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Der Israelit · 1927-03-17 · Heft 11 (17.3.1927) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 11 (17.3.1927)
Date
1927-03-17
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 18 Nr. 11 Der Israelit 17 März 1927 lrilyl ausrotten, maj ein nüctjtuw CStJIWl ein Traum, macht den verehrten Altmeister wehrlos. Sein Neffe Esom will gutmachen, was dem Oheim mißlang, sammelt 300 handfeste Kerls und — streckt die Waffen ohne Schwertstreich. Unser lieber Herr Vorsitzender Pharao versuchte es mit dem Ersäufen der Judenbrut; und sein Volk wird so vollzählig ersäuft, daß — wenigstens nach einer Schitte — gerade er selber, Pharao, am Leben blieb. Nach dieser einen Schitte haben wir das Vergnügen, ihn heute in unsrer Mitte zu sehen (Beifallsrufe: Jechi!) (Chor hinter Schitte haben wir das Vergnügen, ihn heute in unsrer Mitte zu sehen (Beifallsrufe: Jechi!) Amalek wollte besonders schlau sein: er überfiel das megemiiöe ^uberupotf Dort tjintejr - &« j’djtjjjjjgj yaufchua Den Ämalek und fein Volk mit der Schärfe des Schwertes — die Herren Agag und Haman nehmen es, bitte, nicht übel; ich verweise aus Ama leks heutiges Telegramm. — So ging es Sichaun so ging es unserem Freunde Aug. So ging es den Philistern und Sisra und Sancheriw. Die Kollegen Agag, Antiochus, und Haman von Handu bis Kusch dich sind anwesende Zeugen für die Unnusrottbnrkeit Äär 5tl^tt SemaH. Auch fflesjiäjtärt utii Utl die Inquisition und die Kreugzügler, Pobedonoscew Stöcker und Ahlwardt, der deutschblütige Hitler und der blaubrillige General können das Gegenteil wahr lich nicht beweisen. Unser Nestor Lowon (kurzes Erheben) hat in seiner Botschaft an den Kongreß die Quintessenz meines Referats mir vorweggenommen. Wenigstens im ersten Teil seines Telegramms. Zweifellos besteht die alte Regel: we chaafcher je-annu ausfan, ken jirbeh wedjert jtfrau-j, unoeirärtbert «rtb lxmrermtnbert in Of || i i ||j « <i i i i i i» » | Es mare ein« fannitK»ii|t^e 2>wrnrrt^eit( ( wollten wir noch auf gesetzgeberische Gewaltmaßnahj men gegen die Juden hinarbeiten. Antiochus: Um Verzeihung, wenn ich unterbreche. Wäre der Referent damit einverstanden, daß wir diesen ersten — wohl abgeschlossenen? — Teil seiner Ausführungen kurz besprechen, bevor Eminenz Bileam fortfährt? Bileam: Mit dem größten Vergnügen begrüße ich'eine Atempause. (Pobedonoscew meldet sich zum Wort.) Pharao: Der hochwürdige Pobedonoscew wünscht sich Wn au äußern. Bitte! Pobsdonosesw: Ich räume ein, meine Herren, daß das blitzdumme Ehrhardt-Lied und die ganze blöde Presse-Hetze zu nichts führen. Auch gebe ich zu, daß die Gewalt allein nichts vermag. Aber mein altes .Rezept lautet: Ein Drittel zur Taufe zwingen, ein Drittel aus den Kulturländern fortweisen und nur das letzte Drittel umbringen. L u d e n d o r f: Gegen Abmurkfen und Ausweisung habe ich nichts. Ich bin sogar freudig dafür. Aber das Taufen gefällt mir nicht. Juden bleiben Juden, auch wmn sie piaufr linD. Pharao; Eminenz Pobedünsoosw denkt wohl an dis