Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 15 (14.4.1927)
- Date
- 1927-04-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 15 Sette 5 14, April 1927 _«• _- :ahr 1926 27 Gemeinden Beihilfen zur Erhaltung ihrer u«b 28 ^Beamte wirtschaftliche Beihilfen ^ryattM haken, Mitgliederversammlung der Jeschiwah Hamburg. Hamburg, 6. April. Die Versammlung wurde von dem Vorsitzenden, Herrn Jacob Goldschmidt, um 5 Uhr eröffnet und war sehr gut besucht, wozu wohl die Ankündigung der einleitenden and Schluß-Ansprache viel beigetragen hat. Nach Begrüßung der Anwesenden erteilte Herr Gold- Schmidt dem Mitglied des Kuratoriums und Dozenten. 9k£6ä« M 3UC0ÖfDn WZ IDflFf: Anlehnung an verschiedene Psukim aus der Sidroh gab oer Redner ein Bild der Entwicklung der Jeschiwah und ihrer Bedeutung für Hamburg - und Deutschland. Er wies darauf hin, daß neben Hamburger Bachurim auch solche von auswärts mit vielem Erfolg die Jeschiwah besuchen und legte den Zweck und den Nutzen, den die fciU8i;i?t MMbMisssMk qu§ MttöM unö m dem Auslande für Hamburg unb feine jÜdifchM Einwohner bringt, in ausgezeichneten Worten klar. Besonders die ausländischen Bachurim werden in Hamburg .außer im Lernen auch in profanen Wissenkchaften gefördert und werden sie, wenn sie herauskommen, in ihrem Leben Tauroh und Derech Erez verbinden und zu ihrem Teil mit das Ideal verwirklichen helfen, welches floate MvrrsyL giiMhM. Dur® MDincr 8llM son Rafael Hirsch, Frankfurt, auf die höchste'Höhe gebracht worden ist und seitdem das Ideal der deutschen Judenschaft geworden ist. — Reicher Beifall lohnte seine Worte. Herr Jacob G o ld s ch m i d t erstattete dann den Tätigkeitsbericht über die letzten zwei Jahre, das fünfte und sechste Lernjahr der Jeschiwah. Im Vorjahr wurde ein gedruckter Bericht über die ersten 5 Jahre des Bestens her Zefchimah piMWZMN. De? UD® DDlIOQ, und der finerzeit auch in den jüdischen Zeitungen zur Veröffentlichung gelangt ist. Im sechsten Jahre des Bestehens der Jeschiwah haben in 4 Abteilungen ca. 60 Schüler und Hörer gelernt wit gutem Erfolg, wovon eine im Vorjahr stattgehabte Prüfung Zeugnis ablegte. Einige der in der Jeschiwah aUQQeDtlDelen BNsiMM ««Ijrerftetlen in nerschre. denen Orten DeütschlüuSs angenommen, MDere werden in kurzer Frist die Jeschiwah verlassen, um sich ebenfalls dem Lehrerberufe, besonders inbezug auf Tauroh, zu widmen. — Wir sind immer bereit, nach Maßgabe der Geldmittel weitere Schüler aufzunehmen, die verhältnismäßig geringen Eingänge der Beiträge machen aber Zurückhaltung notwendig. Dieses geht auch aus dem Kassenberichte hervor, den der Kassierer, Herr Michel H-.cc.hson, mvUM wM /eine NiMhM uon Spenden und Beiträgen in Höhe von M. 18,825 auf, dazu kommen noch die Subventionen der Deutsch-Jsraelitiichen Gemeinde in Höhe von M. 4000.— und des Srmagogen-Verbandes in Höhe von M. 1200.—. Die Ausgaben betragen ungefähr ebenso viel, so daß die Jefchiwah im vergangenen Jahr balancieren konnte, es ist akov dringend notwendig, größere Einnahmen zu schafum Hurch Ausnahme oon neüeU f£4tÜIßl'W DßU 20^ zenten Gelegenheit zu. geben, ihre Lehrtätigkeit auszudehnen. Der Vorsitzende spricht allen Spendern und Beitragenden, insbesondere den jüdischen Behörden., seinen besonderen Dank für ihre Mitarbeit an der Existenz der Jeschiwah aus und bittet, ihr Interesse dem Institut weiter zu bewahren. Die gewünschte Entlastungserteilung an den Vorstand ml im MssisM mtrD alsDann erteilt. Nach Erledigung eines von einem Mitgliede gestellten Antrages hält Herr Oberrabbiner Dr. I. Carleb a ch, Altona, einer der Mitgründer und Hauptförderer der Jeschiwah, eine zündende, geistvolle Ansprache. Unter Auslegung einiger Midraschstellen zeigt er den aufmerksam zuhörenden Anwesenden wiederum, was eine Jeschiwah bedeutet für die Schüler und für die Lehrer, für- Mi (BimainDe. in