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Der Israelit · 1927-03-03 · Heft 9 (3.3.1927) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 9 (3.3.1927)
Date
1927-03-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
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,3. März 1927 , , fi e t Israelit Nr. 9 Sette s gen der Eltern weder für die Söhne noch für die Töchter gesorgt werden. In I e r u s a l e m ist Terrain für einen großen Kindergarten da, aber kein Geld zum Ausbau des Unternehmens. Aus den Kolonien, dringt der Hilferuf an die Aguda, ihnen mit Schulen entgegenzukommen, so lange noch nicht alles verloren ist. Die Agudaführer hören dsn herzerschütternden Notschrei und kön- NM nicht hrism, L» f!k Li? zÄNPN zur »fllii gung stehenden Mittel auf Erhaltung des Bestehenden verwenden müssen. Dabei stellen sich auf keinem Punkte des Erdbodens — infolge des flammenden Idealismus des Lehrerstandes — die Kosten für die geistige und leibliche Versorgung eines Kindes s« billig wie in Palästina. WllS M den Lehrerireissn an AllftPftvUKZLkkllst QilfQis bracht wird, grenzt ans Fabelhafte und sollte doch das Gewissen derer, die in Europa ihre Intelligenz und ihre Arbeitskraft ausschließlich oder vornehmlich für die Befestigung ihres eigenen Hauses verwenden, wecken und sie anregen, zu ihrem Teile, von ihrem Ueberflusse, mitzuarbeiten an dem großen Werke, das, wie des Schweißes der Edelsten dort, auch der Geldopfer der Bessergestslltsn hier wohl wert ist. Es Ist Ä!> a r, elngeieiisl MH »8» SM« limtuf nach der Spende als „Sühne der Seele". Es geht hier nicht um die Seele des Einzelnen, sondern um die Seele des Volkes. Die Wohltat ein es tapferen Mannes, der ein schutzloses Kind in fein Haus genommen, um seine junge Seele für das Judentum erglühen zu lassen, diese Edeltat des „jüdischen Mannes" Mordechar hat das Volk vor tm llMMM die mar, dechais in der Diasporü, dis bereit sind, vas jüdische Kind in Erez Israel dem Judentum und damit uns die Zukunft zu retten? In einem Artikel in den jüngsten „Blättern 'der Agudas Jisroel in Deutschland" wurde festgestellt, daß, wenn sich Kapitalisten zu einer wenn auch nur kurzfristigen Verpflichtung von 50 Mk. wonatlich für das Palästinaschulwerk bereitfän- %n, Lern TßUlMkk Ük>SI D18 DflnOfltöftE M! hinweggeholfett und der Boden für weiteren Ausbau geschaffen wäre. Allein nach dem guten Schekolimprinzipe, darf diese Arbeit und dieses Opfer zur „Sühne der Seele" nicht Domäne der von reichen Glücksgütern Begnadeten bleiben. Auch der Mittelstand muß kräftig mit Hand an- J6QQ11 IfflD IDÜre SS llllk Moralisten Mittverantwortung und Töilhaberschast wegen. Wo es unk die heiligsten Interessen der ganzen jüdiffchenGemeinschaft geht, darf keiner von derPslicht Und dem Rechte, der Last und dem Segen des Mittuns ausgeschlossen sein. Adar ists! Die Werbetätigkeit hat in Wort und Schrift eingesetzt. Zeigen wir uns des großen Augenblickes, der auf uns wartet, der zur kräftigen, raschen Tat ruft, würdig. Lassen wir nicht eine Sache von Zukunftsgröße an Kleinigkeiten, aus der Engherzigkeit des vergehenden und verwehenden Tages geboren, 'scheitern. Oeffnen wir unsere Herzen und Hände für das Palästinaschulwerk der Agudas Jisroel! Der Norddeutsche Lloyd Md -re „Hebräer." Das Organ des Centralvereins, die C. V.