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Der Israelit · 1927-03-17 · Heft 11 (17.3.1927) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 11 (17.3.1927)
Date
1927-03-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 Nr. 11 Der Israelit 17. März 1927 wik üoi mm rw«M GWtzMchLt LU! «»! tzi, An,.!?!« n!V «iwWa.!>!«« N-MS-nuh lieber verzichten, gleichviel ob trete sie in jedem Worte. auf Kosten unseres Lebens und unsrer Gesundheit geschehen würde, wiewohl auch wir hieraus, wie jeder andere Mensch, ein Anrecht haben! Ein solcher Gewissenszwang wäre aber eines Kulturstaates. Her Vas Wrz Turapas rgmäsm« lieren soll, unwürdig und würde ihm nicht zum Ruhme gereichen! Den humanen Tierfreunden, die das Schächtverbot als eine beglückende Tat rastlos herbeisehnen und erstreben, ohne Rücksicht aus Wohl und Weh Andersgesinnter und Andersgläubiger, ihnen gebührt das Prophetenwort (Hosea 13, 2): „Menschen opfernd, küssen sie Kälber" zur Widmung! ... Wir aber erheben flehend Herz und Auge zu unserem himmlischm Bater. und unftkLk Essls, der man, weil sie keinerlei unerlaubten Fleischgenuß verträgt, Vergewaltigung zumutet, entringen sich jene in diesen Tagen an geweihter Stätte erklingenden Herzenstöne eines unserer Dichter: NIL 1XVN2 Kbn mu mn sN'WS SifTI nw» *»p»n nri »roy ona "jvn nnrri npra Vsi Vschenrundschaü. Allerlei aus der Dogmalik des liberalen und nationalen Judentums Wir haben vor kurzem eine Besprechung des neuen Kochbuches des „Jüdischen Frauenbundes"^ veröffentlicht, worin dem Bedauern Ausdruck ge- Skbkn WA), vllß Vas sonst irefsliHö Buck) vurch Stilett der jüdischen Tradition völlig zuwiderlaufenden Einleitungsartikel über die Speisegesetze entstellt wird. Hierauf bittet uns der „Frauenbund" um Veröffentlichung nachfolgenden Schreibens, das er von Herrn Rabbiner Dr. Efchelbacher in Düsseldorf empfangen hat: An den Jüdischen Frauenbund, Berlin. In dem Aufsatz „Ein jüdisches Kochbuch" in Nr. ö Seite 10 des laufenden Jahrganges des „Israelit" wird nach mancherlei Angriffen auf die Abhandlung „Die Speisegesetze" im Kochbuche des Jüdischen Frauenbundes behauptet. Sie seien ..der Willkür eines neologen ®er. tlillMMMM in MlW!ör löifo zürn Wv jt Düsseldorf, den 25. Februar 1927. gez. Rabbiner Dr. M. Eschelbacher. Mir wättn Wmn öanrßan wem Sic diese ZuslMl des Herrn Nlltzvlner. Dr. EflHelbüchor mroMntlichen würden. In größter Hochachtung. Harmah Karminski. Bettina Brenner, Geschäftsstelle. Vorsitzende. Wir registrieren wunschgemäß und mit Bedauern die Autorschaft des Herrn Rabbiner Dr. M. Eschelbacher, der bisher trotz seiner reformgemeindlichen Wirksamkeit als „gemäßigt" MM Meltkli hsttk. Wenn S)m Dl Escvest bllchei» vsn EtÄN-Punkt vertritt,, daß dre heiligsten Bpeisegesetze m'iv und 37N2 "wn nicht dem Sinne des schriftlichen Gotteswortes entsprechen und nicht sinaitische Offenbarungen, sondern nachträgliche „Erweiterungen" der Rabbinen darstellen, dann scheidet ihn allerdings nichts mehr von den liberalen „Richtlinien". — Herr Dr. Jakob K l a tz k i n hat sich über die une fo/gt vernehmen lassen: .„Ich war enttäuscht, im Haag keinerlei Vertreter jüdischer wissenschaftlicher Körperschaften zu finden. Während eine große Anzahl der Akademien aller Länder und beinahe alle Universitäten vertreten waren, erschien kein spezieller Vertreter der Jerusalemer Universität, die' sich damit begnügt hat, eine Adresse zu schicken, die auch verlesen worden ist. Da mich keinerlei jüdische Institution mit einem Auftrag betraut hat, so habe ich im Namen der Enzyklopädie des Judentums gesprochen. Ich sprach ootn „(Efyer«m", ber sich im ßau^ 3>er pon stll-st cujg^oU Ifat wni> mtfjt - Wi? ftUSTCS ^lN«S Teiles der Orthodoxie in Amerika angeregt worden ist — offiziell aufgehoben zu werden braucht. Ich sprach auch