Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 10 (10.3.1927)
- Date
- 1927-03-10
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2446951-2450442-2450452--73883-2531320- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
10. März 1927 Der Israelit beziehen sich auf die Reichsversassung, welche allen Staatsbürgern- Religiönssreiheit zusichere. Der Schächtakt sei für den Juden ein religiöses Gebot und ein solches könne keineswegs von einem deutschen Einzelstaat unter-- Wl Mwkw M ^äite übrige für ten ' Staat woraus große- NschMö. DurH W WMWrc Zahl von Schlachtungen würden Tausende von Schlachthofge- . bühren nicht mehr eingehen. Würde Bayern das Schachtverbot erlassen, so bestehe kein Zweifel, daß künftighin . die -bayerischen Kurorte: Brückenau, Garmisch-Parten- : tivdjen, Kissingen, Reichenhall, Tölz usw. von Juden gar nicht mehr oder nur spärlich besucht würden. Des weiteren mache ein Schächtverbot Hunderte von jüdischen MMmiTMi ifjFi ^rffffen unb fonFr 2l"a°st°llton brotlos, so daß all diösö Psrsonm per CkwerbslosrnMsorge des. Staates zur Last, fielen. Die Versammlung beschloß einstimmig: die Gründung -'des „Landesverbandes jüdischer Metzgermeister in Bay- I ern", die Annahme der Satzung, die Ernennung des Herrn Max. Levi-München zu ihrem ersten Vorsitzenden, sowie die Ernennung von weiteren 14 Vorstandsbezw. Ausschußmitgliedern, welch letztere den verschiedenen bayeri- Wll MMMMMWi^ Coburg, angehö'ren. Möge derneugegründete Verband im Interesse des Judentums, wie zum Wöhle der jüdischen Metzger Deutschlands arbeiten und gedeihen. Centennarfeier dee Altona er Chewra Kadischa. . , . antona, n mn (sonntag, . Den 27, Februar fekrte b!e 91-lliü«*» Chewra Kadischa die 100jährige selbständige Gründung. Aus diesem Anlaß fand in der großen Synagoge Altona ein Festgottesdienst statt, zu dem Vertreter der Nachhargemeinden und der Chewros erschienen waren. Da der Oberrabbmer, Herr Dr. Carlebach durch eine Zug- > Verspätung nicht rechtzeitig eintreffen und die bereits angekündigte Festfeier nicht mehr verschoben werden konnte, hielt in seiner Vertretung Herr Rabbiner Duckesz die Festpredigt. Der Redner bemerkte -einleitend, daß tim mtim m tz eW Seier ber gangen Gemeinde sei, da die Chewra die Pflichten Udl' nimmt, die vom halachischen Standpunkt eigentlich jeder ausüben müßte. Keine andere Religion kennt eine ähnliche Institution wie -die Chewra Kadischa in jüdischen Gemeinden. Vön der ältesten Zeit an, von Josef in Aegypten und unserem Lehret Moses, bis in unsere Tage haben stets die vornehmsten und besten Männer und fr™ *L Ä LWlMW MtrnültßL Di® ffltlititt Hülle des Bruders ohne Unterschied des langes und des Standes mit gleichen Ehren, in Pietät und Würde zur letzten Ruhe zu betten. Es soll neben der religiösen verdienstvollen Pflicht auch die wichtigste Glaubenslehre des Judentums durch die würdige Bestattung der Verstorbenen geweckt und gestärkt werden. Wir deuten dadurch an ,daß der Körpere, der im Leben der Sitz und Träger der Seele, der Gottesähnlichkeit war, auch nach dem Tode einer hohen Mission noch entgegenharrt, und zwar der Stunde der Wiederbelebung und Auferstehung. An biblischen und talmudischen Zitaten wies der Redner die hohe Bedeutung des letzten Liebesdienstes, den die Hyssra b?m Im zweiten Teile der Festrede erklärte der Redner die geschichtliche Entwicklung der Chewra. Mit dem Wunsche und Gebet, daß Gott selbst bald die Chewra Kadischa ihrer Pflicht entheben möge, indem die mefsianische Zeit naht, wo der Tod aufhört und jede Träne von jeglichem Antlitz getrocknet wird, schloß die erhebende Festrede. Herr Oberkantor N a t h a n s o n verstand es in ausgezeichneter SSeffe, tn terauttiirUsüilüilü -JÜffllHIHÖIU arbsit mit dem durch Herrn Carl Koppel geleiteten Synagogenchor zum güten Gelingen der Synagogenfeier beizutragen. Am Abend vereinigten sich die Mitglieder und Ehrengäste im Hause'des Herrn Sanitätsrat Dr L. Fran.ck zu einem Festmahl. Nachdem der Vorsitzende die Gäste begrüßt, den beiden Ehrenmitgliedern, Herren Oberrabbrnsr Dr. He r n S r und