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Der Israelit · 1927-03-10 · Heft 10 (10.3.1927) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 10 (10.3.1927)
Date
1927-03-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Nr. 10 Der Israelit 10 Marz 1927. Remunerationen sind auf über eine halbe Million Mark gestiegen. Der Berliner Landesverband und das ZAkNgkfkh, Berlin, 28. Febr. Am 27. Februar a. c. fand unter dem Vorsitz des Herrn Kammergerichtsrats Wolfs wiederum eine Sitzung des Großen Rates des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden statt, die sich bis zum Abend ausdehnte. Den breitesten Raum in den Verhandlungen nahmen die Beratungen über einige der wichtigsten Bestimmungen des Gesetzentwurfs kietr. bäe jüdisch« Religivnsgemeinschaft in Preußen rin, brr von der dngn beauftragten Kommission dem Rate vorgelegt worden war, und über den Herr Iustizrat Makower Bericht erstattete. Eine eingehende Erörterung erforderte wieder jener neuaufgestellte Grundsatz (§ 12 des Entwurfs), nach dem derjenige, der unter Verbleib beim Judentum aus einer Gemeinde austritt, künftig einem Landesverband steuerlich verpflichtet bleiben solle. Ein Antrag, diese Bestimmung ganz zn streichen, fand schlisst lich Die guTtimmunff Der Mehrheit: Dann wurde durch Mehrheitsbeschluß ein Antrag Freund angenommen, der die gesetzliche Bestimmung fordert, daß jede Synagogengemrinde einem öffentlich-rechtlichen Verbände, dessen Wahl ihr freisteht, angehören müsse. Ausführliche Beratungen gelten ferner den Bestimmungen des Gesetzentwurfs über die Wahl zu den Gsweinder?rx?rN«s^n. Antrag, -er ftsittgi, Z«ß Sir Wahl zur Gemeindevertretung nach den Grundsätzen der Verhältniswahl stattfinden müsse, wenn vierzig Gemeindemitglieder diesen Wunsch zum Ausdruck brächten, wurde gebilligt. Die Woche. Jüdische Wanderfürsorge-Tagmig im Rheinland. Köln, 20. Febr. Unter Vorsitz des Herrn Bernhard F e i l ch e n f e l d - Köln tagte in Koblenz am 13. Februar 1927 die Jahres- I f < I 00 j j «» II «Jl Jlllllf« ffi* I III terfammlnng der Provmgialkasst für jüdische Wandcrfürsorge in Rheinland und Virkenfeld. Nach Eröffnung der Versammlung durch Herrn Feilchenfeld, referierte der Geschäftsführer der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge, Herr Rudel -Berlin, über den gegenwärtigen Stand der jüdischen Wanderfürsorge in Deutschland. Der Redner behandelte besonders die kritische Situation für jüdische Wanpefsürso^ sff fff W fiariQ munronimermiQ aus gwmireiiS) snifianM» ist. sm Anschluß an das Referat erstattete Herr Nathan K a h n - Köln den Geschäftsbericht der Provinzialkasse,. aus dem zu ersehen war, daß die Ausgaben im Geschäftsjahr 1926 Mk, 41.402 betrugen: die Einnahmen erreichten «ebenfalls diese Höhe, der größte Teil davon, Mk. 29.000, ist in Köln allein aufgebracht worden. Befördert wurden 2681 Personen, Beratung in Polizei-, Paß- und anderen An¬ Berlin. "Rabbiner Dr Moritz Freier wurde zum Prediger der konservativen Gemeindenfynagogen in der Heidereutergasse und Rikystr. gewählt. Dr. Freier bekleidete eine Zeitlang das bulgarische Großrabbinat in Sofia und war zuletzt als Vertreter des Rabbiner Dr. Petuchowsky tätig. — Aus Anlaß des 100jährigen Bestehens des