Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 15 (14.4.1927)
- Date
- 1927-04-14
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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STr 15 ' Sette 21 14. Asivtl 19Q7 Der 3 S F 8 s i H Frankfurter Berichte. Gemeindeversammlung der „Israelitischen Religionsgesellschaft". Die Ordentliche Gemeindeversammlung am Sonntag nadjmittag mar im S)inbVi& -auf die jjutunfisJcfjmere S&e= ^uiwng . ^gnujwngs»o^lcrt fürfflorstand und Gem>ei.nderat so überaus zahlreich besucht, daß die Aula der Realschule Am Tiergarten die Menge nicht fassen konnte. Zuerst wurde der Jahresbericht verlesen, den wir in den nächsten Nummern im Auszuge wiedergeben. Der Bericht begann mit einem warmherzigen längeren Nachruf auf den Heimgegangenen großen Rabbiner der Gemeinde, dessen Bedeutung als LNsrrsch, Setter urtb Führer gsrnürdigt mürbe. iQUTU ergriff ferner das BQori, nachdem vom Vorstandstische aus eine sachliche Erklärung in Angelegenheit der Nabbinerwahl abgegeben und gebeten worden war, heute über diese Frage, die ihrer baldigen Lösung entgegensieht, nicht zu diskutieren. Ein hiesiger Spenglermeister benutzte die Gelegenheit, Klagen und Beschwerden darüber anzubringen, daß die Gemeinde angeblich bei Arbeitsvergebungen die jüdischen Handwerker zu wenig berücksichtige Seine zum Teil starke Ausdrucksweise und die gehässigen persön- Mm MMlle QCQCIt Den LklMllW MlNMWM Oekonötnen der Gemeinde erweckten stürmische MlerkM. stellenweise auch lebhaften Unwillen. Nach Verlesung des Protokolls wurde die Wahlordnung bekanntgegeben und mit der Wahl begonnen, für die ein Zeitraum von zwei Stunden angesetzt war. Aus dem Vorstand schieden turnusmäßig aus die Herren Emil G o l d s ch m i d t und Moritz Felsenstein, aus dem Gemeinderate, die Herren Leopold Oppenheimer und Studienrat Dr. M. Schüler. Der Liste, die die Wiederwahl der genannten Herren flM eine anDere Wahlliste entgegen. W Die Herren Hugo Vonbi und Dr. Sally Rosen bäum für den Vorstand aufstellte. Die Wahlbeteiligung war äußerst rege. Es sind ungefähr 700 Wahlzettel abgegeben worden. Davon entfielen 465 bezw 452 Stimmen auf Emil Goldschmidt und Moritz F e l s >e n st e i n. Für die Gegenkandidaten wurden 204, bzw. 214 Stimmen abgegeben. Die Herren Emil G o l d s ch m i d t und Moritz F e l s e n st e i n sind somit mit großer Mehrheit in den Vorstand wiedergernählt. In den (Bemeinberat, für den keine Ge- «üsgesUllt mm, fuß Die WkVN iftis bienrat Dr. Schüler und Leopold Oppenheimer wiedergewählt worden. Das Resultat der Wahl wurde gegen 8 Uhr bekanntgegeben und vom Publikum, das in gespannter Erwartung alle Räume der Schule füllte, mit lebhaftem Interesse entgegengenommen. Schlußfeier der Realschule dev Israelitischen Religionsgesellschaft. Vor zahlreichem Puölitnm fanV H4sf"l,rrgr Schlußseier unserer Schule statt, die neben ernsten Ansprachen eine Fülle hochstehender künstlerischer Darbietungen brachte. Als Vertreter des Schulrats richtete Herr Leo W r e s ch n e r Worte der Mahnung an die abschiednehmenden Schülerinnen und Schüler, für deren Streben ja der Abgang von der Schule nur eine Pause, keinen Stillstand bedeuten dürfe. Der Untersekundaner Weihmann nahm im Namen seiner Kameradinnen und Kameraden Abschied von Schule und Lehrern und entwickelte im Lauf seiner Ansprache Gedanken über die im Deutschunterricht gelef erien Dichtsrrnsrks. dsrsn Ibsen sich so häufig Mlt ffjhsf^N U(n|cljautmg<m ( Stubtendirektor F i n k endlich gedachte kn längerer Rebe zunächst der Toten des Jahres, die der Schule nahestanden und richtete herzliche Abschiedsworte an drei verdienstvolle Lehrerinnen, die von der Schule scheiden. Den Abiturienten vergegenwärtigte er nochmals die