Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 15 (14.4.1927)
- Date
- 1927-04-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Sette 4 9tr. 15 Der Israelit 14. April 1927 ihrer grausamen Geschichte, die mit den geistigen ökonomischen und sozialen Schwiergkeiten der letzten Generationen belastet ist, nicht die Mög lWkit 8kWöÜ öiksk WMUsc gll MWktzkN: LM ihrem Unterbewußtsern verbindet sich der Begriff Orthodoxie mit der äußersten Rückständigkeit der unteren East-Side. Sie sind dagegen ohnmäch tig. Es ist eine Tatsache, daß der Jugend von heutzutage die „Orthodoxie" sich, wenn nicht in der Form des russischen Ghettos, so dann doch in der verächtlichsten Gewandung von Hefter Street, 'darstellt. Darum identifizieren sie in ihrer eigenen Vorstellung den Begriff der Orthodoxie rnit dorn Gorvirnrnol von Vorvory ■ (Strrrßs Rewyor^, mit &em 8at!on-§ypus her hortlgen orthodoxen Juden. Um des Himmels willen urteilen Sie nicht so! Orthodoxie ist ein System ist der historische Glauben der Juden und sie hat nichts zu tun mit vielen der Gepflogenheiten und Unschönheiten, die als Ergebnis geschieht lichsr Vedingnngon dorn Juden in Osteuropa oier irr [>er SaJi»Sl!ie pon S^expijorl an^a|i« Ich möchte, daß unsere jungen Intellektualisten etwas ganz anderes tun. Ich möchte, daß sie sagen: „Ich bin hineingeboren in die Jüdischkeit ich bin ein Glied der jüdischen Rasse. Diese jüdische Rasse besitzt eine Fülle von ererbten Tugenden, hat ein wundervolles Lebenssystem eine eigene Philosophie, eine scharf urnrissene Wstt«nsch«rmn8' möchte nicht M8in 8«nges Leben damit verbringen zu diskutieren, ehe ich die Tatsachen kenn e." Ich möchte, daß unsere jüdischen Intellektualisten kommen und zu den Rabbinen sagen: „Bitte gebt uns einen Schiur, d. h. eine Unterrichtsstunde, eine Vorlesung, führt uns ein in die hebräische Sprache und in den Talmud. Laßt uns die Wahrheit selber finden, und erst nack)dein rvir sie gesund haben, werden wir uns erlauben, ein Urteil auszusprechen. Jedoch — „Grau, teurer Freund, ist alle Theorie!" Ein großer Teil dessen, was Sie im modernen sozialen Leben erstreben, können Sie im Judentum finden. Lassen Sie mich kurz ein oder zwei Dinge, oder drei oder vier aufzählen. ö® bin gewiß gezwungen. Ihnen nur lleberz schrrsten zu geben. Wenn Sie solch ein altmodisches Ding studieren wie die gestrige Sidra, mit dem mündlichen Gesetz als Kommentar dazu, werden Sie darin die fortschrittlichsten Prinzipien der Strafrechtsreform und einige Kapitel vorher geradezu das letzte Wort humaner Fremdengesetzgebung finden. Wenn Sie das jüdische Gesetz studieren, w^röyn Ne im Höchen Svaie ÄerrasA f%\r daß die modernste Parole im Schiedsgerichtsver- Käschern für das Peffachfest. Von rabbinischer Seite wird uns geschrieben: Zum Artikel „Käschern für das^ Peßachfest", von S. N> in L in vor jimgstm NllMllM ist zu börichtWlll 1. Stellen be! Porzellan ist ern Unding und nicht möglich. 2. Das ist selbst bei Glas nicht unter allen Umständen erlaubt Wp rs pnn ia «nrm. 3. Auch Eisen muß vor dem Käschern 24 - Stunden unbenutzt sein. 4. Eisengeräte müssen nur, , wenn n« »"? ]®nirn geglüht werden, sonst nützt Käschern. 