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Der Israelit · 1927-03-24 · Heft 12 (24.3.1927) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 12 (24.3.1927)
Date
1927-03-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Nr. 12 Der Israelit 24. März 1927 weißdaß es noch viel, allzuviel Gelegenheit gibt, den Finger auf Wunden zu legen, ‘■mn.'tf? aipa* Wir müssen uns daher Beschränkung aufer.legen und möchten mehr nach der p r a k t i sch e n Seite Fingerzeige geben. Erfreulich ist es aber sicher, daß man in vielen Agudas Jisroel-Mädchengruppen der eigentlichen Praxis der zukünftigen jüdischen Hausfrau näher getreten ist durch praktische f $» n g i u im miRS'WMr' sd fall man düS Uebel an der Wurzel und verstopft die Hauptquelle des Uebels auf diesem Gebiete: die Unkenntnis. N11V2 ist ein Wort von gar gewaltigem Klange. Es bezeichnet den langen, mühsamen Weg, welchen die jüdische Speise zurückzulegen hat von ihrer bis auf £>!e jü&xfd^e durch Bileams Seele fuhr ein heiliger Schauer, wenn er, der uns fluchen wollte, an die vielen nir» dachte, die Israel allein bei der Bodenbearbeitung zu beachten hat: npsr’ nsy nia wer vermag alle die Mizwaus zu zählen, die Israel auf der Ackerscholle schon erfüllt? Die jüdische Hausfrau, die jüdische Köchin ist das letzte, aber sicher nicht das unwichtigste Glied in der Kette der Vorbedingungen für den einwandfreien rituellen Genuß. Zu einantMim Osten, Mm Vpixr -]yjynD in Rumänien, kam einst ein „proßter" Mann aus dem Volke und machte sich lustig überbau ri^oa-die Gepflogenheit des Chomez-Verkaufes; das fei nur Schein, Selbsttäuschung, eine Art Schwindel. Schlagfertig entgegnete der a*i: Gelt, jetzt kommt ihr und wollt spötteln, euch lustig machen über eine Anordnung, die nicht von den v'aon ausging. Ihr ruhtet nicht, bis sie ba mar. Sie ist uns sognsugfn worden» Unser Ideal ist, war und ülßiöt das richtiggehende Wegräumen alles Gesäuerten, das buchstäbliche pan *i)5pa» Wir ahnten den Mißbrauch der Konzession, über welche ihr heute die Lauge des Spottes gießt. An diese Erzählung mag man denken beim Betreten der jüdischen Küche. Das Ideal wäre, wenn das Fleischding vollständig vom Mllchding räumlich getrennt wäre. Nur zweimal begegneten wir einem jüdischen .Sjauje, in diese SiJjethimg tatsächlich bestand; auch eine Pesachküche wurde separat geführt. Nachdem unsere Küchen im allgemeinen diese ideale Trennung nicht kennen, ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten, um verhängnisvolle Mißstände auszuschalten. Da wir, wie bemerkt, das Praktische mehr im Auge fjaben( so sei giMW FMkMkS Man kocht auf dem gleichen Herd Milch- und Fleischspeisen. Oft noch ist der Herd nicht sehr groß. Hier hat man sich vor allem vor dreierlei in acht zu nehmen: Ueberlaufen, Spritzen, Dampf. Man sollte glauben, jedermann kenne diese elementarsten Begriffe, der Vorsicht: Leider ist dem nicht so., Oft fehlt in Häusern,^die. immerhin noch Sinn und Verständnis füranwa haben und auch nicht schlechten Willens sind, das scheidende Blech auf dem Herde. Gegen das Ueberlaufen bietet nicht einmal ein solches genügend ffllllS m MM Nlchl AN «IpMDSl »il Fleischbrühe gedankenlos über Milchgefäße und Milchspeisen hinüber und achtet nicht auf heräbfallende Tropfen. Oder umgekehrt. Man stellt unter den Herd Minnichtöpfe, oft auch solche für Fleisch und Milch. Sie stehen so weit vorn, daß sie über bert -fjerbrartb »orj'telpen wnb x>on dev Weisen oben aus dem sälll ylk und da herein. Man begießt Fleisch an der Wasserleitung. Das in den Ablaufgutz fallende Wasser spritzt auf Speisen und Gefäße, die auf dem nahen Anrichtetisch, auf dem