Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1927-04-07 · Heft 14 (7.4.1927) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 14 (7.4.1927)
Date
1927-04-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2446951-2450442-2450456--73948-2531389
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 2 Nr. 14 Der Israelit •7. April 1927 lebendige Judentum als Bildungsideal offMbar rrid^ termt. fffflnU rm ANMl FBH Sömenttjal, Frankfurt, der msrkwürdigEsiss aus der Kenntnis des Judentums heraus die jüdische Schule ablehnen zu müssen glaubt. Er bekennt sich zur Ansicht, daß Judentum ein eigenartiges Volkstum sei. Die Verschiedenheit von deutscher Art müsse sich auch in der Schule kundgeben, die deutsche Schule sei eindeutig deutsch, so müßte auch die jüdische Schule eindeutig jüdisch sein. Das aber, was man heute jüdische Schule nenne, sei nicht jüdisch und nicht deutsch. Statt nun daraus den S«^lu^ ^u ^ie^en^ baj| rrnr die Mischen Schulen judaisieren müßten, wie man nach seinen Eingangsworten erwartet, schüttet Löwenthal das Kind mit dem Bade aus und stellt Behauptungen auf, die jeden deutschen Juden zum Widerspruch reizen müssen. Er unterscheidet: Der Deutsche wolle bilden, der Jude lernen. Das stimmt m Nicht, Ml ökk Deutschen wie Der Mischen Schule ist LharakterbilMng. Dsr Untseschieliegt nur im Worte. Die deutsche Schule, sagt L., erzieht zu Hoffnungen auf deutsche Größe und deutschen Aufstieg, die wir als Deutsche teilen, die uns aber als Juden nicht berühren. Abgesehen davon, daß diese Zweiseelentheorie allen psychologischen Möglichkeiten und Tatsachen widerspricht, abgesehen auch von ihrer Gefährlichkeit, da sie den Anschein erweckt, als seien wir nicht mit ganzem Herzen an dem Wiederaufbau des Vaterlandes Diteilißt (jani llWWM Danon Ist ei Doch am Nonsens, dann die deutsche Schule zu besuchen. Gerade dann wäre doch die jüdische Schule notwendig, den Dualismus zwischen beiden Bildungszielen zu mildern! Aber Herr Löwenthal verspricht sich viel von einem jüdischen Lehrhaus. Soll das während der Schuljahre einsetzen? Bei der Ueberfüllung der deutschen Lehrpläne, die notwendig zu häuslicher Ueberlastung führen, mirb ber Besuch ftnfr? HxhshnWs wnD Die Beschäftigung mit Den Quellen in diesem Zeit illusorisch bleiben und nur wenigen möglich sein. Wenn wir aber darauf warten wollen, bis der Jüngling die Schule verläßt, so werden die meisten durch die (besonders nach L.) ganz anders geartete Bildung für die Einwirkung jüdischen Einflusses unempfänglich, gegenüber den höchsten Fragen des Judentums gleichgültig sein, wie es bei Schülern, die viel mit nichtjüdischen Lehrern Allö KMkrMll sll llsl M Füll Ist. Solche Menschen ins jüdische Lehrhaus zu bringen, dürfte schwer sein. Nun hofft Löwenthal auf die Jugendbewegung. Aber die Schule hat eine ganz andere Funktion wie diese und kann durch diese nicht ersetzt werden. Die jüdische Schule gibt der Jugend die Gedankenfreiheit im Sinne der Familie und des Väterglaubens bei der ernsten Arbeit, der Jugendverein sichert ihr die GefühlsfMkM m Der Luche IM seelischem Anschluß. Au-§ äll den hier wiebergygebenon Stimmen für und wider die konfessionelle Schule im jüdischen und nichtjüdischen Lager kann man das eine sicher entnehmen: Daß <die glaubenstreue Judenheit allen Grund hat, sich vor btt jüdische Schule zu stellen. Ob sie es überall tut, und ob die Schulen selbst es verdienen, das gehört auf ein anderes Blatt. mm Wochenrundschau. SSisbec eine neue Organisation! Wie bereits kurz gemeldet, ist vorige Woche auf Initiative von Moritz A. L o e b eine neue „Konservative Vereinigung" ins Leben gerufen worden, die die Zahl der „organisatorischen Zusammenschlüsse" der gesetzestreuen Juden Deutschlands glücklich auf sechs bringt. Es hält