Dar solche Massig ist. unD welche Bedeutung sie gang besonders für Hanrdurg-Attoncr hat. Cr erwähnt des ungeheuren Segens, der von einer solchen Jeschiwah ausgeht für alle, die an ihr Interesse nehmen, und meint, daß, wenn auch nur eine kleine Anzahl der Mitglieder den Weg zu der heutigen Versammlung gefunden hätten, es doch hundert Mitglieder unserer Gemeinde sind, die durch ihre Spenden, durch das Besuchen der einzelnen Vorträge, die Bedeutung der Der w r : i: t__ Jeschiwah erkannt haben und sich bewußt sind, welche Wechtigkeit derselben für Hamburg, für Deutschland, sllk Das Mann MNWWi m au% bafr nachdem m den letzten Jahren ßMß merkbare AmilcherMg zwischen den Jereim in Ost und West eingetreten ist, es nur berechtigt und ganz besonders wünschenswert ist, daß Bachurim aus dem Osten hier in Hamburg das von dort gebrachte Taurohwiffen vertiefen und verbreitern, und bereichert an Wissen und Tauroh und auch an profaner Bildung gefördert, wieder in ihre Heimat zurückkehren, um dort das Gesehene und Gehörte weiter Die Woche. Berlin. Gegen die Benennung einer Straße nach dem Namen von Hugo Preuß haben die Direktion der Charite der Berliner Unrnersität und bie Tierärztliche o d) * f£uu. Ml 38 m 8MMÄM ZlrMllW grenzen, Einspruch Lvhöbßll. 5)iß bMokklltlslW Presse sieht darin eine reaktionäre Demonstration. — Der Verband national deutsch er Juden nimmt in einem Flugblatt scharfe Stellung gegen den Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, der ein neues soziales Ghetto für die Juden errichten wolle. — Der berühmte SlliiefiaittenMer ün-iv ßeiier bes Snfttiuittum ju- Ucum m, VroWor Hugo Greßmann, ist in Ehicagö, Mö ßk sich auf einer Vortragsreife befand, plötzlich verstorben. — In der letzten Sitzung der Stadtverordneten wurde die Benennung einer Straße nach dem Schöpfer der Reichsverfassung Hugo Preuß - Straße in dritter Lesung und endgültig beschlossen. Danzig. Herr Otto Nathan wurde von der Danziger Regierung zum Generaldirektor des jetzt eingeführten staatlichen Tabakmonopols ernannt. fisn&siL Dis ÄinlaDen Don WMAM nur« den von jüdischen Kunden bestürmt, dis ihren Peßachwem noch vor Einführung der erhöhten Weinsteuer am 1. April einkausen wollen. Sofia. Das Konst st oriumder jüdischen Gemeinden in Bulgarien wurde von der bulgarischen Regierung genehmig t. Warschau. Im abgelaufenen Monat März sind 164 Juden aus Polen nach Palästina ausgewandert. TffyxyjtjGUy yjm ©täbtcf^en S|5rtimpol bei Lublin gab cs eine grsährsich? Hud-nhetzs infolge des Verschwindens eines christlichen Endes, das sich später wieder bei seinen Eltern eingefunden hat. Auch in Wilna verbreiten die Hetzer Ritualmordgerüchte, kowno. Drei Arbeiter sind unter der Anschuldigung kommunistischer Umtriebe zum Tode verurteilt worden. Während die christlichen Verurteilten zu langjährigem Kerker begnadigt wurden, ist düs Todesurteil an dem jüdischen Arbeiter Chaim M-ktUMkD vvllsttttkt Lodz, Sn Lodz verstarb im Aller von öS Jahren der Rabbiner von Sk onk, Nathan David Ratz i n o w i c z. Zur gleichen Zeit starb inStri - k o w der dortige Rabbiner Rosenberg. Er erreichte ein Alter von 83 Jahren und amtierte 53 Iahe lang' als Rabbiner der Gemeinde. Jerusalem. Das hebräische Lehrerseminar wurde vom Schulrate geschlossen, weil die Zöglinge durch einen Streik erzwingen wollten, daß Dei Don WM Bauaroeiten an Der Mm Arbeiter durch das jüdische ArbMsburv M'. gestellk würden. — Der Präsident der Tschecho-slovakischen Republik, Thomas Masaryk, weilt zur Zeit in Palästina und hat in Jerusalem wie in der Provinz auch viele jüdsche Institutionen besichtigt. Offizieller Empfang mußte auf seinen Wunsch unterbleiben. — Die arabischen Kandidaten für den Jerusalemer Stadtrat erlassen einen Aufruf an die Wähler in arabischer und hebräischer Sprache. yteivyoct. Ein ^)Sroteftmcmor<mi>um <m Sie