Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 11 (17.3.1927)
- Date
- 1927-03-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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17 März 1927 ' Großgemeinden in Sachsen, beleuchten die Situatioil. ün D re s d e n halten sich die inländischen und ausländischen Wahlberechtigten mit je 1050 blk Wllgkl 8li sitzen aber 11 Jnlsnvsr unv 9 OstjUdkU. Schlimmer steht die Sache in Leipzig, wo diö Ostjüden mit 6146 Wählern gegenüber der inländischen Kurie, die nur 2942- Stimmen zählt, in starker Najoritär sind und dennoch in der Gemeindeveroaltung untet 33 Sitzen «nur 8 einnehmen, so daß >ier auf 768 Wähler e i n Vertreter kommt, wähend in der deutschen Kurie 118 Wahlberechtigte schon einen Vertreter; stellen. In C hem n i tz WöMiM Mi 800 Mjlffn m?8elamt bie ausISttdische Kolonie die däutschs um rund 100 Qtim* men, ihre Vertreter im Gemeindeparlament nehmen aber nur 4 Hitze ein, gegenüber den 17 Mandaten der Inländer. Die künstliche Riederhaltrmg der ausländischen Kurien wird durch ein raffiniert ausgeklügeltes Wahlsystem, herbeigeführt, das nicht in allen Gemeinden einheitlich ist, ionL-erri re nach den örtlichen Verhältinissen ZUgeschmtten ist. Äres^en H«^HN ÄttÄ-tttzSi? MI aktives, aber kein passives Wahlrecht. Die ausländischen Gemeindevertreter werden von den Inländern, soweit . es diesen geboten erscheint, gestellt. In Chemnitz dagegen dürfen Ostjuden nur ihre Landsleute wählen, ihr aktives Wahlrecht erstreckt sich nicht auf inländische Juden. Man -rächte es sogar, fertig, diese Methoden bei der Bildung des Sächsischen Landesver- 'iLnd.öö mu m mtmtDmuh fite M m Htcs Schutzmittel gegen bk schädltchm dEvkrutischon Einflüsse von Berlin fewähren . . . Der Sächsische Landesverband ist eine reine Rotabelnkörperschaft,-in der Ausländer und was sonst nicht politisch salonfähig ist, nichts zu suchen hat. Der Kamps gegen diese Zustände hat die „Jüdische Volkspartei" in Sachsen unternommen, und ihre wenig erbaulichen Verhandlungen mit Höft RültzstlÄjM ^«nöesxjerbcirtbe über htefert Punkt sind bis jetzt resulllllslos verlaufen. Wir pflegten ansonst die Taktik der Jüdischen Volkspartei nicht mitzumachen, indes stehen wir nicht an, den Kampf gegen einen Wahlmodus, der. eine Zweiteilung in den Gemeinden vornrMmt und eine gewisse Kategorie von an allen Steuerlasten mittragenden Gemeindeangehörigen zu Mitgliedern zweiten Ranges degradiert, als eine g u t jüdische Sach e zu erklären. Die gesamte Orthodoxie Sachsens, ob westlicher oder östlicher Herkunft, sollte sich gegen diesen Akt der Lieblojtgfeit \inb (£rtired?tunQ, unabhängig vorn Borgehen der Jüdischen Bvlispufret. emmmrg D?- lehnen. D er tz s rae I! r Abwehr» Eentral-Verein, Aguda. Von Kukins Garkebach in Kamvurg. fr* 3 dss „3i?aalir Brioflgn Sie einen Aufsatz „Zur Abwehr", eine Anregung von cand. chem. Jsmar Fellner in Berlin, m dem die Forderung erhoben wird, ein Organ zu.gründen, das den weitesten Kreisen der nichtjüdischen öef^feMichkeit' zugänglich seist'nmh^Ml mit den Mitteln der Wissenschaft und des GeistW Anschuldigungen, die gegen das Judentum erhöhen werden, zu bekämpfen. In Nr. 6 Ihrer Festschrift srgrsrst darauf Herr Dr. HorlaWr- Derlin in «in«m Äfrfrh WSA dök WllMst' das Wort, indem er daraus hinweift, daß ein solches Organ bereits in der Zeitschrift des „Vereins zur Abwehr des Antisemitismus" vorhanden fei. Ich möchte heute, ohne damit irgendwie den Wert der von Herrn Dr. Horlacher dargelegten Ziele und Aufgaben des Abwehrverems zu beeinträchtigen, darauf Hinweisen, daß merkwürdiin dsn MMn AllMkN Des