Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1927-03-17 · Heft 11 (17.3.1927) · page 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 11 (17.3.1927)
Date
1927-03-17
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2446951-2450442-2450453--73910-2531348
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Israelit Mr- 11 1927 "Refctjoim-Cocarno SrameM in einem schönen Auszugi Zeit: Chcmukoh 1926. Personen: Pharao, Delegierter für Egypten, Bileam Beorson von Aram, Aug Breitensträter von Boschon, . Agag, Gesandter von Amalek, ..Haman, Ministerpräsident a. D. von Hau du bis Kusch Dich, * ArrUochus (Eptjjfycmcs oon Syrien. \}| ^1 ^Pope von SDIössHäU, Der. General Ludendors, Dolmetscher, für Jiddisch, Paul Hittler, auch 'was, Ein Diener. (Alle mit Ausnahme von Hitler sitzen am Beratungstisch.. Hittler tritt ein.) Bileam (zu Ludendorf): Was kommt den da für ein Sklave? Luh endorf: Sklave? Aber erlauben Sie, Eminenz, ' v«s ist sti llsistf unsrer Besten einer. Antioch'USi Schn dachte auch (zu Hitler); €in Sklave. Weil Sie ohne Kopfbedeckung kommen. In dex Külturwelt gehen barhäuptig, nur Sklaven. Freie ' Männer tragen den Hut als Herren-Zeichen. (Zum Diener): Heda, Sklave! sieh zu, daß du draußen irgend einen Kopfbund bekommst für diesen — wie war doch der Name? Hitler: Hitler. Pharao: Inzwischen darf ich vorstellen: Dieses ist Agag, Vertreter Amaleks,. zuverlässiger Rosche. So- Dann: Hm Mg, nimmt! es mst jeder Hakoah üllf. Hier Exzellenz Haman von Haudu ' bis Kuschdich, könnte Chef eines Küstriner Arbeitskommandos sein. Hernach: Antiochus von - Serien, Vorgänger des alten Fritsch. Des weiteren: -der hochwürdige Iwan Jwanowitsch Pobedonoscew von Moskau, in »nun imms rrnUii M sein Bruder im Herrn, Blleam Beorson von Aram. Den General kennen Sie schon als beiL nahe Landsmann. Und ich.selber vertrete Egypten und heiße Pharao. Hitler (zu Ludendors): Es riecht etwas stark orientalisch H'Ü - t n i* ° r f {gu 3JÜP ist auch nicht so gang «xtra. P h a r a o: Da weitere Konserenzteilnehnter kaum zu erwarten sind, können wir wohl beginnen. (Diener kommt zurück und überreicht Antiochus. feierlich ein, Rebbe-Käppchen.) Antiochus:. So, Herr Hitleritis — oder wie Sie heißen — bedecken Sie sich und beseitigen Sie damit Ihr Sklaven-Aussshsn. WUS? MM MM IUJ® einmal! So was soll ich auf meinen Kops tu»? (Greift mit spitzen Fingern zu. Zum Diener): Wo hat Er denn das Ding da her? Diener: Melde gehorsamst, Herr Baron: Die Leute aus der Straße hatten fast alle nur eignen Hut auf. Nur ein Lang-Gerockter trug darunter diese Mütze. Ich riß sie ihm weg und eilte damit zu meinem Herrn. ß u ö e n X> o r t: ßanger 9locJ unb uttiettTl N T <^?orte ^ertrt lc^. Bltäßfl. - Na, Hitler, heulen Sie mal mit den Wölfen des Morgenlands! Hitler: Entsetzlich! (Bedeckt sich.) . Aug: Nun, meine Herren, könnten wir uns noch schnell über die Verhandlungssprachen verständigen. Ich ’ schlage vor, zuzulassen: Aramäisch, Egyptisch, Persisch, Javanisch und außerdem Deutsch. L u d e.n darf: Ich verwahre mich gegen Aramäisch. Wissen Sie denn nicht, daß Aramäisch die Kassiber- Sprache des Talmud ist? Wollen wir hier vielleicht iatmixbtfcij oerf^cmb-eln?! . > Dileam; Vergk!!)ung, ©2 fiflD lIU Irrtum. Man kann nicht eine Sprache ausschließen,' weil auch Juden sie sprechen. Sonst könnten wir überhaupt keine Sprache der Welt genehmigen. Aramäisch ist meine, ist die Landessprache von Ur Kasdim und Choron. Wäre