griechisch-katholische Taufe (pobedonoscew nicht), also an Kaukasus, Ural und Sibirien für das eine Drittel. Das kann den General doch nicht stören. Hitler: Schmeißt se raus, die Judenbande. Deutfchland muß so deuffch sein, wie England englisch ist. Aug: Herr Hitler tut so, als fei hier eine deutschantisemitische Versammlung. Es handelt sich doch um die Befreiung aller Länder von der Plage. — Wo ftll MN Mi SllWMSsSM MttSlM. pobedonoscew: Damit sollen sich die Eskimos und die Riffkabylen ausemanderfetzen. Agag: Erhören Sie den Hilfeschrei meines Ahnen. Vertilgen will Juda unser Andenken in allen Himmelstiefen. Haman: Chas wefcholem! Da muß sofort etwas geschehen! Antiochus: Die Diskussion, über deren Niveau-Höhe man geteilter Meinung sein kann, ist geschlossen. Eminenz Bileam wird freundlichst zum zweiten Teil seines Referats übergehen. mimm- Mit mliMtt MiMln Mg!» M ffnö m Juden nicht klein zu kriegen. Das steht fest. Erwögen wir nunmehr: wie steht es mit unseren geistigen Waffen? (Ludendors stöhnt.) Wir haben vernommen, unser Mentor Lowon (Erheben) rät zu dem Besuch von Jeschiwes, und Efow ho-rofcho bereut es, daß er nicht, wie fein Bruder, im Bses hamedrofch bei Schem und Ewer geblieben ist. Nun, meine Herren: So klug Rabbi Lowon ist — in diesem Falle läßt seine Schläue ihn und uns im Stich. In weltlichen Dingen ist Lowons Gerissenheit sprichwörtlich gewaltig. Aber in Talmudfragen ist er ein kompletter Am S)i Her: 9Bas ist das, etti ÄlltöVeZ? Ludendorf: A Parechkopp wie Ihr, wos hot bü fchüm oifen mt gelernt kaa Blärtl Gemore. Awadde bin 'ch aach efoi aaner. Bileam: Sehr richtig — a proster, a Chammer. (Ludendorf stöhnt.) Man bedenke, welcher Jefchiwe- Leiter würde Unfereinen ausnehmen-. Allenfalls der Stephen Wise und der hat keine Zeit, weil er in den Kirchen predigen muß. Ferner: die Juden haben 2000 Mrc lana amrm. wir wurm erst anfanpn dätllit. Eis sind uns also miMöiHbar voraus. Mir tens aber: afilu tulonu chachomim, wären wir chübjche sogar allesamt Bekiim und Charifim, also jüdisch - durchgeistigt — na? und dann? — Dann wären wir eben verjudet und erst recht außerstande, -etwas gegen sie zu tun. Ich widerrate deshalb allen Reschoim den Jeschiwe-Besuch. (Bewegung.) £ u D e n D o r f: 9ta, 3Böfan sei Hanf und Lob unö Trommeln und Pfeifen. Das hätte mir noch gerade gefehlt! Bileam: Es geht also mit Gewalt nicht, und es geht mit Geist nicht. Die Gewalt ist zu dumm, und der Geist ist zu hoch. Doch ein Mittelding gäbe es. Etwa Gewalt und List vereint. Bruder Antiochus hat zum ersten Mal in der Reschoim-Weltgeschichte einen solchen Versuch praktisch gemacht — erst unlängst, vor genau 2090 Jahren. Er hat sich — nicht wahr, Herr Kollege, — despotisch gegen Tauroh, Schabbos und Bris gewendet und zugleich hellenische Verführungskünste spielen lassen. Antiochus: Jawohl, Jawohl! Ich setzte auf die Erftifftini mu WWM MIÖOÖ Dir LMMM HDD auf jede Schändung des jüdischen Gesetzes höhen Lohn und größte Ehrung Es wurden auch manche Juden schwankend. Ich hatte schon einen Teil der jüdischen Jugend