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Der Israelit · 1927-03-31 · Heft 13 (31.3.1927) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 13 (31.3.1927)
Date
1927-03-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
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fl- 31.-März 1927 D er Israelit Nr. 13 Sette 8 Gewöhnlichen kein Anlaß zu Michern Geben ken. Aber hier waren es fünf Jahre des Ringens nnL> t>es Giegens, fünf 3at)re ber ünnefbroffenett *■' l) , I ll ’ ' ' »> C| und ununterbrochenen- Arbeit, im 8!easte emer Sache, die die heilige Sache Israels ist. Aufklärung nach innen, Abwehr nach außen, Unterstützung aller praktischen Palästinaarbeit der Aguda, das war im Großen das Programm des „Kpl-Jisroel" im ersten Halbjahrzehnt. Und bedenkt man, unter welchen materiellen Opfern all dies geschehen ist, da das Ausland der Unterdtssss unabivöislich notwendigen Organes jn gut w gw?«in UsjläHDHiS «WO,, brachte, so wird man die Leistung der Gründer, Leiter und Erhalter dieses Blattes erst im vollen Maße werten können. Wir beglückwünschen unser Bruderorgan zu seinem kleinen Jubiläum und verbinden damit §1? Orthobsxie m ber Diaspora, unÜ mchl nur diese, bald cmstkhti n?!; tVfchjrg es sei, die Vorgänge in Palästina auch einmal anders als im Rampenlicht der zionistischen Regisseure, gezeigt zu bekommen und das Blatt in den Stand setzen, sein Programm so auszubauen und durchzuführen, wie es selber möchte und im Interesse des Klall Jisroel erwünscht wäre. «US her Von A. tttannheimer in Dettelbsch. (Schluß.) Das Porschen der Milz ist eine etwas umständliche, Zeit in Anspruch nehmende Arbeit und will verstanden sein. Nicht jede Hausfrau bringt es so fertig, wie die Vorschriften es verlangen: bis biimttm Fetthäute auf beiden Seiten abziehen, foUnn Ui WWs durch Dtp llllNU Mlg geht und sich an einer m drei VeVZwöjgtMgen gabelt, vollständig herausziehen. Da man die Milz, gerne füllt, so möchte man sie nicht unnötig zerreißen oder löchern und so wird sie nur mangelhaft geporscht. Will man durchaus möglichst schonend vorgehen, so fahre man mit den Fingerknöcheln über die nasse Milz, der Hauptader entlang und setze dies so lange fort, dis Vlk DllWMkk sich — f«™? e±roa 7 benadern — vsn fslbst löst. Das stauen zwar etwas länger, die Milz wird aber sehr wenig verletzt. Just wegen des schöneren Aussehens beim Servieren werden auch Zungen oft recht zweifelhaft geporscht. Man redet sich ein, die Adern herausziehen zu können, wenn man nur etwas mehr Hin Tiil8fFffffT9 vom Sc^uttbe aus’ aufschneidet, Dsr EachrunvW m\%, daß dies unmöglich ist; bei den Blutadern im hohen Fleische rechts und links erst recht nicht, selbst MNN öüS PbkschM im warmen Zustande vorgenommen wird. Es ist lW MUMölsM, M DU MM UW WMU liegen. Will man doch einmal die Zunge möglichst wenig zerschneiden, so folge man, von oben herab senkrecht fahrend, rechts wie links dichtestem Weißen nach. Die Adern liegen offen da; nach ihren Entfernung gibt ein Heftfaden der Zunge ihre ursprüngliche Form wieder, so daß man vom Porschen faum; etwas merkt. Mitunter gibt es jüdische Köchinnen, welche Ms WsliM IM Dtr iiBimr in MM tauchen, damit es