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Der Israelit · 1927-03-24 · Heft 12 (24.3.1927) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 12 (24.3.1927)
Date
1927-03-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Nr. 12 Der Jsraeltl 21. März 192,7. Wir wollen hiermit nicht gesagt haben, daß Hirsch eine ganz neue, bis dahin gänzlich unbekannt gewesene Erkenntnismethode in den Kreis (W IrllllillÜNöllöN JllßWllllliI herernbrnchle. IW solche Behauptung wäre durchaus nicht im Sinne des Meisters, der im Gegenteil in einer der früher bereits zitierten Stellen (19 Briefe, S. 96 u. f.)5) die ununterbrochene Kontinuität einer solchen geistigen Erfassung des Judentums als historische Tatsache voraussetzt, nur daß dieselbe in gewissen Zeitepochen infolge des Druckes und anderer Verhältnisse wegen entweder gänzlich verschüttet. oder aber in falsche Richtungen geleite* wor» däg Gär. Qar eine Wrariigc Behauptung wäre eben im Sinne der geschworensten Feinde des traditionellen Judentums, die — wie es schon der bekannte Hamburger Reformprediger Salomon in seiner Besprechung der 19 Briefe im ersten Bande der Geigerschen Zeitschrift getan — den Gesetzen der Thora durchaus einen tieferen inneren Ideengehalt absprechen wollen, und denen daher die ganze „Hirschideologie" ein fremdes, aufgepropftes Reis auf das historische Judentum ist. Den Grund Ml! Öd McisM Mi „Die Erfüllung Bes Wischen GöfttzöS war den modernen Bestrebungen lästig geworden, mit einem mächtigen Schritte hatte die Praxis eines großen Teils der Zeitgenossen den lästigen Hemmschuh bei Seite geworfen und forderte nun lautsprechend von der nachhinkenden Theorie eine systematische Rechtfertigung des bereits vollzogenen fait accompli. Die Theorie ließ auch nicht lange auf sich warten. Man verwies alle die lästig gewordenen Bestimmungen des göttlichen Gesbtzf? ln | Mspne EMökMillm Äöllstör; I i ö) I s i t e n, auf welche unmöglich Gost, der Gesetzgeber dieser Bestimmungen, einen so bedeutenden Wert legen könne usw. usw. — „Wie unbequem und ungelegen mußte nun natürlich einer solchen Theorie ein Wort entgegentreten, das auf den ernstesten Ernst hinweist, mit welchem Gott in seiner Gesetzgebung gerade die Erfüllung non Dieftn Mtimmungm sorHM. M Män lLsttge Kleinlichkeiten bei Seite schieben möchte, und das zugleich eben diesen sogenannten Aeußerlichkeiten einen Inhalt vindiziert, der sie über allen Wechsel der Zeiten und Räume mit der Ewigkeit der ihnen innewohnenden Idee hoch emporhebt. Die Leugnung aller Symbolik im göttlichen Gesetze war dieser Theorie vollständig zum Bedürfnis." (Zi- 12 v'pbrr nn inx V'X S. ausführlicher in: In seinen Spuren . . . S. 2. Auw im (£b<mrew. 4. An fl, ®. Vlll. rot» e* BßtBtl _— — — Ufifc &oriim and, nnn slÜheslLN BU ln die spätesten Zeiten herab die verschiedenartigsten Ansichten von den begabtesten Männern vorliegen . tiert in S. R. Hirsch und die Israelitische Religionsgesellschaft, von Dr. M. Hirsch, S. 135 u. f.). nach her Heiligen Schrift felfefi jjOott in feinem besetze die Herstellung von Gegenständen und die Ausübung von Handlungen angeordnet hat, damit uns durch diese Gegenstände und Handlungen bestimmte Begriffe und Wahrheiten zu immer erneuter und nachhaltiger Erinnerung und Beherzigung gebracht werden," oder mit anderen Worten, daß die Heilige Schrift selbst die Durchgeistigung unserer Mizwoh - Handlungen wünscht und voraussetzt, dies hat nun der Meister ieiW in feiner GinsfMW 9« Mkll BkNiMIM Grundlinien einer jüdischen Symbolik aufs glänzendste bewiesen. Daß aber auch Talmud und Midrasch an zahlreichen Stellen eine solche geistige Erfassung des Gesetzes voraussetzen, ist jedem Eingeweihten bekannt. Es wäre eine verdienstliche Arbeit, all die betr. Stellen, wo von einer g e i st i g e n Erfassung der mxa die Rede ist, in einer speziellen Studie zu behandeln. Hier verweise ich der Kürze halber nur auf die in '"2n zu H. B. M. 20, 22 zitierte Stelle auenvTM-r s."a- IXjtf m hNM »HU I® W k-,33 -•pK»n Vy iLj?vn njrtf s'12 'N m« *7® w und auf die von Hirsch im Com. zu Hl. B. M. 23, 40 zitierten talmudischen Ansichten über die Bedeutung der bt» "mDen oppositionellen Einwurf von dem talmudischen *npn xayü irum behandelt schon H. in den 19 Br. 4. Ausg. S. 99, Note; aber auch im Com. zu V. B. M. 24, 17, wo auch eine ganze Anzahl solcher talmudischen und midraschischen Stellen zitiert werden, welche eine geistige Erfassung und Begründung der ms» ent. MAP Sorife&fl.