schwer, gegenüber dieser wahnsinnigen Zersplitterung der numerisch doch gewiß nicht überwältigend großen Kräfte der deutschen Orlhlöl^la sslÄst Elster gü rver^rn. Fragt man, was denn nun eigentlich führende Männer der „Achduth "-Vereinigung veranlassen konnte, das Chaos, das mit der leichtfertigen Achduth-Gründung begann, durch ein Sonder- Unternehmen noch zu vergrößern, so ist offenbar — wie unser Berliner Korrespondent bereits in seiner kurzen Meldung andeutete — das stark zionistische, d. h. volksparteiliche Gepräge daran piiD; Das Dem „MDiifff von Binom Teil feiner literarischen Vertreter allmählich aufgebrückt worden ist. Aber diese Entwicklung war eigentlich nichts weiter als ein Ergebnis der immanenten Logik der Dinge. Betont man, wie es „Achduth" durch seinen Namen und seine Verfassung von Anfang an getan hat, mit offensichtlicher Frontstellung , gegen rechts die Einheit der jüdischen Gemeinschaft über alle weltanschaulichen Gegensätze hinweg, so muß Die[ß dinpt Doch iPnD Bin CutzstM Mn — wenn nicht die Thora, die eine ganz b e stimm t e, den Liberalismus negierende Weltanschauung fordert, kann es nur die nationale Verbundenheit der jüdischen Individuen und Gruppen sein, so daß der Misrachismus, wie man ehrlicherweise zugeben muß, die zwingende Konsequenz desAchduth-Gedankensdarstellb_ Keschern für das Peffgchfefk- Zusammengestellt von S. R. in -L. (Vergl. Hechscher utwilas Kelim v. Bamberger). Eßgeräte, die man während des Jahres benützt und am Pesiach verwenden will, bedürfen einer besonderen Behandlung. Grundsatz: ivhs 12 13^23- Wie (das Chomez) hinein, so heraus.'' I. Art und Weise der Behandlung. 1, Glühen der Geräte ans Eisen. Das Gerät füll iS.' Ilili jlil^UnMg glühen uni mxijj (nach Erkalten) begossen werben» Herd und Ösen haben dann die nötige Glut, wenn Funken aus ihnen fichtbar sind. 2. K a sch e rn für Metall (Silber, Kupfer,Messing, Aluminium. Holz und Steingeräte). Irdene und Email-Geräte darf man nicht Käschern, wohl aber neu gebrauchen. Verfahren: a. Man nimmt einen Kessel u. dgl. Dieser mutz, wenn er nicht neu ist. selbst gekaschert werden, wenn ft um iuaorcnD Des Mres m ieinem anDoien Zweck gebraucht wurde. Dies Mchisht dädurch, daß man ihn mit Kochendem Wasser füllt und glühende Steine bis zum Ueberlaufen hineinwirft. b. Hieraus taucht man die zu Kaschemden Gegenstände einen Augenblick vollständig hinein und belsietzl sie mit kaltem Wasser. Kleinere Gegenstände kann man mittels Bindfaden oder Netz hineintauchen. c. Das Wasser im Kessel mutz beim Käschern ständig kochen. Wird es unrein, so mutz man es wechseln. d. Der Kessel ist nach dem Käschern noch mal selbst zu Käschern, wenn man ihn Pessach benützen .will»?» Ttkllkn för MUS UND Porzellan. Die Geflltzc müssen drei Tage mit Wasser gefüllt sein, das nach je 24 Stunden erneuert wird. II. Sonstiges: 1. Die Herrichtung hat zu einer Zeit zu geschehen. in der man noch Chomez essen darf. 2. Vor der Herrichtung sind die Geräte zu reinigen lAusKochen!) und dürfen (mit Ausnahme von Eisen) 24 Stunden nicht gebraucht werden. 3. Ist die Reinigung nicht gut möglich, so darf man die Geräte Mch; KgsMNI, g, KlossM, MilMl zusammenmMlc Tcrllle (Messer null Gavttni, röte mit Ritzen und Biegungen. Siebe und dergl. Glühen ist erlaubt, wenn sie hierzu tauglich sind. Handgriffe sind abzunehmen und besonders zu Käschern. 