Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 9 (3.3.1927)
- Date
- 1927-03-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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3 März Wiedererscheinen auf größerer Grundlage einen Begrüßungsartikel aus der Feder von Rabbiner Tobias Horwitz. Auch wir beglückwünschen das Blattdas in einer Zeit schweren Ringens um das religiöse Recht in Polen unter nicht geringen Opfern sich bewährt und auf einer achtungswerten Höhe erhält. 3MMM »« MWvitnllv Verhandlungen lin Rabbinat. Warschau, 20. Febr. Dieser Tage ist einem alten Uebelstande auf Beschluß des Warschauer Rabbinates ein Ende gemacht worden. Es bestand bisher für Journalisten das Recht, bei.Verhandlungen über jüdische Ehescheidungsangelegenheiten im Rabbinat teilzunehmen. Die oft hier zu Tage tretenden kleinlichen Angelegenheiten, welche auf die breiten. Masten einen sehr ungünstigen Eindruck hervorzurufen besinnet sind, wurden Ln sehr häßlicher Weife oftmals von der Presse Dem besonderen Eintreten des. Vizepräsidenten der Kultusgemeinde und Agudisten Jefchaja Rosenbaum ist es zu verdanken, daß dieser alte Mißstand nunmehr beseitigt ist. General Averescu will burchgretftn ' Bukarest, .24. Februar. Um ein für alle Mal der Studentenbewegung ein Ende zu machen, hat der Ministerpräsident, General Ave r esc u , an den Unterrichtsminister eine Zuschrift gerichtet, von der eine Abschrift an sämtliche Universitäten geschickt wurde. Das Schreiben hat folgenden Wortlaut: „Herr Minister! Ich ersuche Sie, den Studenten im ganzen Lande auf dem Ihnen als passend erscheinenden ffijp }U MWll. m U slly im MsUkWUN gr: enthalten haben. Die Regierung hat, um die nationalen Interessen zu schützen und die Ordnung im Lande aufrecht zu erhalten, keine andere Hilfe notwendig; es genügen bei ihr gesetzlich zur Verfügung stehenden Mittel. Jede Einmischung Unberufener bedeutet ein Abweichen vom gesetzlichen Boden und wird die Anwendung eines Geum M' cs eiR Man darf nicht vergessen, daß in vielen Teilen des Reiches, Bukarest eingeschlosten, der Belagerungszustand zu.dem Zwecke aufrecht erhalten wird,. daß Ruhe und Ordnung herrschen. Der Belagerungszustand läßt - keine Ausnahme zu, die, Regierung hat nicht das.Recht, zu irgend jemandes Gunsten Ausnahmen zuzulasten, / ^Mmisterpräfident General Äverescu." - ' Der Unterrichtsminister hat zugleich mit einer Ab- 7ff?JTtft Diefes ' JBxiefes. ein ÄtrEutcrir <in <xllc Slcfiorertc as IttjtJIi ptßleji .... ö ■]' ' v;;; schlG .ttt.?dje NsktükSN SksUkht werden. Me Mel, gischsten Müßnahmrn zu: ergreifen,. damit die Studentenschaft Ordnung > und Gesetz ' respektiere. Die Studenten 40 Jahren^ als 'fremder Jüngling, kam AI. Rom nach Fränkfüri uüd oft in unser Haus. Ich selbst ging damals noch'tzur Schule. Wohl 2 Jahre war er mit seiner Mutter, hietdann verlor ich ihn aus den Augen. Aber leb- Wsk 'WM W Kl! Mfü 10?" ber £>*- hotten. Dar m. 8 Jahren traf ich in der Tchweig Herrn Rom, wir unterhielten uns und stehe — er war jener zum Manne gereifte Junge aus meinem Elternhause. ' Erinnerungen aus der Jugendzeit wurden ausgetaüfcht und seit'jener Zeit wurden, wir Freunde. Oft bewunderte ich sein in