bester zu rupfen ist. Das ist unstatthaft. Man unterlasse solches auch bei lauwarmem Wasser; denn es liegt nahe, daß man hier die Grenze des Erlaubten leicht überschreitet. Das „Besehen" oder „Belesen" von Gemüsen ober Obst ist ein Kapitel für sich und zwar ein sshr ßDßj SMM MD lillS zum Genüsse von der hl. Thora strenge verboten, ja, mit vierfacher, fünf- und sechsfacher Strafe verpönt. Weil es sich um „Kleines" handelt, macht man sich allzuleicht Konzessionen. Kommt es denn auf die Größe der Tiere an, die uns zum Genüsse verboten sind? Allerdings, das Besehen macht Mühe, erfordert mitunter Energie. Je kleiner die Lebewesen und je schwerer sie besonders durch ihre Schutzfarbe zu erkennen sind, Defto orDlere Mllcnslrm tri «um«??!*?"- Lreicrlci ist notig; ein gutes Aug«, Zeit unv — last not least—Gewissenhaftigkeit. Es gibt Gemüse, Salat und dergl., an denen der grüne Erdsloh kaum zu finden ist. In manchen Jahrgängen und je nach Lage der Beete sind Grünpflanzen oft überhaupt kaum zu besehen. In Großbetrieben nimmt man sich zum Belesen nicht die nötige Zeit. 8M HfW es einfach 3»at* es gewWnkMen Ieynmm uäyt veröHnna, ie in eiserner Konsequenz und prinzipiell in jiidicheb Restaurationen Grünes nicht genießen, um allem enthoben zu sein. Sieht man doch in Privathäusern in dieser Beziehung schon genug des Inkorrekten. Man „bettest" im Eiltempo, befrachtet die Blätter kaum auf einer Seite, geschweige auf zweien: man bricht angefressene Stellen n>iaus-Das Wasser wird schon alles hinw88n^m?n." An^e^ m nichiiülliWß Hausfrau oder Küchenfee ja auch nicht. Die festgeschlossenen Krautköpfe werden nur einmal geteilt und.eingehobelt, obwohl nachgewiesen werden kann, daß auch in festgeschlossenen sich mitunter Schnecken und Würmer befinden, ja, in dem festen Strunk, der sogenannten Dorsch. Dürrobst untersucht man sehr oberflächlich auf Milben, unlerlüßl Ui AllssHmitan noöon Dam Kmtt llM bei man wurmige Früchte erkennen kann. Man hebt Reis, Gerste, Mohn usw. in Schubladen aus, in denen man schon oft Milben bemerkte. Man leat im Sommer ©rün^eug auf Anrichten Urtb * 13 11 % r* r , Kuchentische, obwohl man weih, daß liere davon hinweglaufen. Es kann nicht oft genug gemahnt werden, wegen derv'XNV ülles zuzudecken, namentlich in der warmen Jahreszeit. Es stimmt nicht, wenn man behauptet, das tue man schon aus.hygienischen und ästhetischen Gründen allerwärts! Wer will, kann im Sowmer beobachten, daß in Gartenwirtschaften oft kleine Jnsektchen ins Btsrglas fallen. Unser jüdischer Standpunkt rnlllhi uns M WoftU «WkN in Mn Mi Ziehungen unseres Lebens. Der jüdische Hausvater darf — nein, er f o 11 ein Topfgucker fein, ein Küchenmichel. In der jüdischen Küche wird nicht nur gekocht und gebacken; dort wirkt sich ein integrierender Teil unserer heiligen Religionsvorschristen p r U11 i {4) « M *• 4!