von den gleichsam illegalen, unsichtbaren Beziehungen, die das Judentum auch nach dem Bcmnspruch zu Spinoza .unterhalten hatte, und sprach' insbesondere von dem modernen Judentum, das seit dem Tode Spinozas im Werden begriffen ist, von dem säkularisierten, verweltlichten Judentum, das außerhalb der religiösen Bindung und außerhalb der Bindung an einen bestehenden Se^rin^ati überhaupt fiftf K Ü s s l U 8 ° bercchtigung beansprucht unv somit frei geworden ist für alle menschlichen Kulturwerte, gleichviel, ob sie dem traditionellen Judentum entsprechen oder widersprechen. Ich sprach zuletzt von der neuen Enzyklopädie des Judentums als einem der Ausdrücke des modernen, säkularisierten Judentums, von der Enzyklopädie, die zum Unterschiede von den früheren Enzyklopädien des jüdischen Schrifttums (denn auch der Talmud ist eine Art Enzyklopädie, wenn auch ohne alphabetisches Register) eine Zusammenfassung des Judentums auf wissenschaftlicher Grundlage ist und mithin den besten Rahmen bietet, den alten Bann zu brechen und Spinoza wieder in seinen al- £ e tt SSeft anb oufjuneJ) m -c n; nicht als Berrebietirs, fpnlevn «U Raruch ^pmvga? ist immer gm, wenn die Vertreter des modernen Nationalismus einmal frei von der Lsber weg sprechen und den Begriff dieses nationalen „Judentums" in voller Klarheit als den der Befreiung von jedweder „Bindung an einen bestehenden Lehrinha l t " definieren. Wzhl^sMerA: z>ort ] f Vw ¥ ¥ m . Demnach läßt sich auch die Dogmatik des Christentums ohne weiteres von jüdischen Individuen vertreten und die Juden christlicher Konfession sind fix und fertig. Unsre Kritik an dem Klatzkinschen Encyklopädie-Unternehmen wird damit erineut gerechtfertigt.— In Hessen hat man einen „neutralen" Landesverband der israelitischen Religionsgemeinden gegründet, dein sich leider unter dern Druche der fiwmglfften Nisi auch mancher gcfctzcstrme Lehrer angeschlossen hat. Der neutrale „Landesverband" geht mit Rücksicht auf den neben ihm bestehenden gesetzestreuen Landesverband natürlich äußerst vorsichtig zu Werke und sucht gewiß alles zu vermeiden, was die ihm moralisch bitter notwendigen gesetzestreuen Mitläufer abschrecken oder verstimmen könnte. Manchmal aber ist die ®ennnmitQ DDdD ftarfer als Dio WM. MM legt die neueste Rümmer des „Mitteilungsblattes" des Verbandes Zeugnis ab. Herr Rabbiner Dr. Bruno Italiener leistet sich dort zur Feier des Purimfestes einen ganz und gar nicht scherzhaften Aufsatz über. Megillath Esther als „Das Buch der Versuchung", der an skrupelloser Hintansetzung jedweder D^n rmvrr seines gleichen sucht. Die Weisen des Talmuds müssen sich du von den» kritischen Herrn aus Darrnstadt Zensuren «ls Menschen von „völlig UMrMschem und ungeschichtlichem Sinn" erteilen lassen, die zum Teil mit ihrem Chauvinismus den „niedrigen Instinkten Tür und Tor öffnen", und je noch dem Ermessen des Herrn Rabbiners werden die einzelnen Träger der Ueberlieferung mit der Note „befriedigend" oder „ungenügend" bedacht. Für die Hebung der religiösen Ehrfurcht unter der hessischen Landbevölkerung wird dieser Artikel WMsalls vaa Mwmlöm Wskls ssin; zp MM ein Ruhmesblatt in der Geschichte des jungen Verbandes. Die Ausländer in den jüdischen Gemeinden Sachsens. Die Einwanderung in Sachsen hat dazu geführt, daß die einheimischen Mitglieder der jüdischm Gemeinden, d. h. die Vorstände in einer Art krankhaften Furcht vor einer „Iteberfremdüng" dauernd darauf sinnen, den Ausländern das Wahlrecht in bsr-e Kultnsgsrnsinben gart^ ober teilweise zu nehmen. Sintge Zvylm aus Den Purim. Don Rabbiner Dr. W. Lew!