Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 10 (10.3.1927)
- Date
- 1927-03-10
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Sette 6 Nr. 10 Der Israeli! 10. Mürz 19ü7 stadt im Keime erstickt wurde. Es wurde sogleich eine öffentliche Versammlung einberufen, wobei ein Beschluß ontrao anoonommon und dringlMt an Die arWifia M gierung abgesendet wurde. Dieser Beschluß wird auch an den Völkerbund, sowie an die diplomatischen Vertre tungen Ungarns, Rumäniens und Polens in Athen über reicht werden, das heißt, an die Vertretungen der Staa ten, die den Numerus clausus an ihren Universitäten eingeführt haben. Besonders erwähnenswert ist dabei ein Artikel, den in einem Salonikier Blatte der Professor an der? Salonikier Universität G. Hadschidakis veröffenk Her erklärt darin, daß in Griechenland derlei antiliberale Konzeptionen ganz unmöglich seien Der Antisemitismus sei eine Giftpflanze, die auf einem Boden, dem die Idee der Freiheit entsprang, nie gedeihen werde . . . LHgLaird. Großartige Hilfsaktion der Judenheit von Lancafhire. ManchLsts?. 1. März In Manchester wurde eine Hilfskonferenz der jüdischen Gemeinden der Grafschaft Lancafhire abgehalten die von der Föderation jüdischer Hilfsgesellschasten Groß- Britanniens einberufen worden ist. Mehr als 200 Delegierte waren anwesend. Das Unterhausmitglied Samuel F i n b u r g h hatte den Vorsitz. Chief-Rabbi Dr. I H. Hertz, der Präsident der Föderation, sprach von der MlwenWett, Oie Wischen rellMm UND erzieherischen Jnstttutionen in den Ländern Osteuropas zu unterstützen. Es sprachen noch Rabbiner Dr. Eisenstadt und Leopold Pilichowski, die die Wichtigkeit der Berufsumschichtungsbewegung in Osteuropa betonten. Es wurde eine Resolution angenommen, die besagt: Die Konferenz hat mit tiefem Schmerz von der fort schreitenden Verelendung der Judenschaft in Osteuropa Kenntnis genommen und beschloß, die Föderation der jüdischen HMMllschasM fflraüiMannions Darin w um terstützen, Fonds für die Wiederaufbau- und Erziehungsarbeit in Osteuropa zu schaffen. Es wird ein aus Vertretern aller jüdischen Gemeinden von Lancafhire sich zusammensetzender Rat gebildet, um diese Aktion durchzuführen. Abends fand im Gaeity-Theater eine Masserverfammlung statt, die stark überfüllt war, so daß Tausende Besucher nicht mehr Platz finden konnten und umkehren Mußten. Dberrabbtner Sy e r ij jxvotefitevie gegen dis UnttituMung des religiösen Crziehangswesens in Nutz; land, die eine Erdrosselung des Judentums bedeutet. Ueber das materielle Hilfswerk sprachen Oberrabbiner Eisenstadt, Rabb. Dr. Solomon, Balaban, Askenazi, Frau M. M. Cohen und Rev. Lehrmann. Es wurden ansehnliche Summen für den Hilfsfonds gesammelt. Itolaffritta Brief aus JWafäiKL Heilige Stätte«. — Getnei-deralsivahlerr. Hajefsod. — Vor dem Kadi. Kere« - Jerusalem, 1. März. Die Misrachi-Konferenz in Amerika beschloß bekanntlich u. a., auf die britische Regierung einzuwirken, daß das ungeschmälerte Eigentumsrecht der Juden auf die Westmauer und das Rahelgrab gesichert werde. „Doar Sya\om" sisht darin sine Kornpstsnznbsrschrsitung Maracht nn» ist der Meinung, daß »in« solch« Bewegung nicht von einer Fraktion innerhalb einer Partei und auch nicht von einer Partei, sondern von der ganzen jüdischen Nation ausgehen müsse. Zu den heiligen