5. Es ginge zu weit, bei Geräten mit „Biegungen* Käschern zu verbieten. Wochenkalender. vom 16. - 23. April 1927. / vom 14. - 21. Nissan 5687 Samstag 16 14 »in« *>vwn ra» noo 2is a si 1J IS no» 1 Montag 18 16 " " '2 Dienstag 19 17 Iwan t>nm « ov Mittwoch 20 18 " * '3 * Donnerstag 21 19 " ~ 'i " Freitag 22 20 " 't M Samstag 23] 21 noa bv 'i ll'i'vn i»er fahren durch ein ganzes jüdisches Leben hindurch ausgeübt worden ist. Wenn Sie ein Buch an sehen, wie die Kodifikation des Maimonides, die m mir öeu DeWllUUn WislUll ummm und At'böUev beschätfrgt, wenn Sie den. Choschen Mischpot in die Hand nehmen, denjenigen Teil der sich mit dem bürgerlichen und Strafgesetz be saßt, oder den Ewen Ha-eser, der sich mit den ehelichen Beziehungen beschäftigt, so werden Sie erstaunt sein, die Lösung von Problemen zu finden, die die modernen Gemüter bewegen. Ich hoffe, ich habe Ihnen eine Einführung in die wahre Lage gegeben. Das Judentum ha vlöls lsbsnsrbcrusnds Wahrhsitsn zu kUndsn . . >>i r « — - - " -- i * ,• sein größter Feind ist die Unwissenheit, ich habe die Gegenstände, um die es sich handelt, kaum von Ferne berühren können. Die Mahnung des Präsidenten erlaubt mir nicht, mehr als die großen Ueberschriften zu geben. Aber ich hoffe daß ich ein anderes Mal mehr Gelegenheit haben rvsrds, rnehr zu reden." SW Rnngsch? rin intrrrss«nteZ Viiv von den Vorstellungen der jüdisch-amerikanischen Jugend und erweckt afs neue den aufrichtig Wunsch, daß sich die nötige Anzahl klardenkender, gründlich durchgebildeter Rabbinen finden möge, die das erlösende Wort zu sprechen verstehen, um die in dieser/ Jugtznb apfgofpeicherten religiösen Energien zuin 3Vohl der Gefcnntk-eit mxtebav 3 machen. Korrespondenzen « ßaebriebren T»tntid?€9 tttiet» »Gegen Verhetzung und Gewalttat". Berlin, 8. April. Unter dem Motto „Gegen Verhetzung und Gewalttat" veranstaltete die Ortsgruppe Berlin des Reichsbunhes MWf FsWlMMll SMMlSW, 7. April, zwei Massenkundgebungen in der Ctadthalle und in den Spichernsälen, um dagegen Einspruch zu erheben, daß die Nationalsozialisten durch eine wüste Agitation friedliche jüdische Bürger belästigen und mißhandeln. Beide Versammlungssäle waren dicht gefüllt, in d-»r Stadthalle waren ungefähr 1600 Personen, in den Spichernsälen 1000 Personen versammelt. Es prachen zu diesem Thema Staatsminister a. D. Rechts- MWlt WsWttg J53iiu, tyfomy (Sjmüi, M. d. L., Dr. Graf Montgelas, Otto Ruschke, M. d. L., Reichsminister a. D. Wilhelm Sollmann, M. d: R., Rechtsanwalt Dr. -Elkeles, Dr. Bruno Glaserfeld u. v. a. Die Redner wiesen u. a. auch darauf hin, daß durch die Gewalttaten der Nationalozialisten gegen jüdische Bürger in den Straßen Berlins dem deutschen Wolke der größte Schaden zugefügt werde, tkiagsakgeorkneier NusHö? sllHrt? WtV (jäiien UNS viel von dem Kampfe gegen Verhetzung erspart, wenn besonders in den höheren Schulen ein anderer Geist herrschen und nicht schon dort der Geist des Mißtrauens gegen die jüdischen Mitbürger großgezogen würde. Rechtsanwalt Elkeles betonte, daß die Bürger, die im Felde für das deutsche Vaterland eingetreten ind, es sich nicht gefallen lassen können, daß sie von unreifen Menschen ihrer bürgerlichen Rechte beraubt M?Lön. ßs mrbt zum Echluß Ms RMutistt iw Sinne der Referate angenommen. Mitgliederversammlung der Zenlralwohlfahrksstelle der deutschen Juden. Berlin, 4. Aprll. Am Sonntag den 3. April fand im Repräsentantensitzungssaal der Jüdischen Gemeinde zu Berlin die Mit- [icrcr&erlljmmfun^ ier i>cr deutschen Juden statt, die aus allen Teilen des Reichs zahlreich besucht war. Die neue Satzung der Zentralwohlfahrtsstelle — für die die eingegangenen