- Zeitung, schlug in einer Artikelreihe Lärm, daß die H a p a g und der N o r d d e u t s ch e Lloyd Bfllt jödislHM Reisenden, auch solchen deutscher Stsstsbür'gsrjchllft, vor Antritt einn verlangen, auf dem Formular ihre Nationalität mit „Hebräer" anzügeben. Die Schisfsgesellschast rechtfertigte ihr Verhalten mit einer Verordnung der amerikanischen Behörden, alle Einreisenden nicht nach Satatsangehörigkeit, sondern nach Rasse zu zählen. Alle Proteste der amerikanischen Juden gegen diese Gepflogenheit blieben resultatlos. Schuld seien die Zionisten in Amerika, die erklärlichere, sise an ihrer „„Rasse" festhlllteN. Die Darstellung wird itt StttöM Schreiben des Norddeutschen Lloyd an den „Centralverein" mit Dokumenten belegt und mutet ohne weiteres einleuchtend an. Man darf es der Schiffsgesellschaft glauben, daß sie schon im eigenen Geschäftsinteresse von sich aus vermeiden würde, konfessionelle Unterschiede zu machen und irgsndrvis dis Gefühle der jüdischen Fahrgäste zu verletzen. &!s iautflp LUMM gesellschaften erst jetzt, aus jüdische Intervention hin, sich dazu ausraffen, durch Vermittlung der Newyorker Generalvertreter auf eine Abänderung besagten amerikanischen Einwanderungsgesetzes hinzuarbeiten und es nicht früher schon aus eigener Einsicht taten, wird ihnen von der C. V.-Zeitung vielleicht nicht mit Unrecht, immer noch stark verübelt. Die Zeitung fragt, ob °S eine WWMgösÄfiM MMN würde, einen Sir Herbert Samuel oder Lord Reading als „Jude" statt als Engländer einzutragen? Ohne der Sache größere Bedeutung beizumessen, als ihr innewohnt und ohne zu dem Antrag der <£. V.-Zsitung„ die amerikanische Verordnung' durch den Knir»« ßiUtfäit" JU sllMMlN, weiter Stellung zu nehmen, möchten wir doch zu der letzten Frage ganz bescheidentlich bemerken, daß in England und in Amerika „Hebräer" sowohl Religion wie Nationalität und Rasse ausdrückt und daß beispielsweise ein Sir Herbert Samuel sich sicherlich ohne das leiseste Bedenken in diesem Sinne als „Hebräer" eintragen würde. Weshalb sollten wir uns, wenn es sich wirklich um Rasse, nicht um Staatszug eh ö r i g k e i t — für die eine Sonderrubrik vorhanden ist — handelt, davor scheuen, uns stolz zur Rasse Mösts und Davids, Jesajas und Jrmijas zu bekennen? Sa« Dmz an HO), Eine volkstümliche Darstellung. Von Willy Wolf in Köln. Das „Ding an sich" zählt zwar zu den Problemen, mit welchen sich im allgemeinen nur die PhilVsllMll gll tzrsHWgen fstezen. Qm jüngsten Werke vütt De. Isaae Breuer ,>Dw W«!t «fe Schöpfung und Natur" wird ihm jedoch als Ergebnis vortrefflicher Gedankengänge eine Begriffsbestimmung zuteil, die einen Ewigkeitswert für die jüdische Weltanschauung besitzt und daher im Bereich des Interesses weiterer Kreise liegt. Leicht verständlich gestaltet sich die Schilderung des Begriffes durch kurze Wiedergabe von Ansichten, die bislang hervorragende Denker der LkLillllkü Vliilosor-bie über ihn ausgesprochen haben. Der kleinen Wanderung auf iien fiilUn Heilen dieser Wissenschaft winkt ein Ziel, welches den Geist erhebt. Die geringe Mühe krönt ein höherer Gewinn. Der erste bedeutende Philosoph, der eine Lehre über „Das Ding an sich" aufstellte„ war Plato. Im Vergleich seiner Zugehörigkeit zum Heidentum steht sie auf einer hohen Stufe. Sie IjbUp sich m i|m nie Dffitranrmng m Aiis!