Dr. I. Carlebach. Huldigung?schr?i^?n mtt Hnter|«^xi|i oLc Ofrtrrve[-ert&eü zustellen vorschlug, sprachen Herr Sanitätsrat Dr. Franck im Namen der Hochdeutschen Jsraeliten-Gemeinde, Herr Rabbiner I. Cohn für die Klaus und die der Chewra angeschlossenen Kohanim, Herr I. Moses für die Beerdigungsbrüderschaft der Deutsch-Israelitischen Gemeinde in Hamburg. Herr Michael Flörsheim für die Beerdigungsjbrüfcerji^aji fianjen|eße ter Sfliottö-er zur Cmtennarseier ihre Glückwünsche aus. Cs folgte dann die Einführung von 5 neuen Mitgliedern, welche einem alten Brauche entsprechend einen großen mit Wein gefüllten silbernen Pokal (gestiftet von Wolf Marburg in Altona) dem Vorsitzenden der Chewra zum Brudertrunk überreichten. Die Herren Dr. Spiegel, Lehrer Apt und Schachet Wisansky dankten in längeren Ausführungen für ihre Aufnahme in die Chewra. ^Es sprachen ferner noch die Herren Generaldirektor Julius Reumann und Dr. M. Levi in humoristischer Weise mm uimi für me mimns» mm? » Bei der Tafel wurden durch 6 anwesende Chasomm unter Führung des Herrn Oberkantor Nathünson die Psalmverse „Boruch Habo" gesungen. Ein Tischlied trug dazu bei, die Stimmung unter den Gästen zu heben. Zur Erinnerung an diese Feier erhielt jeder Anwesende ein Exemplar der Geschichte der Altünaer Chewra Kadischa überreicht. Tagung des Verbandes indischer Studentenvereine Deutschlands. Leipzig,!. März. Am 26. Februar wurde in Leipzig im Großen Saale der Alten Börse die 5. Tagung des Verbandes jüdisch e r Studentenvereine in Deutschland bei zu seinen Lieblingsschülern zählen durfte und von geführt wurde, tii der dann drr in Aamöurg Ngte deutsche Jude bis zuletzt seine geistige Heimat sah und der die ganze Liebe seines Herzens gehörte. Wie eine Art Fortsetzung dieser Beschreibungen im Lebenswerke A. Marcus' mutet das jetzt in hebräischer Sprache erschienene Werk nzhv m»sn von Jizchok Mordechai Hakohen Rabinowitz, Rabbiner von Plawno (Ptterkow, Druck Benjamin Liebeskind). Wir finden in diesem Werke sinnvolle UWltMNlMM kk? SkliEk's ^abbi] f*t« «*>?- lafttetMlD. wie viele TModen aus feinem 8«s«n, -ie tief bezeichnend find für den Chassidismus überhaupt. Das Buch ist wie die Werke von Ahron Marcus in der Buchhandlung S. Marcus, Harburg, Bremerstraße 38, zu haben. (Das Buch Esther.) Just zur rechten Stunde erschien bei Louis Lamm, Berlin, ein neues Estherbuch mit hebräischem Texte und wortgetreuer deutscher Uebersetz u n g. Guter Druck und gefällige Aufmachung wer- Hell Dm IJSHSII TMlchllch? Heliebt^eit cnrc^ bei ber BupnD veischllfsen. Das gcsamlc Abmdg^bfi, die ^egen-- sprüche sowie die Pijuiim zum Morgengebete sind der Ausgabe beigefügt. Der Preis des Buches, broschiert, beträgt 60 Pfg. (I»sakmen-Hommentare). Der Münchener Theologe D. G. Traub hat soeben eine Kleine Broschüre unter dem Titel „Psalmen-Auslegung" veröffentlicht (Berlin. Vaterl. Verlags- und Kunstanstatt). die für eine objektivere Würdigung der jüdifchen Pfalmen-AuslegNng auf christlicher Seite Itntlttt Mp VflM fn Sftei^e om| S. N. Hirschs DflllmcniTommmlmi ’&m tfvvr großen Reihe von Zitaten aus diesem Kommentar führt Trau-b Machlveis. bah die iüdisähe Auslegung Ue Gefte«, in Uö HMMk CtzSSlSW fHtt 0f«J ander ringenden Tendenzen harmonisch eint: die bistorisch-philoloflische Treue mit der religiösen Aktualität. Traub ist aufs höchste überrascht und erschüttert, daß in Hirschs Auffoflung die Psalmen zu ..einer seltenen Rüstkammer für moderne pazifistische Politik mit scharfer Bekämpfung von Nation und Staat" werden, wobei er in seltsamer Unkenntnis der tatsächlichen geistigen Struktur der rrtoöcrrtert £iubeitbeli Hirsch nur dssbalb nicht für flnfTT n>eiC er ssinsn 91äüiert ln ilü zionifitscheu Literatur nicht gesunden hat. Der Herr Verfasser wolle übrigens bedenken, daß der Kommentar Hirschs nicht 1926 geschrieben wurde, sondern 1882. Die Broschüre sei rabbinischen Kreisen als interessante Lektüre jedenfalls empfohlen. — : ..?? mw (Hppenyermsche Aamitienvitder). Die Bilder aus dem altjüdischen Familienleben von Pros. Oppenheim find', im jüdischen Kreise mohl deß^nnt. \lm Verlage oon