Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 12 (24.3.1927)
- Date
- 1927-03-24
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 12 Seite 3 24 März 1927 kommene Mörallehre die Lehre der Zukunft ist, fltrmir jorangt oft lattn jin? ö“ fre8r itOI>e"' bis sie zum Gemeingut des ganzen Menschengeschlechtes geworden Md die Bestie im Menschen im Leben der . Gesamtheit wie des Einzelnen verstummt, ist. So konnten wir Jahrtausende stolz, voll Ekel und Verachtung auf unsere Bedrücker herab,sehen, im frohen Bewußtsein, keinen Anteil am dieser Menschenwildnis zu haben, sondern im Besitze der großen Wahrheit zu sein, die sich doch eines Tages die Welt erobert, Roheit und Ge- Mt sin dnßo llllM nnD um mm Skll Tifg dieser Lehre, für die wir UNS geopsert haben, ge-r nießen läßt. Run durften , wir so etwas wie Anbeginn der Erlösung miterleben. Aus weitesten Fernen -strömen unsere Söhne ins Land, um ihr Leben für Auferstehung des Volkes und Aufbau des Landes einzusetzen. Betäubt wie im herrlichen Traume stehen wir Aeltere da. Hat die Stunde geschlagen, die die,-Propheten vorausgesehen E; 8^8* \ITberx 9 ... Wehe aber, wenn solche. Tal, Die - sicher nicht von jüdischen-Händen begangen wurde, nur denkbar und möglich wäre, so daß man ernstlich darüber diskutieren könnte! Wäre das das Ende, das das Ziel, dies die Erfüllung? „Seine Schekalim gibt das Volk für sein Land her, nie un d n immer aber seinen P r o p h e - t en! " Vor vielen Jahren prägte ich diese Worte, und wir müssen es nun erleben, daß die - Schekalim für das Nationalheim nur spärlich HioßßiL Mmmtim Dcfiimmtt TkWxr ist, unsere Propheten für den Aufbau hinzuopsern, die großen Ideen und Ideale, für die wir gelebt und gelitten und die allein uns die-Heimkehr so heiß erhoffen ließen., Was wären wir noch ohne diese.großen Ideale, wozu all die Anstrengungen? Gilt es nur, an einer Ecke des Orientes ein neues klsrnss Isvantknisches Völkchen erstehen zu lassen, £a| e-- mit dm zvzßzvsK schon DßftßDßnDßn Nachbarvölkern um Oie Macht mit den Mitteln der Macht .ringe? Diesen Mosch i a ch möchte ich nicht erleben." Es.ist sicher, daß die großen jüdischen Ideale, deren Gefährdung den letzten Schmerz des greisen Denkers bildete, sich nicht ganz mit dem decken, was den Inhalt unseres jüdischen Lehensideals ausmacht, Einerlei: Der..aus.wehem Herzen kommende Warnungsruf Ächad Haams sollte in all den. Sälen nachhallen, wo Jabotinski heute mit UeM'sHWZUZ W Irktiün ßinß8 Mil Faust und Schwert sein Recht verteidigenden jüdischen MaHtstaates in Palästina aufrecht zu erhalten sucht. De r I s r a elii Neue Spielereien. „... IM bip mm WU mit fern iwiDtn lech das Olef Bes". — Diese Worte aus dem bekannten jiddischen Volkslieds, das den „heiligen Buchstaben" gewidmet ist, werden bald umgedichtet werden müssen. Der Rebbe wird mit seinen Schülern nicht mehr lernen: Olef Bes, sondern A. B. C.: Ob es sich dann noch reimt? In Ie>rusalem gibt Ben Awi ein hebräisches Buch nach dem andern in lateinis cf) G rt ßeitern heraus! Än W ar s ch a U werden Vortrage gehasten nnb Bisküffiällell NIMUstAltßt über die Frage, ob und wie sich die hebräische und jiddische Literatur auf die lateinische Schrift umzustellen hätte. Also eine Bewegung, die von Jerusalem bis Warschau von vielen gar nicht mehr als Spielerei betrachtet und behandelt wird. Was Palästina und Hebräisch anbelangt, sind uns Zweck und Ziel dieses kühnen Versuches kaum ersichtlich. Wer Hebräisch beherrscht, wünscht den hebräischen Text in eigenem jüdischem Gewände 011 lMll, W8k MU ^k?Ef^ oerffe^r ber" wird dep Sinn der Sprache durch die verkramen lateinischen Schriftzeichen nicht aufgehen. Anders liegt die Sache in Wilna und Warschau und soweit das Jiddische in Betracht kommt. Ein Jiddischismus ohne Kenntnis der Sprache der Thora und ihrer heiligen Zeichen ist durchaus denkbar und wird sogar in Schule und Leben angestrebt. Der jiddische Bolschewismus ist immer der Gefahr ausgesetzt, daß das