für die hellenische Gymnastik gewonnen /— die war edler als Fußball-Sport! — und sah den Erfolg schon vor mir. Doch da erhob sich der alte Hohepriester Mattisjohu den Jauchonon mit feinen Söhnen. Klein mar feine Schar, übergroß die meine, odj sielen meine Älasien in die ^anl> Der wenigen. Und heute werden von dem Weltjuden tum Lichter angezündet und Lieder gesungen zur Feier der damaligen Wiederweihe des jüdischen Hei ligtums. Bileam: Die Inquisition ist dem Beispiel des Anti ochus gefolgt. Jahrhunderte lang hat man dieselbe Methode zäh getrieben. Sie muß als gänzlich gescheitert gelten. Die Lichtlein in den Judenhäusern haben die Scheiterhaufen und die Lockungen überdauert. Hitlkrr Ssi Fehler war, vast man immer in Nelizivn gemacht hat. Die Rasse mutz angepackt werden Das sage ich immer. ' Bileam: Auch das ist nichts neues. Und damit komme ich auf die Depesche von Herrn Bolok Zipporsohn von Moab zurück. Er hatte mich gebeten, es mit religiösem Fluch zu versuchen. Das war eine Torheit, wie es nicht nur Herr Hitler, sondern vor ihm schon ein andrer Esel, nämlich mein Saumtier, erkannt hat. Aber ich habe dem Bolok ■ damals einen andern Rat gegeben — die Rassenmischung. Das ging auch fiiif iMlltW Mg mir — mr mir iinr WWW 24 000 Juden waren schon aufgerWen. Der Einheitsgedanke faßte Fuß. Da aber kam so ein Trennungsfanatiker, Pinchas ben Elösor, und murkste mir mein schönstes Paar ab, die Prinzessin Kosbi bas Zur von Moab und den jüdischen ^Stammessürsten Simri ben Solu, einen prächtigen Kerl. Und da wars aus, und Moab bekam Schläge. Schade, schade! ich Hab es selber büßen müssen. Haman: Mein Beileid. Ich kann es ihnen nachfühlen. Ich habe bei Ihrer fesselnden' Schilderung so ein MmMln ßitr am ©als Mommcn unD aus m Zunge. Zu meiner Zeit hieß der.Separak-vrlhodoxet Mordechai. ' Pharao: I ch hatte gleich zwei von dem Kaliber: Mausche und Aharaun. Agag: Meiner hieß Schmuel. Der besorgte es mir gründlich, von oben bis unten. Antiochus: Bitte, keine Zwiegespräche. Wir wollen doch zum Ziele kommen. Bileam: Der Denkfehler bei Hitler und meiner Wenig- Mt ist nun D&r: Dm mtmijwa oonauitn nm sagt, so lange die Juden i n s r ch nach religiöse Kraft haben. Wirandern können unterscheiden zwischen Religion und Rasse. Bei den Juden aber gibts.diese Unterscheidung nicht. So lange sie ihrem Gesetz, ihrer Thora, treu sind, so lange bestehen sie. Jede Macht, jede Kultur, jede List prallt an ihnen ab. — Ich pflege mich nicht gern selber zu zitieren. Doch in diesem wichtigen Augenblick mache ich eine Ausnahme. Und ich erlaube mir, zu wiederholen, was ich an andrer Stelle ausgesprochen habe: «!