Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 9 (3.3.1927)
- Date
- 1927-03-03
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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FVaxalsiwa*! Raihenanplaiz S |TIi©alerpIaizJ r‘/' ca. iöO.ÖOO Bände Telßioilassa 93fö — sh. 1VV.VVV LLückä ' Alle Neuhejlei» Eintritt täglich Abonnement pro Monat M. 1.50 - Abohn. für NedHeiten pro MÖnat M. 3 - Das Abonnement berechtigt zum einmaligen Umtausch an jedem Tage, ausgenommen Sonn- und F i ö g sich, das einzige auf Erden, das sich in Unverlierbarer Beharrlichkeit immer gleich bliebe. Infolgedessen sprach Plato von der Idee eines Baumes, eines Flusses, eines Hauses, eines Tisches usw. uxxt? TTTfim?/ pW M SMS8 «W 8MMSl S8M Glrom der Entwicklung xsstlvs anhs'unfüllsn könnten, ihre Begriffe aber in unveränderlicher Weife bestehen blieben. Unverkennbar ist die Lehre Platos im Hinblick auf die heraklitische Naturphilosophie als Fortschritt zu bewerten. Vom Standpunkte des Judentums ist sie indes weit entfernt. Ihm kam erst Kant, der große Philosoph der neueren Zeit, näher, indem er in seiner „Kritik der reinen Vernunft" eine Möglichkeit äußert, die dem Sinne na®) M sMr lauten m MusiM Uksimtn mir die Dinge durch unsere Sinne wahr. Die Anschauungen der Sinne sind Raum und Zeit, da wir die Dinge als außer uns befindlich (— im Raume) und zugleich oder nacheinander (— in der Zeit) erkennen. Wir erfassen somit die Dinge nicht, wie sie an sich sind, sondern wie sie uns in Raum und Mt ßrjpnßiL Biß Dingo Mt M such 88?- handen, doch sind wir durch die Abhängigkeit unsrer Anschauung von Raum und Zeit nicht imstande, sie als solche zu erkennen. Dieser Ansicht Kants gebührt der Vorrang vor der Lehre Platos, weil sie — wenn wir es auch nicht zu erkennen vermögen — ein stoffliches „Ding an sich" gelten läßt und infolgedessen eine Pforte für die jüdische Wahrheit bildet. Diese Wahrheit hat Breuer in die Formel gefaßt: „Die Schöpfung ist das Ding an sich, dis Natur? ist dis Sfieft ber Srjcfjeinungerr. (Sette 96.) Das Ding an sich ist das Geschöpf, weil es unmittelbar aus der Schöpferhand Gottes hervorging. Seit dem Abschluß der Schöpfungswoche hat aber diese Unmittelbarkeit aufgehört. Seitdem sind alle Geschöpfe in ihrem Weiterbestände und ihrer Fortentwicklung an das Gesetz von Ursache und Wirkung gebunden. Daher sind seitdem in der physi- \m Mt „MM 88 sch" 8i$f mch Wissen. Rur gelegentlich, wenn es galt. Seine Allmacht zu bekunden, ließ Gott seit jenem Zeitpunkte „Dinge an sich" entstehen. Das waren die Wundertaten, die Er für Israel und die Mensch heit vollbrachte. (Schluß folgt.) Korrespoitfenzeti« Racbricbten. Die Berliner Sküdmtenvertrelung und das Abkommen. Berlin, 25. Februar. Die Vertreter der preußischen Einzelstudentenschaften haben bekanntlich bei den Besprechungen im preußischen Kultusministerium durch ihre Unterschrift zugesichert, daß I TOB Bia mm 1. DM® M NiniiW lnerDan M auslandsdeutschen Studentengruppen, gleichviel welcher Konfession und Partei, in den Kreis der „Deutschen Studentenschaft" einzubeziehen. Sollte das nicht gelingen, so wären sie gezwungen, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen, um ihre staatlich anerkannte Selbstverwaltung aufrecht zu erhalten, d. h. aus der ..Deutschen Studenten- Ws!" «MW«. kr linifl« eine Frist bis zum 1. Oktober zugebilligt hat, wollen jetzt die Studentenschaften, offenbar auf Kommando des „Hochschulrings", ihre Zusicherungen wieder rückgängig machen. Die Mehrheit der Studentenvertretung der Universität, Berlin hat ferner einen Antrag angenommen, der wesentlich besagt, daß ein freiwilliger Austritt aus der „Deutschen Studentenschaft" nie in Frage kommen könne. In demokratischen Studentenkreisen ist man der Ansicht, dag die völkische Studentenschaft das Entgegenkommen NmAers ausgenützt habe, um eine Frist zu erham dein, um nachher alles abzuleugnen, selbst auf die Gefahr hin, die eigenen Führer zu desavouieren. Der Haushalt der Münchener kultusgemsinde. München, 