Stätten, auf die wir ein. unbestreitbar historisches Anrecht haben, gehört auch das Grab des Propheten Samuel in Rama, drei Stunden nördlich von Jerusalem gelegen. Das Dorf befindet sich auf einem Hügel etwa 900 Meter über Meer. Leider haben sich die Araber der Grabesstätte bemächtigt und dort eine Moschee erbaut, so daß den Sefardim, die nach?.lm WißMfil M iS) Wlj ism LMMgk' am hötltHett SVdbi <$u beten pflegten, allerlei Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden. Das Ärab des Propheten Samuel und die Sitte, dort zu beten, wird schon in den ältesten jüdischen Urkunden genannt und genau beschrieben.; Annähernd 3 Millionen Pfd. hat der „Keren Hajefsod" .fÜr &5n OlufUu QdfammelL 8t>!^isfs Eummc £>cn Erwartungen entspricht oder nicht, ist für einen Mitarbeiter des ..Doar Hajom" weniger von Belang als die Frage, was mit diesem Geld« geschehen und erreicht worden ist. Wenn man auf die ..unfruchtbare Arbeit" der alten ttfcalufa zzÄkMätziz hzvabsicht, sr bMM MLN. daß die Chaluka mindestens so viel, womöglich noch mehr aufgebracht hat und daß von den „Leistungen für die Ewigkeit", deren sich der Zionismus rühmt, bei ihm nicht viel mehr zu merken ist als dort. Es find Unsummen für Experimente und Dinge von vergänglichem Werte, die im sogenannten Etat den Hauptplatz einnehmen, ausgeworfen worden. Das Fazit ist bei beiden gleich: das Vermögen ist baS>-ttt u.nb bas (Errettete ist minimal irrt Vergleiche zu den Möglichtciten und Forderungen. Soweit der „Daor^Hajom". Auf einer Sitzung, die das Präsidium des W a a d H a i r zusammen mit anderen Komitees in Sachen der Wahlen abhielt, wurde eine Entschließung angenommen, wonach der" Wäad Harr sich grundsätzlich mit einer Aufstellung von gemeinsamen Kandidaten für die Wahlen in das Stadtparlament einverstanden erklärte Ueber Einzelheiten der Kandidatenlisten müßten noch In einem Memorandum des WaadHaleumi an die Palästinaregierung wird Protest erhoben gegen einzelne Wahlbestimmungen, die zu Ungunsten der jüdischen Wähler ausschlagen. So ist über den Kopf des Stadtrates von T e l - A w i w eine Bestimmung des dortigen Gemeindegefetzes geändert worden. In Haifa, wo gut zur Hälfte Juden wohnen, gewährte man im Wahlfomitee Den öuDea unter 9 6iM nur zwei. 3n 3 e r m alem haben die Juden im Wahstomitee fünf Stimmen unter 15, obwohl die Juden über 60 Proz. der Bevölkerung ausmachen. Es werden in der Denkschrift Verbesserungsvorschläge gemacht. Der Waad Haleumi teilt den Standpunkt der Regierung, daß das Wahlrecht nur den Palästinabürgern zustehen kann, jedoch müßte der besonderen Situation Rechnung getragen werden, die sich iür viele Juden daraus ergibt, daß sie um die EinbürgeruiiQ ßinQßtDmmm link aßor tio nach nicht MLicht Baöon imö inzwischen cm allen Steuerlasten treu mittragen. Der Prozeß, den das Oberrabbinat gegen die Rabbiner Schur, Adler und Reumann in Sachen des Moschaw Sekenim anstrengte, endete gestern vor dem Kreisgericht mit der Freisprechung aller drei Angeklagten. Die Anklage lautete auf „Urkundenfälschung", begangen zu dem Zwecke, sich widerrechtlich die Verwaltung der Anstalt zu erhalten. „Doar Hajottr" rrsr'ASrchrrst bte Tatsache (97:r. 117 x>om 2-4. wat), vaß DfierraDDmer lut, her wieverholt «ngerusen wurde, den Prozeß zur Vermeidung eines awn V>*>n ern- 