Davos geschaffenes Werk, und oft sah ich ihn als Gast hier in meinem Hause. Manche anregende Stunde verbrachte ich dann mit ihm und sein Auge leuchtete, wenn er vyn „seiner" Etania erzählen konnte Und von seinen Erfolgen, die er hier und auf seinen weiteren Reisen durch Deutschland erzielt'hatte. Große Pläne beseelten ihn. für deren Ausgaben er die Mittel W A. 3. lom zu finDen wohl tim m Wmr gewesen wäre. Nun chät ihm sin UNöMttliMS ElljMsal alles aus der Hand genommen. Möge sein Geist, der ebenso für den jüdischen Kranken wie. für den niv' bbs erglühte, in dem Hilfsverein weiterleben und ihm ein Nachfolger erstehen zur Fortsetzung seines Werkes. .Ich aber weine um einen wahren -iv>, um einen guten Menschen und Freund. L. Str. Eindrücke aus einem Kinderheim. ££ldjt£.X tci' in bcr bunl!«n roat*i g£>rt)1} 1* i mir ein Besuch im Dkutsch-Jsraelitst-^en Ainb«rhe!m ln Dtez.au der Lahn. Von einem früheren Schüler der Anstalt war ich veranlaßt worden, diese aufzusuchen. Ein herzerfreuender Anblick! Ein stattliches Gebäude mit großen Parkanlagen, Spiel-. und Turnplätzen. Weit über 30 heimatlose Knaben im Alter von 6 bis 16 Jahren — Ganz- und Halbwaisen — haben hier das verlorene Der 9 5 r d I i I Die Woche. Berlin. In der Sitzung des W o h lfahrts-- a u s f ch u f s e s des Preußischen Landesverbandes wurden Subventionen für Zwecke der Wanderarmen-Fürforge wie für verschieden" philantropische Anstalten bewilligt. Für wissenschaftliche Untersuchung auf dem Gebiete der BgDöiicrunQspimr murM 101000 M, ssnir ZssMt. —Das ReichsgessW. Nr. 3 gtttt vetanm. daß'.der ,deutsch-englische Handelsvertrag auf das Mandatsgebiet Palästina ausgedehnt wurde. Königsbergs An der hiesigen Universität, an der im Sommer 1925 sich unter 1445 Studierenden 56 Juden befanden, ist der jüdische Prozentsatz noch weiter zurückgegangen. In den letzten Jahren vor dem Kriege zählten die jüdischen Studenten an der „Albertina" in Königsberg nach Hunderten. Wien. Die Paria m e n t s w a h l e n find auf den 24. April angesetzt, auf den der' achte Pessachtag fällt. Da sich dadurch viele jüdische Wähler der Wahl iRtpfiti miif&M. jnt:l)io Mmr otimih meinde einen Protest gegen die Ansehung dieses Termines eingelegt. Wien. Im Versorgungsheim ^der Wiener Israelitischen Kultüsgemeinde verstarb die derzeit älteste Frau W i e ns > Debora Lö w e n th a l, die 1823 in Zloczow geboren ^. und also 10 4 Jahre alt wurde. Lzernöwltz. In K i m p o l i n g. wo biejef' S^cicje^ S o i u r ber SDiorber fees jxifeifcfjerx Äudenten. srergespwchen wurde, ebenso ' aus den anliegenden Bahnstationen fanden im Zusammenhangs mit dem Prozeß und als Nachwirkung desselben von neuem schwere Judenexzesse statt. Paris. Der Verteidiger von Schalom Schwarzbart, Advokat Torres, hat einige Opfer der. Petljura-Pogrome, die jetzt in Arge n t i n i e n leben, als Zeugen für die Mitschuld Petliuras an den Pogromen namhaft gemacht. Die Proskurower Landsmannschaft in Argentinien hat sich erbötig gemacht, die Reisekosten für die Zeugen zu bestreiten. Die Stadt Proskurow in der Ukraine bat bekanntlich am ip UW » WWMU WIM. », cherg. Der im Zusammenhang mH dem Tode des Rabbiners von Dublany, Rabbi