Prinzipien, die die Schule mit ihrer Erziehung verfolgt und ermahnte sie vor allem, ihren Bildungsgang nicht für vollendet zu halten, insbesondere in den jüdischen Disziplinen sich fortzubilden. Um den Zusammenhang mit der alten Schule zu wahren, sind Fortbildungskurse im Hebräischen eingerichtet, um deren regen Besuch der Direktor bittet. Umrahmt mären die Ansprachen non zahlreichen 3<xrLUuü<^n lmd vor? allem musikalischer Art: Eine Szene aus Jeremias, gut oorgetragött von älteren Schülerinnen, ein entzückendes Stückchen aus dem Walde, von Meinen ausgeführt und sogar ein französischer Dialog, von zwei Schülerinnen mit beachtenswerter Sprachfertigkeit dargeboten, zeugten von der künstlerischen Begabung der Mitwirkenden. — lieber* raschend vor allem aber waren die Talente, die zahlreiche Schüler und Schülerinnen in musikalischer Lin- <rn len 4M. MäMnHöV lMD MulllMM unter der sicheren Leitung lies Herrn Max N e u m a n n boten hervorragende Leistungen. Besonders die Kindersymphonie von Romberg fand starken Beifall. Der festlich geschmückte' Turnsaal der Schule erwies sich —wie stets bei solchen Anlässen — als viel zu klein, um die Menge der Zuhörer bequem fassen zu können. Wenn nicht die Ungunst der Zeit augenblicklich derartige Ausgaben verböte, so wäre unserer Schule eine schöne Aula wohl zu wünschen, in der die Feiern, die sie so DM8kWM gll Mstsslfkll awtf eiTlen «Obigen Rahmen [inben tonnten.. Schluß^ und Jubiläumsfeier in der Israelitischen Volksschule. Es galt diefesmal am letzten Schultage in diesem Schuljahre ein Doppeltes zu feiern: die Entlassung der abgehenden Zöglinge und das vierzigjährige Amtsjubiläum des um die Schule hochverdienten, allverehrten Herrn Albert H i r s ch b e r g. Reizende Kinderspiele. Gesänge und Chöre, mit viel Liebe und Mühe ßinfiuDiert unD mit Mer unDfuniiTinn om Den Klclnsn ausgeführt (waren doch schon, die von den Kindern im Zeichenunterricht hergestellten Einladungen kleine Kunstwerke der Kaligraphie) füllten den ersten Teil der Feier aus. Sodann folgten die Reden und Ansprachen, die das enge Verhältnis zwischen Schule, Lehrern und Schülern in erhebender Weise widerspiegelten. Die Reihe der Ansprachen wurde durch Herrn Rektor Stern eröffnet. Unter Zugrundelegung des Textes aus - -ox ci'-psm r>v •ö •»■ml pries er das liebevolle Verhältnis, das zwischen dem Jubilar und der Schule wechselseitig bestand. Na- W MMttllMkMIllMn DDT MllMMn Volksschule dankte Herr A. Mainz dem Gefeierten für seine in vierzigjähriger Schularbeit geleisteten treuen Dienste. Als Jubiläumsgabe überreichte er Herrn Hirschberg namens der Verwaltungskommission einen Gutschein auf die noch im Druck befindliche große Mischua-Konkordanz. Als dritter Redner nahm nun im Aufträge des Vorstandes der Israelitischen Religionsgesellschaft Herr Emil Goldschmidt das Wort. In'bekannter MvMslnM schilderte Herr ffi. in MstvoM Anlehnung an vierfache Bedeutung des Wortes in der Tauroh — wie der Jubilar es verstand, die Schule nicht nur als Haus-Familie, sondern auch als sein Haus und die Schulkinder wie feine eigenen anzusehen. Herr Verwalter Marx, als Vertreter de Elternbeirats der Volksschule, würdigte unter Hinweis auf Stellen aus der min Herrn Hirschbergs segensreiche Wirksamkeit. Für den Bund gesetzestreuer jüdischer Lehrer, dessen Schriftführer der Jubilar ist, und angeschlossene Vereine fand Herr Lehrer Gans aus Niederaula treffende und treffliche Worte der Anerkennung und des Dankes namentlich im Hinblick auf die hingebungsvolle, fürsorgende Tätigkeit seines lieben Freundes und Klassenbru- DM WWW MllllW Dkl IM Mm WMlI WllM notleidenden jüdischen LehrevsüMUien ÜUf dSw LüNbS. Und nachdem dann Herr Lehrer Pineas in kurzer, launiger Ansprache den lieben Freund