Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 9 (3.3.1927)
- Date
- 1927-03-03
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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J,i ,'v' f - MWWWWWWW! 3 März 1927 Der Israelit Nr. 9 Sette 15 „Elia kommt!" Alle anderen Feste stn'd entsprechend besprochen. Rosch-Haschono gM Anlaß, Schönes und Tiefes über Gott, M e n sch JLIlD 8 flj 1 ff (8 f ÖS [SB“; Schönh eits'sinn im Ritus M /zeigen. Helle Lichter strahlen auf kah - Kapitel. 16 Sabbat-Homilien schillern, je nach Wochenabschnitt, in allen Farben und Spielarten alter und neuer Erklärungskunst. Was in diesen für alle jüdischen Kreise nur ii jh omppiÄn ]SEr scheu Büchern des Denkens und Dichtens in gebundener Form über Purim gesagt wird, sei hier des aktuellen Interesses wegen zur Krönung unserer Besprechung wörtlich wiedergege-!ben: Purim, im Vhanuverdachtige Dinge bei den Juden beobachtet haben wollten. Entsprechend der Stimmung jener Zeit loderte bald heller Aufruhr in Dettingen und alsbald wurde den Juden verkündet, daß sie, sowie die Juden des UuülU&S WWW DM II ns WA n"r gegeben würden, wenn sie nicht bis 23. August mittags Schattenftille Judengasie, Wie verzaubert seid .ihr [heut', &P ÖßMfli^n '' :; Wre mit Rosen überstreut. ' Eure dumpfen Kerkergrüfte Atmen heute Balsamhauch Wie einstmals Moriahs Höhen - Sanft durchwebt von' Opferrauch. Durch die Gaffen singt und klingt'. Jauchzen schwirrt und Festtagsjub Und in bunten Farben schiebt sich WlTl Sejrrutel. Purim hat heut' hell verzaubert All die dunkeln Elendgassen Will die leidbefchwerten^ Seele t Bon der Freude schlürfen lassen. Und sie haben 's nicht verlernt, Judas sonnenarme^ HerZen; HUf L SÄ lif Mi MMN:;; Blvtz UMhÜltt von Galutschmer-zen. . . Jauchzend springt er aus ben. S-effeln, Taucht in der Erinn'rung Sonne Und läßt blitzen frohen Schimmer Und erstrahlt in Purimwonne.' Ewiges Rätsel: [Judenseele! Während tausend Sommer blüh'n, MUMM du in ltlllkm amttsni Deine Farben aber glüh'». Mi KlMMNKSLM in §*?T“ 12 Uhr die Mörder herbeischasften. Natürlich sprach sich die Sache bald im ganzen Fürstentum herum und mit den Oettinger Juden zitterten auch die in der Nähe wohnenden, wie. die in Wallersheim, Deggingen, Harburg, Kleinerdlingen, Ederheim, Pflaumloch, Mönchs- Der jüdische Berkehrrschutzmann in Tel Awiw. (Das neue Palästina). rc>th. Schapfloch usw. _ 8188 Dtß OUDCtt silllli den fastend in der Synagoge und steten um Abm^ttdung der, Gefahr. ' Als sich schließlich zwei Männer der Gemeinde Dettingen meldeten, die sich als Opfer Schon rottete sich d'er Pöbel zusammen, die Frist ging zu Ende. Da nahte eilenden Schrittes der Nachrichter eines Nachbardorfes, bahnte sich einen Weg durch die aufgeregte Menschenmenge und gelangte zum- Schloß b«s ©ürfiert oon Qsttingen. Diesem gegenüber erbot er sich, in Kürze den Mörder aus^n^ig zu ihm eine Bedeckung zum Schutze gegen die Wut der Menge, mitgegeben würde. Dies geschah. Nach kaum einer Viertelstunde hatte der Fremde den Leichnam des Kindes im Kella j)op[en[tetters, des Großoaters, gefunden. Alsbald ließ der Fürst hie iiberrof djenhe Wendung bekannt geben und gegen Avp^nstetter ein Gerichtsverfahren einleiten. Dieser gestand schließlich das Verbrechen, dessen er die Judenschaft fälschlich beschuldigt hatte, ein und : wurde zum Tode durch Vierteilen verurteilt. Die Juden waren gerettet und R. Meier Tarnopol bestimmte den Rettungstag, den 25. Jjar, als Fasttag für alle Zukunft. In einem Slftenftiicf i>er oelitngtji^cn NeglS-- rttftffJmI«4 « , , .