« in Kamönrg. Q-Dti Ü'IIN'N -stnv vnsp k1? n*?Kn v'-tisn '»'1 'vVNtv *1*10** rrb „Die Tage des Purim werden nicht aushören unter den Irden, und auch ihr Gedächtnis wird bei ihren Nachkommen nichi schwinden". Mit diesen Worten ist der Ewigkeitswcrt des Purimfestes festgelegt. und alle Kritik uad Forschung. ifisn firss wm rar m 8lk Tgkllklliillll klllki oanz miocvrlllkuvkn CVifoöe in Der Geschichte der Juven des Perserreiches abiuen möchte, wird es nicht vermögen, den Wert und die Bedeutung der Purtmtage zu erschüttern. Da müßten wir nicht mit jedem Jabre immer von neuem zum Erlebnis uns werden sehen die Worte: nn»sn miH «.. mpi den Juden wor Licht und Freude und Wonne und Würde"! Wir lesen die nbiv. versenken uns in ibren tiefen geistigen Gehalt und lasten auf uns wirken all die wundersamen Ereignisse. wie sie hier geschildert werden als vi~e not- IDßllDlflß ffi:{BAUMS Bfl» LLd Wirkung und erseben, daß auch Gottes Gnade und Weisheit dort kund und sichtbar wi, ksam wird, wo nicht gerade Wunder geschehen, — und es schwindet manches Dunkel der Sorge, die uns drückt, den einzelnen aber die Gesamtheit- Auch über uns wölbt sich der Himmel, wo der Allgütige tront und in Gnade darüber wacht, daß am Ende Mt feiern wir Purim auch als unter Losfest und wir verstehen das Wort unserer Alten: min ir miK „bos roabre L'cht ftroylt oxjs bere'. — — Am LichlftraM der Hostnung feiern wir froh bei Mahl und Sang unser Fest. — wir sorgen aber auch da'ür. daß feiern können die, denen nur karg dos Brot zugemeffen ist. So ist es jüdische Art. Feste zu feiern, — nicht nur selber froh zu sein, sondern auch andere fröhlich zu stimmen. Solche Freu te kann niemals überschäumen und den Wonnebecher übe fließen lasten, nn»«?, Freu de, wie sie des D-j-no, des frohen Grdenbens des einst rrürdig ist.— soll die Gcgenwart verklären, das ist das Wesen oller unserer Feste, nicht nur des v'-iw- — 1i nnasr B’Hsnö. Feiern wir zu Ehren Gottes, aus dem DonK- SfTHBI M8ÜZ: CQ3 m IM M KIDItliflg NstLUllll auf unsere GvWMe meckt. dünn tzemms» wik jener Seelenfreude. die in der W nno^ wurzelt und zur Beseligung über jede »die Tat seürt. — Die Freude, wenn an ihr Herz und Seele beteiligt sind, ist dauernd und gilt dem Ewigen und Unvergänglichen. Sie ist wie die Sonne, die immer leuchtet und erwärmt. Sie hastet an dem. was unverwischbar ist. Es gilt aber dos Wort unserer Lehrcr: nb'v w jupen Der unzerstörbare Bund mit Gott, dessen Zeichen jedem Israeliten für die Ewigkeit avtf geprägt Wr ift ber Mnoerpeg&ajre- ^ljell Hoffnung, — der Suuäürunücn üufcrer Kraft und Wide stcmdsfähigtzeii. Wir blieben auch mitten in den Stürmen und Weit rn unverwüstlich, weil wir uns mit Selbstbcwußtsein vm zerten und im Heben der rv»xa der Gebote, die Würde fanden, die uns eine lieblose Umwett rauben zu können glaubte, ms»*! f'bsri ir das ist der glänzendste;ti. öpiDchdichter iibnzeugt find: v.i ,n mb 'r- Sie sind — die Gebote, die du übst, ein anmutiger Krorrz ffi* bete ®oupt . QXlöcljteij fie rms alles üshWU — nidjt konnten fie uns rauben den G'änz, der unsere Wobnungen erfüllte an Sabbaten und Festen, — die Geisttsfrische, die in unteren Gottesnnd L' hrhäusern erzeugt wurde. — nicht teilen den Familiensinn, der Israels Häusern zu Burgen machte und den Drang zum Guten und Edlen, der die Heizen und Seelen nie ve»kümmern ließ. — All' dies hat uns . erhalten und hat auch zum Purimseoen pksüh't. Mordechai und Esther, ihre Frömmigkeit, ihre Tugend und ihr Göttverirauen begeisterten schließlich auch dos ganze Volk zurNochahmung und sckuf den Boden, aus dem schlietz-?id? öf" LlMlSM 88!l 8kst GksllgM frnrr Taoc hkiomliNmik... Purim DietDl uns tu feiner Geich chte und in der Art. wie wir es feiern, kine Weisung für alle Zukunft. — Kleines jeuilleton. Aus der Mappe eitiES GroMaitt Malboosl I. Es ist ein Herbft-Schabbos-Nachmittag. Ich sitze in der Anlage auf einer Bank. Viele Bänke dieses gärtnerisch schönen Stadttelles find um diese

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