Lauer, verhaftete Gabbe (Sekretär) des Rabbi, (an dieser Stelle mitgeteilt), ist wieder auf freien Fuß gesetzt worden, nachdem die ärztliche Untersuchung festgestellt hatte, daß die Vergiftung auf ein unglückliches Zusammentreffen und nicht, auf Verschulden des Rabbi zurückzuführen fei? London. Die United Synagogue beschloß, zu SMIlfffFf Öfr 5ta&E>iner«w;5&ü&una irt^ezos Er>l- ©D.ltltclt Oer otucetit*.ai»i». ii*a,il}| ,,, „,... . lege einen halbjährlichen Sonderbeitrag von 2% Shilling als Zuschlag zu den Sesselmieten in den.Synagogen zu erheben. — Der Board of Deputies beschäftigte sich,, mit der Lage der rumänischen Juden, her Zurücksendung ausländischer ^Juden in England im StipendieNwesen und den hohen Preisen für Koscherfleisch. — Die Londoner Reformgemeinde feierte ihr 25jähriges Jubiläum durch einen Festakt, bei dem Claude M ontefi ore hie Gedenkrede hielt. -!. ^er : fie£>3isft^j®e£>utisiog ßucien ÜB b l f s . wurde vön bÄ Vüvi'schchistvri^kn durschein Bankett unter Vorsitz Herbert ©tu muels begangen.^ . 7 Heim wiedergefunden. Ihr gutes Aussehendie saubere Kleidung,, ihr frisches,-natürliches Wesen zeugen für eine vorzügliche Leitung, der.Anstalt. Die begabteren Jungen tragen, voll Stolz die Mützen der .dortigen Realschule, feie ilferigert blefu^eit bte SBpIfsfdjuIe. Drs ^UOOrJom^ irien^e l>erT.:^aixs»aler erfawtie mir Einblick in die! Näumlichkeiten und in den Äetrieö des Heimes. Einen überaus freundlichen Eindruck rufen die hohen, luftigen Schlafsäle, die hellen geräumigen Arbeitszimmer hervor. Alle Räume strahlen vor Sauberkeit. An den Wänden des Betsaales hängen Gedenktafeln, auf denen die Namen der Wohltäter verzeichnet sind, die das Heim mit einer größeren oder kleineren Stiftung bedacht haben und zu deren Jahrzeitstagen pietätvoll das Seelenlicht entzündet wird und aus dankbaren Kinderherzen das Kaddischgebet emporsteigt. Auf meine Frage an den Hausvater, ob nicht noch mehr ümau um klMlllLsk KMkk vfn Tegen de- ^imes gMießen tonnten, «folgt Die AniwoNi »Wie Fern? würden, wir sine viel größere Zahl Waisen ausnehmen. Die Räumlichkeiten haben wir —doch die Mittel reichen nicht einmal für die Betreuung der vorhandenen Kinder aus." Dieses traurige Wort drückt mir die Feder in die Hand. Die deutsche .Judenheit. kann es nicht verantworten, wenn ein. solches Heim darben muß, gezwungen ist, Kinder auszüschließen oder abzuweisen, die dann dem Judentum verlorengehen oder ihm später zur Schande gereichen, jedoch durch eine großzügige Förderungdes mmm. zu OkmiMkn LMkll: m MkWll hätten mögen .merDen tonnen. CM Ausrnf pr PllNMk spende wird zuxzE an.^0!^ jüdischen Gemeinden gesandtwill die. Herzey. und Hände, der Glaubensbrüder öffnen, d ..PMmDÄhe'?'einzige Einnahmequelle des Hermes, ist. 