Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 11 (17.3.1927)
- Date
- 1927-03-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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H.BKts 1987 Nr. 11 Frankfurt a. Al, den is. «v« u Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Wbönnement aS Januar ISA: Deutschland 1 Toldrnark vtonaMch;. Ausland:- B^rtel- Litauen f.50 Bit.; Rumänien L0§ Lef; Polen 4 deutsche lSoldmarl zum Tageskurs 'oder £ 7 Zloty; Schweiz 5 ~ --- "" —--- Bi.___„... _ .... - ... . . Einzelnummer dreikta Eoldvfenniae «HUHIUIttvll mn/V iwvlf >UVtvU wvwwm«»» j»»w» 's vo»» ä Fr.; Tschecho-Slowakei 26 Kronen; Ungarn 80000 fronen; Dänemark- Kronen; Norwegen B Kronen; Schweden 350 Kronen. Einzelnummer dreikta EoldvfeNniae. Der. Israelit erscheint jeden Donnerstag. Inserate 40 Toldpf. für die stebengespaltene Nonpareille-Heile.' Abonnenten zahlen bet Stellengesuche« und Famittenanzelgen nur SOJBf. Die 75 mm breite Rettamezeile: letzte Tertseite 1.60 Ml., vorletzte Tertseite L— Mk.; Thisfregebühr in Höhe eines dopv. Fernbriefportos. Rabatt nach Tarif. Bei laufenden Jnferataufträgen tarifm. Preiserhöhung iederz. Vorbehalt. Jnferatenannahme durch den Verlag des Israelit G. mb. Franks, a. M.» Sr. Eschenheimer Straße B, Tel. Sans« 88A fow. durch sämtl. Annoncen-Eroed. des In- und Auslands. Alleinige Jnseratenann. für Franks. Geschäftsanz.: Jul. Schmidt» Langestr. 7, II, Tel. Hansa 484l. Platzoorschr. ohne Verbindlich!. link & Co. in Wü-fchM81«. 100787.=PoMlSellllMl ZllNchAr.YiB im Bukarest - Filiale des Wiener Bankvereins in Agram, mmtim 8t Wt Derschutz und Menschentrutz. ■ Don Jacob Uetzker in Würnberg. Gewisse Kreise -sind stark dahinter, das schwe- Ibende Schächtverboty* ritt Bäyernlandschleunigst und definitiv unterDäch-und Fachzu bringen. Dieses noch bis vor einem- Jährzehyt durch seine liberale Einstellung und konfessionelle Toleranz ifttit), auszsichnends Sand verfolgt nunmehr neue .Ziele und Tendenzen un^ Iei!Ä ^8 BWRßJß Spezialität auszuweifen, die geeignet ist, nicht nur seinen früheren Glanz in Schatten zu verwandeln» sondern es in der gesitteten Welt in Mißkredit zu bringen. . So zum Beispiel sucht man, außer Bayern, vergebens auf dem ganzen OrörllMk xrSNMZ'k Plakate mH dem mifanthropischM SksmM „3uDen yavkll reinen Zutritt — und die Ausnahme bestätigt die Regel, und da „der Haß parteiisch, aber die Liebe es noch mehr ist", wollen manche letztereauch auf die Liebe der Tiere ausgedehnt -wissen und sind voller Barmherzigkeit ernstlich bestrebt, das arme Vieh vor .'dem Schächtfchnitt nach „mosaischem Gesetz" ohne vorherige Betäubung ein süralle mal zu bewahrery um mit dem ebten Beispiel voran ZU gehen und auch anderswo. „8e!faü", wenn «üH „shtts Wahrheit zu finden; denn! „Liebe und Trompetenblasen nützen zu vielen guten Dingen"; sagt ein Dichter. Um den Tierschützlern und ihren Anhängern :—dies speziell; wie auch mein ganzer Artikel generell, - bezieht Wh natürlich nur auf eine gewisse Bevölkerungsschicht, was ich mit Nachdruck betont haben möchte — einmal zu zeigen, daß der Plüsch- 'chsst ältorm Dalums ist als der ihrige und um ihnen den Glauben M nehmen, als besäßen sie allein in punkto Tierschutz ein Privilegium auf Humanität, so folgen hier -einzelne Stichproben aus dem mosaischen Archiv des jüdischen Tierschutzvereins, die den Geist der Tierliebe tausendfach eindringlicher uns veranschaulichen und wirkungsvoller vor Augen füh- -tsn, «te all? {ölen dsr Tierschntzvereine in der ganzen Wett, die dem gefühüvsen Menschen doch Nicht nützen, da er die. Tierschutzvorschriften unbeobachtet, wo er der Strafe des weltlichen Richters Pch enthoben fühlt, unbeachtet laßt und ganz „individuell" behandelt. — Man frage mal vertraulich die Herren hierüber, die die stummen Wesen zu Böden-strecken! — Der jü- MHEisMMerM tarn aber mehr als ß«p Verordnungen auf weifen; da heißt SS U. S.; „Sechs Tage verrichte deine Arbeit und am siebenten Tage feiere, damit ruhe dein Ochs und dein Esel". (2. Buch Moses 23, V. 12); „Verbinde dem Ochsen das Maul nicht, wenn er drischt" (6. Büch Möses 25, '4); nicht einmal durch irgend einen Schreilaut darf, laut Talmud, das Vieh, einerlei ob es ihm oder einem Nichtjuden gehört, während der Arbeit am Fressen gestört