> enaa* ne" rwV asr jn 2vnv' Es ist ein Volk, das sicher wohnt, so lange es sich nicht wie anm Diattunm öinrritt. Nur von ihm selbst hängt fem KM oder Nichtsein ab. Wir Reschoim können ihm nichts anhaben. Hitler: So, wozu find wir denn hier? Bange machen gilt nicht. D a zu habe ich mir wahrhaftig nicht diesen seltsamen Kopfputz aufzwingen lassen, Herr Orientale! Rausschmeißen müssen wir sie, die Judenbande. Pobedonoscew: Gelassenheit, Hitler, Besonnenheit! Hitler: Ach was! Gelassenheit! Ich habe die Nese plein. Was also geschieht, Herr Bileam, wenn die Juden festhalten an ihrer Thora oder wie das Ding heißt? Bibtam: Was Dann gMiM- /ww> Trarcn mm tiiir itid nn Q u b e rt b o r f (aussprmgenb): Was erbreisten Sie sich, Herr? Wir sind hier, um Israel auszurotten. Sie sind herberufen worden, um Wege dazu zu zeigen, und Sie verherrlichen den Feind? Bileam: Gemach! Der Vorwurf ist nicht neu. Der Schaute Bolok hat ihn mir auch gemacht. Er aber hatte noch mehr Grund dazu, als Sie, General. Hier habe ich nur auf eine Frage geantwortet, m sim MMkMlM M?n 9fr in fertig referieren. Wir. so sagte ich, Mr NrWvim vermögen von außen nichts. Haman: Wozu sind wir denn aber da? Sollen wir uns vielleicht auflöfen? Bileam: Keinesfalls. Wir find nicht umsonst da. Seitdem wir unsre Methoden geändert haben, hat sich alles zum Guten gewendet. Solange wir Refchöillr Hiti Schwert, und Feuer und rettglvnslvütrA gearbeitet haben, erzielten wir nur das Gegenteil des Gewollten: immer fester klammerten sich die Juden an ihre Tauroh, und immer sieghafter wurden sie dadurch. Seitdem wir Reschoim aber das Joch lüfteten, vergrößerten sich unsere' Aussichten. Agag: Da wäre es wohl das Gescheiteste, wir verzichteten überhaupt auf alles Rifchus? Bileam: Noch nicht! Das gemilderte, das bloß gesellschaftliche Rischus hat eine glänzende Wirkung zu verzeichnen. Da die Juden jetzt Staatsrechte haben, wollen sie neuerdings als Nation unter den Nationen auftreten. Das alte Prinzip: xb er-um verliert Festigkeit. Und da. meine Herren, ist die TOUR MW M MMißflgt 8Mjh M M jüdisch-nationalen Aspirationen gefördert werden. Dann berauscht sich Juda an dem neuen Nätional- Götzen. Dann verliert die Thauro ihre Stoßkraft. Dann ist es aus mit dem Judentum. Und dann ist -es, ein Halbjahrhundert später, aus mit der Judenheit. Ich bin am Schluffe und-resümiere: (Sehr langem unb ]<^ar| pointiert^ ÄlMissk k?r° stärkrn dic Mdcn. Jur geifttgen' DÄllMpsnng Wienuns die Mittel. List und Verführung üben nur zeitweise Wirkung aus, und zwar nur unbeträchtliche Teilwirkung. Ungebrochen steht Jisroel. so lange ferne Thauro König ist in Jisroel. Verläßt es die Thauro, dann ist Jisroel dem Verderben preisgegeben. Es gilt, an Stelle der Thauro ein Surrogat zu fördern.. Anziehendstes Surrogat ist der nationalistische Trieb. Ihm Vorschub zu leisten, muß die Aufgabe aller ehrlichen, zielbewußten Reschoim ffein. Mim iyrrrkN' ich mst gMalM: pyn nnw im am nn m vvB DKi Ein Purim-BN nvh- (Diese Parodie ist uns aus alten Mainzer Purim-SmiraüS von Herrn Hugo Bondi, Frankfurt a. M. zur Verfügung gestellt worden). - U »Ml! Ul .«WB MiWjfl.W« Mi -mrr 'rt Tnnipn 'k -nns wn kb niat ‘tH’Bba'*rnx nar nn na$ ^naaptt -ripy rr'n '2 'Nah.zi iah rirratzh llhW UW 'iDUW HIV »rDW W1 nst aa*» an 'Nasnn ijina 'ah .nazhy t» nn'an r nhyy khp. ift?;ao nö’ rrin 'Nashya nM 'ili nah RDM tfffßa'.Tßa WÄ WS mm «WS mm. *7 » » i ’ \ TT” ’"! 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