jüdischen Friedhofes Schoenhaufer-Allee spricht Frau Rabbiner Dr. QSjÄ,eIba«f>er trm 15. SJiärjj Vm 35 lauen «suule der äSrü&ermeine über das Thema: „Was erzählt ein Friedhof dem Familien forscher?" — Am 2. .März verstarb im Alter von 63 Jahren Iustizrat Hugo Sonne n fel d, ein bekannter Führer des jüdischen Liberalismus in Deutschland. Sonnenfeld hat vor kurzem mit dem Briefe, den er an den Kultusminister in Sachen des Ministerialdirektors Dr. Badt gerichtet hat, viel von sich reden gemacht. Koblenz. Im nahen R astet - ten drangen Nationalsozialisten irr -eine 93erjamrotmrg bes ^^entratpereirif“ fjft, Zusammenstöße wurde ein Versammlungsteilnehmer getötet, zwei Polizisten schwer verwundet. Vien. Die Wahlen für den Niederösterreichischen Landtag, den Wiener Gemeinderat und andere österreichische Landtage werden, entgegen dm Proteste der Israelitischen Kultusgemeinde, doch am 24. April, d. i. am achten?pe|jac^tage^ Jtattpnben. 3eru|alem. Beilern &ss LSerksmmMr und Der «ßertreter Otter Behörden wurde die Grundsteinlegung für das vom amerikanischen Philantropen Nathan Strauß gestiftete Gesundheitszentrum in Jerusalem vollzogen. Der Stifter war selbst mit anwesend und hielt eine Ansprache. Bei dieser Gelegenheit spendete Nathan Strauß 20.000 Dollar zur Linderung der Arbeitslosigkeit in Tel-Awiw. Bratislava. In Kaschau verstarb, hochbetagt, Rabbi Aron Horowitz, in der chassidischen Welt bekannt unter dem Namen der „Boiischer Rebbe". kowno. Hier tagt zur Zeit eine Konferenz j ü - drsch-s.rß-artbrotri-e ttt Öt tauen , ein brr ungefähr 100 Buuern-Delegierir aus allen Teilen Litauens teilnehmen. Budapest. In Pösneck hat das Amtsgericht die Verhaft - tung eines Tischlers namens Romsted.t angeordnet, der im Verdachte steht, einen Anschlag gegen eine Synagoge inFrankfurt a. M. gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Nationalsozialistischen Partei geplant zu haben. Moskau. In C h a r b i n tzalm Futi zarmm EinMnUmmntm ml Mm Ultewi, üöflBMWÄ st5 suf -j- Lsisubttis zur» Hin- Wanderung nach Amerika warteten, gestorben? sind. Diese Kinder sind ohne alle Aussicht und . müssen verkommen. Inzwischen hat das von Hras-Emig direkt gestützte Informationsbüro für den Fernen Osten die Aufsicht über die Emigranten-Kinder übernommen. gelegenheiten erbaten 6851 Personen. .— In der darauft folgenden mehrstündigen Debatte sprachen sich sämtliche Redner für Ausbau und Stärkung der Provinzialkasse in. Köln durch Erfassung sämtlicher rheinischer Gemeinden: Gründung des Landesverbandes jüdischer - Mehgermeistex in Bayern. W ü r z.b u r g, 13: Febr. Zur Gründung des Verbandes jüdischer Metzgermeister' in Bayern hatten sich im Hotel. Goldschmidt dahier nahezu. 100 bayerische jüdische Metzger eingefunden. Als Gäste rnaren erfcfjtetiett: Syevv Iustizrat Dr. a. -a s -als 93orJi^ea=- der Der hiesigen KulLsoerwüiinng, Herr Naddimr Dr. H a n o v e r und Herr Stadtrat S t ö ck i n g e r als Ober-- meister der Fleischerinnung. Herr Hermann S child-Würzburg eröffnet die- Sitzung, begrüßt die Erschienenen und begründet die Notwendigkeit der heutigen Tagung. Herr Justizrat. Dr. Haaslegt die Zweckmäßigkeit einer Organisierung dar, die eine- Vertretung gegenüber den Behörden eher ermöglichte,- ffi