°ss°»8 bes Heraklit herausgebifdci. Halle bMg HenMil getreu seinem Wahrspruche „Alles fließt" iDte Ansicht vertreten, das Wesen aller Dinge iestehe darin, daß sie sich in stetigem Flusse,, in teter EntwiÄung, befinden, nimmer und nirgends etwas Beständiges aufzuweifen haben. Hatte -er doch auf diese Weise das Wesen aller Dinge dahin gekennzeichnet, daß sie in ewigem MM fipgripi feiert. kW [ijr g«ng°-s«h in stetem Werben erschöpfe und „Dinge an sich". Dinge, die in bleibender Urkraft ihr Sein bewahren, auf dev Welt nicht vorhanden seien. Demgegenüber betonte nun Plato, die Lehre lies Heraklit habe nur für den Teil der Dinge Geltung, den wir mit unseren Sinnen wahrzujksflstk" »ermo^en. Dresse Tslk stelle aber Nickst ras Wesen, das wttkll^e §e!n öel? ÄttAL Ülll. Das wahre Wesen eines Dinges bestehe in seinem andern, dev Sinnenwelt enthobenen Teil, dem Begriffe. Jedes Ding habe seinen Begriff, welch letzterer das Urbild des Dinges sei, das Dmg an wir auch die Mahnung des vierten Monats: vinn iü'ttnn Vlll rnn Dieser Monat sei euch Beginn der Monate". Mondgleich wendet euch immer dem Lichte, der Sonne der Religion zu, damit ihr in tOüfint ffllanit lkltMtt servinnt crueb aus her Tlsfs euch zu erheben und durch lnikM Müfl und FeMgkeit der Erlösung und Freiheit zuzuftreben. Wahrlich, erhabene und erhebende Botschaft bringen uns die vier großen Sabbate — geeignet noch vor dem Frühlingsbeginn den Lenz uns ins Herz zu gießen und unsere jüdische Seele zum Aufjubeln zu bringen im Gedanken an den Goldgehalt und den Ewigkeitswert der Wahrheiten unserer 12.Hora, D«s ist der Sinn der vier Abschnitte. Sie ÄSiiiffiiBsto läuiiMi m öai mmr nis schärfen und die Begeisterung stsigsm Mr innere heilige Lehre. Im Midrasch heißt es: Besorgt um -Israels Zukunft fragte Moses den Allgütigen: irn? D'nn Was bürgt dafür, daß Israel fjich immer wieder neu erheben wird? Da antwortete ihm 'der Herr: *33. Der Abschnitt vom halben (Schekel. — Den .soll es beherzigen und auch die Fülle der Ideen und Wahrheiten uniammten Thora. So bleibt Israel voll Kraft und Widerstandsfähia- Lest. de« erviae Zeuge Gottes und Herold feiner nie WMhkil. - , nr r M -/ X- .< 1 ff if r Edelsinn. Von Hauptlehrer Wolfs in Aurlch. Betrachtung zum Wochenabschmtt 'iip-r und 'S. w9 „ >r\ nis iw: nnis wy mm nÄn ns rwm snu •nirn dm's fis'-i Mosche sah das ganze Wert und siehe, sie hatten es „efäStV Jie ®ott geboten; sie hatte es recht gemacht. und Mosche segnete sie". Ueber den Wortlaut dieses Segens berichtet die heilige Schrift nichts, doch der Midrasch kennt ihn genau. Nach ihm soll er gelautet haben: n<w?