bringt unter der Ueberfchrift: „Wenn Die Sprache des Kleides. Von Rabbiner Dr. Ansbacher in Wiesbaden. .. Dio , in jk« ÜSÜr&e in nV« nicht auch genaue Vorschriften über die P r i e st e r g e w ä n d e r enthalten, denn auch das Gewand des Menschen, das ja ausschließlich ihn allein vor allen Geschöpfen auszeichnet, ist nicht leere Aeußerlichkeit, sondern der Ausdruck innerer Gedanken und Anschauungen. Ordnung, Reinheit, Bescheidenheit, Keuschheit, äußern sich ebenso im Mm, miß MiMMMn SlnnMlusl. Mi UM?. tkMUNg IU ALUß^lichM CssMhäscheret, Hochmut, Verschwendungssucht, und vielleicht'auf keinem Gebiete tritt uns so deutlich das Uevel beider Extreme vor die Augen als auf diesem. Nicht umsonst ist die Funktion des miaa ivina, des nicht vorschriftsmäßig bekleideten Priesters ebenso ungültig wie die des Nichtpriesters selbst, der fva ohne nnna naa ist eben kein ]na- Es ist daher fast eine notwendige Folgerung, wenn unsere den Satz aufstellten: „Sowie die Opfer sühnen, so sühnen auch die Priestergewänder". Die gewissenhafte Einhaltung der jm naa muß unbedingt hei ihrem-Ersasssn durch das Volk eine sühueude, läu- »ere^elrt^e irafl «Uslösini, HTtV {fWf firtOfllTf der Gewänder findet ein Vergehen menschlicher Art, dem es feine Sühnekraft spendet. r>v»*->5y 'ei» : =- Cs ist wshL das llegenlfa Ug „MkNsihlilystLN" Teile des Körpers verhüllt, dem Keim der Unkeuschheit e.ntgeg-enwirken soll. Sowie der na keine mia? verrichten kann, ohne dieses Kleid, so kannst auch du, Menschenkind, nicht in die Halle der wnp gelangen, ohne n yas strengste Keuschheit, die sich schon im Gewand zu äußern hat. Ja, unsere Weisen suchten selbst für das heilige Zelt ein ähnliches Bild aus dem Leben, aber sie fanden kein schöneres alsv'->nrr j'a^w jrbiawi pwa na^na nsn?* eine F ru u e n ge st a l t, der das Gewand schleppenartig folgt, rote auch dt-e Decke des ■pe» art der Rückfetre auf Lern Soken au^fagj n->=- Genius i|t Weg zur Keduschoh. UnO wenn eine solche Gestalt heute — der Vergangenheit angehört hat. wenn selbst in jüdischen — ja auch in den sich zu den taurohhütenden zählenden Kreisen, unjüdische Tracht so überhand nahm, daß man buchstäblich Fingerbreit um Fingerbreit immer mehr von dem Zenius abging, so darf sich keiner darüber täuschsn, daß mir eBenfo rvsrL »ort hem Wsg $ur 1 ll ( cf) ö ^attttf atirrcn J OEa^rf!^ Ll-c aöcroris vernehmbare &ta$e über die Hvckerung des moralischen Gefühls der sogenannten aufgeklärten Zeit dürfte unseren ü'van wie überall Recht geben. Schwieriger zu verstehen ist der Satz: bv 'nan naina o»vrma'3^„Der Rock sühnt für Blutvergießen". Es ist sicher keine Spielerei mit Worten, wenn es damit begründet wird, daß Josephs Brüder, als sie sich mit dem Gedanken des Mordes trugen, seinen Rock in das Blut des geschlachteten Tieres tauchten. Wodurch entstand denn der Haß der Brüder? Wegen des bunten Streifens, dem der Vater feinem Liebling — wir dürfen wohl sagen unoor^ic^tt^erroet^e - gujaigte. Wodurch entsteht ijcr Nusscn- und KlussenhuZ, vei'stch m'Äör» brechen leichter und schwerer Art, nicht selten im Mord äußert? Doch vor allem durch die Ungleichheit des Kleides und der Sebertsjü^run^ Die allgllsHllkfc Lcobllchluug liiib 2S e r t D « m e T T u n ß dieser Ungieichheit, die in der Regel die Quelle des mutM nsup ist, die „den Menschen von der Welt bringt.^ Die Lehre jenes juto soll uns daher der Priesterrock vor Augen führen; wie die gerinste Abweichung von der Kleidersatzung, die gleichfalls himmlisches Gesetz ist, die Awaudoh entweiht, so ist nrrar ob des (vielleicht?) besseren Gewandes deines Bruders, deiner Schwester, der Keim des Uebels, das gradlinig fo.rtfährt und sich in seiner gräßlichsten Form in v'»i jtd'sp rn äußern kann. nnmo» bs- -.3=73 ^Die Äopjöebettung sü^nf HpHanjs s KlNtzunz VM Wrr Äm Dcvclluug des Hauptes, es soll uns vergegenwärtigen, daß über uns noch ein Wesen ist i»» na sn* dem wir uns unterzuordnen haben, und glauben auch viele Kreise, es sei nicht mehr der Zeit entsprechend, die Wirklichkeit wird stets den Alten recht geben. Zum Dienstanzug jeder höher stehenden Person, des Fürsten, Richters, b-er tHIarp-crjon g-efjört au cf) eine üop(i>efc.ecfung^ uni? n angkhöven soll, Der von feinem Wesen her Priesterberuf hat, sollte sie entbehren können? Es klingt gar nicht so sagenhaft, wenn von der Mutter R. Nachmans b. Jizchok erzählt wird, daß sie die ihr angezeigte Beanlagung des Kindes zum Dieb verhütet habe, durch stete Bedeckung des Hauptes, und als einst ein Wind dem unter dem Obstbaum sitzenden Knaben die Mütze vom Kopfe schleuderte und seine Natur zum Ausbruch kam, er sich.an dessen Früchten vergriff. Der Mensch ist. mehr oder minder beeinflußt von seinem Anzug und besonders die Jugend wird im Festtagsgewan d rarf fi^rr&m(iHnr MUK g(Z jm nlüägliiMi Tlmstsnanrng. Gsmvs meil das Kind kmmn voll hinveichenden Grund für «W 'iva tenrck, so wird in > ihm frühzeitig der Pegriff des des nicht völlig t LAWLL," iOSSÜm \mjiiiiamä Mmsmmstm MM

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