'Möge diese Quelle recht kräftig sprudeln! Postscheckkonto Frankfurt a. M. 2871. I. Seidenu. Garn-Handelsges. m.b. H. 47 Bleidenstraße 47 (früher: Grosse Eschenheimerstrasse 3) SPEZIALHAUS Sn Näh- und Slick-Seiden Halülai'beils-Garnen jeder Art füllen darauf aufmerksam gemacht werden, daß die geringste Nichtbeachtung der ergriffenen Maßnahmen die gesetzliche Bestrafung nach sich ziehen werde, wobei dei mit dem Belagerungszustände verbundenen Ausnahmebestimmungen unnachsichtlich zur Anwendung kommen werden. Sehweiz. UofffanDamnpiL Bafel, 28. Februar. Am Samstag nud Sonntag wurde von der Israelitischen Gemeinde in Basel die Neubestellung des Gemeindepräsidenten und des Vorstandes für eine neue dreijährige Amtsdauer vorgenommen. Die Wahlbeteiligirng rvar föhr rege, sie betrug ca. 65 Proz. der ftimmberel^t!g!en ö88IAü!!2siI'üfIr deuten wurde der ohne Gegenkandidatur portierte abiretende Präsident, Herr Jules Dreyfus-Brodsky, wiedergewählt. Der neue Vorstand fetzt.sich zusammen aus den Herren: Alfred Bloch, Apotheker (bisher), Dr. Marcus . Cohn, Advokat und Notar (neu), Julius Epstein (neu), Jules Jung (bisher). Dr. Lücien Levaillant, Advokat (bisher), Lucien Levy (bisher), Samuel Picard (neu), Nathan Rein (bisher), Jules Spira (bisher) und Arthur Zivy (neu). Im ferneren wurde auf die Dauer non brei Sohren eine Nschnungsprüfungskornmiision gewählt. . Die Vvrstandswahlen in Bafel fanden auch. dieses Jahr nach der alten Tradition der Basler Gemeinde, d, h. mittels geheimer Urnenwahl, statt. Basel ist die einzige Gemeinde der Schweiz, die den Vorstand auf diese Art bestellt. Es sind nun 9 Mitglieder im Vorstand, von denen sich 4 ganz der „Einheitspartei" zur Verfügung gestellt hatten, während die 5 übrigen eine eigene Ü3«^!gruppss 2)81 SEö^IßfpDllÜ M stattete sich so, daß von jeder Partei 5 Kandidaten gewählt wurden. (Herr Samuel Picard-Weiller figurierte auf beiden Listen und wurde auch von beiden Parteien gewählt.) Zür Lage i« Erez Jisroel. .. j .Etnssisi Kl ,ur:> Die W i r ls ch a f t s t k i s e, die seit als einem Jahre auf Tel-Awiw lastet, hat in der letzten Zeit auch auf die jüdische Bevölkerung Jerusalems, und Haif a s übergegriffen, sind dort bei mehreren großen Geschäftsbetrieben Zahlungsschwierigkeiten eingetreten. Das dauernde Ausbleiben eines Einwanderer- und eines Touristenstroms haben sich wirtschaftlich sehr ungllllsrW üiimmn Miillkll. m m armim mmmm noch gar keine Kultukbebürsnrsse hat, rm G"gettjdrl tsi seiner Bedürfnislosigkeit den schärfsten Wettbewerb für zahlreiche jüdische Existenzen bedeutet, da ferner die Zollgesetze und die administrative Gewalt mancherlei Hemmungen dem wrtschaftlichen Aufstieg bereiten, so ist die jüdische Bevölkerung noch für lange Zeit auf großzügige Unterstützung der Auslandsjudenheit angewiesen. Kolonisieren hat für Großmächte meist für Jahrzehnte große Geldopfer bedeutet, — was wollen wir Juden da bei UMt lllMllWMN LkiMlNWll SMlMSkN, D!e Touvtstsnschtsfe bkillgsn gsgönwäktig meist Christen, die das Land der Bibel anzieht. Viele Juden des Galut könnten daraus lernen! In Tel-Awiw zählt man heute trotz der Abnahme der Bevölkerung etwa 4000 Arbeitslose. Die meisten Einwohner Tel-Awiws verdienen heute trotz größter Sparamkeit nicht annähernd das, was sie benötigen. Die Stadt hat einen großen . Teil ihrer Beamten entlassen 14 lz\ ffiit.lUfss ik? NMW M im fcöiDiüPiaa siNMgielle Mge Maßnahme ihre frühere Einstellung infolge der vierten Mijah liquidiert. Wenn Tel-Awiw seine Lage am Meer, sein wunderbares Klima und feine moderne und hygienische Bauweise auszunützen verstände, hätte es die besten Aus-