Gesinnungsgenosse Laban (alle erheben sich bei der Nennung dieses Namens) hier, so könnte er es Ihnen bestätigen. S e i n.e Sprache muß erlaubt sein auf einer internationalen O^vef cf>otm-i^onfer-en3_ (Er ift horf) intfGt Hitler: — was ihn nicht gehindert hat, feine Schwester und seine Töchter mit Juden zu verheiraten. Aber rnüinLtryggHni (Ssnerat, lassen wir ihnen den Willen? Pobedonoscew: Dagegen bin ich nicht mit Jervünis einverstanden. Denn Griechisch ist erstens die heilige Sprache des griechisch-katholischen Klerus,- dem ich angehöre. Zweitens verstehe ich kein Wort Griechisch. Und, drittens, ist Jewonis die einzige Sprache, die von den jüdischen Tanaiten zur Uebersetzung des Alten Testaments gestattet wurde. Bileam: In welcher Jeschiwoh haben Sie denn ge- . lernt, Bruder Pobedonoscew? Antiochus-: Pobedonoscews Argumente sind allerölllgs üMWillmll. ®o mul ito, so Wmr es mir fällt, auf Griechisch verzichte». Pharao: Es besteht also Einstimmigkeit, daß Aramäisch genehmigt, Jawonis aber abgelehnt ist. — Ich selber wende mich gegen Deutsch als Verhandlungssprache (Ludendors und Hitler springen aus) und das aus dem folgenden Grund: Deutsch werden alle Judenblätter geschrieben, die ich hier zu Gesicht beatm: das Berliner Tageblatt, die Frankfurter Zertung, Lias dis Jüdische 1 treffe, der ^srcrelll: ... Ludendors: Aber meine Herren, ich muß doch sehr bitten. Ich bin, wie bekannt, Deutschblüter. Ich verstehe auch nur Deutsch und sonst keine andere Sprache. Aug: Oho! Wer anders als der General hat den Aufruf geschrieben: An meine libben Jidden in Päulen? Das hat den ganzen internationalen Refchoismus blamiert. (Rufe: Pfui! Jawohl! So ists! Hört!) Sj a m a rt: 2>a jitf, yeraustellt, dcisi Deutsch eine jüdische Ein Purim-Kostümsest in Amsterdam 1865. Sprache ist. Jiddisch aber den Äe^v!m»Eenera!rn geläufig ist, so stimme ich gegen Deutsch und für Jiddisch. Hitler: Aber wohin soll denn das führen? Mir zwingen Sie dieses Rebbe-Käppchen auf — und dem Gneral eine gehaßte Fremdensprache? (Unruhe.) Ludendors: Lassen Sie es gut sein, Hitler — wir kommen sonst nicht weiter. So schwer es fällt, Tnüjjeri xxyirr uns freute etu>as international etnftelfen. Hilteri Niemals! Sie fmv ein Verräter, Grnrral? . > Ludendorf (aufspringend): Mir das? Dem Sieger in vielen Schlachten? (Dringt auf Hitler ein. Sie ringen.) Pharao: Meine Herren, wir sind doch nicht Kommunisten im preußischen Landtag bei der Hohenzollern- Debatte. Vorsicht, General! Setzen Sie sich Ihre blaue Brille auf, damit Ihr Auge geschützt ist. (Bringt die beiden Raufenden auseinander. Ein Dritter fetzt sich zwischen die Zwei.) Antiochus: Da Einstimmigkeit nicht vorhanden zu W MM: .MW' M 8WNM ffT Deutsch als Verhandlungssprache ist, hebe die Hand. (Nur Hitler hebt die Hand.) Die deutsche Sprache ist vom Reschoim-Kongreß abgelehnt. Wer nicht Aramäisch, Persisch oder Russisch spricht, muß sich Jiddisch ausdrücken. (Ludendorf stöhnt.) Hitler: Ich beantrage, daß der General zum Dolmetscher für Jiddisch gewählt werde. (General stöhnt.) oo Igafl:'3d) unterstütze den Antrag. Muiull' CMM W MRMriM Wsi, ~ Sif All' trag ist angenommen. (Beifallsklatschen. General stöhnt.) Antiochus: Es sind mir Begrüßungstelegramme zugWMll. AUlst BOr llUMkll KMsAkUDilMWkfsi sehe ich weiche liegen. Zunächst diiie ich um Gehör für meine Botschaft von Lowon ho-Arami. (Aufstehen, Klatschen.) (Liest vor): „Mein Nesse Esow (Hurra-Rufe) und ich danken für Eure