öl) m rungskanzlei heißt es: „Es habe bereits das gefährliche Ansehen bekommen, daß die unschuldige Judenschaft, dieser falschen Beschuldigung halber, von den gemei- nen öeuten all-ert tocrb^n twürbe, bis sich durch , sonderbare Provwenz Mi Verdacht aus Hans Hopfenstetter lenkte, der es bei seiner gerichtlichen Examierung eingestand. Es wurde deshalb darüber ein gerichtliches Urteil geschöpft und an. ihm, obschon er vor dem Richttäg gestorben, aus gewisse Weise exequiert. Die oettingische Regierung verwarnte bei diesem Anlaß alle Bürger und Untertanen bei Vermeidung höchster Strafe, sich bei derlei leidigen Begebenheiten gelüsten zu lassen, wider die Judenschaft das geringste mit Worten oder Ms» 3ti iFQfüoFon. usißnn m auf öcmanD einiger Verdacht begangener tteßsttat herfürtäte, so. fei die rechtliche Untersuchung lediglich den gnädigsten Herrschaften zu überlassen. (Müller aus 5. Jahrhundert. Beiträge zur Gesch. der Juden im Ries 1899. S. 125.) Der Taanith Hopfenstetter (Löwenstein gibt in der Israelitischen Monatsschrift Beilage zur Jüdischen Presse, 1899 Nr. 11 den 28. Aw an, Mllllks in MlWNMIMM ZW Nil k?: Wsj wüM IMKS Jahre streng eingchattön. Im Lause der Zeit aber bröckelte die Erinnerung ab. 1832 gestattete Rabbiner Pinchas Jacob Katzenellenbügen — der Onkel o. Gabriel Rießer ‘ (fein Vater Rabbi Jakob Pinchas K. war Riesters Großvater), daß auf Reisen befindliche oettingische Huden und Kranke das Fasten durch eine Spende äblöfen konnten. In den kürz- Taanith Hopfenstetter. Eine Vlutbefchuldigung in Oellingen. Dllll LVMZ 8«MM M Berlin. Nahezu zu gleicher Zeit als die WürzburgWen Juden nach der Mitteilung oon A. Mannheimer, Dettelbach, in Nr. 7 ds. Bl. in Gefahr waren, zogen lich auch schwere Wolken über die Juden in Schwaben zusammen. Im Frühling 1691 (eine andere Quelle gibt 1690 an) wurde, ein Söhnchen des Schneiders Frohmann in Dettingen ermordet aufgefunden. Der Großvater des ermordeten Knaben, der Bierbrauer Hans Hopfenstetter, (nach anderen Nachrichtm Mk au® ir MiUkkökk) faie °eii:iirr Judenfchaft des Rituaimvrstes; si^ sollten dem KMM das Blut abgezapft und die Leiche in einen Kanal geworfen haben. Es dauerte auch gar nicht lange, da meldeten sich auch eine Reihe von Zeugen, die allerlei lich erschienenen nrm oon R. Simchoh Bamberger, dautsfB SMkllM irr H eine oo" N. Mökdöchal Michael Kahn in Kleinerdlingen, die sich aus den. Taanith H. bezieht. Cs bestand eine Stiftung, für deren Erträgnisse Leute für das Fasten bezahlt werden sollten, da im Laufe der Zeit kein Minjan mehr zusammen kam. Schließlich fanden sich auch für Geld nicht mehr genügend Leute, die fasten wollten. Mordechai Kohn stellt daher die Anfrage, ob das Geld für wohltätige Zwecke verwendet werden dürfe. In meiner frühesten Jugend habe ich noch von Tzrrrittz HWsMtMr> Dufö) moimo UW Mutter, bei einer Familie, welche jahrhundertelang im Fürstentum Oettingen wohnte — mein Großvater Manele Altmayer war der letzte Jude kn Ederheim — gehört. Ob die jetzige Jugend in der Stadt Oettingen noch etwas davon weiß? In einer palästinenstschen Orangerie. (Das neue Palästina.) für btÄ übrigen hergeben wollten, entschied Rabbi Meier Tarnopol» itsr ill W WSS. öflß ßin solches Opfer nicht angenommen werden dürfe: daß ein solches Verbrechen, dessen kein Jude fähig ist, auch nicht „eingestanden" werden dürfe; lieber sollten alle stetben'. Kleine Geschichten. Grotzmutkers Erez lisroel-Fahrt. B»« LÄY mi in ifli-ammu In der Eisenbahn saß ein schmucker Gymnasiast Mit inrelligenten, offenen Gesichtszügei.. Es war ihm fo froh und leicht zu Mute, daß nicht viel fehlte und er hätte MM MW 7'iif aus?® M m ’-I.' . V; ■ 4 l'-i "c: v i: jf N i. T i [i\ JÖßM