'telle-n zu lasten, nichts tat, um zu verhindern, daß die Streitsache vor dem nichtjüdischen Kadi ausgetragen werde. Die Jerusalemer Wasserbassins seit Jahrhunderten wieder gefüllt. ümtHStglTh gl MW : Qum ersten Offial fett Jahrhunderten find infolge der zahlreichen Schnee- und Regenfälle die von König Solomon angelegten Wasterbassins zur Versorgung der Stadt Jerusalem vollständig gefüllt. Die Bassins fasten ungefähr 40 Millionen Gallonen Wasser. Der Jerusalemer Stadtrat veranstaltete aus diesem Anlaß eine große Festlichkeit, bei welcher der Oberkombes rnrssar Felbmarschall ßorb Plumer bte ^ejirebe (St Betonte Die ütotmenDigteit Der Errichtung einer moDernen Wasserleitung zur Versorgung der Stadt Jerusalem. Stürmische kongreßsihung. Washington, 1. März. In der Sitzung der Kongreßkommission über Angelegenheiten des Distrikts Columbia sprach das jüdische Kongreßmitglied Saul Bloom gegen die Einführung des Zwangssonntagsruhegesetzes. Ihm trat das Kongreßmit- QlißD IM« 3111 2JI31 3«&3|1« lllH nehme die Interessen Der Wischen Filmmagnaten Newyorks wahr. Bloom erwiderte: „Der Gentleman aus Texas ägt die Unwahrheit." Daraufhin stürzte sich Blanton auf Bloom und versetzte ihm eine Ohrfeige. Bloom schlug zurück und es entstand ein ungeheurer Wirrwarr. Die cmbetr<m Kongreßmitgliedsrhotten große die StreitcnDen zu trennen; Personalien. . Berlin, 7, MM. wk oMmstvglle KchäpsAp 'm Ktudöi'vslksküchsu iirtb Bolkskinberhorte, Hermann Abraham, begeht am 11. März seinen 80. Geburtstag in voller Tätigkeit als Vorsitzender des „Vereins für Kindererholungsheime", dem er feit Jahren seine ganze Arbeitskraft widmet. Dieser Verein stützt auch jüdische Kindererholungsheime. Als Begründer der Berliner Kindervolksküchen, die bis zur Verstadtlichung die Schulkinderspeisung durchführten, wozu im Kriege die über das Maß eines privaten Vereins weit hinausgehenden großen Mittelstandsu nb VearntsnSüchen Samen,!>at Abraham!!H Mustz 4M WM i^rbirragenkes geleistet. Hn Un Krnbererholungshermen, die er «n fünf verschiedenen Orten am Meer und im Gebirge geschaffen,, fanden Tausende von schwachen und unterernährten Kindern Erholung. Mönchsroth, 20. Febr. Frau Luise B e h r wurde dieser Tage nach kurzer Krankheit unerwartet schnell von hier abüerufen. Jeder Arme und Dürftige, der iü ihrem Hause stets gastliche Aufnahme fand, wird die schmerzliche Nachricht kaum fassen können. Der einzige Sohn, der im vorigen Jahre auswanderte, konnte seine kindliche Pflicht, der geliebten Mutter, die auch ihm so innig zugetan war, M MW M gMkst. tkiM mW meBr «rfiittKi. MWr Beliebtheit sich die Derblichene unter allen Schichten der Bevölkerung erfreute, bewies die außerordentliche Beteiligung bei der Ueberführung zum entlegenen m-npn rra Möge auch uns ihr n->2: beistehen. ' Marburg. 20. Febr. Seinen 84. Geburtstag beging Herr Benjamin G u n z e n h ä u s e r in Battenfeld. 