«'!sihiiligN Ernst Gerade wegen der Enthaltung von verbotenen Genüssen werden wir trwnp genannt, Heilige. (-3. B. M.). Es ist ja vielfach nicht schlechter Wille, wenn so manche Verstöße auch in gut jüdischen Häusern sich zeigen. Mangelnde Sachkenntnis spricht häufig mit. In dieser Beziehung können „die Speisegesetze" von RabbinerDr. Wolf,Köln (Hohenstaufenring 14) gar nicht hoch, genug e i. n g e - lHStzk. gar niLl warm ucH«u kmxsohlen werden. Wie die „Sabbatvoischristen" Dr. Biberfelds sollten sie in keinem jüdischen Haüse fehlen. In klarer, leichtverständlicher Darstellung, systematischer Uebersicht und Anordnung führen sie durch die wesentlichen Teile unserer Speisegesetze, bieten eine Fülle praktischer Winke für die jüdische Küche insbesondere auch die if Mit Hni sM n,ie Uv hökanwültzsanstM Tochter m treuer und Berater. Der schöne Druck und die leichte Diktion sind noch besondere Vorzüge. Möchte das Buch doch in tausenden jüdischer Häuser Eingang finden, in recht viele jüdische Mädchen gruppen jüdischer Thorajugend! Das Kaschrus, die einwandfreie jüdische Küche, die Zuverlässigkeit der rituellen Haushaltführung sind und bleiben unioerrücffcare ©VUnblaQStt, Urttiet'Öll6ßrItCf)C 0uuDament«lfBvbfT«ug?TT jüdischen Qlßlfll, JÜDis scher LebettSgestaltung. O, jüdische Frauen! Welch hohes Gut ist in eure Hand gegeben, welche Verantwortung ruht auf euren Schultern! Das auf euch gemünzte salomonische Wort: nrv>3 n'O’Vn msiL' sie überschaut die Gänge ihres Hauses, hat seinen Voll- 8Etaff mit aus die Jübi^e Küche. Es darf Dinge erstreckt, welche die Beziehung des Staubgeborenen zu seinem Schöpfer berreffen. Ja diesem Sinne ist es ein hehrer Wunsch, wenn man beim Eintritt eiryrs Menschen in einen neuen Kreis, in eine neue Lebenslage, in eine neue Verkehrswelt seine Teilnahme und sein Mitgefühl mit den Worten äußert:! Petzach und mua. Von Hauptlehrer Wolfs in Aurlch. Bekrachtung zu ^NNN Der Prophet Jecheskel sagt im 16. Kap.: "»^yrri •«n -j’ma ~\b naxi -’n i’ma i'»i3 nomaon isnsi „Ich zog an dir vorüber und sah dich, in deinen Blutungen dich wälzen. Da sprach ich zu dir: „Durch dein Blut wirst du leben!" Da sprach er zu mir: „Durch dein m«ft bu leben i" Diese Prophetenworte sind nach W Souiu„9 ünte&jj rltrsts» Ziöslörklär^ IM Dmsns auf vik Bargänge ln ber CchlMMUSiM-NülHl WMorhm worden. Die Wiederholung der" Worte: „Durch dein Blut wirst du leben!" beziehen die Alten auf die Sprengung des Blutes vom Pesachlamme an Pfosten und Oberschwelle in Israels Wohnungen und auf die Vornahme der Beschneidung bei Israels Söhnen in der Erlösungsnacht. Diese beiden Akte gehören untrennbar zusammen, bilden ein Ganzes und sind für das damalige Israel so wichtig und bedeutungsvoll gewesen, daß die Thora für den Unterlassungsfall ein 012 festgesetzt hat; ho«« der eine Akt stellt ein negatives, der andere f0f!fcs murnim Dar. unD DaDir ms LlllmuösMr onion 13’ma« iVksj nV’ö Bn HBS B*l MB13 „!DUI© IW5 Verdienst des Blutes vom Petzachlamme und das des Milablutes sind unsere Däter aus Mizrajim erlöst worden. Wir wollen beides einer Betrachtung unterwerfen. 