Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 9 (3.3.1927)
- Date
- 1927-03-03
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 14 Nr. 9 Der Israelit 3. März 1927 Das neue Palästina. lMI i MkNi.j Bereits zu Anfang der achtziger Jahre wanderten junge Juden aus den Ostländern, nicht zuletzt durch die großen Verfolgungen in Rußland veranlaßt, nach Palästina aus und bauten dort aus eigen* Faust ihre primitiven Niederlassungen aus. Das erste Bild zeigt uns die nöh BBlKitR Wli pnion des neuen Palästina, die heute schon als Veteranen den weiteren Gang der Dinge verfolgen. Ein Hauptexportprodukt ist im neuen Palästina die Orange. Die Orangenkultur wird in den jüdischen Kolonien fleißig und mit Liebe gepflegt und — neben Kalifornien vielleicht — gibt es keinen Boden Ms M Mk, Dff DlCfC UW so groß und so. schön, so saftig und schmackhaft gedeihen läßt, wie der Palästinas. Auf Bild 2 . sehen wir jüdische Kolonisten beim Verladen der Orangen, 8lSs J]ßl5j fcejitmmi jtttb. Die Lage der Wischen Kolonien, besonders der Randsiedlungen im Norden, macht es zur Notwendigkeit, für erhöhten Schutz zu sorgen. . Der jüdische „Schomer", hoch zu Roß (Bild 3), ist Tag und Nacht auf dem Posten. Nach Stunden folgt Ablösung. Aber immer wacht das Auge der Administssllsn. Ek iMö mit ütnißimn verdächtigen Gestalten, die sich der Ansiedlung nähern, schon allein fertig. Sind aber Horden im Anmarsch und ernstliche Gefahr im Verzug, so ist rasch die ganze Kolonie alarmiert und in wenigen Minuten alle Männer zu Abwehr auf dem MW. m ümmilm KMkll sich großött Nöspskt bei den Arabern zu verschaffen, freilich mußte manch einer dieser Tapferen in seinem schweren Dienste das junge Leben lasten. Die Zivilisation mit all den neuesten Errungenschaften der Technik hat längst ihren Einzug in das neue Palästina gehalten, wovon StllU § l k k t FIQ H Ü f?J? f r *■ ~ ° den Tiefen des Gemütes, der Kraft des Impulses fließen und ersprießen soll.. In früheren Zeiten waren die ©rensen rtocf, rricht fo flar öfegeftecft. «♦••«•••“•* o > » r . «, »* Man wußte, daß das klare Denken auch die Frucht einer tiefen dunklen Empfindung sein ß Pioniere und Veteranen des neuen auf dsm vierten Bilde Zeugnis avlegt. andere Werke find im Vau begriffen, eines in Tel-Awiw und das andere am See Liberias. In der zu 100 Prozent von Juden bewohnten Stadt Tel-Awiw, die vor 15 Jahren noch Wüstenland war und heute über 40 000 Einwohner zählt, muß in den Hauptstraßen der Verkehr polizeilich geregelt werden. Bild 5 zeigt uns *ih Wischen MxWlMMWn. Den ersten in Palästina, bei der Arbeit. (Die Bilder sind vom Preffe-Photo- Nachrichtendienst, Berlin W. 30, Nollendorfstr. 21 a, hergestellt.) Beim Verladen der Orangen. das tonnte, wie umgekehrt die suchende Seele von i a Har utnr-tffenem ÜBoffett gefettet sein mnffte Zwei D k h u d a a l?? r kühne Eed«n?end^UtIN Bücher des Denkens und Dichtens. Unsere üus Ordnung eingeschulie Zm, die auch in Dingen des Geistes gern registriert und rubriziert, hat das Denken als Sache des Intellektes ins Gehirn verwiesen, während alles Dichten, alle Kunst des Fabulierens aus Der jüdische „Schomer". im Kusari zeigen die große Dichterseele des Verfassers der Zioniden, während seine weltlichen und religiösen Lieder oft großen, scharf gedachten Gedanken den lyrischen Ausdruck geben. Abratz a m e b e n E s r a ist für das Kennerauge in seinen exegetischen Erklärungen auch schon Dichter, wie er in seinen 8e!t^ien üar formulieret?? und scharf pointierender Denker ist; gar nicht zu reden vonSalomob en Gabi r o l, dem Verfasser der „Königskrone", dieses herrlichsten philosophischen Epos der kastililchen Zeit. Man soll daher, und erst rHl in m MM mmmii nicht gering denken von Autoren,, die mit Geist u n d Seele sich anheischen, Wahrheit zu suchen und Wahrheit zu Mitteln. Uns liegen zwei stattliche Bände von Adolf A l t m a n n (dem bekannten Oberrabbiner von Trier), vor, deren einer sich betitelt „Jüdische Welt- und Lebensperspektiven",, indes der andere Zwillingsbruder sich bescheiden „Aehren und Mim" llklMM rrWmMsW Weckrufe" bringen, will (Verlag. Karl Angermayer Ä. Alkalay u. Sohn, Preßburg). Es sind Zwillinge nicht allein durch die gleiche Geburtsstunde und gleiches Ausjefyeti, ^ortberrt ctitcfji HruiÜÜTge^ der inneren Struktur nach, wie Geist und Gemüt, die diese Bücher geboren haben, sich von keiner Registratur in unserem Seelenleben von einander trennen lassen. Im ersten Buche stoßen wir. auf einige liebe alte Bekannte: Vorträge, denen wir schon mit Vergnügen gelauscht. Aussätze. trrt „ijsrrcie{il^ itrtl> cm&erstxJo erschienen, dem Autor den Dank weiter Kreise einbrachten. Vielem ist neu, neu auch in Konstruktion und Formulierung. So die Studie über „den Sinn des Daseins, Gut und Böse", u. v. m. Mit Nutzen und Vergnügen lesen wir noch einmal im Rah- M8K 81881 güffl hgsHMlWM Nachdenken einladenden schönen Buches die uns bereits bekannte Abhandlung über „Die. Epochen des Niederganges und Aufstieges in der jüdischen Geschichte", ebenso die mit liebevollem Auge gesehenen „Gestalten und Probte me einer jüdischen Weltbewegung" (aus Anlaß der Kenefsio Gedaulo in Wien). Es scheint eher m\\m Denn Zufall zu still. Daß sich DWsti mm tung eine Prüfung der „Majorität s f r a g e im Judentum" anschließt, die zum Schluffe kommt, daß es im Judentum seit Abraham, Juda Makkabi, Rabbi Jochanan ben Sakkai und Chatam Sofer immer schon so gewesen ist, daß die „Wenigen von den Vielen" vxv nama die echten rechten Vertreter der jüdischen Wahrheit waren. Bei ihnen, den Kleinen und Geringen, ist nicht allein das Ikfchi, ff ist hfi iljnen Inlett sogar die MehrheiL, denn, so spricht Jesaja 60/62 „Der Kleine wird zu Tausend und der Geringe zum mächtigen Volk; Ich, Gott, zu seiner Zeit vollbringe es schnell." Der zweitgenannte Band, mehr für das jüdische Herz berechnet, ordnet sich nach dem Kalender und hält , sich, einmal länger, einmal kürzer, bei den Marksteinen und Wegezeichen des jüdischen Jahm £Uf? M ö8N f 8f$88 UND MDMstllDM Sabbaten. Dem Peffachfefle allein sind sieben Aufsätze und ein Psalmgedicht gewidmet. Bilde raus der Ha g g ad a h sprechen, uns anmutig an, und zum Schluffe noch als Finaler