} (Fortsetzung folgt.) heute noch unbelehrbar und unbekehrbär aus dem Standpunkte, daß wir von England nichts Öu dkiMll ms SllkZ ZU foillklN MM, mindestens , all das, was in Verbindung mit dem Balfourmandat seinerzeit an Vorstellungen, Wünschen und Hoffnungen in national-jüdischen Köpfen und Herzen wachgerufen wurde. Wie Jabotinski seinen Wünschen und Hoffnungen Nachachtung zu verleihen gedenkt, ist sein Ge- Göhendämmerung. Zum Wochenabschnitte. Von Rabbiner Dr. Kermann Kkein in ZSertiu. Alljährlich. wenn mir zum dritten Buch unserer 3HW OßlflflflßR, BiiSfc jeden Zentren 1»eff ÖtC FkSAL ttäch dem Slnn und der Bedeutung der nianp' die wir sicher mit Unrecht mit dem Worte .Opfer' übersetzen^ lebhaft beschäftigen. Wir wollen uns auf die Erklärung des o'om beschränken, die unseres Erachtens viel zu oberflächlich aufgefotzt wurde und darum auchallfeittge Ablehnung erfuhr. Nach war der Zweck der nin'iv der: «Vl D’TwV 1137 mar» daß Jisroel, das den Opferkultus bei anderen Nationen sah uud zum Teil selbst pflegte, nun von der 1"P ob gelenkt werbe. Das Sfllß OlllsiflstBüt K8I CBciärfnis seif,ff AllhöllllÜlhr Äfilt äußeren und sichtbaren Ausdruck zu ocrleihen und diesem seelischen Bedürfnis, sollen die ninip entgegen kommen. Die mamp» so wird allgemein die Ansicht des D"aa*i aufpefatzt, sollten eine Entwöhnungskur von der t"? sein. Wir glauben, daß die Ansicht des b"2)31 doch etwas tiefer gefaßt werden muß. Unsere Weisen bemerken zu der Stelle; «öh’ N'D-2 „Wenn gß||| sÜÜBllll" Vochenrundschau. Die Revision des Revisionismus. Der Revisionismus ist eine Richtung innerhalb des Zionismus, die sich an den Namen Jabotinski knüpft. Jabotinski, der Heros der nationalen Jugend, der bei der Eroberung Palästinas durch die Engländer an der Spitze m DMslRn mm milüßkamM hst, u\ ds» immtt Kämpfen zwischen Arabern und Juden als Führer der jüdischen Abwehr seine Tapferkeit in Gefängnis büßen mußte, steht vmtt IVy janps k'aai'rrvm ito wvnnv nn.i 'ivx »Heil dcm Gefchlechte, dessen Fürst sündigt und ein Opfer für sein Versehen bringt'. Der Sinn dieser M HHSi flflHi klWWM. IDßflB »iß sie in Susvnnnknvopg mit der game» Stelle be trachten. Im vipi?' zu v'vSVQ 's wird dieser Aus fyruch des *»kdt ]a pm1» pi mit noch vier anderen Aussprüchen dieses Weisen mitgeteilt, von denen nur zwei hier angeführt werden sollen, da sie zum Verständnis dieser Stelle den Echlüsiel liefern. Das Verständnis der noch übrigen ^wei Aussprüche er» giebt sich dann von selbst. R. Jochanan b. Sakkai wirst die Frage aus: brrirr»'' i^ na vsa wa- 8^8 bas $bib Ham saßn on ine Wl? mH branmo m diele möge mit einem Glrichnts. Wenn eine Frau sich gegen ihren Mann vev sündigt, so schickt sie der Mann-ins Vaterhaus zurück. so ww de auch das jüdische Dolknoch Babylon geschickt, weil Babylon die Urheimat unseres echen Stomvaters Abrahams war, denn v'lva niK liegt in Babylon. Eine zweite Frage des Rabbon Iochanan b. Sakkai lautet, warum durfte beim Bau des Altars kein Eisen benützt werden? Die Antwort lautet, weil aus Eisen das Schwert geschmiedet wird und"das Schwert ist «rührend der rss'T ein Nfuibiib VN Sühne Ist und man muß dos Sinnbild der Sttafe von dem Sinnbild der Sühne fernhalten. Eine der merkwürdigsten Erscheinungen der jüdischen Geschichte ist die Tatsache, daß im babylonischen Exil -der Götzenkultus, gänzlich aus dfm Kreise des jüdischen Volkes verschwunden ist. Während der ganzen Zeit des ersten Tempels