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Der Israelit · 1927-03-17 · Heft 11 (17.3.1927) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 11 (17.3.1927)
Date
1927-03-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Nr. 11 umfangreichen Bücher und Schriften, diein dem MMkyknpkn stjäfsmm in . christlichen Kreisen zu verbreiten, denn oft ist es ' nötig, bestimmte Probleme von Grund auf zu bearbeiten, wenn man sie in.ihrer, Gesamtheit überschauen will. . Diese Aufklärungsaktion kann gar nicht inten? fiv genug betrieben werden. Es muß uns gelingen, endlich Verständnis für den jüdischen Menschen und Achtung vor unserer Religion auch irn Üager g?p?mn^n. 3m. I^«n 3«!ir sind über 20 Schändungen von jüdischen Friedhöfen vorgekommen. Wie tief muh-der Haß gegen alles Jüdische in jenen jungen Menschen sein, die fast alle völkischen Verbänden angehören, wenn sie nicht einmal Halt machen vor den Toten! Wie traurig müfe es um die Gesinnung jener' Kreils ftsiM (?{n, wfmt Herr £r« Holländer fiöj auf Der Lübecker Tagung veranlaßt sah, Worte ungefähr folgenden Inhalts zu sprechen: „Der Jude ist ein gemeiner' und minderwertiger Charakter! So hämmert es die Presse ihren Lesern oft genug ein und deshalb will man nichts mit ihm zu tun haben. Man mißhandelt den Juden nicht, ruft ihm keine Schimpfwörter nach, aber er ist Luft, man spricht nicht mit chm, man kauft nicht von ihm, man läßt ihn beiseite liegen." Lst m m iM WW \m mmm 3uöonr feine tätige Mitarbeit diesem Liebeswerke züzuwenden? Gebietet nicht der -Gedanke toi nra nr ^rriV', Jeder Jude ist mitverantwortlich für den anderen, muß ihm helfen, wenn es. ihm schlecht geht? Doch gerade in den Kreisen der Orthodoxie hat der Central-Verein ga^^^reic^^e MgN B?fP m NW seine Gesamillideit, sonvÄn vökrMött, hier, er sei zu deutsch, dort, er sei zu jüdisch, ja, man wird sogar von den Agudisten nicht als vollwertiger Agudist angesehen, wenn man sich für den Central-Verein einsetzt. (? Red.) Einer meiner Lehrer hat eimtza! den klassischen Ausspruch getan: die sogenannte wohlwollende. Kritik sei meistens von keiner Sachkenntnis getrübt. Dasselbe Gefühl empfinde ich immer bei den Ungerechtfertigten Vorwürfen gegen den Centräl-Verm wtö skinc mm. mm jm ftritm einmal die Prozeßakten des Eentral-Vereins in die Hand nähmen, wenn sie dort lesen würden,' wie oft der, „deutsche" Central-Verein für Gott, Thora, Talmud und Schulchan aruch eingetreten ist, müßten sie sich schämen, diesen Männern, die so warm für die jüdische Religion eingetreten sind. Um jüdischkeit vorzuwerfen. Ich behaupte sogar, daß dieses Sicheinsetzen des Central-Vereins für die jüdische Religion ein wahrer 'n vnp ist. Wie können wir Gottes Namen mehr verherrlichen. als MDiiHfi Dag wir m hsp Thor«, die Schönheit ihrer sozialen Gesetzgebung zeigen und die häßlichen Anschuldigungen, die gegen unseren Glauben erhoben werden, entkräften. Es gibt keinen Grund, der die Mitarbeit im Central-Verein vom Standpunkt eines Agudisten behindern könnte. Wenn ihr, so rufe ich jenen Kritikern zu, am Central-Verein etwas auszusetzen habt, so geht hinein und versucht, Eure Wünsche zu verwirklichen. Seid sicher, daß .man ®tt<$ öerTl m LM Mtz WWliD: wer ist Denn mehr berufen, Apsläßeftk gegenüber den Talmud- und Schulchan Aruch- Angriffen zu treiben: derjenige, der von jüdischen Gesetzen nichts mehr hält und nur ihren Geist anerkennt, oder der Jude, der auch heute noch das kleinste jüdische Gemit ßtebe unb Treue erfüllt? HlSffytS töj Diese Zeilen mit Der AuffÄMiung WlWm! Deder Agudist, der für die hohe Sittlichkeit der Thora und ihrer Gesetze auch in der Oeffentlichkeit eintreten will, der werde Mitglied des Eentral-Vereins. Jeder deutsche Jude, der darüber hinaus