m VsttkMsis m MMlUMUsi. Er mmmtt Jli jüdischen Metzger als autzerorbenllrch wichtige Faktoren einer jüdischen Gemeinde, weil, sie letztere mit rituellem Fleisch versorge. Herr Rabbiner Dr. Hanover hält die Konstituierung der bayerischen jüdischen Metzger im jetzigen Zeitpunkt als etwas verspätet, doch sei sie überaus begrüßenswert. Er oiauüt Mn (Srunü Dafür. Daß Dio jflöifäön Mstzssr gerabe jetzt so sehr zur Organisierung drängen,!N im Landtag zur Debatte stehenden Schächtfrage zu sehen. Es sei bedauerlich, daß in einem Kulturstaat die Frage, der Unterbindung eines religiösen Gebots, wie es das Schächten darstelle, im Parlament durch die Behandlung der Schächtfrage zur Debatte gestellt worden sei. Wichtiger fei die Erörterung der Frage, auf welch rascheste Weise man so unsagbar viel Not und Leid, das zur Zeit unter den Menschen stärker vertreten ist, denn je, lindern könne^ Man stelle aber scheinbar diesem Gedanken den Gedanfert her «Schonung ber ©eete bes Süeres oor«n. Das Ja- Dentum beherzige von jeher das Gebot der Schonung des-. Tieres, welches ihm durch sein Religionsgesetz so oft geboten ist. Herr Levi-München hält ein Referat über.die Bedeutung der Schächtfrage im Lichte der gewerblichem wirtschaftlichen und kulturellen Betrachtung. Dabei betont: erdie Notwendigkeit der Organisierung. Der. neuzuvFraKen, zu wahren. Nicht aber, wie das m einigen Zei- MMnottzen zum Ausdruck gekommen sei, vom allgemein Mn deutschen FleischerverbanÄ stä) loszusäg^n. Referent^, wie auch Herr Mtl-MrnbeM. behandeln die im. Landtag zur Debatte steAnhe Schächtfrage. und bemängeln^, daß der Flerscherverband bezüglich der Wahrung , der Interessen seiner jüdischen Mitglieder versagt habe. Beidelek mit des Srfjfmeries Schars«. „Schreib dieses 'etnl" fo „vevQri^nr es gu rwigrm GrdüchMis! Erinnere alljährlich dich der Hilfe deines Gottes, der Bosheit deiner Feinde!" Und mit Verlesung obigen Abschnitts genügen wir von Jahr zu Jahr dem göttlichen Befehle. - Doch noch ein Zweites wird von uns verlangt: ein nnvn ists. Wenn Gott der Herr dir Ruhe hat verschafft, vor deinen Feinden ringsumher, so lösche aus t>bav 127 ns das Andenken an Amalek! Wenn du nichts mehr zu ^ürc^>ten ber ^einb ijt untermorden unb Ru^ unb Friesen deine Warten grüßen, dann sollst Du leinen Nachgedanken hinfort hegen, sollst keinen -ewigen Hatz in deinem Busen nähren, vielmehr in Eintracht mit den Volksgenossen sollst du am Aufbau dich beteiligen, Parteigezänk verbannen aus dem Lande und dich allein um dessen Wohl und Glück bemühen. Das sind Gedanken, die aus dem Wort der Thora ungekünstelt fließen und ewigen Wert besitzen. Wenn wir zur Tat sie reisen ließen, dann wäre unserem Land und unserem Volk geholfen. > Gedenken und Ver^e^en! P«? synß vif des rßotfstrnmtages fein. Gedenken und Vergesteni Scheinbar Gegensätze, die einander ausschließen: denn wo die eine Tätigkeit der Seele platzgegriffen, dürfte eigentlich die andere keine Stätte finden, und doch sind beide in dem Hirndes Menschen so nahe beieinander eingebettet. Gedenken und Vergessen! Zwei Kräfte der wachen Seele, mit welchen der Schöpfer den denkenden Geist ausgestattet zur Entwicklung und Entfaltung von Daseins- und Schaffensfreudigkeit. Denn müßten