Einladung. Andere dringliche Geschäfte verhindern unser Kommen. Stop. Wir empfehlen äußerst vorsichtiges Vorgehen. Unsere Erfahrungen haben gelehrt, Doppelpunkt: So lange wir uns auf das Schwert stützen, sind wir dem Hause Jaakauw nicht gewachsen. Müsset entweder trachten, den fllM MN Mst NWMM, ist, 0i>er auch welchen zu bekommen, was noch schwerer ist. Wir beantragen, Komma, Konferenz wolle beschließen, daß jeder Reschoim-Führer sechs Jahre Jeschiwoh besucht, bevor er kämpfen darf. Esaw bereut, vom Bees hamidrasch ausgerückt zu sein!" (Man setzt sich betreten, Haar krauend, kopfschüttelnd.) Pharao: Sodann drahtet ein mir unbekannter Herr Bolok Zipperlein aus Moab. Aug: Das ist eine Telegramm-Verstümmelung. Der AbiQnDßP hMl Ml BDlDf ZW «Titln, slUMTN ö t sic p o r s ö h n. Pharao: Danke, ach so, weiß schon. Seine Depesche lautet: „Warne vor Bileam. Ist ein mießer Bocher. Hat mich viel Geld gekostet. Erfolg null." Agag: Die Drahtung gebraucht verletzende Ausdrücke gegen einen verdienten Rvscho. Ich beantrage, daß die Konferenz keine Notiz davon nimmt. Antiochus: Bruder Bileam wird gewiß nachher Gelegenheit nehmen, sich zu äußern. Siloattu Meine Dajge? Der Idiot! ist h ä 9 & u i Wir WM lort loli len Sie bitte, Excellenz Haman von Han Du bis Kusch Dich, das Telegramm bekannt geben, das Sie vor sich haben- 5)aman: Gern. Es lautet: „Bewußte sind eine gefährliche Gesellschaft. Selbst wenn müde und schwach (ojef wejogea), ist ihnen nicht beizurummen. soDtn miß) m* möbelt und wollen obendrein' mein Andenken tilgen, so weit der Himmel reicht. Amalek." (Chor hinter der Bühne halblaut: Das ist mein Ahn»- Herr Präsident. JÖcf) E>at>-e aber no<£> sin An>sr-- IrmgenLes Lelommenr unB‘ zwar von meinem Sohne Dalsen. (Liest): „Mutter sehr besorgt. Bittet, gegen sera ha-jehudim nichts unternehmen. Ki nofaul tipaul lefonof, wie anno dazumal. Falls dort Anleihe möglich, bitte an mich zu denken. Dalfen." Antiochus: Kann jemand die letzterwähnte Bitte erfüllen, Pharao: Ich leider nicht. Mir haben dis Juden alles Gold.! wi Jii MMM gllPMilhölt. ars m llk aus meiner Sklaverei entließ, und den Rest haben sie mir im Schilfmeer abgeknöppt. Agag: Nicht einen Fatz hat Saul mir übrig gelassen. Aug: Mein Besitz ist auch, ganz in die jüdische Masseoeoanoen.' Haman: Zehntausend Kikar Silber hätte ich, wenn — ja, wenn! Pobedonoscew: Meine Erben sind die Trotzki, Sknorviorv urcv Gtenofferi- 1* * * I. II I! ' I11 III l Hiller 7 Aha. Daher also Kapital. Was will der Marburg also?! Haman: Wie stehts mit den deutschen Reschoim-Kollegen? L u d e n d o r f und Hitler: Newich. (Drehen ihre leeren Taschen um). Pobedonoscew: Na, Na, General! Man las so einiges von Ihren Bankgeschäften. (General stöhnt). Antiochus: Wir verlassen den Gegenstand. Das Wort hat jetzt Gesinnungsgenosse Eminenz Bileam Beorson zu seinem Referat: Mittel zur Entwurzlung ber äuten. . . ' § c I G>; Bileam: Hochverehrte Neschorm-Konfercnz! Dre mcr gestellte Ausgabe ist nicht leicht. Die Weltgeschichte lehrt, daß alle bisher angewendeten Mittel zur Vernichtung der Judenheit durchaus versagt haben. Beweis: Alle Reschoim-Völker der Vergangenheit sind futsch, und das jüdische Volk besteht. Suchen wir den General-Nenner für alle bisherigen Vertilgungs- Versuche — was finden wir? Die Gewalt. Ein paar Beispiele dafür: Lowon (kurzes Erheben) setzt dem ^Jaafo&sl^aiije jr-e&en Sage fang nac^, formte es ganz

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.