und Kollegen begrüßt und beglückwünscht hatte, ergriff jetzi Herr Lehrer H i r s ch ö e r g unter lautloser Stille der Versammlung — auch der vielen Kinder — das Wort. Mit warmen, aus tiefstem Herzen kommenden Worten dankte er für die ihm erwiesenen Ehren. Von den ihm zugesprochenen guten Qualitäten wolle und könne er eine voll und ganz wirklich beanspruchen: die Liebe zu seinem Beruf. Diese Liebe, der stete Verkehr mit der Jugend, welche seine Liebe und Zuneigung erwiderte, habe ihn jung erhalten und habe ihm über so manche Trübsal Des MM WMMMsen. Daß man ton wi je \äm, nehme tt mchk als Eeröienft an, fonllern als Aufmunterung und Ansporn zu weiterem Schaffen, wozu rrapn ihm auch fernerhin Seinen Beistand leihen möge. Mit dem Javhet'schen mininivw, gesungen von einem eigens für die Schulfeier zusammengestellten, von Herrn Lehrer K ö st e r i ch geleiteten Chor, wurde der anmutige Rahmen dieser festlichen Veranstaltung volltönend und wirkungsvoll geschlossen. Schabbos-Hagodaul (Erew Petzach): morgens 11 Uhr im Hörsaal Dinim, Herr Dr. E. Posen; nachmittags 4.15 Uhr im Vereinslokal Mikro, Herr Dr. W. Hosimmn; 1 Stunde vor Nacht im Hörsaal „Korban Peßach, Herr Dr. S. Ehrmann. 1. Tag Peßach (Sonntag): 1 Stunde vor Nacht im Hörsaal „Ueber die Hagada schel Peßach", Herr Joachim Soffer. 2. Tag Peßach (Montag): 1 Stunde vor Nacht im Hörsaal «pn or> Herr Herz Halpern. 7. Zag Peßcrch (Schnbbos): nachmittags -4.15 llljr im Ber- Ginslotai Hafivroh, $err Sr W. Hpfnmnnj 1 Siüi$e üör Nacht im Hörsaal „Der Sang der Erlösung", Herr Red. S. Schachnowitz. 8. Tag Peßach (Sonntag): 1 Stunde vor Nacht im Hörsaal Midrasch, Herr Dr. D. Weger. Vortrag m der Agudas Iisroel-Orks- und Iugendgruppe. Die Agudas Jisroel-Orts- und Jugendgruppe Frankfurt a. M. veranstaltet am Dienstag den 19. April, abends 8.45 Uhr im Festsoal der Herderschule. Wittels- K4-Ml4e 10. mm .Mfflflsa&ßnD. zu Dem alle Mir glieder, sowie auch Gäste — Damen und Herren — herzlichst eingeladen sind. Der Direktor der Agudoschule ln Tel-Awiw, Herr Baruch R a b b i n o w i tz, wird über das Thema: „Tel-Awiw",dasRingenzweier Generationen!" referieren. Hermann Frtesländer Zu früh, erst 65 Jahre alt, ging Hermann Friesländer, der älteste Sohn unseres unvergeßlichen Oberkantors Julius Friesländer von uns. Nicht myemntfet m? Darum Mt minDir eriiinirnD traf uns die Kunde von diesem Tode, der unserer Vesten einen aus unserer Mitte reißt. Gerade und aufrecht war Hermann Friesländer in seinem beruflichen Leben, ein selten aufopfernder Gatte und Vater in seiner Familie, ein warmer mw smx und nmcv min in seinem Streben nach höherem Sein. Als ständiger Besucher der Gemoreschiurim im Mekor Chajim oblag er der Pflicht des -Iirn.i -71»'^ so lange es ihm sein Gesundheitszustand LAsubts. Li» tätiges Mitglied der Memro laDijcOo diente er dem nnx rmx und als fleißiger Besuchte bei* KlckUSsynagoge wandte er sich in vorbildlicher Weise auch dem dritten Grundpfeiler am Bau des Judentums, der nnns zu. Wer einmal im gastlichen Hause Friesländers Zeuge war der innigen Liebe, die die Ehegatten miteinander und diese mit den Kindern verband, wußte, welche Bewandtnis es mit dem Talmudsatze vom „Leuchten der Schechina in der Gattenliebe" hat. Von Liebe zu Wahrheit und Frieden waren all feine Schritte und Handlungen geleitet. Er ist nun in die Welt der Wahrheit zum ewigen Freden, umstrahlt von der großen gött-, lichen Liebe, eingezogen. Er wird fortleben im Wirken der im Sinne der Eltern wandelnden Kinder, des Sohnes. Der löiiner unD ümmmm nnv mir »imn dem früh DühtttgLganMsn m ewiges ehrendes Gör denken bewahren. rrrutin- S eidenhau $ Schwarzschild-Ochs AG. Aparte Neuheiten in Seidenstoffen uni und bedruckt Sehr preiswerte Qualitäten