ru= MÜNisshr H?s0schtfch«ft gegen Ue Zudennsttlildrückung in Rumänien ist von 30 000 Namen, auch.solchen der prominentesten Persönlichkeiten, unterzeichnet. verbreiten zu können. Er errv ahnt, daß m der sozusagen jüdisch ausgeglichenen Atmosphäre der Hamburger Kehlllo Dlkfs Mchllssin ssll Beispiel von ec^tsüdis°^ern Leben vzj'ftllrM uns sich Darin wohl fllhlöa null DllDllilh vcn Ruf und die Bedeutung Hamburgs in weite Ferne tragen. Er konstatiert zu seiner Freude, daß auch Hamburger junge Leute denumgekehrten Weg fanden und finden, die ausländischen Jefchiwaus zu besuchen und daß sie dort als gleichwertige Bachurim mit den heimatlichen anerkannt werden, eine Folge des wahrhaft jüdischen Lebens und Strebens der Hamburger Gemeinde. Seidenu. Garn-Handelsges. m. b. H. 47 BleidenstraDe 47 (früher: Grosse Eschenhelmerstrasse 3) SPEZIALHAUS in Näh- und Slick-Seiden Handarbeits-Garnen jeder Art Er bittet zum Schluß die Anwesenden, das Gehörte zu Herzen zu nehmen und überallhin für die Ausdehnung der Jeschiwah und ihre Erhaltung zu wirken und fflßi&ß MWMk' ziehen, damit der Ausbau der Jßschüvüh 0ßJÖtDßrt VüQX€- den kann und die Unterhaltung derselben vollständig gesichert werde. Reicher Beifall lohnte die tiefdurchdachten Ausführungen. — Mit einem gleichen Appell wie Herr Oberrabbiner Dr. Carlebach ihn an die Versammelten gerichtet Outti schlliß Daun Dkk ÄMMSr w einem Scm£ bte Erschienenen Mß DßkfüMMWllg. Humämctt. Verbot des „Israelit" in Rumänien. Frankfurt a. M., 13. April. Die rumänische Regierung hat die ÖCrBFlHUng Ttt Nnrn-inien v e rd ö t ß N. (Das wird uns nicht hindern, der Welt die Wahrheit über die unsäglichen Leiden unsrer jüdischen Brüder in Rumänien und über die sträfliche Schwäche der Regierungsorgane zu enthüllen. Red.) Cnglanfe* Der Dvsril «s Sfjrofiff g?gen bie rumani|t Rsgrsrung. London, 11. April. Der Board of Deputies (Depuüertenausfchuß der englischen Juden) hat sich in seiner gestrigen Sitzung ausschließlich mit der Lage der Juden in Rumänien und den Versuchen zu einer Besserung derselben befaßt. Nach einem Bericht non Lucien Wolf über den Verlauf Äechanb/ungen mit der rum<iUif4)ßH RöHtßklin^ tflU! man einmütig zu der Ueberzeugung, daß ein Weiterführen der friedlichen Unterhandlungen unmöglich geworden sei. Einstimmig wurde eine Resolution angenommen, in der gegen die Behandlung der Juden in Rumänien, die in diesem Lande weder Schutz noch Recht finden, protestiert wird. <pS mürbe be|d^to||en^ bei ber Regierung Großbritanniens und Mm Völkerbung Dahin zu imerventeveu. Daß die rumänische Regierung zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen gegenüber den jüdischen Bürgern und zum Schutze derselben gegen die wüsten antisemitischen Ausschreitungen angehalten wird. Jüdische Bäcker für den Sabbat. £duddh, 10. AM, In einer Massenversammlung ber jüdischen Vacker in der Triker Schul ist beschlossen worden, den jüdischen Bäckermeisterverband aus eine gesunde Basis zu stellen, und in Verbindung damit verpflichteten sich olle anwesenden Verbandsmitglieder, die Sabbatruhe streng zu wahren. Das Verdienst um diesen bedeutsamen Beschluß ist dem Triesker Rebbe, Rabbi T w e r s k i, zuzuschreiben, der die Versammlung einberuten Datte unD Dur® sklik den einstimmigen Beschluß herbeigssührt hat. HsUcrnd. Warum die Juden Hollands an der Spinoza-Feier nicht teitnahmen. Amsterdam, 2. April. Der Pl-äfibent ber Gesellschaft ' für jüdische Wlssenslyaft, TKllgm^nn, ^n|<mtmenlnnft dieser Gesellschaft, die vorgestern unter dem Vorsitz des des Haager Oberrabbiners Maarfen ftattfand, die holländischen Juden hätten an der Feier des 250. Todestages Spinozas aus dem Grunde nicht teilgenommen, weil sich Spinoza aus freien Stücken vom Judentum abgesondert habe. Seine. Ausstoßung erfolgte erst dann, als er sich strikte geweigert hatte, sich der Disziplin der