ein Interesse daran hat, daß die Anschuldigungen gegen Judentum und Judenheit in würdigster Form bekämpft werden, auch der schließe sich den Reihen des Central-Vereins an, der seit über 30 Jahren unermüdlich für die deutschen Juden und ihre Heiligtümer kämpft. .Der Israelit (Wir haben früher? wiederhott darauf hinge--? witfen, Mt wir m ytmrttät.im „MntraisfBm Mt' für unbedenklich und für eüro ni<D unwichtige Aufgabe der Orthodoxie 'hatten — allerdings immer nur unter der ^Voraussetzung, daß der Central-Verein seinem ganz auf Abwehr gerichteten apologetischen Programm treu bleibt und nicht den Ehrgeiz hat, eine neue jüdische Weltanschauung aufzubauen sSiehe Leitartikel vom 5. Oktober 1926s oder seinen Mitgliedern Vorschriften, über iMWUssiMss M iiDorlioföttßn jüNslyM DM: Begriffes zu machen. Äed.). Korrespondenzen « Nachrichten. D»«t§<her Eine bedeutsame Rede des Münchner Rektors Voßler. Berlin, 13. März. Der Rektor der Münchener Universität, Professor Voßler, hat sich in einer Rede über'den studentischen mmitimm MllMl unu Mki sMM 0t mt weiteren Kreisen bekannt werdende Ausführungen, gemacht: „Ich komme zum Kern der Sache: Nämlich, ob es sich mit der Ehre eines Studenten verträgt, die jüdischen Kommilitonen auf die Seite zu drängen . . : Mir fallen dabei-jene,tapferen Juden vom Jahre '1914 eindie mit uns I>trutus5O0Fen imb für 5öeutf<ä)I<tnb gejfctlen |tnb. - (Sine ber von Wn-en Msgeflylvssenen DervmvMgen Wl 22 löte zu verzeichnen. Wir haben uns diese Opfer gefallen lassen, wie wir es uns im Frieden gefallen lassen, daß z. B. unser psychiatrisches Forschungsinstitut zu einem sehr großen Teil von einem Juden finanziert wird, dnh hervorragende Forscher und Denker, um nur unseren Richard Millstätter zu nennen, eine führende Rolle in der deutschen Wissenschaft übernehmen . . . Die ganze deutsche Kultur östlich unserer Reichsgrenzen wäre vielleicht längst zusammengesunken und vom Slawentum überschwemmt mm,, mmi Mt m «kMM Tür mtm MllA und deutsche Gerstesatt dort umstände . . . Von der Raffe lasten Sie mich, schweigen, denn das ist ein zoologisches, kein humanes Argument, und wer sich, im menschlichen Tierreich zu bewegen wünscht, der mag immerhin sich vor dem Juden verschließen, als vor einer Tiergattung, die seiner Tiergattung schädlich ist. Aber «ine Universität ist keine M e n a g e r i- Ans der Praxis hes Tierschutzes. M ü n ef) e n , 14. Märr. . ^}ftr,.!lBun^n'er äierjc^ui-fficrem nj|8!>ur^ tunfi Hön Versammlungen in den verschiedenen Stadtbezirken für seine Ziele werben und einem größeren Kreis Gelegenheit zur Aussprache über Tierschutzfrägen geben. In der stgrk besuchten Versammlung in der Gaststätte Arcisgarten gab im Anschluß an das. Referat von- Dr. P u r i c e N i über „Zweck und Ziele des Tierschutzes" auf eine Anfrage aus der Versammlung zu der Schächtfrage der Vorsitzende Oberregierungsrat Dr. Einhau f e r Aufschluß über den Stand dieser Angelegenheit M l«M oum MlM;ä NMNlMrtM Dom S. 192ö wollten nicht die Hand dag« bieten, daß die Angelegenheit auf unabsehbare Zeit vertagt werde. Die Tierschutzoereine, die beim Landtag seinerzeit vorstellig geworden sind, warten noch kurze Zeit die weitere Entwicklung ab. Sollten die Tierschutzoereine beim Landtag, was nicht anzunehmen ist, noch länger auf Schwierigtei*?n Mfji; fr ijt ifjmn m Sinw öks ßmMns klar DDrßQ2ßi®nieL Ms maföffli mm im Msttz nicht fcäft zustande tornrnt, den Weg SefHreiterl, der auch anderswo so in der Schweiz, zum Erfolg geführt hat, den Weg des Volksentscheids." Bundeskanzler Seipel zur Schächtfraae. Wien, 12. März. Eine Abordnung der Agudas Jisroel, bestehend aus. den Herren Rabbiner Dr. M Kahn. Wolf Pappsrr- I! 17. ans« 4927. 