Sf. H[. A ö sllt 4 ÜÜ. Frankfurt a. M. ist eine Neuauftage dieser Bilder, sowohl in einem schönen Album gesammelt, wie in einer Serie von losen Ansichtskarten erschienen. Alte Gestalten grüßen uns in neuer schöner Form. Fn zwanzig gut ausgesührten Bildern zieht das ganze. jüdische Kalenderjahr, ja der ganze jüdische Mensch von der Geburt bis zum Grabe fast, an unserm Auae vorüber. Das Album wie die Karten eignen sich bestens für Geschenkzwecke. _Nr. 10 Seite 5 Seidenn. Garn-Handelsges. m. b. H. 47 Bleidenstraße 47 (früher: Grosse Eschenheimerstrasse 3) SFEZIALHÄÜS in Näh-und Slick-Seiden Handarbeits-Garnen jederArf Anwesenheit des Zentralkomitees und von Delegierten aus verschiedenen Universitätsstädten Deutschlands und Vertretern der jüdischen kommunalen Behörden Leipzigs -eröffnet.. Dr. Rubin ging in feiner Ansprache auf die M, iit iii MisA ükMmkslhö 3uflonD DcmDQcn haben, aus ihren Heimatländern nach Deutschland zu kommen, um hier ihre geistige Ausbildung fortzusetzen. Der kulturelle Anttsemitismus, der in den nach- Kriegsausbruch neu enfftandenen Staaten Osteuropas ausbrach, hat viele Hunderte von jungen Akademikern gezwungen, ein Asyl in den Nachbarstaaten Mittel- und Westeuropas zu suchen. Der Redner betonte, daß den östlichen jüdischen Studenten in Deutschland seitens des Staates und Lr (SSfMMft SW Mi ständnisvolle Ausnahme zuteil wird. In erster Linie hob er die moralische und materielle Hilfe hervoe, die von den großen jüdischen Organisationen Joint, Jca, Hilfsoerein der deutschen Juden u. a. dem Studentenverbande zuteil wurde. Aber nicht nur diese Organisattonen, sondern die breitesten Kreise der jüdischen Oeffentlichkeit und PersäüllWlittrr mir Rsßßmök Dk. MlDmanll. HL DlMm Helmer, Pros. Einstein, Dr. James Simon, £>r. B. Kahn, Dr. Paul Nathan u. a. haben die Bestrebungen des Verbandes aufs eifrigste unterstützt. Die Sitzung beschloß ein längeres Referat über die Probleme der jüdischen Studentenschaft von Herrn Rabbiner Dr. Goldmann. Jtolett. Warschauer Brief. S0ßttrf<f>«it.4- MLrz. Seit einiger Zeit verlangl das ameNkamsche Konsulat von den Rabbinern, die nach Gesetz außer der Quote in Amerika einwandern dürfen, neben allen anderen Papieren auch noch ein Diplom von einem Rabbinerseminar, dann den Nachweis einer rabbinischen Amtswirksamkeit von mindestens zwei Jahren und zuletzt den Vertrag einer Gemeinde in Amerika, die den auswandernden Rabbi als Wm ütaütimtr awmut dal. Wkgikll ln MHkn des rvcrre es ölufgade des b and es in Polen, das Konsulat dahin aufzuklären, daß es in Polen kein Rabbinerseminar gibt und daß eine Autorisation von anerkannten Rabbinern genügender Ausweis für die. rabbinische Qualifikation sei. Folgender Fall, der nicht der Tragik entbehrt, wird hier allgemein besprochen. In einem Städtchen bei Warschau gelang es dem katholischen Geistlichen, den jungen Sohn seines jüdischen Nachbars, Jizchok Muschalow, zum mmentum m üctmcn (uiw w in mm törptr uittkrgubringen. Vor wenigen Tagen erfuhr der junge Mönch zufällig auf einem Warschauer Bahnhof vom plötzlichen Tode seines Vaters, und Bewohner des Städtchens sagten ihm, daß der Vater aus Scham und Schmerz ob des Verrates des Sohnes den frühen Tod gefunden hätte. Sofort machte sich der junge Mönch auf den Weg nach dem Heimafftädtchen und tauchte plötzlich in seinem QßirtrrtBon fflomanD® auf Don fjritDDof Dci Ni BMipng des Vaters auf. Nunmehr ist er mll des Rüdblnates daran, zur alten Religjon zurückzukehren. Von Staatswegen steht seiner Rückkehr nach der neuen Verfassung nichts im Wege. Der abgeschlagene Numerus claufus-Versuch in 5a(onifi. Berlin, s?r«^g- Die Judenheit Salonikis hat sich vor einigen Tagen zu einem einmütigen Protest vereinigt gegen die Versuche, für den Numerus clausus an der in Saloniki eröffneten zweiten hellenischen Universität zu wirken. Ueber diesen ganz und gar mißglückten Versuch berichtet das Athener Blatt „Gestia": Es gereicht sowohl Saloniki wie ganz Griechenland zur Ehre, daß dieser Versuch durch das sofortige sreiheitliche Eingreifen der Professoren, Jnteiiermcucn imo MirlMisttn m