MM- Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e. V. nicht gedacht wurde, der doch bereits feit 35 Jahren sich die Aufgabe gestellt hat, die Herr Fellner gelöst sehen will. Zuvor aber muß eine Klärung darüber geschaffen werden, worin der Unterschied liegt, der zwischen der Arbeit des Abwehrvereins und der des Central-Vereins besteht. Der Abüiehrverein wird hauptsächlich von GNstlWksi Afsistn gestützt er widerlegt Angriffs. dis geg&n das Judentum erhoben werden, aber im Central-Verem, die wir Juden sind, wollen nicht nur abwehren, sondern vor allen Dingen aufklären, da wir zu der Erkenntnis-gekommen sind, daß in der heutigen Zeit, in der der Antisemitismus die weitesten Volkskreise erfaßt hat, das Gift nur dann bekämpft werden kann, wenn dem verseuchten Körper das Antitoxin zugeführt rvrrd. Wenn Herr 2r. Hvrfrffrr glällbt, SM jfli difches Organ in den Kreisen passiv antisemitischer Mitbürger keine Aufnahme finden und kerne nachhaltige Wirkung erzielen könne, so werde ich ihm im.folgenden Nachweisen, daß diese Bedenken nicht bestehen und daß wir im Central-Verein gerade davon überzeugt sind, daß es uns Juden gelingen wird, bei unseren christlichen Mitbürgern Gehör zu finden. Ich möchte Herrn Dr. Horlacher durch ein Gleichnis unseren Standpunkt versinnbildlichen: (Ein Angeklagter steht vor seinem Richter. Ihm mal löfi, WWülklgUIU WlkM UDrQtlBDP fen. Der Richter fragt den Angeklagten, was er auf diese Vorwürfe zu erwidern habe und'be- Seit M sich ei.».»., . . Da belausche ichein Gespräch, .das von einer Nüchbarbank zu mir vinüberdringt, und sich zwischen MM MStzWM """ [eiTiem ab' spielt. — „Vater, als ich zu Mincho allein nach Schul ging, ist mir etwas Komisches passiert". „Na erzähle mal". „Du weißt doch, daß man immer an zwei Obstkarren vorbetkommt, da sehe ich auf einmal ein Markstück bei einem Wagen liegen". „Du hast das doch wohl am Schabbos nicht ausgehoben?" „Aber nein! Ich sagte dem einen Obstoerkäufer, daß da Geld liegt". Uast dil,dich denn für den einen ZtzflSrMW? BRtllHl? Mark laß' tzSch sStNSM WllgM Mhei-. . „Was hat er denn nun gesagt?. „Er freute sich und sagte, daß ihm das Geld fehlte. Dann gab er mir eine große Weinrebe". „Und hast Du sie genommen?" „Aber Papa! Am Schabbos?" „Und wenn Nicht Schabbos gewesen wäre?" „Dann hätte ich mir meine Ehrlichkeit auch nicht bezahlen lassen!" — . Ein st Zahlendes .Augenpaar folgte dem Spiele pysoauorretlerrderr^Knaben. — M -.ll, . -I ül j; Anweit. einer Synagoge s hat sich ein neuer jüdischer Buchladen aufgemacht. Der Buchhändler war. nämlich der begreiflichen Ansicht, daß . in der Nähr einer gut besuchten Grotzstadtsynagoge sein Geschäft blühen müsse. Der Buchhändler ist ein Baal Teschuwa und auch sonst von einer sensiblen Gellchksit Mzugchm, an die . W preisend heranzutreten. Und so wartet er. Wartet n,artet. Einmal betritt der Synagogendiener Ms« mm niwiDitm tM: au nnm mmw kommen. Sonst zeigt sich monatelang Mn jllviWer Muser. Esgibt ja so viele Buchläden-und.Warenhäuser in der großen Stadt. Da saßt sich der in seinen Hoffnungen Betrogene ein Herz und Pfjf sich beim Gemeindevorsteher melden. Ec bittet ihn, durchweinen kurzen Anschlag im Synagogenoorraum mit einigen , empfehlenden Morten auf seine Existenz hinzuweisen. Der Antrag wird obgelehnt. Nun gibt er. völlig entmutigt, den Buchhandel an dieser unglücklichen Stelle aus. Aber ein Baal Teschuwa ist er geblieben denn er weiß, daß Gott barmherziger als Me Wenfc^en. („Menorah", jüMHes Jamiticnlitutt für Mssmschast, Kunst und Literatur,.Wien I., Zelinkagasse 13, Preis des Jahresabonnements: Mark 12.