47 Bleidehstraße47 (früher: Grosse.Eschenheimersfrässe 3) SPEZIALHAUS ft in Näh- und Stick-Seiden Handarbeits-Garnen jeder Art h s i ui um KvmmerzMrul; MLgiMM/B onüi, wllM' tti Audienz vom Bundeskanzler empfangen, die. ihm die. Besorgnis der thoratreuen öfterreichischen Judenheit über die schächtgegnerischen Bestrebungen in Bayern zum Aus-, druck brachte. Der Sprecher der Delegation, Herr Rabbiner Dr. P. Kohn, wies besonders auf den neuen deutschen. <£>frafcyefeijeiU«mr^ f)irt, ber mit ^irrblilk ou|| ^bie Rechts-- MglkMung llllch für OeWrreich' von BÄsuiung -wskdsn kann. Der Tierschutzparagraph in diesem neuen Entwürfe, ist aber so gehalten, daß er von schächtgegnerischer. Seitezu ihren Propagandazwecken verwendet werden könnte. Bundeskanzler Dr. Seipel erklärte, daß ihm von derartigen Bestrebungen in Oesterreich nichts bekannt sei. Sicherlich werde von Staatswegen nichts, unternommen werden, was irgendwie der Religionsfreiheit der Judenwiderspricht und einem von den Juden als biblisches Gebot betrachteten Brauch, den Mak,s Ih«r @raujamf«tt auf b-r ü <L s n ro -ü r b e.' (Sr glaube fest, vatz auch in der BevöMrung, mindestens \vu katholischen Teile derselben, nicht die Tendenz bestehe, den Mitbürgern jüdischen Glaubens-das Schächten unmöglich, zu machen. Der Bundeskanzler versprach/schliehsich) bet. der endgültigen Fassung des neuen Strafgesetzbuches für Oesterreich und Deutschland auf diesen Umstand'bedacht, zu sein. ''-V - - m ist öWMM rrß Mt? iu r^ich, im Gegensatz zu anderen Ländern, auch die Sozialdemokratie geschlossen auf. dem Standpunkt: steht, daß es ein Gebot der Freiheit und Humanität fei,, wie die anderen Religionsübungen, auch das Schächtgesetz: der Juden zu respektieren. . Vsl«'«. ' : Die Anklägerin verurteilt W o r f-ch a .u , 11. Marz, Ur ^rgemysl in OstgaWen wurde: heute das Urteil gegen die 63jährige Slata R ubin, die sich schwere Erpressungen gegen den Rabbi'von Radi m no zuschulden kommen ließ,: gesprochen. .Slata: Rubin wurde zu sechs Monaten verschärftem Zuchthaus verurteilt. - Der Prozeß Slata Rubin hat in den letzten Wochen-, die gesamte Jöltzifche Oeffentlichkeit in Atem gehalten:. Die gesamte jüdische und polnische Presse' brächte täglich» seitenlange Berichte. Die Vorgeschichte ist folgende: Der „N-ebbs" non 9tabrmrto, ber ^eitig bas Amt «ine». OrtsurDütncrs vrllrMl. - reifte M vorigen Juhre Mch« Amerika, um bei seinen dortigen Anhängern Geld zwecks- Verheiratung' feiner Töchter zu sammeln. Slata Rubin näherte sich dem Rabbi und versuchte, ihn' dazu zu bewegen, daß er. sich von seiner Frau scheiden lässt und' sie heirate. Schließlich zwgng sie den Eingeschüchterten' mit Hilfe von gedungenen Helfershelfern unter schweren- Drohungen, mit ihr in Amerika eine Zivilehe einzugehen. Sie reiste dem Rabbi in seine Heimat nach und verlangte von ihm, daß er sie heirate, oder ihr 5000 Dollar AbffHöiiRS gälte. N utoisr M: fU rnll öfftailichen und gerichÄichen Skandalen. - Nach zehntägiger sensationell verlaufener Verhandlung kam das Gericht zu der Ueberzeugung> daß sich Slata. Rubin durch ein Netz von Lügen und Drohungen Vorteile zu verschaffen versuchte, und sprach das obengenannte- Urteil. DkK BKfKtzMß ilÜ in W a r fH a u. 13. Mürz. . In der Gemeinde S a m o t s ch> ist seit '3 Jahren dre Stelle des Rabbiners vakant. Me Wahl obliegt dem Kehillorat, der sich aus zehn orthodoxen Mitgliedern und; fünf Zionisten und Linksparteilichen zusammensetzt. Die- Letzteren gehen darauf aus, die Wähl, die ja im Sinne der Orchodoxie aüsgehen müßte, zu sabotieren; das Ge-- vur> sur vie uxxiyi 4A.\\xxjnc\%nx)^u uuu drei Viertel der Ratsmänner verlangt, kotznnt ihnen ha bei zu Hilfe, ■ 9tuf: biefe üBelfe. ferotu^fe bte . öpjobjftttoi

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