wir immer und überall nur denken wy nirs ns an das, was uns von feindlichen Mächten angetan morden ist^ roas wir bwrtfj und ^S?ffyeii erlitten und erduldet hudew wenn uns jeder Tag unD jeöe Stunde wiederholen mußte, Daß wir trotz der gebrauten Oj>Jer an <3uJ und SBtuter* reicht, nein, alles, alles nur verloren haben — so wäre unser Leben eine große JQual ein einziger Schmerz, ein Trauerspiel ohnegleichen, dann wäre die Erde wirklich nur ein Jammertal, wo die Kräutlein Hoffnung und Geduld nicht wachsen, nicht gedeihen könnten, weil zum Wachstum und Gedeihen auch der Sonnenschein vonnöten ist. Müßten wir immer an die Wunden senken, die der Weltkrieg uns geschlagen, waren wir gezwungen, uns die Folgen alle in den grellsten Farben auszumalen, 0, «in m M mm immmmr: werter als alle anDem Wesen in der Schöpfung. Und doch, es wäre schlecht um uns bestellt, wenn unser Geist und unser Sinn nur mit Vergessen wäre bedacht, wenn die Erinnerungskraft der Seele mit einem Schleier wäre verhüllt. Wenn das Gedächtnis nur soweit wie unsere äußeren Sinne reichen würde, soweit die Augen sehen und die Ohren hören können, dann wären wir den Tieren gleichgestellt, dem blöden Vieh, dem die Erinnerung fehlt und mühten ttefbeschämt bekennen: ..Des Menfchsn Vorzug vor dein Vietz ist nichts." OUÜ Ui DE u ist Mt äär sä ah iiw iinä bestellt. „«Stob wir bvdj <§e!o Bolt wob Stöber <§e!nes Bundes!" Wir sind ein Voll,( bas au^^ „Geschichte" hat, diese kennt und mit der Vorzeit Tagen sich eng verbunden fiihlt, ein Volk, das an dem alten Gott der Väter mit Inbrunst hängt, ein Volk, das sich der Ahnen nicht zu schämen braucht. So wollen wir auch den Helden und den Teuren, die uns der Weltkrieg hat, geraubt, ein Denkmal in der kleinen Kammer unseres Herzens setzen, ihr Tod soll keine Scheidewand errichten zwischen uns und ihnen. Gedenken, ja gedenken wollen wir in Liebe ihrer bis zu dem Tage, da man auch unser gedenken — i» LiM. Gedenken und Vergessen! Ans diese Weise will die?r)m mitkMWf mwj M mr sollst Du tun und auch das andere'Nicht lästtm. Gedenken sollst du wohl der llnbillj die dir'vön^deinem' Feind ward angetan; gedenken auch,, wie deine Väter, Söhn' und Brüder aus blutiger Wählstatt hingeopfert, hingemordet wurden-doch vergessen sollst du> jeden Rachgedanken an dem Tage, än dem der Herr, dein Gott dir Frieden schafft nach innen und mach? außen- Gedenken sollst du dessen, was geschehen und einen- Tag besttmmen, deinen Teuren zum Gedächtnis -- övs Tbhti Du MM in WilM SMklgk rntiim dem Droste nicht Den- Weg versperren, der zum gepreßlm- Herzen führt. Dann werden Haß und Feindschaft schwinden von der- Erde, aufhören Streit und Krieg, das Bänd der Freundschaft wird die Menschen fest umschlingen und dauern: für und für. kleines Feuilleton. Das Leben und das Werk eines Lhaffidim-Rabbi^ (Zuni Aahrzeitstag^ von Mron Marcusam 1. Adar II.) In feinem grundlegenden Werke ..Der Chassidismus" beschreibt Abron Marens (Berus) u. v. a. auch das Leben und Wirken des Rabbi Salomon Hakohen, des „Raommsker Rebben", der sich, vwfij tsin naVt mB3r stnfn in vtt MachwLtt grstchon har, Aßron Marcus spricht mit um so wörmerer Liede von diesem. Manne., als-er?

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