Fenstergesimse, auf einem Stuhle sich befinden. Soll das ein richtiges Kaschrus heißen? Die moderne Küche hat die Wasserleitung. Beim Anfassen des Hahnes bleiben oft Fettspuren hängen, die kaum anders als durch Abseifen hinrveggehen. Auch an Türklinken kann Fett blsiden uni salchks önrch Wttuffoigeribes!lnsassen milchdiger Gesäße oder Speisen auf diese direkt übertragen werden. Das sind nicht etwa gesuchte Dinge; derlei Anweisungen stehen natürlich auch in keinem „Sefer". Es sind Vorkommnisse aus dem praktischen Leben, die jeder, der offene Augen hat, wahrnehmen kann. Von ihnen gilt Salomos Woist: vry aDnrt' der Weise hat seine Augen im Kopfe. Manche Hausfrauen haben den Ms. düf einer Schüng? ^Ftaihkorö) liegende gesalzene Fleisch aus das Gefäß (Zuber, Gölte) zu stellen, in welchem es gewässert war. Das ist durchaus unstatthaft und kann mitunter eine vdn r^rwnötig machen, eine Anfrage bei einem Thorakündigen, insbesondere wenn in dem Zuber kein Wasser mehr war; denn die ablaufende Salzlauge ist in viel schärferem Maße nviv als etwa das Wässerwasser. 883 MMiM m MslllM DOr DM WM lichen Koschermachen ist nicht bei allen jüdischen Hausfrauen einwandfrei. Entfernen der Halsadern, die Beachtung von Knochenbrüchen, Geschwüren, Schwellungen, Bildungen am Eierstock, an den Därmen, Aufsuchen der Galle usw. sind Dinge, welche zur Führung einer rituellen Küche MillbwöRbllkL FMsmnzrn stellen. Wpgpn besseren Aussehens beim Servieren öffnet man oft das Geflügel nur mangelhaft, so daß ein Salzen im Innern kaum oder doch nur unvollkommen möglich ist. Sehr ratsam vom Standpunkte des. KaschrüS. apsist. das OeffnendesGtzflüZels der Länge nach neben der Brust herMter. .Da-" durch entgeht man auch der Geführst Organe zrr verletzen, die man betrachten möchte, ' Vielfach kann man gewahren, daß man die zu bratende Leber auf Papier oder Kohlblätter legt. Sie muß hohl liegen, uw der birsktsn Ein- WlflUHi Jcs Seuers ausgefeüt zu fein1..; 1 ' (Schluß folgt.) Nottezpoliaenreii « Nscdricdte«. Minister Beckers letzte AlahuunA an die Studentenschaft. Berlin, 16. Marz. Der preußische Kultusminister Dr. Becker ergriff b&llhe tm PrsllDts«Herr Qanbta^ bas JEBort KultnS- «tat. Cr begrüßte es, daß der Mfundungsprozeß sowohl in der Schule wie auch' in der Hochschule in zunehmendem Maße im Gange sei. Dafür seidas Ausscheiden der volksparteilichen Studenten aus-dem völkisch gerichteten Hochfchulring ein erfreuliches Symptom. Mit erhobener Stimme erklärte der Minister, daß er zum 1. Oktober 1927 unbedingt die neue Verordnung über das Studentenrecht in Kraft fetzen werde, und er bittet' daher alle Freunde der studentischen Selbstverwaltung, die u nur ungern miflöfen möM. im SiML &u [AebunQ der §tudetttensch«st g« wirke». Mit besonderer Schärfe verwahrte sich der Minister dagegen, daß -ein jüdischer Referent des Kultusministeriums seiner Konfession wegen in der Landtagssitzung scharf apostrophiert worden sei. Er betonte, daß diese Art „völkischer Gesinnung" gewiß nicht geeignet sei, Achtung und Liebe zu erwecken. Rituatmordhehe des Hitlerschert „Illustrierten BHioaptr. 1 Verl i n’, 18. März. Die „C. V.