konnte der Götzendienst nickt OUSQeroüei werbe«. Vergeblich QUi-orp^eie«; heimnis, das er in all den großen Reden, die er mit verschwenderischem Aufwand an Rhetorik und Pathetik in allen europäischen Städten seir lörtn M, noch ntöjst mmim M Jabotinski ist wieder in Europa unterwegs, und fein Redestrom fließt unaufhaltsam durch die Lande. Da ist es nicht ohne Interesse, die Stimme eines andern nationalen Führers, des vor kurzem verstorbenen Ach ad H a a m, über die aus heiligem Boden schießende fremde Pflanze des Machtgedankens zu vernehmen. Es gehört u. E. mit zum Schönsten und Wahrsten, was Achad Haam je geschrieben hat. im MWM 1920, als Die airaBßF glaulmn, m Mandatverkündung mit UeöerfAlen auf Juden beantworten zu müssen. Es gab jüdische Opfer. Die Juden setzten sich tapfer zur Wehr. Nach einem der Zusammenstöße fand rnan am Wege die Leiche eines arabischen Kindes. Die Araber behaupteten, es läge ein jüdischer Racheakt vor. Beweisen konnten sie es nicht, und die Juden bestritten es ganz entschieden, Aber allein der Gedanke, daß über so etwas in Verbindung mit jüdischen Menschen frishitiert mer* *??i isnntEj mmmm m mmnllM utö hl DenDen Achüd Haam hermaßen, äaß er einen offenen Brief im „Ha-Arez" veröffentlichte, in dem die folgenden klassischen Sätze zu lesen sind: „Seitdem die Kunde zu mir drang und ich die Gleichgültigkeit sehe, mit der man in unseren Kreisen diese Anschuldigung entgegennimmt, ist es mir, als rvärs her ganz« 93oben, eurf dem id^ BßH frühester Jngenh Ijvv meine Anschauungen und Grundsätze über Judentum und Zionismus aufgebaut habe, ins Wanken gekommen. Bricht aber dieses zusammen, wäs^bleibt mir von meinem ganzen Lebenswerke für Mein Atter noch übrig, außer Leere des Herzens und Verzweiflung in der Seele? Was haben wir sonst aus diesem Zusammenbruch unseres nationalen Glückes gerettet,^ als die Lehre unserer Propheten, die wir wie ein Licht aus den finfteren S3£eg des Nül fjlTTf «ttf genominn haben? Unser Mut floß mis Wässer in allen Ecken und Enden der Welt, wir aber haben kein Blut vergossen. Wir bliebeN' dessen eingedenk, daß die von den Vätern auf uns überden Worten den Wahnwitz des Volkes gcißelten. vergeblich zertrün werten die wahrhaft großkn Könige wie Ehiskijobri die Götzenaltörs. ,d.«s Volk. konnte mm fßtoei DssMüllg ülchl r«fftn. Und was me -roßen Propheten nicht vermochten, einige Jahre des Exils in Babylon vollbrachten es, das Volk wurde von seiner Verirrung geheilt. Nack Babylon, so meinen unsere Meisen; vm rriir' ni?va batten die Götzen alles Verlockende und'Verführerische für das Volk verloren. Die Urheimat unseres ersten Stomvaters Abraham vollbrochte dieses Wunder. Wenn wir uns fragen, was das eigenillche Wesen der r"$r ist, so kommen wir zu dem Ergebnis, „daß Götzendienst in seiner ss^sM WÄWl llMlS llßßMS ist, «'s G % i 5 Tt» « b ß t tt i u n b Bes MMWM. Den» was soll es denn bedeuten, daß die Götzen, die von Menschen verfertigt werden, nun den Menschen Befehle erteilen? Wie sie stlbst Menschenwerk sind, so sind auch die Bcfthle von Menichen, die ja die Schöpfer ihrer Götter sind. Die große Masse, die nicht denkt und nicht grübelt, sieht natürlich das Seldstvkrstöndliche dieser Echlvßsolgeruvg nicht ein. Die großp Masse-hat eine dunkle Sehnsucht nach etwas Höherem und das stevelhatte Gaukelspiel von Pfaffen und Priestern n,ihbra«ckt diese Sehntiiffit TDr ßioino tßiömöiiiii Uni. iDliB mit sllsn möglichen geheimnisvollen Zeremonien ausgeffättet, um die Phantasie zu beschäftiaen, damit nur das Denken nicht erwache, denn vor dem nüchternen Verstände zerstieben diese Görtergestolten. Die Sinnl'Äkeit wird geweckt und genährt, damit der Geist eingelullt. werden In- Babylon wurde das Dolkleyend. Nkbukadnezar, der große König, zeigte dem jüdischen Volke, daß . hinter - den Götzen die MüsEsst bis mc moBrin ffiflöoi ftoBßH. »4lanoic Bis Alwsumg für ssi»5 Götter, deren Gott

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