22; Februar. In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung, die mit Glückwunschansprachen an. zwei Sechzigjöhrige. dsn b^rlan^esgerr^tsrat leumetjct als ersten Vorsitzenden der Gemeinde und Justizrat Dr. E.Fraenkel eingeleitet wurde, legte der Vorstand den Haushaltsplan für 1927 vor, der mit 636 000 Mark in Einnahmen und Ausgaben balancierte. Von den Ausgaben sollen nahezu 400 000 Mark durch Steuerumlagen gedeckt werden, doch gestattet die günstige Finanzlage der Gemeinde die Herabsetzung des Steuersatzes von 12 Proz. auf 914 Proz. Zuschlag zur Reichsernkommenstener. Von den Ausgaben entfallen 40 Proz. auf Besoldungen, 28 Proz. auf soziale Leistungen. In der Aussprache wünschten die Liberalen weitere Herabsetzung des Steuersatzes und Einschränkung der sozialen Ausgaben;-während M W MUMM IHM Die loMDMlM MllM QiQin jolcfye ISrlparmspoVtM am Unrechten Orte erklärten. Ein Antrag auf Erhöhung der Leistungen für die ostjüdischen Institutionen von 8000 Mark auf 15 000 Mark wurde abgelehnt. In der Schlußabstimmung fand der Haushaltsplan; und der vorgeschlagene' Steuersatz einstimmige Annahme. - Finanzabschluß der Breslauer Gemeinde. Breslau, 28. Februar. In der Ende vorigen Monats stattgehabtsn Sitzung &S? ffiuttiiuiep-erireiwng HMvtf njwfiigvfli Reifer ein? stimmig wiederum zum Vorsitzenden gewählt, von konservativer Seite Martin Fraenkel als zweiter stellvertetender Vorsitzender. Der Finanzabschluß der Gemeinde für das Rechnungsjahr 1925-26 zeigt ein recht günstiges Bild, obgleich der erhebliche Betriebsfonds, Über bßtt hie (Bemeihbe »erfiiijir, int Qattfe bes 9ö§rcs um etwa ioo ooo Mark zurückgegangen ist. Leider ist die günstige Finanzlage offenbar hauptsächlich davon bedingt, daß die Gemeinde für die wichtigste Aufgabe eines jüdischen Gemeinschaftslebens, den Jugendunterricht, nur ganz minimale Kosten hat. Sie schießt zum konservativen Religionsunterricht 50 000' Mark, zu dem liberalen 25 000 Mark zu und überläßt es im übrigen den privaten Anstrengungen ihrer Mitglieder, die Heranwachsende Generation für das Judentum zu erhalten. Im übrigen hatte die Versammlung die angenehme Aufgabe, die Annahme srnsr Gzrb^cfjaft oon 47 OOO SOhctxrt g« fcejc^ftejgeTT «nö eine Anzahl kleinerer Bewilligungen zu vüllziehen. Cymptomatisch interessant ist die vom Vorstandstisch gemachte Mitteilung, daß es jetzt gelungen sei, für die „Tahara" von Leichen, die verbrannt werden sollen, eine Anzahl Ehrenbeamter zu gewinnen. Daß die Beerdigungsbrüderschaft in solchen Fällen die Mitwirkung verweigert, ist selbstverständlich. Bezeichnend aber für die widerspruchsvolle- Gemütshefchoffenheri meitester: Kreise ist hre vor ber Verbrennung noch eine Tahara für notwendig erachtet wird. Ein Hunderk-Iubiläum. Warschau, 28. Februar. Äas vortrefflich geleitete Organ der Orthodoxie „Der 2ud", ttt b-Ätr ijirrrb-earirficrx Sftuinmer feii feinem wohnen kann. Orefer Zweck mutz jedem Spender bei jeder Spende gegenwärtig fein, fönst gefährdet er mit seiner Gabe die verheißene Wirkung. Der ehrgeizige Reiche, der sein Gold und Silber, seine Perlen und Edelsteine nur hergeben wird, wenn er ein Aequivalent, und sei es auch vielleicht nur ein kleines Ehrenamt, einen Titel, dafür eintauschen kann, sowie der Ruhmsüchtige,, der mit seinem Geben die Absicht zu glänzen hat, um alle anderen Spender in den Schatten zu stellen. — sie alle mögen ruBja m Dfliifo WikM unk \lu MinMzu mUz in ihren Fchlcetzfachern bewahren. So war es in der Tat eine Kraftprobe, die bei dieser Gelegenheit an die Gesinnung Israels, an die Gesamtheit eines Volkes gestellt worden ist. Denn wenn wir bedenken, wie verschieden im allgemeinen die Herzensbildung bei den verschiedenen Menschen ist, und wenn wir dabei noch in Betracht ziehen, wie wenig Selbstlosigkeit wir durchweg auf Erden finden, so werden wir zugestehen müssen, daß bei der Spendung zum Bau der Stiftshütte etwas Großes und Erhabenes in die Erscheinung trat, der Edelsinn eines gesamten Volkes, und viel zu -achtlos geheu xniv an imjeren JCejrtesioorten porubery ba icutin: „MgM s«Y ZNUgS