Kind, das zum Zwecke des Jiddischismus indas Olef Beth eingeführt wird. Damit mm Den MlüM m Mn MiMn f?iTfrr kammern erhält, dis weitab von Um jüdischen Bolschewismus liegen. Hier wird man sich voraussichtlich, mit Begeisterung auf die. ntzue Idee stürzen, und wir gestehen: ein „Emmes" in lateinischen Lettern wäre für unser Auge und unseren Sinn immerhin erträglicher als ein vvvp- Sollten wir uns aber, wie es ein gesinnungsüäßmattBtLL Wsxsihaußr Matt tut, fmißn kMeine Literatur unjüdischen Geistes sich nun durch Preisgabe der Vuchstabengemeinschaft mit der heiligen Sprache auch nach außen richtig deklariert: daß endlich der dicke Trennungsstrich gezogen wird, der de facto längst auf beiden Seiten empfunden wurde? Es spricht manches dafür, die Sache von der Seite anzusehen. Aber schmerzlich bleibt die Wunde, die dieser scharfe Schnitt verursacht, bei all dem; doppelt schmerzlich, daß die Bewegung zum Bruch mit den heiligen Zeichen auf dem heiligen (fteläftmg i#m Ausgang nimmt. zu sein.er selbst erklärte.. Dort erkannte das Volk. baß< Götzendienst in Wahrheit Menschendienst ist. Brtz G8M»ßMMNg ill. WilkUNWI QÖDTtDCraDtr ttrung ' des Menschen bedeutet. Der Mensch als Schöpfer seines Gottes he.tzt nichts anderes, als daß der Mensch selbst Gott ist. Diese Wahrheit vermittelte unserem ersten Stammvater, Abraham, der erste babylonische: König, Nimrod. Auch er forderte von Äbrahämj daß er seine Götter verehre und bekannte, daß er sich selbst als den Gott seiner Götter bettachte. Wie Abraham in Babylon das wahre Wesen der Götter durch Nimrod durchschauen lernte? so sollten jeine Tlat^komnten irr 2Jabt,lott nndE) »ort ihrem Wstzni gfUlifU' ter sich , selbst AU Gottheit begriff, zeigte dem Volke das wahre Wesen des Götzendienstes und. da hörte endlich rsn ms* auf. So lange die Mächtigen der Erde sich selbst als Götter betrachten, wollen sie keine anderenGötterneben sich dulden und das Schwert rast und verwandelt die friedliche Erde in ein Totental. Darum sollte beim Bau des göttlichen Altares sein Eisen geschwungen werden. Denn der göttliche Altar hat die Bestimmung die Gegensätze zu versöhnen, der Altar Gottes soll die Menschen lehren, daß sie alle Klwßr fltnes mm niw. Dkl m ammi um söi stlrie Kllidsk umfaßt und datz er slle Mönschön. Die sich als Kinder, eines Vaters begreifen, als Diener eines Gottes, niemals. Gegensätze sich erheben können, die. nur durch das Schwert zu beseittgen sind. So lange das Schwert herrscht, hat die Menschheit den Weg zu Gott nicht gefunden. Nur Menschen, die wie ein Nimrod oder Nebukadnezar sich selbst als Gottheiten bell achten, greisen zum Schwerte. Müll M MMM8N MWsMM M M fem etne« ömzigsn ©Dtie DkLenncn ivervcn, To rotiDcn Hi tgis Schwerter zu Werkzeugen friedlicher produkttver Arbeit umschmieden. In denselben Gedankenkreis gehören nun auch die anderen Aussprüche des pi «»i p jmm. Daß m 3iiDi ftcD irtemaiQ ini Eimes gelten einem anderen Herrn zu eigen gebest darf, denn Menschen sollen nicht über Menschen herrschen. Ebenso ist es selbstverständlich, daß die mnid angesichts des zerbrochen werden mutzten, denn göttliches Gesetz und der von Menschen verfertigte Gott, der die Gottheit des Menschen als Voraussetzung hat, sind unüberbrückbare Gegensätze. Und dämm meint p pnv> /hi, mußten die zweiten rnmb von Menschen verfertigt und leer Gott überasDsn TorrDEn; Damit ©Dn mm ©ms mj ßiitijjin smarave. Damit Dte Memmen vekunDkn. Dal m überzeugt sind, daß sie nur Objekte, aber nickt Subjekte der Gesetzgebung sein können. Und nun erklärt sich auch das Wort: „Heil dem Volke» dessen Fürst sündigt und ein Opfer für seine Verirrung bringt". Die Fürsten der anderen Völker können sticht sündigen, denn ihr Wille ist oberstes Gesetz, da ste ja selbst Götter zu sein wähnen, Wenn ein Fürst bekennt, daß er irren, fehlen und sündigen Kann, so ist dies Abkehr von ,tit nrnsr, Wrn MMi mm Dir gößftBHBßiiinmg m MSttschm ist. @ö ist vMöichl au® Die Meinung des zu deuten, daß