—) Die soeben erschienene Märznummer der „Menorah" vereinigt wieder eine Fülle lesenswerter Artikel und literarischer Beiträge, unter denen wir die Arbeit von Dr. Czackes, die Judenpreffe" in Wien 18 »8, den kulturhistorisch interessanten Essay „die jüdischen Spiele" von E. G. Fried und die lebensvolle Skizze aus einer noch unveröffentlichten Selbstdiographie NM,Mll!>gDMIII. Dein MMIklM» BISIHi SNstü Persüttllchksk mb vpnof. Max ffilgut im giöajtu Heft gewürdigt wird, hervorheden. ANS dem sonfstatzn Inhalt ist < noch hecvorzuheben: A. M. Fuchs: Auf dem Hügel - (i. Fortsetzung). Dr. Mar, Grunwald: Das jiddische Theater, in New-Bork. Julius Goldberg: Mayer. Dr. Bernhard Wachstein: Hebräische Autographen von Gelehrten nnd Schriftstellern in li 3 kommt zur Antwort: „das überlaffe ich meinem Verteidiger". Uns Juden beschuldigt man aller gemeinen Schändlichkeiten. Man scheut sich nicht, uns NiMlllMvrd Und tx>rr sollten» töte ftltek Angsklagls, unsere DMewigung christlichrn Freunden überlassen? Das läßt sich nicht vereinbaren mit unserer Auffassung von Ehre. Wir freuen uns jeder Unterstützung, die uns von christlicher Seite zutest wird, aber darüber hingus handeln wir heute noch nqch dem Wort: Äüde sein, heißt Kämpfer sein! Wir wosten uns weh? ren, wenn Judentum oder Judenheit als minderwertig hingestellt werden, wenn unser Gottesideal DeriüTtett ünö mw\\$ 8?ma^ mirb- Das Orgätt dss CentralMerems, m „C. D.r Zeitung", die wöchentlich den Mitgliedern zugestellt wird, dient sowohl dem Kampf gegen völkische Verhetzung als auch her Aufklärung über jüdisches Wesen. Sie liefert unseren Mitgliedern das Rüstzeug, das sie im Kampfe brauchen. Das aber, worauf es hier ankommt, ist die natsaus^abe der V.-Zsrtuttg", dis eilten Extrakt per Wochenausgabe darstcöl. 8n!!ir \\v& die Aufsätze enthalten, die für christliche Leser von Interesse sind, oder von denen wir wollen, daß sie in christlichen Kreisen Verbreitung finden. Sie wird kostenlos an Lehrer, Rechtsanwälte, Beamte, Aerzte, Abgeordnete, Arbeiter usw. usw. gesandt, nachdem wir uns vorher durch ein Anschreiben darüber Gewißheit verschafft haben, daß die Herren gewillt sind» unsere Zeitung zu lesen. Z-rhlreiche AllsvksnnunMGroiöM DeMifn 1UIZ, daß wir uns hier auf dem richtigen Wege befinden. Wir find noch lange nicht am Ziel, denn wenn auch heute die Auflage schon eine stattliche Höhe erreicht hat, so wird unsere Aufgabe erft dann erfüllt sein, wenn es uns gelungen ist, die Monatsausgabe in jedem christlichen Hause zu verbreiten. Wie gesagt, ist die Mona-sausgabe der „E. Vl^gkllUNg" llllf fr? ^enbeI7g rr2twfflärimg" adgsstimmt. Da aber die immer wieder austaüchenden Lügen von Ritualmord, Weisen von Zion usw. nicht oft genug widerlegt werden können, haben wir uns entschlossen, in Zukunft dieser Monatsausgabe jeweils eine Beilage anzufügen, in der etjt ganz bestimmtes und eng umgrenztes Thema schlagwortartig widerlegt wird und die vor allem umfangreiche Literatur über das Thema enthält. So werden in nächster Zeit Beilagen unter dem Schlagwort: Talmud, Ritualmord, Weisen von Zion erscheinen. Wjr OU| bieje 2Belje erjl einmal den Boden für eine objektive Betrachtungsweise vorbereitet, so wird es uns auch leichter fallen, die Dr. Rudolf Rett : Das Judentum in stkW!> W ilti . . verstorbenen Georg Brandes von Siegfried Schmiß. IHM IHM Dias Hiiiis UI* lltatf Gr. FriedbergerItr.43,Ecke Schäiergafle Haus-, Wand- und Schreibtisch-Uhren für jedes Zimmer passend »art^r BrilJanlsehmuck, Goldu. Silherwaren Optik. Das neue Desiccki 90 gr. Silberauflage, an den Auflagestellen mit massives Silberplatten verstärkt. 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