Wktt, UND siShk, sie hatten es gefertigt, wie Gott geboten." wv in fügt die Schrift bedeutungsvoll hinzu: „Recht hatten sie.es gemacht". Mit diesen Worten wird dem Vornehmsten wie dem Geringsten im Volke das höchste Lob gespendet, denn aus ihnen muß mit Notwendigkeit der Schluß erfolgen, daß alle Gaben avb und nur in diesem Sinne gespendet waren, daß jede unlautere Regung bei dieser Spendung ausgeschlossen war. Denn wäre dies nicht der Fall gewesen, so hätte das ganze Werk nicht diesen glücknfn 2tusgai7o Jif frsSi m mtl 8M MeM tzsstthBU lvnnsn, will ill mit ins ocrg slhlllll. von jener unedlen Regung Kenntnis gehabt und die Gabe verworfen hätte, die unlauteren Motiven entsprossen wäre. Der Umstund aber, daß das Werk in allen seinen Zeilen und nach jeder Richtung hin als gelungen betrachtet werden mußte, und kein Fehler und kein Makel in die mußte. Auf diesen Umstand eben beziehen sich die Worte Gottes entsprochen war, und daß die Spendung aller Stoffe ausschließlich als angesprochen werden mußte. Auf deisen Umstand eben beziehen sich die Worte des Midrasch zu vmrr twpi daß Mosche die Spender segtrete, b. h., baf=$ er crlfert tr>£infcf)ie, bcrß auch in Zukunft Hajjf Q> 5 | M < f •* , I e Ssr aetsf eine solch ohf? <I?sMUUUg, «l? siH hier getätigt worden war, auch in Zukunst bewahren mödjten. Weil indes eine solche Kundgebung aus freier Selbstbestimmung des Menschen erwachsen muß, und bei dem Bau der Stiftshütte auch erwachsen war, so konnte Mosches Wunsch nicht lauten: v-rr '"ws -is-i •’rr» „Es sei der Wille Gottes!" Sagen doch die Weisen das allbekannte Wort: fs-p» fin d’sp ’ra ten „Alles liegt in Gottes Hand, nur nicht die Ehrfurcht, die der Mensch Gott gegenüber zum Ausdruck bringt." Folgerichtig lauten darum die Segensworte o -t> va'sv mvm ’-sn 'v' „0, möchte doch stets die Majestät Gottes auf dem Werke mm Mllö Mkli!" SkkZ mirn aDer Der Mll fein, minn ihr euch Bei jener Telegenheil in unelgennützigsr Weise dem Göttiichsn hingebet und unlautere Regungen rm Herzen beseitigt und unterdrückt; dann kann und wirds nicht fehlen. Dsmra 'vravidaß Gott feine Schechina auch in eurer'Mitte weiter walten läßt." Und was in dieser Beziehung in alter Zeit galt, das hat seine Geltung auch in der Gegenwart nicht verloren, und die Erinnerung und Auffrischung daran ist gerade am Sabbat xuzna am Platze, umi ist das Stichwort des Tages: „Sie mögen geben!" rmr, flies das Wort Dflrnmrm, m e§ mffiDärtg. m ßteißf oin wi unö Will sagmi yllttö es Döllung in M Mnm Tsgsn. ss hst SS seine Geltung durchaus nicht für das Heute und für die Zukunft eingebüßt. Wollt ihr apy nbnp, erhalten, so ist ÖQ5 Erste zu seiner Erhaltung: Opfer bringen! Ein Verein, der keine Beiträge erhebt, dem fehlt der rechte Kitt; er ist am leichtesten der Gefahr ausgesetzt, über kurz oder lang zu zerfallen. Mit Recht ruft darum der erste der ausgezeichneten Sabbate in die jüdische Welt hinein: iwm Aber glaubt nur, nicht, mit der Drangabe des kalten Halb-Schekels das Eure getan zu haben. Nein, die Thora fügt hinzu im' nr. wozu Raschi erläuternd bemerkt:, las nro ------- —^ «ws, Die ®ott Dem Mosche geigte, MM «r Mach 'um m Wenn sie geben, dann soll ni vrr das Feuer des Gesetzes in ihnen brennen, die Begeisterung für den Fortbestand des Judentums in ihnen glühen." In dieser schweren Zeit der wirtschaftlichen Krise kann man nicht oft und eindringlich genug unseren Brüdern iu Golus zurufen: „Verliert den Idealismus, verliert den Edelsinn der Alten nicht!" - - - : D3’T> N«7N83 m»W PLI 'N' F?uiüktr>n. A. I. Rom«>rn Arne Iuqenderinnermrg. Man schreibt uns: Eine Träne entrang sich meinem Auge, als ich vor 14 Tagen von dem plötzlichen Heimgang des Generalsekretärs,des Hilfsvereins für jüdische Lungenkranke in der Schweiz; ^Herrn A. I. Rom ^*7 erfuhr. Konnte es möglich fern, hnfj her Mann, her noch^ QßE M«iW MsRstiR irr M Brlls^tt TLllgk-tt h!äe wäe. Ulli Mittel für „selne^ Hellkrafle gu fnchen, fo unerwartet aus seiner Arbeit gerissen worden sein sollte?, Ich wollte es nicht glauben und mußte es dennoch! Vor.