der Zweck der die Abkehr von rsr sein soll. Götzendienst sagt den Menschen, daß er selbst Gott ist, daß er sein eigener Gesetzgeber sei, man*ip lehren den Menschen, daß er irren und sündigen kann und daß wenn er irrt und sündigt, er sich von seinem Gotte entfernt und daß er bann durch Rückkehr, sich seinem Gotte uöim mul .suMp TinDDtß fföißDßrani nühernng an Gott» den man verlassen und ppn ÜlHüettes ans der Bon A. Mannheimer in DeNelvach. In jedem wahrhaft jüdischen Hause befindet sich ein Raum, den man ein vvn iznpa nennen könnte, ein Heiligtum im kleinen. Es ist die rituelle Küche. Spricht man von einem streng frommen Hause, so denkt man mefft und zunächst an sie. Sie ist das Wahrzeichen des jüdischen Heims, in ihr pulsiert das Herz desselben. Will der Prophet das heilige Leben des jüdischen Volkes mit einem LchlLZBrvt kMnzßiHnßm so sMM tr: öcDtr Topf in Juda sei heilig, itnb wenn her deutsche Dichterfürst in seinem Hohelied auf die Hausfrau meint, sie herrsche weise im häuslichen Kreise, so sehen wir chren Platz in der Küche, wo eine Fülle heiliger Pflichten und penibler Vorschriften ihre ganze Person, Tatkraft und Umsicht erfordert. Die gewissenhaft geführte Koscherküche ist und sei der Stolz und die Stärke der jüdischen Hausfrau. Sie dabei zu unterstützen mit Rat und Tat, ist von allc^emeinem erc||'e. Srt btefeirt Strtrte töotten btö imchsolgenveu Darlegungen aufgesaU wevlen. Daß so manches bezüglich der Koscherküche „zu sagen" ist, dürfte ein offenes Geheimnis sein. Jeder weiß aus seinem engeren und weiteren Bekanntenkreis, daß man über dieses und jenes Hauswesen das und jenes munkelt, bemäkelt, was nicht korrekt genannt werden kann: Selbst sogenannte streng fromme Familien, ja Lehrer- und Rabbinerfamilien fallen unter das Verdikt. Uns selbst sind aus langjähriger Beobachtung und Erfstzmng Dßrtßi (Hinoo Mannt m man nur mit peinlichen Gefühlen berühren mag, aber döch Nicht totschweigen soll, ab vrr ■»*? 'irr »iniK orr 'd ’iK» Schon vor mehr als 30 Jahren vernahmen wir aus dem Munde eines sehr orthodoxen bn mia das gewiß bezeichnende Wort: Heutzutage kann man nicht den Scheitel der Hausfrau als das sichere Wahrzeichen einer streng kosckrer geführten Welches sind nun die bekanntesten Verstöße gegen das rechte und wo liegt die Quelle der Verfehlungen? Als Ursache ist naturgemäß mangelhafte Kenntnis einschlägiger Vorschriften zu nennen, sodann aber Oberflächlichkeit und Leichtfertigkeit. Ist letzteres von beiden das weit Schlimmere, so könnte man ersteres menschlich verstehen und entschuldigen, da nicht Mangel an gutem Willen, vorliegt. Die Sache selbst wird daßükgj NW kkffff: ^ie °f* f^0” f”b in Blattorn Derüßrt unö mvhimeinenDe NM? schlage zu deren Abstellung gegeben worden, sei es für Privathaushattungen, oder für öffentliche Betriebe. Wer aber Augen hat, zu sehen, der dem man sich entfernt hat. mamp sind der ewige Protest gegen nni rrnay» gegen die Selbstoergöttenmg bes VTertscher». llrtb roemt mir' nun bar an glhlN, das dritte nuferer nllrj iü ft sollen uns die rmmp legren, aum die legten Neste von r"v aus unserem Innern zu entfernen, damit endlich der naiv errichtet werden kann, der wahre um der alle Gegensätze versöhnen und ausgleichen soll. Diese Gegensätze haben ihren Ursprung in der Selbstherrlichkeit der Menschen. Heil dem Geschlechte, dessen Fürsten einsehen werden, daß auch sie nur irrende Menschen find und Opfer bringen, damit ihre Verirrungen gesühnt werden. Diese Einsicht Ditnot OlllM UM BKBfiigi sin irnmn fingen MSDöN! Kleines Feuilleton. Es steht ein Haus . . . Es steht irgendwo sehr hoch in der Welt Ein würdiges Haus in schneeigem Feld. at es nur no$ Bil (BÜUfflß Und SSergriefen und — Zukunstsirärrmk,- Nahe am Himmel steht dieses Haus — Fromme und Freie gehn ein und aus. — Nahe vom Himmel fällt Gotteswort — Schneeflockenengelein ttagen es fort — paaöte irr surrt DuiffimtMM 3tüDtn 5u blesen FromiriäN . . . JU BtlfSK MÄöN - . . ******** aB£aam-^