Abänderungsvorschläge verwertet waren, und deren Beratung durch eine Vorbesprechung am Vormittag vorbereitet war — wurde einstimig angenommen. Zum Voreson n tffl'Uppaeafe Cofumfeio S(a((cn im Musik-Haus Ungev Frankfurt a. M., Friedensstraße 5 fitzenden der Zentralwohlfahrtsstelle wurde Herr Rabbrner Dr. Leo Baeck-Berlin gewählt. Die Wahl einer Anzahl Sachverständiger zu Mitgliedern des Gesamtvorstandes folgte. Verband offjiti>tf<f>etr öcgätttfatioticn in Deutsche füv pvlmsch« ' ungehörige. Berlin, 6. April. Vom polnischen Generalkonsulat wird dem Verbände mitgeteilt: - - - 1. Sämtliche /Militärpflichtige, die' im Jahre 1927 musterungspflichtig find,' also die' Jahrgänge 1904—1906, bte in ben SDlilitärpaniniroIten ■eingeiragen toiirben^ er* galten Dis auf TDEitras Aufschub des MusterungtzMmines im-'Sinne der Verordnung des Ministeriums für Heereswesen Rr. 5629/27/T jn. Pob. Org. 31. 1. 1927. 2. Die Musterungspflichtigen obiger Jahrgänge, die in die Militärstammrollen nicht eingetragen sind, können ebenfalls Aufschub des Musterungstermines nach Einreichung entsprechender Anträge erhalten. 3. Obige Vorschriften betreffen nicht die Muste« rrgs.^rpid^licjei^ xnetdje: a) sich vorübergchend im Auslands aufhaltsn (Urlaub, Kür, Studium usw.) b) unlegal Polen verlassen haben, mit der Absicht, sich der Miltärdienstpflicht zu entziehen. c) in Polen bereits gemustert worden sind. In Bezug auf obige Kategorien bleibendie bisherigen Bestimmungen in Kraft. Landesverband gesetzestreuer Synagogengemeinden Preußens Halberstadt, 8. April. Am Sonntag, den 3. April fand in Halberstadt eine Vorstands- und Ausschußsitzung des Preußischen Landesverbands gesetzestreuer Synagogen-Gemeinden statt. Der Tätigkeitsbericht, der sich aus die Zeit seit der Fuldaer SSerbanbsoerjammlung am 29. 2tugupr>. gab ein anschauliches BW von der vielsÄ'tlgen Arbeit, mit welcher der Verband beschäftigt ist, und vor allem von dem erfreulichen Wachsen seines Einflusses innerhalb und außerhalb der preußischen Judenheit. Mit besonderer Genugtuung konnte auf das immer bezeigte reundliche Verständnis hingewiesen werden, welches die Staatsbehörden allen Wünschen des Verbandes entgegenbring?^ IBM Ansammlung lag ein Entwurf zur Abänderung des preußischen Judengesetzes von 1847 vor, über den Herr Rechtsanwalt Dr. Birnbaum, Berlin, ausführlich berichtete. Eine lebhafte Aussprache, welche besonders die Austrittsfrage berührte, fand ihr Ende in der Bildung einer Kommission zur Weiterbehandlung des Entwurfes. Der umgearbeitete Entwurf soll bald einer neuen Vorstands- und Ausschußsitzung vorgelegt und darin in einer 33erbanbso€r|amm£ung gur abjdjjliejjenben Beratung gebracht werden. Zum folgenden Punkt der Tagesordnung „Pädagogische Akademien", referierte der Vertreter des „Bundes gesetzestreuer jüdischer Lehrer", Herr Lehrer Ochsenmann, Frankfurt a. M. Unter Zustimmung der Versammlung betonte er die großen Bedenken, welche gegen den Besuch der nunmehr endgültig vom Preußischen Staat rvefctjfoffenen Pädagogifchen Akademie in Frank- 4 <r. M. Lnrcj orMjoboge Q« >md. Es wird beschlossen, beim Ministerium wegen der Befriedigung der Wünsche in gesetzestreuem Sinn vorstellig zu werden. Rach Beendigung verschiedener, vorläufig noch intern zu bhandelnder Fragen, gibt Herr Straus, Halberstadt, einen Finanzbericht des Verbandes. Es sei aus diesem hervorgehoben, daß im Rechnungsnjuawggogn—