4. Tische und Küchenschränke reinige man und belege sie mit Tüchern, Holzplatten, Wachstuch, Linoleum oder Papier. LemsMüsett zü den Mein Talmudlehrer RavbinerSamuel Welngart. hier, teilt mir eine schwere Frage mit, die er in seinem handschriftlichen Kommentar auswirft. In Ti »To matt steht: am nx nvn npn Nichtsdestoweniger ist die Inkonsequenz der „Kansormtwen DereMgung", Dia MV Milir meinde einhett mit dem Liberalismus aufrechterhalten und pflegen will, die V o l k s einheit aber, mit dem radikalen Zionismus verwirft, eim liebenswürdige Inkonsequenz. Denn man .kann nicht leugnen, daß die leider nun einmal bis auf weiteres in den neutralen Einheitsgemeinden verharrenden Orthodoxen oder wie sie sich 'selbst vorsichtig nennen, Konservativen gemeinsame religiöse Interessen gegenüber den Liberalen zu vertreten haben und daß zu diesem ömetfe ein Msnmrnenschlnß für sie IW entfielt werden kann. Und es ist ferner klar, daß nach der a e i st i greligiöfen Seite hin die zum Abfall verführende Werbekraft der nationalen Ideologie ein weit, weit stärker wirkendes Gift darstellt als der altersschwache Liberalismus, mit dsm sich die ^ansüvllÄklRall in ^ell läkalsn (Sernetri&eTt schlagen. Die neue „Konservative Vereinigung" könnte man daher als ein Symptom von Gesundung begrüßen, wenn sie die Erbfolge 'des Achduth antreten und sich auf den Kampf mit dem Gemeindeliberalismus und der Volksgemeinde- Jdeologie beschränken wollte. Auf dem Fußballsportplatze des _ HMN OSMiWMs. Es ist ein leidiges Thema, das Fußballspiel am Sabbat in Palästina, das durch die öftere Wiederholung nicht erfreulicher wird. Erfreulich ist höchstens die Mitteilung, daß nunmehr sich auch Kreise, die nicht gerade zur ausgesprochenen Orthodoxie zählen, sich von den Jünglingen, die den Sabbat mit wohltrainierten Füßen treten, sehr vor den Kopf gestoßen fühlen. Nach einem Berickssa, fnv tzzss wie Uv OTT. Beantwortung überlassen müssen, vereinigte eine vor kurzem in Jerusalem einberufene Protestkonferenz die Oberrabbiner Kuk und Sonnenfeld, neben vielen anderen Rabbinen und 200 Personen aus allen Teilen und Schichten des Landes und der Bevölkerung. Es ging bei den Beratungen überhaupt um den Sabbat, dessen Heiligkeitscharakter in Palästina bei Wahrung des sozialen Ruhetages vielleicht mehr gefährdet ist, als sönslwo in ^er 38c!!. 8n ber Hauptsache nahm die Konferenz folgende Beschlüsse an: 1. Gründung eines Komitees zur Ueberwachung der Sabbatbeobachtung in allen Städten und Kolonien; 2. Proklamierung eines Verbots von Fußball-Spielen und anderen sportlichen Veranstaltungen an den Sabbattagen; 3. Ergreifung von Maßnahmen gegen die Sabbat-Verasm Vy-„ Dieses übersetzt Darg. Jonathan bv pnn; xvp by xnsDb xrm» ebenso Targ. Onkelos ptt xnv by inss*? xrmn bp. Raschi schließt sich dieser Auffassung an mit dem Worte Dabei steht diese Erklärung der Schriftstellen im Widerspruch zum Talmud Jebamoth 46 b und Kerithoth 9 b. Denn aus dem Talmud ist ersichtlich, daß die Sprengung der zweiten Bluthälfte p»» ayn hp war. Durch diesen Hinweis angeregt, fand ich, dgfi ggskl <Ö. 2t, Msch V~st in fstnstn Kommrnlar vcmerkh vag Onkelos hier ünrichiig übersetzt. Es erhebt sich nun die Frage: Worauf stützen sich die Targumim und nach ihnen Raschi mit ihrer Auffassung? Der Rechtfertigungsversuch des MOV zur St. rn*»?! pr rrnrn iraa asm ist unverständlich. Denn fein Beweis bezieht sich auf die erste Bluthälfte, die schon gesprengt war, während sin Nr A m MKM DllMk Die MDe tit. um Dtc ötoiDtcnoR^mn noco zu uiehim. Tel De« merkt, daß Raschis Erklärung zu Vers 8 zu seiner eigenen Erklärung aus V. 6 in Widerspruch steht. Denn dort (V. 6) schreibt er: as 'XN? 'Xi ayn bv amx aiTn1?. Zwar könnte man sagen, die Targumim folgen R. Elieser, welcher mit R. Josua streitet, und lehrt, die nv'ir sei xrm» bv gewesen. Aber dem stehen zwei Gründe entgegen: mn ’iiw X"YT x*m und dann; 2. da R ® lief er (Siehe Tassafat j. Ierrtf^ n«m V, nW n«r nach N' Josua, sondern sogar nach N. ElieserWN bk Np'*» die Vv» gewesen sein. Somit bleibt also die Frage in ihrer ganzen Schwere bestehen. Wer klärt sie auf? Prediger Emanuel Hei mann in Plauen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.