öi wl>y vpbn 'n Dy« 'N'i d3,ti nwvaa nrsw nnvnv;is*i 'N' •inww irr» nvym «•»Vy nsna «■>t> M W m MSH Gottes . Maststät auf dem .Werke eur-sr Hsnd ruhen möge! Und UW FreunStichMI UM Ewigen unseres Gottes sei über UNS und befestige bas Werk unserer Hände, ja. er befestige es!" Wir fragen: war ein. solcher Segen nach der Vollendung des Stistszeltes nicht eigentlich ganz überflüssig, Heißt es nicht: „Wenn sie mir ein Heiligtum fertigen, will ich in ihrer Mitte wohnen?" War mit diesen Worten nicht verheißen worden, daß Gott seine Majestät ruhen lassen werde auf Dein Werke ihrer Sjanb9 Auch an der Fassung des Wortlllusts ist AuMifl, M m hier Mti W wohl sonst, heißt: nvyvL nrsp mvnv d’smp tb’as fS"» w sondern nur einfach: n-ivov psn 'n' Die Fragen wollen wir zu beantworten suchen. Als Gott der Herr seinem Diener den Befehl zur Errichtung der Stiftshütte für Israel gab, tat er es mit den Worten n»r,n inp'i „Sie sollen „mir" eine Hebe nehmen!" Das „mir" ist bedeutungsvoll und nicht ohne Grund eingefügt worden. Rafchi bemerkt zu dem Worte ■>!>. erläuternd d. h. zu meinem Namen, zu meiner llsikk soll besagen: SBenn Israel „mir" sins Höbe öQTörmgtTi »wi«", \? »««4 MkßkingUNg soll sie den Endzweckerreichen, sreiwillig geschehen, ohttö Anspruch auf Belohnung und unter Ausgabe jeder Nebenabsicht. Denn manche geben und spenden nur zu dem Zwecke, um von der Mitwelt wegen ihrer Freigebigkeit gelobt und geehrt zu werden. Sie sind hungrig nach dem Beifall der Menge, und hören so gerne ihren Namen wegen ihres Edelsinns und ihrer Gutherzigkeit gepriesen; und so ergreifen sie jede sich ihnen darbietende Gelegenheit, um von ihrem Ueberflufse zu spenden; im anderen Falle aber würden sie die gebefreudige Hand zurückziehen. Bei Gott aber findet «ine solche Gesinnung nicht den gewünschten Anklang. Sagt doch der Prophet Jirmijah: .-um iw ^nn' Vs „Nicht rühme sich der Reiche seines Reichtums!" Denn alle die Güter, alle die Mittel llllD llMlllM, kl? ^gu bfeTIC*i' vn{s* 3U osrlchöttE und zu vsglucken. sind G«bsn nno Ufl3 feres Vaters tm Himmel, dsr sie uns mit seiner vollen, ossenen und heiligen Hand verliehen hat. Wenn nun dabei einnmk von uns verlangt wird, daß wir wieder einen Bruchteil von dem uns Verliehenen dem gütigen Geber weihen sollen, so muß dieses, soll es den Beifall Gottes finden, mindestens in reiner Absicht geschehen und in dem Sinne des Wortes das König David gesprochen: nv»'2 -p> isaru tt»i„ „S3on Dir kommt alles, und nur von dem, MlZ Sfin? 4anii ui fDirnen mir Dir ms? hen." Wer darum 'zum Bau und zur Errichtung des Heiligtums feine Gaben und Spenden bringen wollte, der sollte dabei vor allen Dingen unlautere Gedanken und Gesinnungen zurückdrängen und nur die eine Absicht vorwalten lassen, das zu Spendende auf den Altar des Glaubens so niederzulegen, daß Gottes Majestät sich in Israels Mitte niederlassen möchte.- Wer -also eine solche Gesinnung nicht aufzubringen imstande war, sollte lieber seine Gaben zurückbehalten, und darum war die Spende nach Goti£§ PSDrUtfÜ^fm a5efe^1 aIs c'n« frettmllige Gabe bezeichnet morDen, kmetifi srns ««!, Li„örUi Zrvsng durfte auf den Einzelnen ausgeiißt werden: 1221- ’rn-nn ns mpn i2^„Von jedem, der sein Herz dazu antreibt, dürft ihr die Gabe nehmen." Nur der gute Wille, das antreibende Herz, die rechte, wahre und reine Liebe zu Gott, dem Geber alles Guten, durfte Beweggrund und Anlaß zu dieser Spende werden. Der Zweck des ganzen Werkes war ja, 02102 ->n22vi, daß ich in ihrer Mitto

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