Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 9 (3.3.1927)
- Date
- 1927-03-03
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Aas\X/e f f uncf JLet>e ullustrierfe Beilage 2um,t)srie!if Von der Prager Vuchausstellung. Die Bibliothek 6er Israelitischen Kultusgemeinde in Prag besteht seit 70 Jahren und umfaßt zszsWWsg Sk! 20 ooo MM, MM als Die Hälfte davon sind Hebraica. Sie birgt ganz ungeheure Schätze an seltenen und kostbaren Werken. Doch der große Teil der Prager Judenschaft hatte bisher keine Kenntnis davon und sie waren auch nicht zugänglich. Deswegen plante die Bibliotheksleitung schon lange, durch eine Buchausstellung dem Prsgkr Publikum m g« f«^re«r was die Bibliothek an llniken und Raritäten besitzt, aber gleichzeitig ein Bild von der gesamten Geisteswissenschaft des Judentums zu entwerfen. Wie man hier überhaupt keine Ahnung hat, welche Geistesschätze das Judentum hervorgebracht hat, ebenso wenig weiß' man, welche' Bücher eine jüdische Bibliothek besitzt. Es war für den Bibliothekar Dr. T. Jakobovits nicht leicht, aus den »erje^tebenen Ausstsllungsprinzipisn, die hier zur Geltung lammen spllien, eine Nusstellungseinheit zu schaffen. Nach dem Urteile aller Fachleute ist das aber dem Bibliothekar ausgezeichnet gelungen. Im großen Festsaale des jüdischen Rathauses sind in 42 Vitrinen über 500 Bücher und vom buchtechnischen (bibliophilen) Gesichtspunkte aus geordnet. Die erste Gruppe zeigt zunächst in vielen schönen Werken die Entwicklung der Prager Drucke Söll 1811 M M FMiMN: Ffs man Unica und die seltensten Werke. Man bewundert Pentatench mit 9taschtlo«»i»e«tav Peckg 1830. HeegesteLt von Gerson b. Salomon nnd seinen Söhne«. Handschriften ausgestellt. Die Ausstellung zerfällt in drei Abteilungen. Die erste ist vom typographischen, die zweite vom inhaltlichen und die dritte Gesanrtau^cht ber }JU>!|i|en 8»kha«ssiiütttiH jültgchkN IRli{|Rll[C S« Prag. die herrlichen Typen und es fällt die häufige Verwendung des Prager Stadtwappens wie des böhmischen Löwens als Druckervignette besonders auf. Diese Abteilung umfaßt prachtvolle Werke vor 1650 und 34 verschiedenen Druckorten, aus Italien, Türkei, Schweiz, Deutschland, NiekMands, Polön u. a.. Die itlMMsWn, mmenllily die Venediger, sind unter diesen zweifellos die schönsten. Doch auch die Soncino-, Plantin- und Elzevir-Drucke werden sehr bewundert. Auch sind da einige Jncunabeln zu sehen. Ueberdies befinden sich alle bewundernswerten Handschriften, datierte aus den Jahren 1347, 1445 ufw. aber noch ältere undatierte darunter. Die zweite Abteilung ist nach dem Inhalte geordnet und soll einen Ueberblick über die in der jüdischen Bibliothek vorhandenen Werke geben. Die einzelnen Vitrinen enthalten: 1. Bibel und Bibelwisseuschaft. 2. Talmud- Literatur. 3. Rabbinische Literatur. Midrasch- Literatur. 4. Lexica und Encyclopädie. 5. Grammatik, Poesie, Bibliographie. 6. Zionistica, Belletristik. 7. Liturgie. 8. Prager Geschichte. 9. Allgemeine jüdische Geschichte, Literaturg. und Kul- MSksHWk, Mystik, Pädagogik. 11. Entwicklung der Prager Kalender und Miniaturwerke. Die dritte A b t e i l u n g enthält: 1. Die Entwicklung des Buches: Steintafel, Papyrus, Pergamentrolle, Pergamentkodex und das gedruckte Buch (Semag in 3 Ausgaben, Soncino 1488, Venedig 1522 und 1547.) 2. Das Buchformat im Laufe der Jahrhunderte (wie der Schulchan Aruch immer größer ruurde tmb jc^Itejjltdp jetzt toteber handlich hsrausgegeben wird jNürnbergj). 3. Ein Pentateuch (Prag) Quartfatz auf Folio gedruckt, worin R. Eleasar Fleckeles den Kommentar von R. Elasar Pereles schrieb. Sodann Seder-Hadoroth mit Rapoports Randglossen. 4. Haggadoh. 5. Alls Mchsr mu noch älteren Dann* schriftlichen Umschlägen. — Latein. — Hebr. Megiloth, Prager Familienmegiloth. 6. Die Bibel in verschiedenen Sprachen (einsprachige Bibelausgaben (15). 7. Zeitschriften. 8. Zensoren. Handschrift des Nodah Bijehuda mit Unterschrift des Zensors. 9. Verschiedene Einbände. 18« OaffimH? hr Drucke «rüder Vödleiättä. 11. Die Wirksamkeit der Zensur. Illustrationen in hebr. Werken. 12. Faksimile der Münchener Talmud-Handschrift. Mager jumme «ännvn i«M,