1. nos v7.Negatives Bekenntnis. Die Tiere galten den Aegyptern als göttliche, heilige Wesen. In ihnen verehrten sie die schöpferischen Naturgewalten und erwiesen ihnen in entsprechenden Handlungen auch göttliche Verehrung. Wehe demjenigen, der eins von ihnen beleidigte; wehe, wer ihnen zu nahe trat! Nur durch die schwerste Strafe kannte ein solches Verbrechen gesützNl ' ant> fanaiMl MM? MM» M fll sehr aus die Ausführung oer einschlägigen, drAkötttschSN Bestimmungen des ägyptischen Strafgesetzbuches. Nun befahl Gott durch Mosche und Aron nach der neunten Plage den Kindern Israels, daß sie sich nehmen sollten am zehnten Tage des ersten Monats ein Lamm, um es am vierzehnten Tage dieses Monats zu schlachten. Ferner wurde ihnen geboten, daß Blut dieses Opfertieres an die beiden Pfosten ihrer Haustüre und an die Oberschwelle zu sprengen und das Fleisch zu braten und zu verzehren. — Welche gefährliche Aufgabe war damit §SU bte Qramiltön Jsvasls nicht Qenirffjteii, mrst st; ^n ^nen »^1,4™ Ksmnten Aegyplern mit Mord und Totschlag bebrahi würden, sobald diese merkten, daß man ihren Lieblingen von Seiten Israels zuleibe gehen wollte? Mußten es die Heiden nicht geradezu als schimpfliche Verhöhnung empfinden, daß ihre bisherigen Sklaven es wagten, das Blut der Tiere öffentlich an Oberschwelle und Pfosten zu streichen? Gewiß, es war ein gefährliches Unternehmen, aber es mußte von Gott gefordert und von Israel ausgeführt. werdenk denm nach Schrift und Traditton hatten sich die Nachkommen Jakobs nach und nach den Aegyptern jfffrh Ul Staubensjoc^sn angeschlagen. Sie dienten den üiiticm Mußt; M?s'^ ^>"4 f JUPUfM. nm bv iss na!» mpi nn mw in avr issm „Zreyet «ur£ Hände vom Götzendienste zurück, und nehmt euch das von Gott gebotene Lamm!" Ein solches Geschlecht aber, das dem Glauben an den Gott der Väter, an den pKi D’ntp rup 'k, an den höchsten Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde entsagt hatte, konnte unmöglich erlöst werden, erst mußte es sich vollständig von dem Glauben und von allen Religionsgebräuchen der Heiden lossagen; aber dieses Lossagen sollte nicht bloß durch eine mündliche Erklärung geschehen, sondern mutzte auch noch durch eine mutvolle Illl kst8!?s?st Wdit ber Schlachtung des ßomms. Das M rUllyMr heilig Üsty gött/14 verneinten die Väter die Wahrheit der ägyptischen Religion, erklärten sie in der entschiedensten Weise: „Wir haben von diesem Augenblicke an keinen Teil mehr an den B'-isa rropw. weder wir noch die Angehörigen unserer Stämme wollen hinfort zum heidnischen Glauben uns bekennen." Um aber dies Bekenntnis auch vor die breiteste Oeffentlichkeit zu bringen, damit es von niemandem mißverstanden werde, dazu war die Sprengung des Lammbluts an Pfosten und Türschwelle notwendig. Nun konnte jeder, der da wollte und die Lust lki m DßriiMtc m vWM W rote Ssrnet in MsubMZssHön Wsonmll sei. Vllv'vs vkn s»rn fsillee bisherigen Peiniger nicht mshr fürchte und allen Folgen dieser Abkehr ruhig entgegensehe. Eine Unterlassung der Schlachtung des Pehachlammes mußte auch die Thora mit der Strafe der Ausschließung aus der Gemeinschaft Israels — mit 012 — bedrohen, weil ohne diese Handlung der Weg zur Rückkehr zum alten Glauben unbedingt und für alle Zeiten versperrt war. — 2. nV'ö d> Positives Bekenntnis. So mutvoll und so anerkennenswert nun auch die Schlachtung des Peßachlammes und die Sprengung des Peßach- BlltffiS All MM uns j«wejen fti" fö AMügte doch diefss Lvsfagcn vvn >Religion auch da, wo es in der breitesten Oessentlichkeit A Ä m i

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