40 Jahre lang war er Gemeindeältester der dortigen Gemeinde. Infolge seines hohen Alters legte er vor 2 Jahren das Amt nieder. svnkra, 29, 0?9Fi tu. TsSuttsW mm Deute Herr Simon Leo inst ein Dahier M größter'torperlüher und geistiger Frische. Er ist in allen Kreisen höchst beliebt und angesehen. Das Landesfinanzamt Kassel beriefe ihn als Mitglied zum Einkommensteuerausschuß. Auch in den Gewerbe- und Sonderausschuß wurde er vor einem Jahre berufen. Der Weltkrieg hat ihm großes Leid gebracht, da ihm zwei hoffnungsvolle Söhne gefallen sind. Miltenberg, 26. Febr. Der vergangene Schabbos war ein Festtag für unsere Gemeinde. Galt es doch, Herrn S. Moritz, einem hochg-eschätzten Mitglied und allseits sissiDmsn Bürger unteres MMAM Die an Metern Iqü mit feinor Gemahlin in Mener Geistes- und KökMsÄsche ihre Goldene Hochzeit feierten, eine besondere Ehrung zu erweisen. Im prächtig geschmückten Gotteshaus hielt Herr Lehrer Heß unter Anlehnung an das Jobeljahr eine in warmen Worten gehaltene Ansprache an das Jubelpaar und an die Gemeinde. Anschließend an den Festgottesdienst überreichte Vorstandsmitglied Liebreich dem Jubilar die Ehrenmitglied-Urkunde sowie ein wertvolles Geschenk der Gemeinde. Für treues Festhalten am überlieferten Judentum wurde der Gefeierte vom Distriktsrabbinat mit dem Chower-Titel ausge- ZkMtt. _ HükMukhsüchssa, 20. Febr. Ihren 80. Geburtstag begeht heute in völliger Rüstigkeit und Geistessrische Frl. Jettchen Fürst, die sich großer Beliebtheit hier erfreut. Chemnitz, 26. Febr. Vergangene Woche wurde Herr Ephraim Branntwein im Alter von nur 47 Jahren zu Grabe getragen. Der Verstorbene zeigte seltene „Ahawath-Jsroel". Viele Jahre hindurch hat er allen durchreisenden Juden freundliche Aufnahme und Logis unentgeltlich gewährt. Kein Wunder daher, daß die Leichenhalle die große Anzahl der Teilnehmer kaum fassen kennte. Trauerreden hielten der Ortsrabbiner^ fjexrc Dr. Fuchs und der 1. Dorsitzends der orchoduxen Synugogo Adaß-Jsroel. Herr S. U n g e r. Treysa, 13. Febr. In körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische beging Frau Bienchen Abraham geb. Moses, Witwe des verstorbenen Kaufmanns Schalem Abraham ihren 88. Geburtstag. Sie ist die älteste Einwohnerin unserer Stadt. Gudensberg, 13. Febr. Im 83. Lebensjahr verschied hier Jonas K a n d e r , der feit 17 Jahren hier wohnte. Früher wohnte er im Nachbarort Riede, wo er jahrzehlnte" lang Dfq GöschäM. ßinos MMinDgältsstön ssssatz. lyg MAP bssjMbt, ällä jüdischen Pflichten aufs genaueste auszuüben. Unter anderem hatte er für mnr und v"' jahrelang einen Gottesdienst mit in seinem Hause eingerichtet. Er erfreute sich in allen Kreisen größter Achtung und Beliebtheit. Frielendorf, 20. Febr. Seinen 88. Geburtstag beging in körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische Herr H. Israel im nahen Ditlich. Homberg a. C., 20.Febr. Im nahen Falkenberg, verschied die Witwe Veilchen Buxbaum geb. Löwenstein, die durch ihre .Gastfreundschaft und Mildtätigkeit weit bekannt war. Sie hinterläßt ein großes Bauerngut, das die Familie stets selbst bewirtschaftet hat. rrrmn- Zann a. 20. ^ebr. ©^rert 70. ©e&nrtstag beging in gröüter Nästigtm die'Witwe Des uerslorDenen Lehrers Levi Hecht. Die ganze Gemeinde ehrte die Jubilarin durch reiche Geschenke. Kassel, 19. Febr. Die Herren David. Gumpert und Meinhard Gumpert im benachbarten Hoof erhielten für treue Dienste, die sie der dortigen Feuerwehr über -ihre gesetzlichen Pflichten hinaus geleistet haben, von den Beworben einen Orben unb ehrenbe AnerSennungsschreiben. a. 08. ^etr. 3n lUryerltJ^er arrt> geljlL ger Frische beging Frau Jette Mofes, die älteste Einwohnerin unseres Städtchens, ihren 87. Geburtstag.