werden. „Pflüge Nicht mit Ochs und Ese l zusammen"; (5. Buch Moses 22, V. 10); nach Jbn-Esra darum mW, Mil Dios [eprerri. als Bern Schmerzen bereitet; „ein Rind oder Schaf es selbst uNd sein Junges sollt ihr nicht schlachten an ein?rn; Tage" (3. Buch Pkoses 22, 28); weil dies, nach Maimönides, der Mutter große Schmerzen bereitet, da die meisten Tiere einen hohen Grad Empfindlichkeit besitzen und Gottes Barmhergigkett streck klsß auf dis Mem schen, sondern auch aus alle anderen Geschöpfe; so sagt auch der Psalmist (Psalm 36, 7) „Menschen und Vieh hilfst Du, Ewiger!" — Im Zalmub ('n heißt es: „Man schaffe sich nur dann Vieh und Geflügel an, so man erst das Futter für dasselbe vorbereitet hat". —^ Ferner (Talmud, Traktat Berachoth, S. 40) ..Man darf keine Mahlzeit einnehmen, solange Ittätt Nicht Mm Im Die feine vktlMkM Denn, so heißt es (3. Buch Moses H, 5); „und ich werde Gras geben auf deinem Felde für dein Vieh und du wirst essen und satt werden", also zuerst das Vieh: — Im Talmud Sabbat (S. 128 und Schulchan Aruch Orach Chajim § 305): „Fällt ein Vieh am Sabbat in einen Wassergraben, so hole man, trotz der gebotenen Sabbatruhe, Hilfsmittel, um es vor Schmerzen zu bemaDren"; mcm Darf um TEnst jegliche Arbettsbövrichtung, mmt und mmiett; mimten ist, K ü h e melken und Geflügel füttern lassen, um Schmerzen lebender Wesen zu verhüten (Orach-Chajim orrm pyi x"zn daselbst 19—20); man soll unnützerweise einer Gans keine Federn ausrupfen: kein G e f l ü g e l s o binden, daß, es Schmerzen hat; , es nicht auf Eier anderer Brut setzen; ebenso ift Das mtrism, frW buvct) Richijuden, streng mböUYl VM'p» 'Tn;n v „Siehst du den Esel deines Feindes erliegend unter seiner Last, hüte dich, es ihm zu überlassen, hilf vielmehr abladen" (2. Buch Moses 23, 5); einerlei, ob es sich um das Pieh eines Juden oder Nichtjuden handelt, um jede Ueberanstrengung llutz des V r e ks seitens des Sjevrit zu vsrMm (Bffin ddud ]win iid ä't a~V *}i Der Midrasch (Raboth, 2. V. M. 82b) berichtet daß Gott darum Möses und König David zu Führern Israels erkor, weil sie / sich als Hirten den Schafen gegenüber liebevoll zeigten. — Im Talmud (K"sr rrp *p kjpsö Jan) wird erzählt, wie Rabbi Jehuda-Hanasi (der Fürst), der einem zu schächtenden und nicht zu bändigenden, brummenden Tier zurief: „Hierzu; bist du ja erschaffen ", von dieser Zeit an von Schmerzen befallen wurde und erst dann Heilung fand, als er sich anderer Seb«nefen, bte gemalifam getötet werden füllten, annahm mit dem ^mwem vwm % ,<Und sein Erbarmen ist über all seine Werke". (Psalm 145, 9).. Dies nur eine kurze Auslese aus der großen Schatzkammer mosaisch-rabbinischer Gesetze und jüdischen Denkens und Fühlens, die jedem, selbst Dem Befanacnta kM ^ud bietet über MW Pflichten UM VvrslyttMn auch Tieren gegenüber, die wir schon vor Jahrtausenk den, bevor noch der Tierschutzverein des zwanzigsten Jahrhunderts das Licht der Welt erblickte, zu beobachten hatten und die noch heute für uns volle Gültigkeit haben. — Es klingt nun wie eine Ironie, wenn man uns durch Schächtverbote eine neu aufgelegte beibringen tmtl, Indern man dis jüdische Schächtmethode als „rückschrittlich, graufam uuö tierquälend" hinzustellen versucht — eine Behauptung, die längst von vielen unbefangenen, auch nichtjüdischen medizinischen Autoritäten von Weltruf, nicht nur als vag,, sondern auch völlig bodenlos bezeichnet wurde. (Siehe diesbezügliche Schriften und Gutachten von Dembo (Leipzig 1894) und Dr. Hildesheimer <9§erün 1006). Stuf Seiten dieser medizinischen und stüU aber auch die alte Bibel, die uns strikte gebietet (5. B. M. 12, 21). „Du sollst schlachten wie ich es dir geboten habe" (und nicht wie manche Tier- und Rasienschützler es gebieten möchten). Das ist uns maßgebender als alle gegenteiligen Ansichten, da der Gesetzgeber, als Schöpfer aller Geschöpfe und auch dsr Tisrs. doch QM besten wissen mutz, wLl^jL Äri ^"lung dressu zm wenigsten Schmerzen, bereitst. — Das Schächten ist somit für uns nicht nur ein rabbinisches, sondern ein biblisch-heiliges und unverbrüchliches Gottesgebot, woran auch Millionen Nichtjuden, die Mohammedaner, festhalten. Wir haben im Mittelalter und zu allen Zeiten religiöser Unduldsamkeit unsere eignen Körper als Märtyrer für «ad Glaube Zzspfm und sa mmdon