-Zeitung" berichtet in ihrer Nr. 11 vom 18. März unter der Ueberschrift „Ein schamloses Bild" über eine Artikelserie des „Illustrierten Beobachters": Unter der Ueberschrift „Gibt es einen Ritualmord?" erscheint eine kurze. : irreführend« uttb imt»afnre Darstellung «ng4f{^?ri von Luden su veügiosm Awellm begangener Ritualmorde, und gekrönt werden. ^Ausführungen durch «in Bild, das nicht befchrkebm W&n kann. Dorten erblüht es, nimmt lichte Gestalt — Warm werden Herzen, die sonst waren kalt. Nahe am Himmel dort dieses Haus Strahlt in die Welt viel Segen hinaus. Wlüchte nur me&r tun —, möc&te noch metir OUter fcle Grafte reich eis I I I I I Krankend Zerfallene ziehen hinauf... Liebende Pforten nehmen sie auf. Leichenhaft wandeln Menschen hinein Finden ihr Leben — am göttlichen Schein. Nahe am Himmel loben sie Gott. NM m DMMI mw naac am Tov. Schneeflockenengelein tragen das Lied . . . Hin durch den Ascher . . . gottwärts es zieht . . . Es steht ein Haus am Himmel nah . . . »Stärkende" heißt es, „Etania". I. Bloch. (Warnen). In Palästina geht Hand in Hand nrn dk MMMM iur MmmMimg such naii solche jur Dödrajsierrins dse Namen. „Dvar Hajom" ist mit dem Gang der Bewegung nicht ganz zufrieden. Viele benutzen die Gelegenheit nur. um an Stelle des alten deutschen oder russischen Namens einen neuen in gleicher Sprache anzunehmen. Auch die rein mechanische Uebersetzung ins Hebräische sei wenim erfreulich. Zu loben seien Diejenigen, die ihrem Namen einen wirklich hebräischen Charakter geben, ipie etwa Herr Schimono witsch, der sich nun Schlmoni nennt, oder Berg manu, der,jetzt Harari heißt, Sack, der nunmehr auf Sakk.ai hört. Die Namen Galili, Che broni, Kgrmeli. Iardeni findet die Zeitung sehr hübsch. Wir auch I Freilich sind wir auch hier. imtDKflamr Der EMMiMllM Der Meinung, rstz jener Zwang und sogar leissr Druck zu vermut»«» sei. Es gibt Menschen, die ihrem Namen schließlich etwas schuldig find und sich von ihm so wenig trennen können wie von ihrer Haut, vvn rr? •r’jrn rrin. (Jie Reform in der Hürkei). Die Umwälzung im religiösen «rie gesellschaftlichen Leben in der hat Znstjtn^e gegeillgt, NUN «tN« gSlöft Ernüchterung folgt Insbesondere die vollkommene Umstellung in Sachen des Frauenrechtes hat mit ihrer Plötzlichkeit soviel Unheil und Verwirrung angerichtet, daß die Zeitungen, erst begeisterte Apostel der Freiheit, nun bremsen und die Regierung schon Schutzmaßnahmen zur Erhaltung der über Nacht aus den Fugen geratenen Sittenordnung trifft. Tee- und Tanzhäuser werden polizeilich geschlossen. Mädchen unter s.8 Jahren ist es untersagt. ohne Vegleitnng oon ^«erft Mg? flflfc bbben Mlrtzt xuuiDc tm DesMmnWg getroffen» rooi.acQ die äffeniliche Tanzveranstaltung für Männer und Frauen zusammen vollkommen verboten werden soll. Bei oll dem darf man nicht glauben, daß etwa „reaktionärer- Geist die junge Freiheit gefährdet. Es bleibt bei der errungenen Freiheit und dem gleichen Rechte für alle. Gegen Auswüchse der einströmenden euröpäischen Kultur setzt sich aber das orientalische Wesen zur Wehr, weil es fein Bestes nicht preisgeben möchte. Sollten nicht unsere Kulturträger und Ausbaümänner in Palästina daraus etwas lemen?! hobräischrm Texte und wörMLec deutscher lleder» setzung enthält Dorschristen über „Umgang Mit Menschen",' die „Zinsgesetze", die Bestimmung des „Iska" und Borschristen über „Gelübde und Schwüre-^ Einzelheste zu Mk. 1.50 oder die Gesamtlieserung, 384 Seiten stark, können beim . Verlage bezogen werden. Wochentalevder. vom 88. März bis 2. April 1927.. I vom 33.—M. Adar 5887 Samstag 26 11« 22 '2'VV ms nvis Sonntag 8 27 23 Montag 28 24 Dienstag 29 25 30 26 vvmerstas 31 27 Freitag M 1 28 Rausch Thaudesch Bensche« Samstag ü 2 29 nwia V1N.1 Mauled Samstag vorm, b Uhr 60 Minuten. Bercmtworttich für den allgemeinen Teil und das S. Schachnowitz, Frmrkfurt a. SR.; Inserate t. B.: LSchächl nowttz, ebenda. — Für die pädaaogische Beilage: Lehrer JÖ. ft auf wann in Sprendlingen (ftr. Offenbach). — Berlaa ^Israelit", G.mb.8.. FranNurt u. M. — DruckLermon Verlags» AMengesellschaft, Frankfurt a. M.

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